Ich bin auch immer irritiert, wenn jemand seine Kinder als Job bezeichnet. Klar bringen Kinder viele Aufgaben und auch Belastungen mit sich. Ein Job ist aber etwas, was man in der Regel im Auftrag für anderen oder gegen Bezahlung tut.
Genauso bin ich sehr skeptisch, wenn jemand hervorhebt, er/sie bräuchte eine Anerkunnung der Gesellschaft, denn er täte mit seinen Kindern ja etwas für den Erhalt der Gesellschaft, Sozialsysteme, etc. Das mag ein Nebeneffekt der Entscheidung für Kinder sein, aber war sicher nicht die Motivation Kinder zu bekommen.
Unabhängig davon kann (und sollte) man sich als Gesellschaft schon dafür entscheiden, Kinder und Familien zu fördern. Das sollte dann aber für alle greifen, egal welcher Beruf und egal ob Beamte oder Angestellte.
Die auf Beamte beschränkte Regelung der Kinder/Mietzuschläge in NRW über die Begründung der Alimentierung finde ich auch völlig aus dem Lot geraten. Erstens weil das Alimentationsprinzip zwar individuell (auch für mich) nett ist, aber in keinerlei Gleichgewicht mehr zu den Pflichten und Zwängen des Beamtentums steht. Alles was das begründete gibt es nicht mehr (Versetzungen überall hin, Residenzpflicht, Nebentätigkeitsverbot, 'Leben für den Staat', quasi Berufsverbot für die Ehepartnerin, Mitsprache des Staats bei Heirat, ...)
Zweitens ist der Unterschied zu den Angestellten völlig absurd, da die sich nur formal in einem anderen Rechtsverhältnis befinden und in der Praxis weitgehend den gleichen Anforderungen unterliegen wie die Beamten.
Das ist aber alles eine Sache, die auf der politischen Ebene bearbeitet und gelöst werden muss.
Da können die Kollginnen und Kollegen nichts dafür und ich finde es auch nicht in Ordnung subtil immer wieder wegen dieser Zuschläge zu sticheln. Ich gönne es jedem, der diese Zuschläge aktuell bekommt.