Beiträge von Seven

    Soweit ich informiert bin, darfst Du Dich auch mit A13 auf A15-Stellen bewerben, jedoch nützt das meistens nicht viel, weil es den "Laufbahnvorteil" gibt. Sprich, A14er werden Dir vorgezogen (zumindest bei gleicher Qualifikation und bei Punktgleichheit in der Beurteilung).
    Auch werden Frauen Männern vorgezogen, jedenfalls ist dies so gut wie immer in der Bewerbungsauschreibung zu lesen, insbesondere wenn es um Leitungsfunktionen geht.


    Bist Du also männlich und A13 sieht es eher mau aus, aber bewerben darfst Du Dich immer.


    Wie das nun bei einem BL-Wechsel aussieht, weiß ich leider nicht. Meine Informationen beziehen sich auf landesinterne Ausschreibungen.

    Ich würde mit meinem eigenen Kram beginnen und ihnen zeigen, was ich so alles für die Schule dabei habe - natürlich in mehrfacher Ausführung: "Look, I have some chalk in my bag, and some sandwiches. I also brought some worksheets and some books but I didn't bring any T-Shirts, any dinosaurs, whatever". Das sollen die SuS dann wiederholen oder mit Deinem Ankreuz-AB arbeiten: "Mrs. Mareike-89 brought some chalk but she didn't bring any dinosaurs."


    Motivierend für die SuS könnte es sein, sich dann ihre eigenen mitgebrachten Dinge vorzustellen, nachdem Du evtl. neue Vokabeln semantisiert hast. Lass sie ihre Rucksäcke auspacken und sich den Inhalt gegenseitig erklären ("I have some pens, I own some exercise books", etc.).


    Danach gibst Du jedem SuS ein Blatt mit Dingen, die sie definitiv nicht dabei haben - eben weil es nicht geht: "I have some pens but I don't have any monkeys with me!"; "I have some apples but I don't have any boats with me." Das kannst Du sowohl in Partnerarbeit als auch in Kleingruppenarbeit durchführen lassen.


    Erst dann würde ich eine Regel mit den SuS erarbeiten lassen: Nachdem sie sich ihren Rucksackinhalt vorgestellt und gegenseitig erzählt haben, was sie nicht dabei haben, sollen sie in Kleingruppen überlegen, wann genau "some" und wann "any" benutzt wird und eine kleine Regel dafür formulieren, die sie dann der Klasse vorstellen und die Du an die Tafel schreiben kannst.
    So sind die SuS quasi selbst drauf gekommen (war bei uns im Ref immer der Renner ... Ziegesar und so), waren nach einer kurzen Lehrerphase (die ja wichtig ist, wegen Aussprache) aktiv und können nun das neue Grammatikphänomen verbalisieren.


    Anschließend könntest Du noch eine schriftliche Übung machen und besprechen, bspw. im Workbook oder natürlich eine selbst erstellte.


    Ist natürlich nur ne Idee. Aber ich persönlich fand solche Dinge immer wesentlich schülernäher als ganze Supermarktinhalte für eine einzige Stunde aufzufahren.

    Bist Du in der Nähe einer Universitätsstadt? Manche Unis bieten auch in den Semesterferien diverse Kurse an, an denen man sich einschreiben kann. Besonders hilfreich war während meiner Studienzeit der Rhetorikkurs für angehende Lehrer*innen, der verpflichtend zu besuchen war. Dort lernten wir Stimmbildung, Atemtechniken, tiefere Stimmlagen, nonverbale Kommunikation vor/für große/n Gruppen sowie angemessenes Auftreten.


    Mir half das enorm. Gerade als (eventuell kleine) Frau ist nichts schwieriger, als wenn man sich mit einer relativ hohen Stimme vor 30 SuS durchsetzen muss; auch tendieren Frauenstimmen dazu, sich beim Lauterwerden zu überschlagen oder schrill zu klingen. Nach dem Rhetorikseminar wusste ich, wie ich so etwas unter Kontrolle halten kann.


