Beiträge von Seph

    Zwischen einer 50 jährigen GS-Lehrerin in A12 und einem BK oder Gymnasial-Kollegen in A15 können mehr als 1500 Euro liegen. Das ist einfach zu krass.

    Ein polemischer wie auch wenig zielführender Vergleich. Koordinatoren in A15 als eine Art Abteilungsleitungen haben oft Verantwortung für einen Bereich, der personell jeweils größer aufgestellt ist, als eine typische Grundschule insgesamt. Aber klar, nur so bekommt man Zahlen, auf die die Leute empört anspringen sollen.

    Die 50-jährige Kollegin an der Grundschule hat Netto etwa 250-300€ weniger als ihre KollegInnen mit Sek 2 - Fakultas, was sie bereits bei Beginn ihres Studiums wusste. Das hat auch nichts mit "Pech gehabt" zu tun, sondern wahrscheinlich mit bewusst getroffener Berufswahl. Und ich bin mir sicher, dass sie in ihrem Beruf ebenfalls sehr gute Arbeit leistet, die mit einem ziemlich guten Gehalt honoriert wird.

    Naja du hast für A14 und A15 durchaus Optionen. Unterstufenkoordination, etc. An der Grundschule eben nix außer SL. Ich habe ja nicht gesagt dass es die Regel ist. Im Extrem kann es so aber sein wenn man auf Karriere aus ist

    Ich weiß gerade nicht, in welchem Bundesland du bist. In Niedersachsen erhalten GS-Leitungen je nach Größe der Schule auch A13/A13Z/A14 und können als DezernentInnen auch A15 erreichen. Daneben existieren weitere A13/A14-Stellen in der Behörde. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es durchaus genug.

    Korrekt. Und er nimmt dabei diese Strafen in Kauf, die ich angesprochen habe. Höchste Stundenzahl, kaum Entlastungsstunden, kleinstes Geld.

    Ich empfehle dir, dich einmal mit dem Begriff "Strafe" auseinanderzusetzen. Bei der Berufswahl spielt immer eine Interessenabwägung eine Rolle, welchen Beruf man gerne ausüben möchte, welche Talente, Interessen und Fähigkeiten man mitbringt, wie der Beruf bezahlt wird und wie die Arbeitsbedingungen sind.

    Gerüchteweise treffen viele Personen ihre Berufswahl nicht nur anhand der Gehaltsmaximierung, sonst wären wir wohl alle Fluglotsen o.ä., sondern oft anhand eigener Interessen usw. Das hat dann aber absolut nichts mit "bestraft werden" zu tun, sondern mit einer aktiven eigenen Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Beruf.

    Leute sollen sich für die Schule eben entscheiden können, ohne mit dem Gehalt dafür drauf zahlen zu müssen. Wer gut mit Kindern kann, der wird momentan in jeder Form bestraft.

    Seltsame Haltung, hier von Strafe zu sprechen. Gerade in unserem Beruf, in dem bereits bei Studienbeginn klar ist, womit man wieviel genau verdienen kann, hat man doch die nötigen Informationen vorab, um sich bewusst für einen Karriereweg zu entscheiden. Wenn man sich bewusst dafür entscheidet, die Laufbahngruppe 2 im 1. Einstiegsamt zu ergreifen, dann wird man doch nicht von anderen dafür bestraft, sondern hat für sich selbst die entsprechende Wahl getroffen.

    Nach knapp zwei Jahren "Funkstille" zu diesem Thema gibt es heute ein Update.

    Ich bin vor ein paar Tagen nun zum Studiendirektor befördert worden, somit also nun A15.

    Wenn ich die letzten viereinhalb Jahre seit Eröffnung dieses Threads Revue passieren lasse, merke ich, wie viel sich seitdem gedanklich und beruflich verändert hat.
    Ich erinnere mich an (....)

    (Ich bin jedoch mit meiner Frau verheiratet und meine Kinder stehen an erster Stelle - bei der Verabschiedung meines ersten Schulleiters wurde gesagt, er sei mit der Schule verheiratet gewesen. DAS kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen.)

    Herzlichen Glückwunsch auch von mir! Ich hatte mit einem solchen Schritt auch sehr gehadert, gerade mit Blick auf das Privatleben. Inzwischen bin ich froh darum, den Weg gegangen zu sein - allerdings an einer Schule. Neben vielen spannenden Aufgaben bringt das auch mehr Gestaltungsoptionen für die eigenen Arbeitsbedingungen mit sich, durch die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor gut möglich ist. Gerade deinen letzten Satz möchte ich unbedingt unterschreiben!

    Finde Deinen Beitrag prinzipiell gut und gebe Dir recht. Leider ist die SL tatsächlich taub für so etwas.

    Danke für die Rückmeldung. Wenn man so eine SL hat, kann ich gut verstehen, warum bei bestimmten Punkten ein hohes Frustrationspotenzial im Kollegium herrscht. Dann bin ich sicher bei dir, als Lehrkraft klare Kante zeigen zu müssen.

