Beiträge von Seph

    Ich finde es sinnvoller zum Unterricht zu erscheinen als zur Konferenz, insofern haben die Kuk vielleicht komisch geguckt. Für den Unterricht muss eine Vertretung organisiert werden, für eine Konferenz nicht.

    Mal abgesehen davon, dass man krank am besten ganz zu Hause bleibt, gibt es durchaus Erkrankungen, die zwar Unterricht verhindern, nicht jedoch zwingend die Anwesenheit bei einer Konferenz. Bei meiner letzten Laryngitis ging es mir eigentlich ganz gut, nur an sprechen war halt gar nicht zu denken.


    PS: Ich war natürlich nicht in der Schule, habe aber dennoch am Schreibtisch gearbeitet.

    Hat die SL nicht grundsätzlich bei allem, was ich dienstlich mache, so etwas wie Aufsichtspflicht?

    Dann dürfte sie auch die E-Mails lesen, die ich dem Dienstaccount sende/empfange.

    In der Wirtschaft ist das nicht viel anders. Der Chef muss ja jederzeit Einblick in alle geschäftlichen Vorgänge nehmen können.

    Das muss man durchaus differenzieren. Es gibt seitens des AG kein Recht auf permanente Überwachung des Mailverkehrs der Mitarbeitenden. Das gilt auch für die rein dienstlich zu nutzenden Accounts.

    Wahrscheinlicher ist, dass die SL sich in alle Verteiler der Fachschaften hat eintragen lassen...

    Daran musste ich auch denken und wäre tatsächlich auch normal, insbesondere da die SL auch für diese Prozesse die Gesamtverantwortung trägt. Einzelmails von Person A zu Person B kann eine SL i.d.R. nicht lesen. Der Schulträger wiederum kann ggf. (Fern-)Zugriff auf die Schulrechner haben und sich im technischen Bedarfsfall aufschalten. Aber auch das nicht zur Mitarbeiterüberwachung, insbesondere nicht ohne Anlass.

    Wir sind ein Kollegium mit ca. 50 Lehrern und die Schulleitung kann bei uns mit dem Zuhören nicht aufhören. Eigentlich wollen sie offiziell nie was wissen, aber die Vorgesetzten schauen immer mal überall gerne rein :sofa: . Sie bekommen doch immer recht große Ohren, wenn es um spannende Themen geht :fluester: , z. B. Familienplanung, neue/alte Partnerschaften usw. Dann gibt es anschließend immer wieder einige Schulnews, in denen die eine oder andere Information versteckt wird.

    Dass SL-Mitglieder in den Pausen auch im Lehrerzimmer greifbar und ansprechbar sind, ist genau wie ein ehrliches Interesse an ihren Lehrkräften sehr positiv. Wer Familienplanung u.ä. geheim halten möchte, sollte schlicht nicht im Lehrerzimmer darüber sprechen...ganz unabhängig davon, ob nun ein SL-Mitglied anwesend ist oder nicht. Der Flurfunk richtet das eher früher als später ohnehin.

    Also, wenn ich mir heute das erlauben würde, was die sich so immer erlauben, dann würde ich vermutlich schon gestern vor dem Schreibtisch des Regierungspräsident Platz nehmen dürfen. :schreien: Wie ist es bei euch an der Schule so?

    Und du glaubst wirklich, dass die Anwesenheit im Lehrerzimmer und das Aufschnappen von Gesprächen dort vor Ort ein Dienstvergehen wäre?

    Das Verhalten von Menschen entwickelt sich bis zum 14. Lebensjahr und danach ändert man sich nicht mehr. Was glaubst du wieso ich immer noch in meinen Kinderzimmer sitze und den ganzen Tag Videospiele spiele? Die Lehrer von damals hatten mit ihrer Einschätzung vollkommen Recht.

    Stimmt schon, deswegen sind wir ja solche Lowperformer und nur Lehrer geworden.

    Ja und mir würde es eben reichen, wenn solche Leute in Arbeitsdienst gezwungen werden. Eben nichts mit langzeitarbeitslos. Die bekommen dann Arbeitslosengeld, wenn sie die Straßen kehren und alles, was eben noch so anfällt. Wenn sie auch das nicht tun, dann muss auch das Arbeitslosengeld gekürzt werden.