    Vielleicht hast Du Glück, dass eine Uni in Deiner Nähe so etwas anbietet; vielleicht hast Du aber auch Zeit, Dich durch verschiedene Uni-Homepages in Deutschland zu klicken und eine zu finden, die einen solchen Kurs während der Semester- bzw. Sommerferien anbietet.


    Ansonsten könnte Dir ein PL (Pädagogisches Landesinstitut) weiterhelfen. Vielleicht gibt es aber auch in den größeren deutschen Städten (Berlin, Hamburg, Köln) Leute, die Rhetorikseminare von privat aus anbieten, eventuell auch eine VHS oder eine andere Akademie.

    Erkundige Dich vorher, ob das von Dir präferiertes Bundesland die Kombination Physik/Informatik überhaupt zulässt.
    RLP bspw. tut dies nicht; hier muss man Informatik auf Sek II mit Mathematik kombinieren. Das könnte eventuell auch mal wichtig für einen Bundeslandswechsel sein, selbst wenn Du Dir das momentan überhaupt nicht vorstellen kannst. Aber man weiß ja nie, da verliebt man sich als Nordlicht in einen Bayern und dann hat man den Salat. ;)

    Okay, danke erst einmal. :)
    Ich gehe zwar davon aus, dass die Vorlage den Formaten entspricht da ich mich an Schulbuchaufgaben orientiere die vorbereitend bearbeitet wurden, aber wie bekomme ich raus, was das vorgeschriebene Aufgabenformat ist? Rein interessehalber?

    Indem Du Dir bspw. die Operatorenliste für Dein Bundesland zu Gemüte führst und die geforderten Operatoren in der Klassenarbeit benutzt.
    Der Arbeitsplan Deiner Schule (bekommst Du bei Deinem FaKo-Leiter) sollte Dir weiterhelfen und natürlich auch der Lehrplan.


    Tatsächlich kennst Du aber Deine Klasse am besten und weißt, was die SuS in einem bestimmten Zeitraum bewältigen können und auch sollten. Ein Tipp: Fertige Dir als Referendar immer einen Erwartungshorizont an. So hast Du den zu bearbeiteten Stoff definitiv durchdrungen und es fällt Dir leichter herauszufinden, ob Deine SuS ihn auch in der geforderten Zeit schaffen.


    Hilfreich ist es immer, sich mit Fachkollegen auszutauschen, natürlich auch mit Co-Referendaren.

    Erkundige dich gut nach den rechtlichen Rahmenbedingungen deines Wunschbundeslands!
    Ich kenne jemanden, der GHR/HR studiert und an der HS in NRW sein Ref gemacht hat, dann an eine RS in RLP gegangen ist und dort nur A12 statt A13 bekommt, weil das Ref an der HS und nicht an der RS war.
    Es kann da also Fallen geben, auf die man erstmal nicht kommt.

    Entschuldige, da hat Dein Bekannter anscheinend etwas verwechselt.


    Egal, an welcher Schulform man sein Ref gemacht hat, in RLP wird man nach dem bezahlt, was man studiert hat.
    Hat Dein Bekannter GHR/HR studiert, so wird er auch nur nach GHR/HR bezahlt und das ist in RLP nunmal A12. Deinem Bekannten bleibt nun die Option, eine Aufstiegsprüfung abzulegen, um künftig als Realschullehrer zu arbeiten und so mit A13 bezahlt zu werden. Zur Zeit machen diese Aufstiegsprüfung sehr viele Kolleg*innen, weil die HS in RLP offiziell abgeschafft sind und nun natürlich eine (noch größere) Ungleichheit an den RS+ und IGS innerhalb des Kollegiums herrscht. Die ADD schafft momentan eigens Stellen, damit HS-Lehrer, die an RS+ und IGS arbeiten, sich gezielt auf eine RS-Stelle (an ihrer eigenen Schule wohlgemerkt) bewerben können.


    Diese Option steht Deinem Bekannten offen; er sollte sich dahingehend bei "seiner" ADD erkundigen bzw. seinen SL oder den ÖPR ansprechen.


    Danke kodi! Sehr guter Ratschlag!Werde ich tun. Mein Ref hab ich ja ganz normal an einem Gymnasium gemacht, die Probezeit allerdings an einer HS. Nicht, dass die mich im Wunsch-Bundesland am Gym dann nur nach A12 bezahlen wollen/können...

