• Wie ihr wisst, wird es ab dem nächsten Schuljahr die "Flexible Eingangsstufe" in NRW geben. Wir haben große Bedenken dagegen, nicht weil wir es uns nicht zutrauen würden angemessen auf die unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Kinder zu reagieren, sondern weil wir befürchten, dass bei der derzeitigen Rechtslage dann Klassengrößen von mehr als 30 Kindern entstehen. Es gibt die Möglichkeit, eine andere Form der Förderung zu wählen, man muss nur ein schlüssiges Konzept entwickeln. Hat jemand schon das "Ei des Kolumbus" gefunden??????
    Heidi

  • Hallo Heidi,
    ich kann dir nur kurz berichten, wie es die Schule handhaben wird, an der ich bis Feb. Refrendarin war:
    Sie haben einen Wahrnehmungsraum eingerichtet, indem spezielle Übungen zur Wahrnehmungsförderung durchgefürht werden. Dieses Konzept wird ins Schulprogramm aufgenommen. Außerdem wird die SChule Förderkonzepte für einzelne Defizite in den Fächern erstellen, so dass jedes Kind individuelle Förderung im wie bisher bestehenden Klassenverband erhalten kann. Eine andere Schule, die ich von einer Freundin kenne, wird es auch so handhaben.
    Mehr kann ich dir dazu leider nicht sagen. Gruß Nof.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube viele Schulen sind noch ohne Konzept und lassen das einfach auf sich zukommen, ohne zu ahnen, was da gefordert wird. Einige (ältere) Kollegen glauben auch, so weiter machen zu können wie bisher ...
    Bei uns steigt ein Team von Lehrerinnen in diese Arbeit ein, die schon in GU-Klassen jahrgangsübergreifend gearbeitet haben. Zusätzlich steht uns eine Sonderschullehrerin zur Verfügung, die mit in die Klassen gehen wird, wenn besonderer Bedarf besteht. Wir machen uns gerade anhand eines Konzepts aus Brandenburg (?) schlau, das auch Flex heißt. Des weiteren haben wir einen Gesprächskreis mit dem noch bestehenden Schulkindergarten, den Kindergärten und der Betreuungsgruppe eingerichtet. Von dieser Seite kam große Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit.


    Das einzige, das uns Sorge bereitet ist die hohe Schülerzahl. Wir dürfen nur zwei Klassen bilden und die werden dann sehr sehr voll.


    strucki

  • Hallo,
    auch bei uns steht noch nichts fest, wir können ebenfalls nur zwei sehr "volle" erste Klassen bilden. Uns fällt uns die Entscheidung nicht leicht, die Tendenz geht aber zu einem Förderkonzept, was später - nach dem Sammeln von Erfahrungen mit jahrgangsübergreifenden Gruppen, ausgebaut werden könnte. Das "Ei des Kolumbus" soll ja laut Landesregierung die "Flex" sein, komisch nur, dass es dafür kein grundlegendes Konzept (und keine Lehrereinstellungen...und kein Geld...) gibt!
    Gruß,
    Peter

  • Liebe Heidi,
    bei uns geht es jetzt erst los, wir werden eine pädagogische Tagung haben, wo wir uns mit der flexiblen Eingangsphase beschäftigen und wenn wir uns dafür/dagegen entscheiden, wird es eine weitere Konferenz geben, in der wir uns mit einem Konzept beschäftigen.
    Ich selber kann mir einerseits nicht vorstellen mit so vielen Kindern eine Eingangsphase zu schaffen, habe andererseits aber auch Vorbehalte, weil ich die Buchstabeneinführung, wie ich sie im Moment gut finde - mit einem Sach- oder Literaturthema verbunden, das fachübergreifend aufgegriffen wird, nicht vorstellen kann. Ich fürchte, dass es dann zum Abarbeiten eines Programms, sprich vieler Arbeitsblätter kommen wird. Das ist nicht mein Ideal - ich lasse mich aber gerne überzeugen, denn im Kiga klappt es ja hervorragend mit jahrgangsübergreifendem Arbeiten. Nur haben sie da meist noch eine Doppelbesetzung, so dass einer sich mit Kleingruppen beschäftigen kann.
    Bin mal gespannt, wie es bei uns laufen wird. Melde mich.
    Es gab an der Uni Dortmund eine Fortbildung zu dem Thema, leider war sie sehr schnell ausgebucht. Ansonsten bleibt bislang learnline. Inhaltlich haben sich die Schulbücher auch nicht darauf eingestellt. Es müsste eher Lerninseln geben, wo für 1./2. und Vorschüler lernen an einem Thema möglich sein müsste.

    flip

  • Für mich sind weniger die Inhalte das Problem, eher die zu großen Klassen. Wenn man die Berichte aus Norddeutschland über die Erfahrungen mit der Flex liest, sind dort Klassenfrequenzen von 16 bis höchstens 24 Kindern angegeben, dazu in vielen Stunden eine Doppeltbesetzung. In der Form kann ich mir sogar vorstellen, klassenübergreifend von 1 bis 4 zu arbeiten. Da aber Riesenklassen drohen, basteln wir an einem Alternativkonzept. Die Schwierigkeit dabei ist aber, dass das Stundenkontingent gleich bleibt. Ist doch super, dass wir wieder den "Schwarzen Peter" haben! Von denen, die die Flex eingeführt haben, kommt leider kein schlüssiges Konzept.
    Heidi

    • Offizieller Beitrag

    Ich hab mal ein paar Links gesammelt:


    http://www.lisum.brandenburg.de/flex/index.htm
    http://www.grundschulegruental.de/indexsch.htm
    http://www.kgs-marienschule.de/book/view/18


    Wir haben außerdem Kontakt zu einer Schule gesucht, die schon jahrgangsübergreifend arbeitet. Dabei wurde uns empfohlen unbedingt mit Wochenplänen zu arbeiten. An dieser Schule finden außerdem bestimmte Stunden im Jahrgangsverband statt. Das Konzept klang sehr nach Montessori, kommt mir also sehr entgegen. Die Kolleginnen räumten auch ein, dass die ersten Jahre der Umstellung anstrengend waren und immer wieder der gegenseitigen Stärkung bedurften.


    strucki

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