    Das Motto ist hier offenbar: Sch*** auf Bremsen, ich zieh die geplanten Öffnungen durch, dann nutze ich eben jedes Schlupfloch. Dieselbe Masche wie bisher, und dann stellt der Kultusminister sich hin und zuckt die Schultern und sagt: „Steht doch so im Gesetz.“ Verantwortliches Handeln sieht anders aus.

    Völlig unverständlich. Was das angeht, bin ich ganz froh um die Politik hier in Niedersachsen. Das Gesetz hat unseren Kultusminister eher dazu veranlasst klarzustellen, dass die bisherigen härteren Regelungen (z.B. Schulschließungen ab Inzidenz 100) beibehalten werden.

    Man weiß sehr genau, dass Schulen ein besonders ansteckendes Setting sind, es nicht an den Schnelltests liegt (die sowieso 5/6 übersehen) und die Infektionen über Schule und Kitas in die Familien getragen werden.

    (...)Also ein weiterer hetzerischer PLURV-Artikel.

    Ich finde den Artikel überhaupt nicht hetzerisch, sondern sehr differenziert. Ein mögliches Ansteckungsgeschehen in Schulen und Kitas wird dort auch überhaupt nicht ausgeschlossen, sondern die Gefahren konkret aufgezeigt. Gleichzeitig wird zurecht darauf hingewiesen, dass die Datenlage nicht rechtfertigt, was du hier so gerne ins Spiel bringst: Die Schulen alleine seien die Pandemietreiber.

    Das klarzustellen hat auch nichts mit Abwiegeln zu tun, insbesondere nicht, wenn wie im Artikel dargestellt dieses Setting durchaus als problematisch dargestellt wird. Hetzerisch empfinde ich eher deine Andeutung, Schnelltests seien ohnehin unnütz und die konsequente Verweigerung einer differentierteren Betrachtungsweise. Es ist gerade nicht so, dass die Fallzahlen nur bei SchülerInnen und in den Familien explodieren, sondern das erfolgt quer durch alle Alterskohorten auf ähnlich hohem Niveau. Dann ist es durchaus plausibel, dass gerade auch das Freizeitverhalten eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

    Der Versuch, die Schlussfolgerung ad absurdum zu führen, indem das Beispiel auf Altenheime übertragen wird, geht fehl. Während auch jetzt öfter größere Gruppen von Jugendlichen zusammen zu beobachten sind, die durchaus zu Ansteckungen außerhalb von Schule beitragen dürften, sind größere Ansammlungen von Altenheimbewohnern eher nicht wahrzunehmen. Diese sind im Übrigen auch weitgehend geimpft inzwischen.

    CDL hat ja bereits umfassend geantwortet, daher nur als Ergänzung zu 2.: Die mir bekannten Privatschulen orientieren sich in der Bezahlung weitgehend am TV-L mit den zugehörigen Einstufungen von Lehrkräften (also E11 in Sek 1, E13 in Sek 2...). Nach unten hin sind Abweichungen bis 2/3 des Tarifgehalts theoretisch möglich (noch weniger wäre sittenwidrig), nach oben dürfte es sehr selten Abweichungen geben. Die zugehörigen Gehälter im öffentlichen Dienst als Orientierung lassen sich einsehen unter: https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/. In einigen Bundesländern scheint es zudem die Möglichkeit zu geben, sich unter Beibehaltung der Besoldung (dann aus anderer Quelle) in den Privatschuldienst beurlauben zu lassen.

    Es geht um nichts weniger als unsere Gesundheit, die wir für andere gefährden mit einem Impfstoff, den es vor einem Jahr noch nicht gab.

    Und ich Trottel dachte, man gefährdet seine Gesundheit eher durch das Nichtimpfen inmitten einer Pandemie mit einer Krankheit, die es bis vor knapp über einem Jahr noch nicht gab.

    Kannst du dazu bitte eine Quelle verlinken? Ich habe nämlich sehr unterschiedliche Aussagen dazu gehört und das Thema auch schonmal hier in dem Thread angesprochen.

    Neben (wahrscheinlich selektiven) Presseberichten in den vergangenen Tagen u.a. eine Studie aus Tel Aviv, die nach Biontech-Impfungen eine disproportionale Verteilung der Corona-Varianten bei Neuinfektionen aufzeigt: https://www.medrxiv.org/content/10.110…v1.article-info

    Ich danke dir aber für den Hinweis auf sehr unterschiedliche Aussagen. Auch die Vektorimpfstoffe scheinen diese Probleme mit bestimmten Mutationen zu haben und sind im Zweifelsfall schwerer anzupassen als mRNA-Impfstoffe. Mit B.1.1.7 scheinen beide Varianten noch gut zurecht zu kommen, bei P1 und B.1.351 sieht das leider anders aus.

