Beiträge von SwinginPhone

    plattyplus : Um mal beim Beispiel der Sechstklässler zu bleiben: Der Katalog der Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen ist auch nicht dafür gedacht, dass alle Maßnahmen innerhalb eines Schuljahres abgehakt werden, sondern über mehrere Jahre.

    Wenn ein Sechstklässler bewusst einen Mitschüler die Treppe hinunterstößt, fängst Du mit einem ermahnenden Gespräch an?

    [...] wenn man auf der Höhe seiner kognitiven Schaffenskraft und Aufnahmefähigkeit "in der realen Arbeitswelt" irgendwo die Werkstatt fegt.

    Irgendwo die Werkstatt fegen, ist schon etwas albern. Aber wäre es nicht sinnvoll, wenn eine Geschichtslehrkraft mal in einem Museum gearbeitet oder selbst geforscht und Bücher veröffentlicht hätte?

    Ich gebe zu, dass ich im physikalischen Bereich nur als Radio- und Fernsehtechniker Geld verdient habe, von Musik habe ich aber einige Jahre gelebt.

    Der Praktikumsbesuch, den ich gestern gemacht habe, war sehr unkompliziert.

    Ursprünglich war das ungefähr mal so gedacht:

    1. Potentialanalyse: Externer Träger (auf keinen Fall in den schulischen Räumen; benachbartes BK war aber ok), eine Klasse pro Tag.
    2. Auswertungsgespräch in der Schule: jeweils 10 bis 15 min pro Kind (evtl. mit Eltern), dabei wurden mehrere Berufsfelder genannt, in denen man die Berufsfelderkundung durchführen soll (gelegentlich wurden hier konkrete Berufe genannt, wenn die hiesige Industrie mal wieder Nachwuchs brauchte)
    3. Portfolioinstrument: Im Anschluss an das Gespräch gab es einen dicken Ordner, in den alles, was mit Berufsorientierung zu tun hat, eingeheftet werden soll; er enthält auch ganz viel merkwürdiges Unterrichtsmaterial
    4. Beratung: Jedes Kind soll einzeln mit der Klassenleitung 10 min über das Ergebnis sprechen
    5. Berufsfelderkundungen: drei einzelne Tagespraktika in drei verschiedenen Berufsfeldern
    6. Beratung: „In welchem der drei Berufsfelder möchtest du das Betriebspraktikum machen?“
    7. Betriebspraktikum: zwei oder drei Wochen am Stück

    Und dann soll es noch eine „Woche der Beratung“ geben und Azubi-Speeddating und und und ...

    Später wurden bei dem Auswertungsgespräch nach der Potentialanalyse nur noch grobe Richtungen vorgegeben.

    Wir haben die Potentialanalyse immer direkt zu Beginn (erste Schulwoche) der 8. Klasse durchführen lassen (pro Tag eine Klasse, so dass nach einer Woche der Spaß vorbei war), die Beratungen in den Politik-Unterricht (im Klassenverband) verschoben und die drei Berufsfelderkundungen weit gestreut (von März bis Juli), damit man die Möglichkeit hat, mit den Erfahrungen aus den ersten Praktika, sich die weiteren Plätze zu suchen. Je nach Betrieb kann der Tag schon sinnvoll gefüllt werden.

    Heute heißt die Potentialanalyse „Einstiegsinstrument: Potentiale entdecken“ und die Auswertungsgespräche werden gleich (ohne Eltern) drangehängt.

    Der Klausurplan ist bei uns für alle für das ganze Halbjahr bekannt. Da kann ich die Versuche entsprechend legen.

    Kris24

    Wie hoch ist der Anteil der Klausur an der Halbjahresnote? Kann man sich wirklich mit dieser einen Klausur den ganzen Kurs verhauen?

    Ganz beliebig ist die Wahl der Schriftlichkeit bei uns auch nicht. Ich hatte die Belegungsverpflichtung ja schon beschrieben.

    Und wie ist das mit den zweistündigen Fächern (die gibt es bei uns als freiwillige Vertiefungskurse)? Kann man die auch als Abifächer belegen?

    Es soll kein Vergleich im Sinne von „unser-Abi-ist-hochwertiger“ sein. Mich interessieren einfach die Unterschiede.

    Und wie handhabt ihr es, wenn eine Lehrkraft die Fachkonferenzleitung abgeben möchte? Das ist bei uns in den letzten 15-20 Jahren immer wieder vorgekommen durch Schwangerschaft, Krankheit, persönliche Gründe,...

    Wenn die Lehrkraft aus solchen Gründen nicht mehr da ist, wird sie natürlich nicht gewählt. Aber dass jemand in den Nebenfächern aus persönlichen Gründen den Fachvorsitz abgibt, ist hier sehr selten.

