Beiträge von Seph

    Dass es nur eine kurze Zeit der Vorbereitung gibt kann man meiner Meinung nach so nicht sagen. Wenn man weiß: ich bewerbe mich!, dann kann man in dem Moment anfangen, sich vorzubereiten, denn man weiß ja dass das kommt….

    Genau darauf hatte ich abgezielt. Mich lässt die Wahrnehmung des TE, eine Vorbereitung auf diese Stelle und das damit verbundene Verfahren sei innerhalb eines knappen Monats bis Mitte Juni neben Familie und Arbeit nicht möglich, halt sehr aufhorchen. Die Bewerbung für ebenjene bewusst gewählte Stelle ist vermutlich bereits deutlich länger her und i.d.R. hat man sich damit auch entsprechend schon lange auseinandergesetzt.

    Doch, aus Sicht der Eltern bist du das. Ich lese und beantworte Mails morgens und wenn es passt, schaue ich nachmittags noch mal rein. Abends praktisch nie.

    Es kommt regelmäßig vor, dass Eltern nachmittags eine Mail schreiben und gegen 22 Uhr kommt dann eine, teilweise sehr unhöfliche, Nachfrage, warum ich denn immer noch nicht geantwortet habe…

    Das lässt sich bereits mit einer Klarstellung zu den typischen Dienstzeiten an die Eltern ausräumen. Und man kann sich diese durchaus "erziehen", indem man auch konsequent ist in der Zeitwahl der Beantwortung. Und ebenfalls ganz wichtig ist es, auf keinen Fall eine private Telefonnummer herauszugeben. Warum das noch immer soviele Lehrkräfte zu tun scheinen, erschließt sich mir nicht.

    Mein Weg an meiner ersten Schule war mit A14 auch zu Ende, da KollegInnen Anfang 40 die A15-Stellen bekommen hatten und ich ausgebootet worden war. Da musste ich gehen. Eine Bewerbung auf eine A15-Stelle "Hauptsache ich komme weiter" habe ich nicht gemacht - hier war mein damaliger Schulleiter in der Tat so weise, mir davon abzuraten.


    Es gibt andere Wege. Sprich noch einmal mit Deiner aktuellen Schulleitung und teile ihr mit, dass Du an Deiner aktuellen Schule keine Perspektiven siehst und frage sie, was sie Dir raten würde.

    Das war bei mir ähnlich und tatsächlich hat ein Gespräch mit meinem damaligen SL einige Monate später genau eine solche Perspektive eröffnet. Insofern kann ich ebenfalls dazu raten.

    Die Bewerbung an der Gesamtschule halte ich auch zunehmend für eine schlechte Idee mit großen Chancen auf eine nachhaltige Frustrationserfahrung.

    Das steht und fällt mit der konkreten Schule, deren Rahmenbedingungen und dem Team vor Ort. Aus den Berichten hier im Forum habe ich allerdings auch noch keine besonders guten Gesamtschulerfahrungen aus NRW herauslesen können. Bei uns in der Region gibt es vergleichsweise viele Gesamtschulen, von denen einige inzwischen so stark von Eltern angewählt werden, dass sie regelmäßig Schülerinnen und Schüler ablehnen müssen...auch solche mit Gymnasialempfehlung. Die Arbeits- und Lernbedingungen vor Ort sind dort auch entsprechend gut. Das sieht an anderen, die fast nur von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern besucht werden, schon sehr viel anders aus.

    War das jetzt der klägliche Versuch die bei Lehrkräften bestehende Tendenz zur Selbstausbeutung auch noch zu romantisieren oder habe ich das missverstanden?

    Das hast du missverstanden. Ich hatte doch explizit auf ebenjene Gefahr der Selbstausbeutung durch die Nichtsichtbarkeit von Arbeit außerhalb des Dienstortes hingewiesen und sehe insofern durchaus auch Vorteile von Jobs, die nahezu ausschließlich in Präsenz stattfinden.