    In Niedersachsen hat man im Ref auf Gymnasiallehramt von Anfang an u.a. eigenverantwortlichen Unterricht, also die volle Verantwortung für den Fachunterricht in einer Klasse (ohne Ausbildunglehrkraft im Hintergund). Es ist sehr verbreitet, dass Referendar:innen in ihren eigenen Klassen längerfristig Probleme mit Unterrichtsstörungen, also ihre Klassen nicht im Griff haben. Wenn man beim Austesten der Lehrkraft durch die SuS zu Beginn nicht parieren konnte, ziehen sich die Probleme meist durch, bis man seine Klassen irgendwann wieder abgeben kann. Da kann man dann seinen Unterricht natürlich noch so toll vorbereiten, ohne ein gewisses Maß an Ruhe und Konzentration im Raum bringt einem das rein gar nichts.

    Sind solche Probleme auch im Ref an Berufsschulen verbreitet? Also, sind dort auch Klassen/Kurse üblich, in denen insbesondere Referendare (und auch durchsetzungsschwächere Lehrkräfte) jede Stunde ausgetestet werden?

    Diese Verallgemeinerung wundert mich auch stark. Klar ist es nicht unüblich, dass LehramtsanwärterInnen in ihren ersten Stunden im Allgemeinen noch nicht die Überflieger im Classroom-Management sind, aber die meisten unserer LAAs bekommen das sehr schnell gut in den Griff. Ich würde in dem Zusammenhang auch nicht so sehr auf Probleme abstellen, sondern auf anfängliche Herausforderungen, an denen man wunderbar wachsen kann. Lehrkräfte, die eine klare Linie haben, werden auch nicht jede Stunde ausgetestet. Diese klare Linie und Rolle für sich zu finden, ist m.E. integraler Bestandteil dieses zweiten Ausbildungsabschnitts.

    Höhenangst: Eines der unangenehmsten Momente war im Jagdschloss Granitz auf Rügen. Die Treppe in den breiten Turm verläuft innen an der Wand entlang, man schaut in die Tiefe, gleichzeitig und VOR ALLEM sind die Stufen so Gitterroste, wo man die ganze Zeit direkt bis nach unten schauen kann. Furchtbar.

    Kann ich gut nachvollziehen, der Turm ist mir auch in bleibender Erinnerung geblieben ;)

    Ich weiß ja nicht, was du so für Wandertage u.ä. planst. Aber ich fahre mit Klassen sicher nicht mit Jollen auf dem Meer ;) Natürlich schaut man sich vorher genau an, welches Risikopotential ein Ausflug mit sich bringt und minimiert das, soweit es geht. Ins Schwimmbad geht es auch ohne Übernachtung sicher nicht alleine mit einer Klasse, ein einfacher Waldspaziergang ist da schon unkomplizierter. Im Ausgangsthread ging es noch darum, sich mit einer Klasse für Unterricht ins Freie zu setzen und dort hatte ich explizit den Schulhof oder eine Wiese nebenan erwähnt. Hierfür braucht es mit Sicherheit keine zweite Lehrkraft zur Begleitung.

    In Schleswig-Holstein kommt man nicht um Fahrten drum herum.

    In Schleswig-Holstein kann die Lehrerkonferenz ein Fahrtenkonzept beschließen, an das man sich halten muss.

    Schleswig-Holstein ist ein Kackland.

    Im Fahrtenkonzept wird i.d.R. lediglich festgeschrieben, wie lange ein bestimmter Jahrgang zu welchen maximalen Kosten und ggf. mit welcher pädagogischen Intention fahren soll, aber nicht die genaue Art der Reise. So könnte z.B. für Jahrgang 5 ein ca. 5-tägiger Aufenthalt in einem Schullandheim innerhalb von Schleswig-Holstein für max. 180€ p.P. festgeschrieben werden, nicht jedoch, wie man diesen konkret ausgestaltet und ob man zwangsläufig mit Bus oder mit Zug hinfahren muss. Im vertrauensvoll Gespräch mit der SL (ich weiß...sind nur A****) lässt sich bei Reisekrankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Lösung finden, wie "Kollegin X fährt mit PKW vor". Natürlich unter Anerkennung zwingender Gründe.....

    Nein, nein, SchulFAHRTEN mache ich NIE allein, die Aufsichtsverhältnisse sind auch nie einfach, nicht bei Grundschülern, nicht bei Inklusion.

    Der Rd.Erl Schulfahrten spricht gezielt davon, dass bei Schulfahrten ohne Übernachtungen grundsätzlich eine Lehrkraft ausreichend ist. Die Frage nach den Aufsichtsverhältnissen stellt sich dort erst bei Fahrten mit Übernachtungen. Es spricht natürlich auch nichts dagegen, mehr Lehrkrafte hinzuzuziehen, wenn man sich das als Schule leisten kann. Gerade im Primarbereich kann ich gut verstehen, wenn man dies nicht alleine machen möchte. Rechtlich notwendig ist es aber nicht unbedingt.

    Für mich klingt das nach spannenden Projekttagen :) Im Ernst: flächendeckend und dauerhaft sicher schwierig, aber so absurd finde ich den Gedanken nicht, Unterricht zumindest teilweise auch an der frischen Luft stattfinden zu lassen. Ich setze mich mit Kursen durchaus gerne auch einmal draußen auf den Schulhof oder die Wiese, um in anderer Umgebung Ideen zusammenzutragen usw.

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