Exakt welches Element des Bildungsauftrags benötigt zwingend ausgeprägtes außerunterrichtliches Programm?
Das ist ein netter Umdeutungsversuch, aber von zwingend hat hier niemand etwas geschrieben. Auch wenn der Versuch zu offensichtlich ist, weise ich dennoch darauf hin, dass auf diese Weise kein Gegenargument gegen außerunterrichtliche Aspekte schulischen Lebens konstruiert werden kann.
Zum Bildungsauftrag lohnt ein Blick auf §2 SchulG NRW. Die dort aufgeführten Ziele lassen sich natürlich auch im Fachunterricht einbinden, erhalten aber oft gerade im außerunterrichtlichen Bereich noch einmal eine spezifische Schwerpunktsetzung und Ausschärfung. Um das mal punktuell rauszugreifen, steht dort z.B.
ZitatDie Jugend soll erzogen werden(...) zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen (...)
Natürlich kann man darüber ein bisschen in Biologie und co. sprechen. Oder man geht halt einfach mal raus und wird vor Ort auch außerhalb des reinen Unterrichtsrahmens tätig (wir haben z.B. einen Schulwald, einen größeren Schulgarten, Pflanzprojekte u.ä. im AG-Bereich).
oder
ZitatDie Schule fördert die europäische Identität. Sie vermittelt Kenntnisse über den europäischen Integrationsprozess und die Bedeutung Europas im Alltag der Menschen.
Das kann man natürlich ausschließlich im Fachunterricht thematisieren....oder man schafft Begegnungsräume mit anderen Ländern Europas, z.B. über Austauschprogramme u.ä.
Zwingend ist davon nichts, sinnlos ist es deswegen noch lange nicht.