Wenn jemand etwas sagt, dann darf ich ihn darauf hinweisen, ich darf ihn dumm finden, ich darf ihn meiden, aber damit hat es sich auch schon. Ich habe kein Recht anderweitige Konsequenzen (gesellschaftlich, beruflich oder juristisch) für ihn einzufordern, weil ich eine andere Meinung habe. Wer das behauptet, sollte sich bewusst machen, dass er damit ein zutiefst illiberales und autoritatives Gesellschaftsbild vertritt.
Richtig. Nur ... wenn ein Teil der Gesellschaft diese Äußerung schlecht findet und den Redner dann dumm findet und ihn meidet ... dann hat das bereits gesellschaftliche Konsequenzen, dazu muss ich keine fordern, das ergibt sich. Und wenn ich zufällig der Boss von jemandem bin, den ich auf Grund seiner Aussagen blöd finde und meiden möchte ... dann hat das auch berufliche Konsequenzen. Und je nach Äußerung darf man sehr wohl juristische Konsequenzen fordern, denn dafür sind wir ein Rechtsstaat, in dem man dann die Entscheidung einem unabhängigem Gericht überlässt, das auf der Basis der bestehenden Gesetze urteilt (dass nämlich bestimmte Aussagen durchaus juristisch relevant sind, muss ich Dir nicht erzählen, denke ich).
Übrigens: Deiner Aussage würde ich (mit leichten Abstrichen) zustimmen ... die andere Seite ist allerdings, dass dann Demokratiefeinde, Rassisten usw. unter dem "Schutz" des liberalen, toleranten Gesellschaftsbildes gerade ihre illiberale und intolerante Meinung verbreiten können ... Wie Bolzbold (und Du) schon schrieb(st), beide Extreme sind problematisch.