Beiträge von Maylin85

    Quittengelee

    Ich erteile keine Absolution, lies bitte richtig.

    Hast du den geposteten Link der AfD-Anfrage überhaupt selbst mal gelesen? Wenn ja, magst du mir erklären, inwiefern er inhaltlich dem Eindruck entgegenwirken soll, ausländische Staatsbürger würden nicht ausreichend abgeschoben? Erstens geht es in der Anfrage ausschließlich um "ausreisepflichtige Personen", das ist also bereits ein auf abgelehnte Asylbewerber eingeschränkter Personenkreis. Zweitens tragen die fehlenden Daten zu Frage 2, 3, 4, 10, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 22, 23 und eine Liste mit absurden Abschiebehindernissen wohl kaum dazu bei, angemessene Transparenz und Durchsetzungsfähigkeit zu demonstrieren. Auch die Zahl der gescheiterten Abschiebungen ist gestiegen.

    Jenseits aller Statistiken entsteht der Eindruck fehlender Kontrolle nachvollziehbarerweise aber wohl primär bei - beispielsweise - Meldungen über 115.000 tatverdächtige Syrer in der Kriminalstatistik vs. nach aktuellem Stand beeindruckenden 4 Abschiebungen. Vier Personen, wohlbemerkt. Nicht Flüge.

    Ich wähle nicht die AfD, dass die gewählten Regierungen im Punkt Straftäterabschiebungen bisher einen ziemlich miesen Job machen, sehe ich aber auch so. Zumal man sich in diesem Land ja schon viel leisten muss, um überhaupt mal verurteilt zu werden und offiziell Straftäter zu werden.

    Interessant, betrifft mich nicht, was bedeutet das? Dass Eigentum unerschwinglich ist?

    In jedem Falle: es betrifft sicher nicht den beispielhaften Marxloher, der immer herhalten muss und schon gar nicht ist der Syrer oder die Roma-Familie dran Schuld. Es geht ums Narrativ.

    Auf die SPD sauer sein kann man allemal trotzdem, wenn man eintritt, kann man sogar mitmischen und sich wählen lassen.

    Es bedeutet, mit welchem Hebesatz dein Grundstück besteuert wird. Und es betrifft gerade den Arbeiter in Marxloh oder Neumühl oder Hochfeld, der sich ein bescheidenes Häuschen erarbeitet hat, eh schon einen beispiellosen Wertverlust aufgrund der "Zuwanderung mit problematischen Verhaltensweisen" in diese Stadtteile hinnehmen muss und für dieses Häuschen nun auch noch den höchsten Grundsteuersatz aller deutschen Großstädte abdrücken darf. Exakt so geht Wohlstandsverlust. Häuser in diesen Stadtteilen sind quasi unverkäuflich geworden bzw. kann man nur noch verramschen.

    Schwierig wird es, wenn der Eindruck entsteht, dass diejenigen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, nicht mehr ausreichend handlungsfähig sind. Weiter vorne wurde angemerkt, die AfD kümmere sich nicht um Regeln und Gesetze, ganz nach dem Vorbild Trump, Putin, Orban... das ist korrekt und sehe ich auch so. Genau das stört viele AfD Wähler aber nicht, wenn ein Trump gleichzeitig fragwürdig oder gar nicht legitimiert medienwirksam Abschiebungen realisiert, während unsere Regeln und Gesetze es nichtmals erlauben, Intensivstraftäter des Landes zu verweisen oder offensichtliche und gezielte Einwanderung in die Sozialsysteme zu unterbinden.

    Wie geht man mit dieser Diskrepanz aus legitimen Interessen und gesetzlichen Grenzen des Handlungsspielraums um? Das muss irgendwie gelöst werden, wenn man einen weiteren Rechtsruck verhindern möchte.

    Ich schrieb nichts von "okay", sondern von "nachvollziehbar". Je länger ich in Brennpunktnähe lebe und arbeite, desto mehr verstehe ich ein solches Wahlverhalten. Wenn es linear munter bergab geht, warum dann weiterhin diejenigen wählen, die sich bisher als unfähig erweisen haben gegenzusteuern? Wer ist denn die Alternative?

    Bei uns gab es bei der letzten Bundestagswahl ein recht enges Rennen zwischen AfD und SPD, wobei sich die SPD knapp durchgesetzt hat. Auch deswegen, weil viele aus rein verhinderungstaktischen Gründen SPD gewählt haben. Kurz danach ist es maßgeblich die SPD, die auf kommunaler Ebene eine Grundsteuererhöhung von eh schon hohen +800% auf fast 1200% durchsetzt. Mir ist schon klar, dass da Sachzwänge hinter stecken, es braucht sich aber wirklich niemand wundern, wenn es angesichts einer solchen Politik zu Wählerwanderungen kommt.