    Langzeitarbeitslose erhalten bereits jetzt kein Arbeitslosengeld mehr, sondern nur noch das Bürgergeld.

    Wohlgemerkt ist es mit kranken Menschen etc. natürlich anders. Ich meine die Gruppe Mensch, die einfach keine Lust hat etwas zu leisten.
    Und davon haben wir viele an der Schule, selbst am Gymnasium. Dort ist es zumindest warm und trocken. Und dann gehen sie nach ause zum Zocken und bekommen von Mami das Essen auf den Tisch gestellt. Schule ist zu bequem. Viel zu bequem.

    Genau, bei den Jugendlichen (!), die eben auch andere Interessen als Schule haben, ist der Weg zum Langzeitarbeitslosen schön klar vorgezeichnet :autsch:

    Achja, diese Unsitte hatte ich ganz vergessen. Zum Glück hatte ich noch nie einen Arbeitgeber mit Kernzeiten.

    Das mag sehr von den Tätigkeiten abhängen. Spätestens wenn der AN in Prozesse mit Notwendigkeit zu engen und häufigen Abstimmungen mit anderen AN eingebunden ist oder verlässlicher Kundenkontakt erforderlich ist, spielt ein Modell mit Kernarbeitszeiten schnell eine Rolle.

    Jedenfalls für Angestellte kommt aber auch § 616 BGB in Frage. Die Möglichkeit besteht also durchaus, für das Gebet freigestellt zu werden. Für das Freitagsgebet ergibt sich allerdings durch die Länge und den Moscheebesuch eine recht große Abwesenheitszeit.

    Die relevante Einschränkung hast du bereits vollkommen richtig erkannt. Der §616 BGB ist u.U. für sehr kurzzeitige Gebete am Arbeitsplatz anwendbar, aber mit hoher Sicherheit nicht für ein so langes Fernbleiben vom Arbeitsplatz. Für die Schule ist es in der Praxis aber ohnehin etwas einfacher: Man bittet bei der Stundenplangestaltung um Berücksichtigung dieses "Sperrslots" und nimmt in Kauf, dass es darauf keinen Rechtsanspruch gibt.

    Wie wäre es, wir ließen es dabei einfach bewenden? Warum muss immer noch einer tippen, dass er wen kennt, der das System bestimmt ganz dolle ausgenutzt hat, weswegen er, der Redliche, der Gelackmeierte sei? Es kennt sicher auch jemand einen Apotheker, der Steuern hinterzogen hat. Deswegen sind kriminelle Apotheker aber kein gesellschaftsrelevantes Problem, was man im Apothekerforum ansprechen müsste, damit Mitlesende sich bestätigt fühlen, dass alle Apotheker kriminell sind.

    Der Vergleich hinkt doch. Es geht hier gerade um die systembedingte Problematik hohen Krankenstands in Deutschland und die insbesondere im öffentlichen Dienst zu niedrige Hürde, sich oft oder längere Zeit herausziehen zu können, ohne weitere Konsequenzen befürchten zu müssen. Darauf dass das zum Glück nur im Ausnahmefall vorkommt, hatte ich hingewiesen. Was das nun mit "kriminellen Apothekern" zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

    Und auch das ist kein Spaß für die. Etwas mehr Mitgefühl würde einigen doch gut stehen.

    Ich habe absolut nichts von "Spaß" geschrieben und die Kollegin hatte unser aller Mitgefühl. Und sei versichert, dass das Leitungsgremium in schwierigen privaten Situationen immer ein offenes Ohr für Kolleginnen und Kollegen hat und gemeinsam nach Entlastungsmöglichkeiten sucht. Dass man sich aber aufgrund einer schwierigen privaten Situation einfach über einen so extrem langen Zeit bei voller Bezahlung aus dem Job herausziehen kann, ist einfach nicht tragbar.