    Eine solche Diskussion habe ich noch nie irgendwo in diesem Zusammenhang gehört. Die Arbeitszeit wird im Homeoffice genauso erfasst, wie vor Ort. Da gibt es vom AG gar nichts weiter zu erwarten. Wenn die Arbeitszeit rum ist, ist der Kram aus und er kann gerne Emails schicken.

    Vielleicht habt ihr aber irgendwo anderes mitbekommen?!

    Worüber diskutieren wir denn dann hier regelmäßig wenn es um zu hohe Lehrerarbeitszeiten geht? Dass in der Praxis implizite Erwartungshaltungen des Dienstherrn und letztlich auch die Eigenansprüche der Beschäftigten nicht immer zur rechtlich klaren Situation einer definierten durchschnittlichen Wochenarbeitszeit und täglichen Höchstarbeitszeiten passen, ist doch letztlich eine Binsenweisheit.

    Daraus schließe ich, dass du selbst erfolgreich eine Revision A15 bestanden hast?

    Ja. Und das entsprach ziemlich genau dem von dir beschriebenem Ablauf. Den Termin für den Tag hatte ich übrigens auch 2 Wochen vorher bekommen...und nicht schon 4 ;) Mir geht es auch keineswegs darum, dir das auszureden. Aber abgesehen von der offenkundigen Ablehnung des Dezernenten und aufnehmenden SL möchte ich dir einfach mit auf den Weg geben, dir genau zu überlegen, was dich an der entsprechenden Stelle reizt, wie du sie ausfüllen könntest und tatsächlich auch, welches Unterstützungssystem du mitbringst, um eine solche Stelle auch wirklich ausüben zu können. Genau dieses hilft dann auch beim Abfangen des zusätzlichen Aufwands bei der Vorbereitung eines Revisions-Verfahrens.

    eine Stunde Unterricht mit vollem schriftlichen Entwurf, eine Beratung eines Kollegen mit schriftlicher Vorabplanung (3-4 Seiten), eine Teilkonferenz von 45 Minuten mit Tagesordnung, ordnungsgemäßer Einladung, schriftlicher Entwurf (4-5 Seiten) und anschließend schulfachliches Kolloquium, bei dem ADO, BASS und APO-Gost geprüft werden. Das Kolloquium ist KEIN Auswahlgespräch, sondern wirklich eine Prüfung. Alle vier Teile sind an einem Tag zu absolvieren, Beginn 9 Uhr, Ende irgendwann nach 16 Uhr.

    Das Verfahren ist in NDS quasi identisch. Je nach angestrebter Stelle kann statt der Beratung eines Kollegen auch eine zweite Stunde Unterricht stattfinden.

    Wenn es jemanden gibt, der das ohne Stress easy neben voller Stelle und Familienleben hinbekommt, würde ich gerne wissen, was man einwerfen muss. Ritalin und Kaffee reichen da nicht 😉

    Ich habe an keiner Stelle von "easy nebenbei" gesprochen. Die mit der (dennoch mind. 2 Wochen langen!) Vorbereitung auf ein solches Verfahren verbundenen zusätzlichen Anstrengungen sind auch tatsächlich Anstrengungen. Sie simulieren in gewisser Hinsicht aber auch die mit der tatsächlich verbundenen Übernahme einer solchen Stelle erforderlichen Anstrengungen, gerade zu Beginn. Und wenn einem das neben Familie und voller Stelle deutlich zu viel ist (was im Übrigen niemandem peinlich sein muss), dann sollte man auf dieses innere Warnzeichen für sich selbst hören.

    Wie oben bereits ausgeführt: es besteht auch im öffentlichen Dienst der Anspruch auf Vorschuss und andersherum gibt es auch in der freien Wirtschaft eine ganze Reihe Unternehmen, die erst nach Dienstreise abrechnen. Den genannten Anspruch muss man halt auch artikulieren, darauf verzichten seltsamerweise viele. Fairerweise: es ist vermutlich auch weitgehend unbekannt und ich bin mir sicher, dass an vielen Dienststellen suggeriert wird, das ginge nicht.