    Nochmals: Wenn Du Gym-LA studiert hast und auch als Gym-Lehrer ausgebildet wurdest, so wirst Du gemäß Deines Studiums/Deiner Ausbildung in RLP bezahlt.
    Wie es in anderen Bundesländern gehandhabt wird, darüber weiß ich leider nicht Bescheid.


    Erkundige Dich lieber, ob Dein Wunsch-Bundesland nach Altersstufen oder nach Dienstjahren bezahlt. Das macht einige hundert Euro im Monat netto aus.

    Oh, eine Online-Umfrage einer Doktorandin! Das hatten wir noch nicht, oder? Wir haben Seminararbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten gepusht, aber von einem Doktoranden war -glaube ich- noch nichts dabei.


    Seid mir nicht böse, aber ich mache einfach keine Online-Umfragen mehr mit. Ich kann deren Mehrwert schlicht nicht erkennen. Was habe ich nicht alles für seltsame Fragen beantworten müssen, sei es über imaginäre Kinder, Kollegen oder Unterrichtsstunden, oder über Räume, Lehrwerke und mögliche Schulhunde auf dem Schulgelände. Ich mag nicht mehr. Ich bin durchgefragt, vielleicht auch langsam überfragt.


    Warum unterhält sich denn niemand mehr mit uns? Warum müssen wir Lehrer uns durch die (Verzeihung) dämlichsten Fragen klicken, um starre Antwortmöglichkeiten zu geben, von denen keine auch nur annähernd in die Richtung geht, die wir im Kopf haben?


    Warum gehst Du nicht an eine Schule, liebe Janett21? Sind in Kassel keine mehr? Ruf Schulleiter an und frage, ob Du eine Umfrage unter den Kollegen für Deine Doktorarbeit machen darfst. Und dann machst Du es.
    Ja, klar, das dauert. Aber dafür bekommst Du höchstwahrscheinlich wesentlich aussagekräftigere Antworten.


    Lassen wir unsere Schüler übrigens auch so machen. Haben wir an der Schule und später im Studium auch gemacht bzw. machen müssen. Nein, ich bin noch nicht sooo alt; ja, ich bin auch bereits mit dem Internet aufgewachsen.


    Bitte macht einfach keine Online-Umfragen mehr oder wenigsten nur noch Bruchteile derer, mit denen wir Lehrer belagert werden.

    Es kommt auch immer drauf an, was Deine SL gerne an ZAG-Engagement hätte. Wir durften früher auch Facharbeits- oder BLL-Betreuung als ZAG abrechnen (je nachdem, wie viele man in einem Jahr betreute), heute interessiert das unsere SL überhaupt nicht mehr.


    Bei uns werden mittlerweile so genannte "Lift-Kurse" angeboten: Wir haben mit recht großem Schrecken festgestellt, dass gerade die auswärtigen Realschüler durch die neuen Übergangsbestimmungen mit einem enormen fachlichen Defizit in unsere 11. Stufe kommen. Seitdem bieten die einzelnen Fächer diese Kurse an, die einmal wöchentlich von einem bestimmten Lehrerkreis abgehalten werden.
    Beispiel: Nächsten Dienstag bietet Kollege X einen Liftkurs zum Thema "The Gerund" an, danach den Dienstag nimmt sich Kollegin Y die If-Sätze vor, etc. Interessierte 11er kommen (also keine), aber auch interessierte 10er, die ihre Defizite aufholen möchten (das sind einige). Diese Kurse laufen bei uns unter ZAG. Letztendlich ist Deine ZAG-Stunde trotzdem abgegolten, auch wenn niemand teilnimmt.


    Falls Du auf so etwas aber keine Lust hast, dann such Dir tatsächlich ein Themenfeld, das Dich anspricht und mach eine AG draus. Warum keine Skat-AG aufmachen und mit den Kindern zweimal im Monat eine Stunde zocken? Oder eine Fastnachts-AG, bei der ihr einen Wagen für den jährlichen Rosenmontagszug gestaltet? Vielleicht wäre eine Imker-AG was für Dich? Wie wäre es, Beachvolleyball in den Sommermonaten anzubieten? Eine Garten-AG?