    To be fair: Die Krankheitstage bei Lehrkräften sind im Durchschnitt tatsächlich niedriger als der Durchschnitt der Arbeitnehmer insgesamt. Problematisch sind halt die wenigen (und es sind auch nur wenige) Fälle mit dauerhaftem oder extrem häufigen Fernbleiben, welches nicht in jedem Fall wirklich entsprechende gesundheitliche Gründe hat. Hier gibt es einfach Lücken in der Frage nach Konsequenz entsprechenden Verhaltens, die ausgenutzt werden können. Erfreulicherweise nutzen dies aber wie erwähnt nur sehr wenige auch wirklich aus.

    Einige meiner langzeiterkrankten Kollegen (ja, es waren durchaus einige) hatten eine Krebserkrannung. Andere schwere OPs. Andere Depressionen.

    Das muss ein Spaß sein @State of Trance!

    Und in einem anderen Fall war eine Kollegin aufgrund einer Scheidung und des damit verbundenen Stresses über ein Jahr mit vollen Bezügen zu Hause. Anekdotische Evidenz bringt hier aber kaum weiter. Es ist unbestritten, dass bei langen Ausfällen von Kollegen häufig erhebliche gesundheitliche Probleme dahinterstehen. Das steht aber nicht im Widerspruch dazu, dass es in unserem Beruf tatsächlich "zu einfach" ist, auch aufgrund weniger erheblicher Probleme lange Zeit (oder alternativ sehr häufige kurze Zeiten mit kurzen Unterbrechungen) bei vollen Bezügen wegbleiben zu können. In der Wirtschaft endet das i.d.R. mit einer personenbedingten Kündigung, im öffentlichen Dienst halt nicht.

    Danke an alle für die vielen Antworten! Ich stelle dann den Antrag auf Freistellung und schaue mal.

    Während es in vielen Bundesländern eine Dienstpflicht zur regelmäßigen Auffrischung der Ersten Hilfe gibt, heißt das nicht zwangsläufig, dass dies auch an einem genau definierten Tag erfolgen muss. Entsprechende Lehrgänge werden auch außerhalb von Schule oder an Nachbarschulen angeboten. Dann nimmst du halt an einem der anderen Lehrgänge teil und kommst damit deiner Pflicht nach. Wenn man das schon in die Planung mit einbezieht und signalisiert, sollte einer Freistellung kaum etwas entgegenstehen.

    Eine Schülerin hat die Schule gewechselt. Nach ein paar Wochen war ihr Feedback: "Hier findet ja total viel Unterricht statt. An der alten Schule waren immer die Lehrer ständig krank".

    Was aber auch ein ziemlich subjektiver Eindruck sein kann, wenn man vorher gerade in einer Klasse war, in der 1-2 Lehrkräfte langfristig ausgefallen waren. Ich hatte solche Feedbacks auch schonmal und dachte mir dann nur "Da hast du aber Glück gehabt, in Klasse a und nicht in Klasse b gelandet zu sein".

    Also ich finde die manchmal hier geäußerte Erwartung schwanger=BV auch etwas seltsam und glaube auch, dass solche Äußerungen die Position der Schwangeren schwächen. Man muss ein bisschen vorsichtig sein, was man alles pathologisiert.

    (....)

    Es wird eine Gefährdungsbeurteilung gemacht, unser Arbeitsmedizinischer Dienst berät und checkt und je nachdem, was dabei raus kommt, gibt es dann angemessene, zielgerichtete und individuelle Schutzmaßnahmen, wenn sie nötig sind. :top:

    Das geht mir auch so. Und mir fallen tatsächlich eine ganze Reihe von möglichen Beschäftigungsformen von Lehrkräften ein, die auch ohne direkte Gefährdung des Kontakts mit Krankheitserregern möglich sind. Dazu gehört so ziemlich alles, was ohne direkten Kontakt zu Schülern möglich wäre, also z.B. die Entlastung von anderen Lehrkräften (insbesondere denjenigen, die für die Dauervertretung einspringen) durch Übernahme derer Korrekturen, das Arbeiten an aktuellen Schulkonzepten, Organisation (nicht Durchführung) von Fahrten usw.

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