    Mir geht es da wie dir und ich vermeide wann immer möglich (also nahezu immer) das eigene Invorkassegehen. Ausnahme hiervon sind bestenfalls mir persönlich sehr wichtige und zeitkritische Dienstreisen.

    Ich finde die Vorbereitungszeit knapp für vier Prüfungsbausteine. Ich habe eine volle Stelle mit KL, da ist sowieso nicht viel mit Freizeit. Und aus dem Kommentar des Dezernenten schließe ich schon ein bisschen, dass ich mir die ganze Arbeit eigentlich sparen könnte.

    Auch auf die Gefahr hin zu triggern: Wenn dir einige Wochen Vorlaufzeit zur Vorbereitung auf ein Auswahlgespräch zum angestrebten Amt, zwei Unterrichtsbesuche und eine DB bereits zu viel sind, dann frage dich bitte selbst ehrlich, ob dir die Anforderungen an eine Koordinationsstelle nicht ggf. auch zuviel sein könnten.

    Ich sage auch allen meinen Schülern, dass sie auf gar keinen Fall einen Job mit verpflichtender Präsenz wählen sollten, außer sie wollen aus irgendeinem Grund unbedingt Arzt oder... Lehrer werden.

    Vom Lehramtsstudium rate ich allerdings auch jedem ab. Man kann ja was richtiges studieren und immer noch Lehrer werden, wenn man möchte.

    Verpflichtende Präsenz hat immerhin den Vorteil, dass die zugehörige Arbeitszeit auch korrekt erfasst wird...insbesondere auch mit Blick auf ein verbindliches Ende der täglichen Arbeitszeit. Arbeitszeitmodelle ohne Präsenz beinhalten immer auch die vergleichsweise hohe Gefahr der Erwartung unbezahlter Überstunden, die aber unter den Tisch gekehrt werden können. Genau diese Diskussion führen wir doch hier mit Blick auf den ungebundenen Arbeitszeitanteil von Lehrkräften auch regelmäßig.

    Das klingt für mich definitiv nach einem der Fälle, bei dem es einen internen Kandidaten gibt, der es werden soll. Und da die Noten in der Revision genau so wenig objektiv sind, wie unsere Schulnoten, gibt es da auch Mittel und Wege.

    Das klingt mir zu sehr nach Gemauschel und das mag manches Mal auch so aussehen. Ich möchte aber noch einmal betonen, dass es einerseits keine generelle Unmöglichkeit ist, von extern zu kommen (da kenne ich inzwischen so einige Koordinatoren inklusive mir selbst) und dass es anderseits manchmal wirklich schlicht bereits besser geeignete Bewerber gibt und diese implizite Information durchaus auch dem Schutz des Interessenten dienen kann, sich ein aufwändiges Verfahren zu sparen, bei dem schon absehbar wäre, dass man mit den bisherigen Qualifikationen nicht optimal zur Stelle passt.

    Ist man überhaupt zum Vorstrecken verpflichtet? Bei derartig langen Erstattungszeiträumen wäre angemessener, die Kosten würden vom Schulkonto getragen und auch dorthin zurückerstattet.

    Jein, das Kernproblem ist, dass der Anspruch auf Reisekostenerstattung ein persönlicher Anspruch gegen den Dienstherrn ist und letztlich davon abhängt, dass man einen solchen Antrag auch rechtzeitig einreicht. Daher kommt eine vorherige Zahlung vom Schulkonto und die spätere Erstattung auf ebenjenes nicht in Frage.

    Und gleichzeitig hätte man auch Anspruch auf einen Vorschuss auf die zu erwartenden erforderlichen Aufwendungen (vgl. §669 BGB). In der Praxis wird dieser nur selten eingefordert.