    Es gibt doch sehr viele Möglichkeiten!

    Hallo, ich studiere Lehramt und muss ein Interview mit einem Lehrer führen! Das Problem! Ich kenne keinen, bzw. habe mit meinen von früher keinen Kontakt mehr!
    Vielleicht sind unter euch ja ein paar Deutschlehrer die mir folgende Fragen beantworten könnten! Danke jetzt schonmal!

    Ich kann es mir nicht verkneifen: http://www.duden.de/sprachwiss…reibregeln/ausrufezeichen


    Bitte lass diese inflationären Ausrufezeichen einfach sein! (Hier passt es übrigens...)


    Es tut mir wirklich leid, aber wenn ich eine solche "Aufforderung" lese, habe ich bereits keine Lust mehr, mich an irgend etwas zu beteiligen. Nennt mich eine Korinthenka**erin, aber als (Lehramts)Student muss ich doch in der Lage sein, Satzzeichen korrekt einzusetzen, insbesondere wenn ich mich an Deutschlehrer wende.

    So langsam frage ich mich, ob es noch Zulassungsarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und hastenichtgesehen ohne Umfragen gibt?! Oder wird ein Student dann einfach nicht mehr zur Zulassungsarbeit, Bacherlorarbeit, Masterarbeit und hastenichtgesehen zugelassen?
    Wir hatten damals noch Bibliotheken, in denen standen Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Aufsätze, Doktorarbeiten, etc., das mussten wir lesen, um danach was schreiben zu können. Braucht man das nicht mehr? Ist das out? (Und ich alt?)


    Ich glaube, ich mach bei diesen Umfragen jetzt einfach nicht mehr mit. Die letzte mit diesen Vornamen war dermaßen dröge, dass ich mir die anderen auch sparen kann.

    Ja, weil sich die Lehrkraft scheinbar anders nicht zu helfen weiß. Da aber letztes Jahr bereits ein Gutachten erstellt wurde (von einer hierfür ausgebildeten sonderpädagogischen Fachkraft) kann man davon ausgehen, dass kein allgemeiner Förderbedarf vorliegt. Es wäre schön, wenn sich Grundschullehrkräfte auch mit LRS auseinandersetzen würden anstatt einfach die Kinder auf Förderschulen zu schicken .....

    Dennoch ändert dies nichts an der Tatsache, dass Lehrkräfte, die nicht für den Förderbereich ausgebildet wurden, sich um bis zu 29 andere Schüler*innen kümmern müssen, während das Förderkind oftmals im Unterricht schlicht untergeht, auch wenn man das ganz und gar nicht möchte.
    Ich gehe mal stark davon aus, dass sich tatsächlich die meisten Nicht-Förderlehrer mit LRS auskennen bzw. auch dahingehend geschult werden/wurden, doch auch hier kommt man nunmal an seine Grenzen.


    Es mag einige überraschen, doch es gibt noch Lehrer, die sich sehr bewusst eben nicht für das Förderschullehramt entschieden haben und ich kann jeden Lehrer verstehen, der sich mit den ihm plötzlich aufgedrückten Aufgaben schwer tut.
    Gehe ich nur von mir persönlich aus, so bin ich mit dieser Art der Inklusion einfach überfordert und gebe das vor meiner SL auch offen zu. Ich möchte keine Förderkinder unterrichten, da ich es schlicht nicht kann. Das bedeutet nicht, dass mir die Förderkinder nicht lieb und teuer sind - im Gegenteil, ich bin mir der (neuen) Verantwortung durchaus bewusst und möchte gerade deswegen keine Förderkinder unterrichten; es wäre eine vollkommene Überforderung für alle Beteiligten.
    Als Gymnasiallehrerin habe ich Fächer studiert, Pädagogik lief da eher so nebenher (was nicht bedeutet, dass ich nicht mit Kindern umgehen kann). Meine uneingeschränkte Hochachtung gilt allen Förderlehrern, die meistens mit einem ungeheuren Optimismus und Idealismus ihre schwierige Arbeit bewältigen.


