Die Arbeitgeber sind ja nicht blöd. Sie wissen, dass sie besch… werden. [...]
Dem Arbeitnehmer wird ein Zeiterfasser zugeteilt, der über mehrere Tage hinweg minutengenau jede Tätigkeit erfasst und protokolliert.
Zum ersten Teil: Und daher spricht es eher gegen Zeiterfassung.
Zum zweiten Teil: Das gilt aber nur bei Berufen, wo man soetwas "gut" messen kann. Also wenn du z.B. am Fließband arbeitest, dann ist das leicht. Das trifft bei uns Lehrern auch zu, nämlich beim ganz normalen Unterrichten. Da werden wir aber schon seit hunderten von Jahren von ~60 Augen minutengenau getrackt. (Fast) alle Lehrer, Schüler und Eltern wissen doch ganz genau welcher Kollege ständig zu spät kommt oder zu früh aufhört im Unterricht.
Beim zweiten Teil wird es aber wesentlich schwieriger. Weil das, was wir da außerhalb des Unterrichts machen, schwere zu "tracken" ist. Guck dir mal das Video an, dass ich in #160 verlinkt habe. Da sagt er (er ist ja Arbeitgeber), dass im durchaus bewußt ist, dass es Dinge gibt, woran einer mal locker über 1 Woche arbeitet ohne Forschritt zu machen und ein anderer mal Nachts im Bett eine tolle Idee hat und das Problem nach wenigen Minuten gelöst hat. Und so geht mir das in Info auch ab und zu, wenn ich Schülerarbeiten bewerten muss. Da sehe ich auch nicht immer sofort den Fehler in deren Programmen. Manchmal gucke ich 2 Sekunden auf das Programm und sehe den Fehler und machmal brauche ich mehrere Minuten um den Fehler zu finden. Es ist mir auch schon ein paar mal passiert, dass ich den Unterricht zu Hause nach über 1h immer noch nicht verstanden hatte und abgebrochen habe und mir Stunden später in der Nacht im Halbschlaf doch noch die Fehlerquelle aufgefallen ist. Soetwas kannst du durch tracken nicht entdecken. Insbesondere das Fortbilden in Info wird "witzig". Soll ich dir mal sagen wie viele Stunden ich mich alleine mit Fortbildung in Info beschäftige. Da kann ich übrigens zig Kurse bei openHPI belegen, dass meine Arbeitszeit das Arbeitszeitkontingend bei weitem sprengt. Ist dann die Frage ob das noch "nur" Unterrichtsvorbereitung oder doch schon Hobby ist. Und ob ich zu Hause jetzt für die Korrektur 1h oder 5h benötigt habe: siehe noch mal einen meinen früheren Beiträge. Ich weiß, dass einige meine Kollegen echt extrem langsam arbeiten. Das machen die aber, glaube ich zumindest, nicht alle absichtlich. Und wenn mich ein Arbeitgeber tracken würde, dann bestimmt nicht, weil ich zu wenig arbeite. Es gibt kaum einen anderen Kollegen, der so selten krank meldet wie ich. So oft wie ich mich in 25 Jahren krank gemeldet habe, melden sich der größte Teil meiner Kollegen in einem halben Jahr krank.