Die Diskussion ist doch müßig, da in jeder Schule andere Voraussetzungen vorherrschen. Ich habe schon beim Wechsel zwischen verschiedenen Klassenräumen ein unterschiedliches Risikogefühl - manche Räume sind so
winzig klein, so dass die Tafel beim Aufklappen gerade haarscharf an der ersten Sitzreihe vorbei schrappt, andere sind groß genug, dass 2 Meter Abstand zu den Schülern drin sind. In einigen Klassen/Kursen wird sehr diszipliniert mit Masken, Hygieneregeln und Abständen (soweit möglich) umgegangen, in anderen herrscht völlige Ignoranz vor. Manche Räume lassen Freiluftfeeling aufkommen, in anderen gestaltet sich das Lüften deutlich schwerer usw.
Ich denke, das Infektionsrisiko in Schulen steht und fällt hauptsächlich damit, wie gut die Hygieneregeln eingehalten werden (können) und wie verantwortungsvoll die Schüler und Kollegen sich privat verhalten. Da gibt es eben große Unterschiede.
Trotz der faktisch höheren Fallzahlen fühle ich persönlich mich in der Sek II sicherer, weil die Kursstärke dort kleiner sind, die Schüler toll mitziehen und selbst sehr akribisch auf die Regeln achten. Wir hatten zwar Fälle, aber meines Wissens nach bisher keine Ansteckungen von Mitschülern oder Kollegen. Anders sieht es in der Sek I aus. Teilweise katastrophale Ignoranz aller Regelungen, man kommt zu Stundenbeginn regelmäßig in Räume, in denen alle Fenster geschlossen sind, die Klassen sind proppevoll mit bis zu 33 Schülern, und hier gab es auch tatsächlich schon zeitversetzt mehrere Fälle innerhalb von Klassenverbänden, so dass die Schule als Infektionsort zumindest nicht auszuschließen ist. Vom verdeckten Infektionsgeschehen sprechen wir mal lieber gar nicht...
Insofern denke ich, dass Pauschalaussagen zum Infektionsrisiko an Schulen nicht unbedingt zielführend sind. Die Zahlen aus Hamburg sind alamierend, müssen aber keinen repräsentativen Charakter für andere Schulen und Regionen haben. Genauso wie man umgekehrt vorsichtig damit sein sollte, von den erfreulichen Verhältnissen an der eigenen Schule ein geringes Risiko für Schulen als Gesamtes abzuleiten.