    Gäbe es ein tatsächlich ausgearbeitetes Konzept, eines, das sich auch vor Mehrkosten nicht scheut und nicht nur an Modellschulen praktiziert und hochgejubelt wird; eines, das auf die Bedürfnisse aller Beteiligten - Förderkinder, Regelschüler, verschiedene Lehrämtler - Rücksicht nimmt und eingeht; eines, das die den Schwerpunktschulen zugeteilten Förderlehrer nicht ausbeutet und verheizt, dann wäre ich dabei.
    So aber können wir alle niemandem gerecht werden und das ist einfach furchtbar unfair. Meistens wird an den Kindern vorbeigehandelt, an den schwachen wie an den starken und das ist einfach nicht okay.


    Ich bin mir sicher, Paulchen ist als Grundschullehrkraft mit LRS vertraut, aber irgendwo ist für einen selbst halt mal auch Schluss und das verstehe ich vollkommen.

    Bei Förderschwerpunkt Lernen sind das aber himmelschreiend wenige, weshalb es Sinn hat, mehrere Kinder mit Förderbedarf in einer Klasse oder einer Schule zu bündeln, um ihnen ein höheres Maß an Förderschullehrer-Stunden zu ermöglichen.

    Das ist in RLP leider nicht so einfach, denn die Schwerpunktschulen dürfen eben das nicht, sondern sollen die Förderkinder gleichmäßig auf die einzelnen Klassen aufteilen. Eine Förderschulkraft wird der Schwerpunktschule zugewiesen, leider werden ihre Stunden nicht erhöht, auch wenn immer mehr Förderkinder in die Schule aufgenommen werden. So haben die Förderkinder vielleicht noch 1-2 Stunden in der Woche, in denen sie gezielt und gesondert von den anderen gefördert werden, mehr nicht. Ansonsten laufen sie im normalen Unterricht mit, meist mit ihren I-Helfern. Das führt zu absurden Situationen, bspw. dass teilweise bis zu 7 Erwachsene in einem Klassenraum sind. Aber das ist ein anderes Thema und passt gerade nicht hierher.

    Habe nochmal weiter recherchiert - in Rheinland-Pfalz gehen Kinder mit attestiertem Förderbedarf auf eine Förderschule oder eine Schwerpunktschule. Aber nicht auf die "Nicht-Schwerpunkt" - Regelschule. Das Kind müsste also, da ihr keine Schwerpunktschule seid, die Schule wechseln.

    Jein. Förderschulen werden immer mehr abgeschafft und so genannte Schwerpunktschulen "gestärkt", meist sind dies IGS. Nicht dass diese wüssten, wie Inklusion funktioniert - weit gefehlt. Jeder kocht sich sein eigenes Süppchen, was vom Ministerium auch durchaus so gewollt ist.
    Das Problem ist, dass die Schule, auf das besagtes Kind wechseln müsste, auch in zumutbarer Nähe zum Wohnort des Kindes liegen muss. RLP ist sehr ländlich strukturiert, da kann es schon mal vorkommen, dass eben keine Schwerpunktschule vor Ort ist, was bedeutet, dass das Kind eben bleibt, wo es ist, da es ja die Schule sowieso in absehbarer Zeit wechseln wird, da Grundschule.
    Und wenn die Eltern sich weigern, ihr Kind an eine andere Schule zu schicken, wird sie auch niemand zwingen, etwas anderes zu tun.


    Paulchen, so Leid es mir tut, aber wahrscheinlich wirst Du hier die Quadratur des Kreises hinkriegen müssen, es sei denn, Du hast eine wirklich engagierte SL, die auch die Auseinandersetzung mit der ADD nicht scheut. Die ADD knickt nunmal vor Eltern sofort ein, da der Elternwille in RLP über allen anderen Institutionen steht. Wahrscheinlich werden sie Dir mit einem so genannten Patensystem um die Ecke kommen, indem ein Kind, das bereits dem Klassenziel voraus ist, mit dem Förderkind lesen übt, während Du Dich um die anderen Kinder kümmerst. Denn das scheint mittlerweile die Realität in unseren Klassenzimmern zu sein: Andere Kinder werden als I-Helfer und Förderlehrer herangezogen und somit das I-Kind noch weiter ausgegrenzt. Aber auch das ist ein anderes Thema und passt gerade nicht hierher.