    Als ich an meiner Schule anfing, kam ein älterer Kollege auf mich zu mit den Worten: „Endlich jemand, dem ich meinen Schlüssel überlassen kann.“ Damit meinte er den „Giftschrank“-Schlüssel aus der Sammlung. Seit der Oberstufenreform in den 70ern gab es drei Physik-Fachvorsitzende, ich bin Nr. 3.

    SwinginPhone Wie kommst du auf 18 Termine pro Halbjahr? Wie oft hast du denn SuS mit 7 schriftlichen Grundkursen? Einiges davon ist dann "freiwillig", um sich alles offen zu halten, oder?
    Ach, ich merke, ich bin wirklich wirklich nicht an einer normalen Schule :(

    Ja, es ist in erster Linie ein theoretischer Wert. Vor einigen Jahren hatte ich aber eine sehr schweigsame Schülerin, die alles (abgesehen von Sport) schriftlich hatte, um ihre dadurch eher schlechten SoMi-Ergebnisse zu kompensieren.

    Ich finde aber schon, dass sich dieses „Bei uns müssen alle alles schreiben!“ etwas relativiert, wenn es sich um eine kurze Klausur pro Halbjahr handelt.

    Bei uns gibt es keine mündliche Belegung. In jedem Grundkurs, egal ob Sport oder Mathe, muss eine Klausur geschrieben werden, egal, ob man es als Abifach wählt oder nicht.

    Was ja durch die eine Klausur pro Halbjahr etwas relativiert wird. Wie wird dann diese eine Klausur innerhalb des Halbjahrs verteilt? Schreiben alle Grundkurse im Zeitraum der zweiten LK-Klausur?

    Und in keinem Grundkurs wird eine Abiturklausur geschrieben? Dann müssen also auch keine Abiturklausurformate trainiert werden, was die kurzen Zeitdauern rechtfertigt. Verstehe ich das so richtig?

    Immer nur auf die letzten zwei Jahre, bei uns Q1 und Q2 genannt, bezogen:

    Man belegt zwei Leistungskurse (fünfstündig) und eine gewisse Zahl an Grundkursen (dreistündig). Die Leistungskurse sind immer schriftlich zu belegen, bei einigen Grundkursen reicht eine mündliche Belegung. In allen schriftlich belegten Fächern sind jeweils zwei Klausuren pro Halbjahr zu schreiben. Im letzten Halbjahr sind nur noch die ersten drei Abiturfächer (zwei Leistungskurse, ein Grundkurs) schriftlich.

    Das sind die Klausurverpflichtungen.

    In diesen Fächern sind in jedem Halbjahr zwei Klausuren zu schreiben. Je nach Wahl der Abiturfächer sind es also mindestens fünf, wenn man sich Optionen für das dritte und vierte Fach offenhalten möchte oder einfach schriftlich besser ist als mündlich, bis zu neun.

    Im letzten Halbjahr werden dann nur noch in den beiden Leistungskursen und in einem Grundkurs jeweils zwei Klausuren geschrieben, von denen die zweite die zentral gestellte Abiturklausur ist.

    Vielleicht erinnere ich mich falsch? Schreibt bei euch jeder Schüler in jedem Grundkurs pro Halbjahr eine Klausur oder nur in schriftlich gewähltem Abiturfach? Vielleicht war es auch ein anderes Bundesland?

    In der Q-Phase werden pro Halbjahr zwei Klausuren geschrieben (im letzten Halbjahr die „Vorklausur“ und die Abiturklausur). Schriftlich zu wählen sind die vier Abiturfächer und Deutsch, Mathematik, eine fortgeführte Fremdsprache und evtl. die neu einsetzende Fremdsprache. Im letzten Halbjahr sind nur noch die drei ersten Abifächer schriftlich.

    Das Programm krankt halt daran, dass es versucht, alle Schulformen über einen Kamm zu scheren. Der Umgang bei uns ist auch eher pragmatisch. Vor allem diese immense Beratungsflut halten wir sehr knapp. Ich habe aber auch schon bei den kreisweiten Sitzungen neben StuBOs aus manch anderen Gymnasien gesessen, die sehr irritiert waren, was in anderen Gymnasien so stattfindet ...

    Ist in diesem Forum ansonsten niemand mit KAoA beschäftigt?

    Welche Aufsicht? Ich sammle ein und weiß wer da ist und wie viel Klausuren hinterher bei mir sein müssen.

    Wenn die Klausuren länger als 90 min sind, wechselt in der Regel die Aufsicht nach einer Doppelstunde. Zusätzlich schreiben mehrere Kurse in einem Raum, so dass sich Stapel nach Fächern sortiert auf dem Pult sammeln. Wer in welchem Kurs ist, weiß die Aufsicht nicht.

    Jemand kommt nach vorne, nimmt auf dem Weg die Klausur von jemand anderem mit, gibt beide ab, geht zurück, um seine Sachen einzupacken, ... ein großes Kommen und Gehen. Alltag bei Klausuren in der gymnasialen Oberstufe.

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