Beiträge von Firelilly

    Also wenn Schüler vor einer Klassenarbeit illegalerweise ein Suizid-Video schauen und dann aufgewühlt sind, dann sollten die Eltern der betroffenen Kinder vielleicht mal über Umgang mit Medien mit ihren Kindern reden. Suizid-Videos, Pornovideos usw. gehören absolut nicht zu den Medien, die diese konsumieren sollten.

    Die Arbeit sollte ganz normal gewertet werden, nix mit Nachschreiben.

    Wie so oft schon, auch an dieser Stelle: Die Dinge, über die du dich beschwerst, sind Dinge, die man nicht mitmachen muss. Man muss nicht jedem Elternanliegen nachkommen (genauso wenig, wie jemand in der Wirtschaft nicht jeder irrsinnigen Kundenanfrage nachkommen muss) und man muss auch nicht jedes angefragte Elterngespräch auch tatsächlich führen.

    Du meinst die Schulleitung lässt es durchgehen, wenn Eltern kommen und sagen "Frau Firelilly verweigert ein Elterngespräch mit uns" ? Ist das realistisch?

    Ich habe noch nie erlebt, dass eine Lehrkraft damit durchgekommen ist ein Elterngespräch abzulehnen (damit meine ich nicht, dass man durchaus Einfluss auf den Termin hat, aber das verschiebt die Arbeit ja nur).

    Zu Konferenzen und DBs ist dir sicher klar, dass diese zur Arbeitszeit von Lehrkräften, die sich gerüchteweise über reinen Unterricht hinaus erstreckt, dazu gehören.

    Ja, es gehören prinzipiell annähernd unendlich viele zusätzliche Aufgaben zu den Dienstpflichten. Darin sehe ich ja das Problem. Man bekommt eine Alimentierung und da ist all inclusive. Und dieses "all" hat das Potential massiv ausgenutzt zu werden.

    Und ich betone gerne noch einmal, dass es deine Aufgabe wäre, bei absehbarer Überschreitung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit gegenzusteuern und/oder zu intervenieren.

    Das schafft man leider nur, indem man sehr dreist und trickreich ist. Das ist letztendlich auch unbefriedigend, oft aber die einzige Möglichkeit.

    Eltern melden sich, dass ihr Kind bereits eine RRV hat, die das ganze Jahr über gilt, und sie deshalb nicht bereit sind, das zu bezahlen. Überweisen also 1,27 Euro weniger. (Ja, wegen 'nem lausigen Euro wollen die eine separate Rechnung haben.)

    Das kann man aber auch nur mit Lehrern machen. Jeder andere würde für das Erstellen einer separaten Rechnung mit Sonderoptionen eine Bearbeitungsgebühr verlangen. Da ein Lehrer vom Dienstherrn gezwungen wird unbezahlte Überstunden zu machen, ist so etwas natürlich keine Option.

    Es ist so schrecklich, dass Eltern so viel Macht über Lehrer haben. Auch das Einberufen von Elternabenden und so weiter, Elterngespräche.

    Wenn jede Beratung in Rechnung gestellt werden würde, dann würde das mal mehr ins Bewusstsein rücken, dass man da jedesmal eine (teure) Dienstleistung in Anspruch nimmt.

    Würde man die Stunden aufschreiben, dann würden sich Schulleiter auch zigmal überlegen, wieviele Konferenzen und Dienstversammlungen sie einberufen.

    Man rechne mal aus, wieviel Geld es kostet, wenn man knapp 100 Akademiker über teilweise mehrere Stunden bezahlen müsste. Da würde für eine Konferenz ein Heidengeld zusammenkommen.

    Und auch jede separate Rechnung, die man wegen Sonderwünschen der Eltern ausstellt, würde die angestrebte Ersparnis von 1,27 Euro mehr als fressen.

    Aber, da es ja kein Geld kostet einen Lehrer Mehrarbeit leisten zu lassen, kann man ihn auch wegen 1,27 Euro anschreiben.

    Vollständig offen halten um jeden Preis, weil es schlichtweg keine anderen Konzepte gibt.

    Vor allem ist es politisch gewollt Schulen um jeden Preis offen zu halten. Da wird der Preis von sich infizierenden Lehrern gerne gezahlt.

    Kinder- und Jugendliche erkranken in der Regel weniger schwer. Kein Wort überer Lehrergesundheit. Nirgendwo.

    Aspirin wirkt blutverdünnend.

    Blut"verdünnung" ist sachlich falsch, da wird nichts verdünnt.

    Wer wegen Blutdruck Aspirin täglich nehmen muss, bekommt auch noch ein Medikament für den Magen.

    Blutdruck ist kein Problem, im Gegenteil, ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich Blutdruck habe, da scheint mein Herz ja noch zu arbeiten.

    Ich mache dir einen Vorschlag, du äußerst dich nicht belehrend zu Pharmokologie bzw. Biologie/Chemie und ich unterlasse es meine vermeintlichen Erkenntnisse über deutsche Literatur oder die Bedeutung komplexer geschichtlicher Ereignisse rauszuhauen.