    Ich glaube, Du verkennst den Sinn eines Studiums.
    Du lernst sehr viele Inhalte und Facetten des jeweiligen Faches kennen, aber eben nicht alles. Ein Studium für das Lehramt ist deswegen sinnvoll, weil Du Dir mit einer vollen Planstelle viel gehaltvollen Stoff in möglichst geringer Zeit aneignen kannst, um ihn didaktisch zu reduzieren und so den Schülern weiterzugeben.


    Ich lernte im Studium so gut nichts Unterrichtsrelevantes. Es war kein einziges Buch dabei, was ich je an der Schule durchnehmen könnte. Epochenwissen hatte ich ausschließlich aus meiner eigenen Schulzeit und im Ref musste ich dann irgendwie in einem LK 11 eine Reihe zur Aufklärung stemmen. Da verflucht man sein angeblich nutzloses Studium natürlich schon; im Endeffekt aber wusste ich durch mein Studium wie ich mir dieses Wissen aneignen kann (und nein, wir reden hier nicht vom üblichen Rumgegoogle). Das Hintergrundwissen eines Lehrers muss einfach enorm sein, da Du den Schülern um so viel voraus sein musst.


    Mir ist auch ein wenig schleierhaft, wie Du Deutschunterricht wie Ethikunterricht aufziehen willst. In Deinen Didaktikseminaren lernst Du, wie man Stoff didaktisiert und wie Du die Methodik an der Didaktik orientierst und nicht umgekehrt.


    Lass es doch mal ein bisschen auf Dich zukommen und wähle letztendlich die Fächer, die Dir am nächsten sind. Aufsätze korrigieren kannst Du dann noch 35 Jahre lang, egal ob in Deutsch, Ethik, Englisch, Französisch ...


    Übrigens kann man in einigen Bundesländern auch noch Drittfachfortbildungen machen, nachdem man eine Planstelle angetreten hat.

    Ich hoffe, ich berichte Dir nichts Falsches, da ich noch zu Zeiten des Staatsexamens studierte und nicht genau weiß, ob insbesondere das Germanistikstudium sich noch so darstellt, wie ich es damals erlebt habe.


    Germanistik ist mitnichten ein trockenes Studium, sondern äußerst interessant. Ich konnte damals Schwerpunkte setzen; die Mediävistik fand ich großartig und spannend, genau wie Neuhochdeutsch. Gerade zu Beginn des Studiums gibt es einige Überschneidungen von Englisch und Deutsch (klar, beides sind germanische Sprachen) und so waren die Proseminare in Altenglisch und Althochdeutsch beinahe identisch.


    Französisch als reines Studienfach gab es damals bei uns an der Uni nicht; es wurden alle romanischen Sprachen in der Romanistik zusammengefasst und man konnte eine Schwerpunktsprache wählen. Im Gegensatz zu Englisch war das Studium auf Deutsch, daher gehe ich davon aus, dass Du für Französisch genug Sprachfähigkeit mitbringst.


    Tatsächlich ist -zumindest in meinem Bundesland- Französisch überhaupt nicht mehr gefragt, sondern Spanisch. Immer mehr Schulen stellen ihre zweite Fremdsprache von Französisch auf Spanisch um. Wäre das denn eventuell auch eine Option für Dich?

    Ich empfinde das nicht als ungewöhnlich.
    Vor der Verbeamtung auf Widerruf (Ref) musste ich zum Amtsarzt, dann wieder für die Verbeamtung auf Probe und letztendlich ein drittes Mal für die Verbeamtung auf Lebenszeit; wohlgemerkt alles in einem Bundesland (und auch alles beim selben Amtsarzt).


    Das Problem erschließt sich mir gerade nicht. Dein Dienstherr will wissen, ob er Dich verbeamten kann, das ist doch okay?

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