    Nein, die Frist ist durchaus normal und kann teils noch sehr viel kürzer ausfallen. Spätestens mit der Bewerbung hat man sich vermutlich selbst hinreichend mit der angestrebten Stelle und dem zugehörigen Profil auseinandergesetzt. Ich deute die Aussage der SL und des Dezernenten auch so, dass es offenbar Mitbewerber gibt, die bessere Chancen haben dürften. Und das muss auch nicht unbedingt an einer persönlichen Bevorzugung liegen, sondern kann auch durch ein passenderes Profil zur Stelle bedingt sein.

    Bei Präsenzterminen in der Bank (mit Beratern/innen) wollten die uns eh immer bescheißen. Etwas differenzierter ausgedrückt: Sie wollten uns Geldanlagen aufschwätzen, die mehr an der Provision als an unseren Renditeerwartungen orientiert waren

    Fairerweise: Das ist genau die Aufgabe und entspricht dem Jobprofil von "Vermögens-/KundenberaterInnen". Und zwar völlig unabhängig davon, ob das vor Ort in Präsenz, fernmündlich oder per Schriftverkehr erfolgt.

    ich bin in NRW beschäftigt und habe im Zuge mehrerer Dienstreisen sowie einer fachlichen Abordnung zahlreiche Dienstreiseanträge eingereicht – den ersten bereits im November 2024. Laut Rückfrage sind alle Anträge ordnungsgemäß eingegangen.

    Nur damit es keine Missverständnisse gibt: Meinst du damit wirklich nur die Dienstreiseanträge oder die Anträge auf Gewährung von Reisekostenvergütung? Das sind nämlich zwei getrennte Paar Schuhe.

    Ich will nichts sagen, aber als Angestellte ist der Teil den ich für die gesetzliche Krankenversicherung zu zahlen habe mit 17.4% deutlich höher, als das, was die meisten Lehrer mit Beihilfeanspruch zu zahlen haben. Wenn das auch Beamte müssten, wäre dem Gesundheitssystem auch geholfen!

    Einerseits zahlst du als Angestellte - anders als freiwillig gesetzlich versicherte Beamte - mit Sicherheit nicht selbst 17,4% Beitragssatz und andererseits scheinen dir die immensen "Beitragsanpassungen" in den privaten Krankenversicherungen im hohen zweistelligen Prozentpunktebereich in den vergangenen paar Jahren entgangen zu sein. Letztlich wird das Gesundheitssystem jetzt schon maßgeblich durch Privatversicherte quersubventioniert.

    Bei 28 Wochenstunden plus Frühaufsichten, plus Busaufsichten plus mindestens 2 Teamzeiten pro Woche habe ich das sowieso so gut wie erreicht, da habe ich noch nichts korrigiert, evtl. was schnelles vorbereitet und kopiert oder digitale Kontakte gehabt.

    Das kann man sich einreden, aber wenn man wirklich mal die Unterrichtszeiten zzgl. Pausen (die für uns ja oft keine sind) und Aufsichten einrechnet, kommt man damit noch lange nicht in die Richtung von 40 Zeitstunden (oder gar um die 46 unter Berücksichtigung der unterrichtsfreien Tage außerhalb des Jahresurlaubs) pro Woche, sondern landet eher um die 30 Zeitstunden. Da bleibt durchaus noch Luft für Korrekturen, Vorbereitungen u.ä.


    PS: Ich weiß das für mich persönlich zumindest aus der eigenen Arbeitszeiterfassung. Mein Tipp bleibt, genau eine solche für sich selbst auch zu führen.

    Gibt es dann eine Abordnung oder bleibt die Schule, die soviel Bedarf hatte, dass sie eine Stelle bekommen hatte, unterbesetzt und die Schule, der es zumindest rechnerisch nicht sooo schlecht ging, hat eine Stelle "gewonnen"?

    Das kann mit Abordnungen verbunden sein, aber nicht zwangsläufig 1:1 von der Schule, die eingestellen konnte. Letztlich geht es auch hier dem Bundesland darum, Lehrkräfte zu binden, bevor sie in andere Bundesländer abwandern.

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