    Damit ist Vielen geholfen.

    Mahlzeit!

    Ich war eben im Bürgeramt, um mich umzumelden. Zutritt nur mit Termin, an der Tür Security, die darauf achtet, dass man sich die Hände desinfiziert, im Wartebereich maximal 3 Leute mit jeweils 2 Metern Abstand gestattet, bei Eintritt ins Büro noch einmal Hände desinfizieren, die Mitarbeiter sind durch Masken + Plexiglas geschützt. Wenn ich das mit unserem Schulalltag vergleiche, erscheint dieses Maß an Infektionsschutz geradezu absurd. Oder unser Schulalltag ist völlig absurd. Je nachdem, wie man es denn sehen möchte.

    Es gibt nahezu keinen Beruf (außer vielleicht in Fleischzerlegungsbetrieben) oder Bereich des öffentlichen Lebens, in dem Infektionsschutz so klein geschrieben wird wie im Lehrerberuf.

    Bei uns in SLH ist die Maskenpflicht passé, das heißt ich stehe einer Horde Schüler/innen gegenüber, die keinen Mundschutz trage.

    Seitdem doziere ich nur noch, sammle keine Hefte ein (kann die ja schlecht desinfizieren) und gehe in Übungsphasen nicht mehr herum, leiste keine Hilfestellungen außer der Beantwortung von Fragen.

    Ich mache alles hinter dem Pult verbarrikadiert aus, öffne das Fenster und die Tür zum Gang, dass ein beständiger Luftzug vor mir längszieht als zusätzliche Barriere. Allein schon um ein Zeichen zu setzen.

    Deswegen sollten alle Lehrkräfte konsequent ihre Arbeitszeit nachhalten und dann, wenn die Stunden voll sind, konsequent nicht mehr arbeiten. Nur so merken auch die Außenstehenden, dass es so nicht geht.

    Ich bin da voll bei dir, aber ist das realistisch? Wenn man tatsächlich sagt "Ich kann XY nicht mehr durchführen, mein Stundenkonto ist voll", dann lässt einem das doch keine Schulleitung durchgehen. Im Gegenteil, da wird man zusammengefaltet.

    Eben. An meiner Schule gibt es exakt 0 Stunden für die Betreuung von Sammlungen etc. Und auch das Umändern aller Chemikalien auf GHS war mit A13 bereits abgegolten.

    Ja, es ist grauenvoll :(

    Ansonsten ist ein A13er, der für eine Poolstunde Erlass de facto mehr als drei reinsteckt immernoch billiger als A7. (So lange das so bleibt kommt auch keine Assistenz, weil es sich nicht rentiert.)

    Heute gerade wieder festgestellt. Zusätzlich investierte Zeit wird nicht bezahlt, das ist in der A13 Alimentierung mit inbegriffen.

    Da wäre der Dienstherr ja schön dumm, wenn er noch jemanden einstellen würde, wenn die A13 alle Aufgaben erledigen, zur Not auch als unbezahlte Überstunden.

    https://www.zeit.de/2020/35/schles…rus-karin-prien

    Ihr fragt euch ja manchmal, warum ich immer so über den Dienstherren motze. Ich glaube ihr könnt das alles einfach nicht nachvollziehen, weil ihr nicht in SLH unterrichtet, sondern großteils in anderen Bundesländern. So schlechte Arbeitsbedingungen wie in SLH hat man halt nirgendwo anders, da ist SLH schon einfach spitze.

    Wer kann mache einfach einen Bogen um dieses Bundesland.

    und das auch noch in den Ferien.

    Wenn man durch die Belastungen des Lehrerberufs krank wird (und das ist eben sehr gut möglich), dann sollte

    1. Die Kur vom Dienstherren bezahlt werden

    2. Während der Unterrichtszeit stattfinden, denn sonst ist das doch keine Erholung. Gerade wenn man durch die Belastungen des Systems Schule krank geworden ist, dann ist es doch totaler Quatsch während der Ferien auf Kur zu gehen. In den Ferien fallen die krank machenden Faktoren eh zum größten Teil weg.

    Ich hatte noch nie solch einen entspannten Schuljahresausklang. Da alle Klassen, die ich im letzten Schuljahr unterrichtet habe, spätestens Ende Juni gem. Erlass keinen Unterricht mehr hatten, musste ich in den letzten 2,5 Wochen vor Ferienbeginn nur noch selten, u. a. für die Zeugniskonferenzen und zur Zeugnisausgabe, in die Schule fahren. Die sonst üblichen Einschulungsveranstaltungen vor den Ferien sind ebenso ausgefallen wie seit Mitte März die allermeisten Konferenzen, Dienstbesprechungen und Teamsitzungen (ich hatte nur noch eine einzige Teamsitzung meines Bildungsgangsteams per Videochat).

    Die Zeit des Lockdowns habe ich insgesamt z. T. als ziemlich "entschleunigend" empfunden.

