Beiträge von Firelilly

    Ernsthaft, dass man überhaupt diskutieren muss, wieso Störer des Raumes verwiesen gehören, ist doch absurd. Der ganze Rest der Klasse kann bei tolerierten Verhaltensauffälligkeiten sicher ganz toll individuell lernen...

    Es ist echt absurd. Kein Wunder, dass wir so viele verhaltensauffällige Kinder in der Schule haben. Die machen munter weiter, weil es für ganz viele KuK nicht selbstverständlich ist, dass ein Störer nach ein paar Ermahnungen raus muss. Ich wünschte wir hätten so einen Trainingsraum. Schulsozialpädagogen haben wir, aber die machen nur Einzeltermine oder Kleinstgruppen (ist denen viel zu anstrengend gleich eine ganze Gruppe schwieriger Kinder zu betreuen, O-Ton!)

    Das Recht des einen Störers auf Bildung (das er oder sie ja ganz offensichtlich gar nicht schätzt!) wird von so vielen KuK gegenüber den Rechten von 20 anderen SuS (die gerne etwas lernen würden!) als wichtiger erachtet.

    Das geht auch einfach nicht in meinen Kopf rein, wie man den Lernerfolg und die Lernatmosphäre von über 20 SuS wegen wenigen SuS opfert.

    Und wenn man dann etwas macht, wie Du, und Störer zum individuellen Lernen (in dem Fall die Kompetenz einfach mal die anderen SuS lernen lassen!) in den Trainingsraum schickt, muss man sich auch noch rechtfertigen.

    Ich sag es mal frei raus, ich finde solche KuK viel schlimmer als unkooperative Eltern. Aber, dass im eigenen Kollegium (oder hier im Lehrerforum) noch KuK solche Maßnahmen nicht unterstützten ist einfach traurig und zum Aufregen.

    Und leider gibt es so viele davon, ich habe das Gefühl, dass der Beruf einfach so einen (für mich, die würden mich andersherum genauso sehen) komischen Menschenschlag anzieht.

    Komischerweise gibt es diesen Menschenschlag in den Unternehmen usw. nicht, sondern nur in der Pädadogik. Und komischerweise funktioniert es bei vielen SuS dann auf einmal mit dem pünktlich zur Arbeit kommen etc., wenn die dann den Mikrokosmos Schule verlassen haben.

    Warum nur? Weil die schnell spüren, bei ihrem Chef im Job können die sich so Dreistigkeiten wie in der Schule nicht erlauben.

    In der Schule können die aufdrehen und Halli Galli machen, sie werden von KuK noch nicht einmal des Raumes verwiesen.

    Firelilly

    Jeder Dienstherr, der einen Menschen auf Lebenszeit verbeamtet, weiß, dass es passieren kann, dass er diesen abordnen / versetzen muss. Und dass dies dann möglich ist. Ich verstehe daher nicht, was du da meinst.

    Ich meine genau das. Dem Dienstherrn muss bei der Abordnung gegen den Willen bewusst sein, dass das eben auch zu Dienstunfähigkeit führen kann oder klar, es unabhängig davon, zu Dienstunfähigkeiten kommen kann. In beiden Fällen zahlt der Dienstherr.

    Genauso muss einem Dienstherrn, der seine Fürsorgepflicht nur im absoluten Mininum wahrnimmt (Selbstbehalt bei der Beihilfe ansteigend, generell nur die minimalen Sätze erstatten und tausend andere Stellen der Minimalversion der Interpretation der Fürsorgepflicht) auch klar sein, dass daraus auch ein minimales Wahrnehmen der Dienstpflicht resultieren kann.

    Der Weg des Dienstherrn ist generell das Prinzip Zwang um etwas zu erreichen. Über Anreize wird da nichts gemacht. Das Zwangsystem scheint das lukrativere Modell zu sein (sonst würde der Dienstherr das nicht machen):

    Ein paar Protest-Minimalleister und Dienstunfähige durchzufüttern spart mehr Geld, als

    1) Eine mehr als minimale Fürsorgepflicht durchzuführen

    2) Versetzungen, Fortbildungen usw. so reizvoll und attraktiv zu machen, dass Leute das freiwillig als Chance sehen

    Warum funktioniert das? Weil ein Großteil der Lehrerschaft eben extrem viel mit sich machen lässt und "trotzdem" (meist aus ideologischen Gründen) macht. Sehr viel extra Engagement, die Bereitschaft auch schlechte Bedingungen zu ertragen und trotzdem Einsatz zu zeigen und gewissenhaft Arbeit zu leisten bekommt der Dienstherr zum Nulltarif.

    Wer das auch noch gut heißt und sagt "Das weiß man doch als Beamter, dass man so behandelt werden wird, hättest ja nicht unterschreiben müssen" muss eben gleichzeitig aushalten, dass es Beamte gibt die sagen "Der Dienstherr müsste wissen, dass eine Entlassung durch Nichteignung nicht möglich ist. Der Dienstherr müsste doch wissen, dass der Beamtenstatus drei Tage Krankmeldung ohne Attest ermöglichst auch bei Schnupfen?".