    Mir ist das auch zu einfach gedacht. Ganz nüchtern betrachtet würde eine Umsetzung von Punkten wie Remigration oder der Absicht, wieder russisches Gas zu beziehen, das Leben der Menschen in einkommensschwachen und AfD-starken Wahlbezirken vermutlich durchaus erstmal verbessern, denn die leben dort, wo sich das Politikversagen der letzten Jahrzehnte ganz direkt auf der Straße und in der Nachbarschaft abbildet - Migration, Wirtschaft, Infrastruktur, Preisentwicklung, das trifft quasi alle Lebensbereiche. Dass das alles unrealistische Versprechen sind, ist klar, wenn es aber niemanden gibt, der eine attraktivere Perspektive schaffen kann, dann wird eben dennoch so gewählt, denn schlimmer geht ja subjektiv empfunden kaum noch. Ich hab keine Ahnung, wie es in RP aussieht, aber bei einem Ausflug durch Duisburg Hochfeld oder Neumühl kann ich dem nichtmals widersprechen. Die Menschen dort sind bereits ganz unten angekommen und wurden im Abstieg begleitet von ihrer traditionellen politischen Interessensvertretung, der SPD. Und deswegen wählen dort eben zuletzt über 50% AfD, weil wen denn sonst, aus ihrer Sicht?

    Vielleicht sollte man mal aufhören, AfD Wähler pauschal zu diskreditieren, und sich endlich um die Themen kümmern, die die Menschen zu dieser Partei treiben.

    Englisch Sek I am Gymnasium ist vermutlich auch unschlagbar unaufwändig, weil einfach die Bücher durchgejallert werden und wenig bis gar nicht differenziert wird (hab ich seinerzeit jedenfalls nicht gemacht). Das geht notfalls auch mal in 3 Minuten oder auf der Türschwelle. "Hübsche" Stunden sind das dann allerdings meist nicht unbedingt.

    Ob das auf andere Fächer und Stufen so übertragbar ist, weiß ich nicht.

    Wenn in NRW irgendwo stünde, eine Oberstufenkorrektur in meinem Fach dauert 20 Minuten, dann würde sie bei mir 20 Minuten dauern. Kurz überfliegen, gar nichts oder wenig anstreichen, 5 Minuten über Punkte nachdenken, fertig. Tatsächlich würde ich eine solche offizielle Aussage als Entlastung empfinden, denn das entbindet mich faktisch von der Verpflichtung zu einer sauberen Korrektur.

    Ich würde meinen: was notwendig ist, wird vom Arbeitgeber finanziert (weil es ja sonst nicht stattfinden kann) - daraus lässt sich dann auch sehr zweifelsfrei und stichhaltig ableiten, was zur Arbeitszeit gehört und was nicht.

    Wenn das Osterhasen umfasst, dann ist es doch prima und unstrittig 😊

    Zu mindestens an den Grundschulen haben wir unwahrscheinlich viel Freiheit unsere Arbeit zu gestalten. Eine Lehrkraft hat jetzt 20 Osterhasen für ihre Klasse als Geschenk gebastelt. War sicherlich eine nette Aktion, aber war das nun Arbeitszeit? Wenn wir über Arbeitszeiterfassung reden, müssten auch Aufgaben klar sein. Ich kann schlecht selbst entscheiden, welche Aufgaben ich mache und das dann der Schule als Überstunden verkaufen.

    Hat die Dienststelle das Material bezahlt und verfolgt das Ganze einen pädagogisch-didaktischen Zweck? Dann ist es Arbeitszeit.

    Hat die Kollegin die Osterhasen aus eigener Tasche gezahlt? Dann ist es privates Engagement und ihr persönliches Hobby, also konsequenterweise auch keine Arbeitszeit.

    Möglicherweise würde eine Arbeitszeiterfassung ja als Nebeneffekt auch zu einer Professionalisierung der Berufsausübung beitragen 😊

    Das ist so pauschal einfach nicht zu bewerten. Man müsste dann eine Abwägung zwischen Miets- und Mobilitätskosten vornehmen. Das bringt nichts und kann nicht zu sinnvollen Lösungen führen. Die Alimentation muss schlicht eine Höhe haben, dass man wohnortunabhängig zurechtkommt.

    Wenn es bei den Kinderzuschlägen eine Koppelung an Mietstufen gibt, wäre das auch für die grundsätzliche Besoldung sinnvoll. Die Mehrkosten je nach Wohnort fallen nicht nur für Kinder an.

    100 Stunden findet du okay?! Wäre das das Ergebnis meiner Arbeitszeiterfassung, würde ich eine Überlastungsanzeige stellen und darin darauf hinweisen, dass angesichts der ausgeschöpften Arbeitszeit leider keinerlei individuelle Förderung und Differenzierung mehr stattfinden kann. Planungstreffen am Nachmittag und Material erstellen fielen als erstes raus.

    Tom123

    Bei dem, was du schilderst, kann die Konsequenz ja nur sein, die Unterrichtsplanung auf 0 runterzufahren. Sprich, 100% Einsatz fertigen Verlagsmaterials, keine Anpassungen und Individualisierungen, keine Differenzierung. Damit wiederum müsste sich dann allerdings ja durchaus gut Arbeitszeit einsparen lassen.

Werbung