    Da muss man unbedingt Lehrer daraus ziehen für den Regelbetrieb. Herunterfahren von Veranstaltungen und Konferenzen, Dienstbesprechungen und Teamsitzungen. Generell Pflichtanwesenheitstermine in der Schule massiv zurückfahren.

    Viele Unternehmen ziehen Konsequenzen und sparen unproduktive Konferenzen, erlauben mehr Home office usw.

    Müssen unbedingt den Lehreralltag entschlacken. Ich finde man hat festgestellt, dass man soooo viel unnötige Dinge macht ohne die der Schulbetrieb nicht nur nicht zusammenbricht, sondern viel besser läuft.

    Je mehr freie Zeit ein Lehrer hat, desto motivierter und elanvoller wird Unterricht nicht nur geplant, sondern auch gehalten.

    Weniger ist mehr!

    Firelilly: die Frage heißt "Könnt ihr mir helfen". Nicht "Sagt mir bitte, dass ihr das Thema doof findet, weil ihr die Kirche doof findet."

    Habe deinen Beitrag entfernt - es wäre mal schön, wenn endlich mal ein Thread zum Thema Religion einfach nur bei der Kernfrage bleiben könnte.

    Achso:

    Gabs bei mir auch schon, das ist aber noch keine 10 Jahre her. Wir haben in jedem Didaktik Seminar ab dem 3.Semester einen Entwurf geschrieben und häufig auch im Peer Teaching ausprobiert. Natürlich mangels echter Lerngruppen keinen ausführlichen Entwurf.

    Beantwortet die Kernfrage natürlich präzise.

    Dennoch: Ja, mein Beitrag war ebensowenig hilfreich.

    Ganz ehrlich: mir tun die KuK und Sus in NRW mit den ganzen neuen Vorgaben leid.

    Da geht es uns hier in H. noch gut. Bei uns gibt es die Maskenpflicht außerhalb der Unterrichtsräume, im Unterrichtsraum sind wir bei den Temperaturen und mit dauergeöffneten Fenstern noch gut dran (fragt mich aber bitte nicht, wie es dann heute Nachmittag bei praller Sonneneinstrahlung und ohne Ventilatoren (vor C. konnten wir die noch betreiben) aussieht.

    Allerdings merke ich, dass einige TN fehlen (sind wohl noch in den einschlägigen Heimatländern im Urlaub).

    Kein normaler Mensch würde unter diesen Bedingungen (Infektionsrisiko bei großer Menschenmenge in einem Raum ohne Maske und enorm hohen Temperaturen) arbeiten.

    Da würde in einem Unternehmen doch sofort der Arbeitsschutz auf der Matte stehen.

    Warum bei uns nicht?

    Sehe ich genauso, weil nach wie vor das Thema Zeiterfassung im HO umstritten ist, derArbeitgeber Bürofläche einsparen kann. Außerdem fällt auch das Thema "Ergonomie" am Arbeitsplatz flach.

    Bitte was? Zeiterfassung haben wir doch im Lehrerberuf auch nicht. Gerade im Lehrerberuf ist dieses "open end" Arbeiten eine absolute Katastrophe und ein Nachteil gegenüber anderen Berufen mit festen Anwesenheitszeiten.

    Es ist doch sogar so, als Lehrer hast du teilweise Tage mit Konferenzen, da bist du den ganzen Tag außer Haus. Und dann musst du oben drauf noch Unterrichtsvorbereitung machen, das erfässt keiner.

    Ergonomie am Arbeitsplatz fällt flach?

    Weißt du, auf was für harten Stühlen wir an unverstellbaren Tischen, die nicht einmal annährend Platz für Arbeitsmaterial bieten, wir im Lehrerzimmer sitzen?

    Da sitzt jede Supermarktmitarbeiterin an der Kasse und jeder unstudierte Büromensch ergonomischer.

    Es gibt glaube ich nur eine handvoll Berufe, bei denen man weniger auf Ergonomie am Arbeitsplatz achtet als beim Lehrer.

    Die werden doch wie Hühner in großen Legebatterien gehalten, nur, dass man das nicht Käfighaltung sondern Lehrerzimmer nennt.

    Ich muss dem TE zustimmen, der Lehrerberuf wird immer unattraktiver.

    Nachtrag: Was haltet ihr von Plexiglasscheiben vorm Pult? Ja, da müsste man selbst für in die Tasche greifen, aber wenn mir das 8 Stunden nonstop MNS erspart, wäre ich dazu wohl bereit, weil geringeres Übel.

    Stimmt, das ist ja wie im Einzelhandel, habe ich davor gehört, dass die Kassierer/innen da Geld für ausgegeben haben für ihre Arbeitssicherheit. Nicht.

    Also wenn du 8 Stunden nonstop MNS nicht aushältst, weil du Kreislauf / Schwindel bekommst, dann musst du wohl zwischendurch nach hause und das Unterrichten für den Tag abbrechen.

    Auf Dauer ist es für die Schulleitung dann vllt. sinnvoller in entsprechende Plexiglasscheiben zu investieren.

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