    Sich moralisch über letzteres empören (Sicht des rebellischen Beamten) und ersteres gutheißen (Sicht des ausbeutenden, und minimale Fürsorgepflicht betreibenden Dienstherrn) passt für mich nicht zusammen.

    Im Idealfall: Dienstherr versorgt seine Beamten vorbildlich und Beamte zeigen gewissenhaften Einsatz im vollen Rahmen ihrer Möglichekeiten

    realer Fall: Dienstherr macht Minimalversorgung und arbeitet mit Zwang anstatt Anreiz und (fast alle) Beamten zeigen trotzdem gewissenhaften Einsatz im vollen Umfang

    Wer wundert sich also ernsthaft darüber, dass in SH der Selbstbehalt der Beihilfe von 200 Euro (eh schon eine Frechheit) auf 800 Euro (400% Steigerung!) angehoben wird, die gerichtlich eingeklagte Erhöhung der Bezüge nur im absoluten Mininum umgesetzt werden soll, das Weihnachtsgeld weiterhin unrechtmässig nicht nachgezahlt wird und so weiter? Eigentlich ja klar, der Dienstherr kommt damit durch.

    Auch mit Zwangsversetzungen. Gibt ja genug Frösche Leute, die das für richtig halten.


    Redlich wäre es attraktive Boni für schwer besetzbare Stellen zu bieten, damit KuK dort freiwillig hingehen.

    Sich auf Beamtenrecht zu berufen und Menschen gegen ihren Willen abzuordnen ist für mich genauso unredlich wie als Beamter sich darauf zurückzuziehen, dass man beamtenrechtlich wegen Unfähigkeit nicht gekündigt werden kann und alles vor die Wand fahren lässt.

    Rechtlich mag beides drin sein, redlich ist keins davon!

    :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :autsch: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :schreien: :explodier:

    So viel Ignoranz und Verächtlichmachung von Kindern ("lernunfähig") ist schlicht unerträglich!

    Unerträglich ist es, wenn Schüler und Schülerinnen lernen wollen und daneben sitzen andere, die sich absolut nicht für Lernen und Unterricht interessieren und anstatt aus dem Fenster zu starren anfangen die lernwilligen SuS abzulenken, zu stören, am Lernerfolg zu hindern.

    Alle SuS die lernen möchten, selbst die sehr schwachen, bekommen von mir Unterstützung. Aber wenn SuS nicht lernen wollen, dann bitte runter vom Gymnasium, am besten in eine Ausbildung oder wenn auch dazu keine Lust besteht, zum Straße kehren verpflichten.

    Wenn ich keinen Bock aufs Häkeln habe setze ich mich auch nicht in einen Häkelkurs und zerrupfe die Häkelarbeiten der anderen oder werfe mit der Wolle herum. Wenn ich keinen Bock auf Schwimmen habe und gelangweilt werde, sobald ich Wasser auch nur sehe, sollte ich mich nicht im Schwimmbad aufhalten.

    Ich finde ein Schulsystem schrecklich in dem Kinder die keinen Bock haben etwas (auf hohem Niveau) zu lernen ans Gymnasium kommen können, weil Eltern etc. das wollen. Dann muss so ein Jugendlicher im Zweifel arbeiten geschickt werden.

    Das ist ein Resultat falscher Erziehung bei vielen Eltern in unserer Gesellschaft. Es wird zu vielen Menschen und insbesondere Kindern Luxus ohne Leistung gegeben.

    (Und welchen die etwas leisten oftmals zu wenig!)
    Wie kann man als Eltern einem Kind weiterhin erlauben an der Playstation zu spielen, wenn der Sohn sich in der Schule nicht anstrengt zumindest alternativ (wenn jemand eben nicht gerne lernt) arbeiten geht? Die wäre sofort weg. Und nein, ich habe nichts gegen zockende Kinder, ist bei Jungs heutzutage normal, aber man kann trotzdem Leistung bringen.
    Ein Kind bekommt leider so viel geboten (Playstation, neue Klamotten, neues Handy) und natürlich müsste es dafür auch Pflichten haben. Nämlich sich so gut es kann einzubringen, sei es in Schule, oder in Ausbildung oder beim Nebenjob. Allein schon im elterlichen Haushalt!

    Jemand, der nur rumdallert und nix macht, der sollte auch nichts extra bekommen. Aber so viele Eltern lassen es durchgehen, dass Kinder gar keinen Bock haben.
    Wohlstandsverwahrlosung nenne ich das! Es gibt Länder, da würden die Kinder alles dafür geben zur Schule gehen zu können, einen Job zu haben etc. um sich etwas leisten zu können.

    Und übrigens, wenn ein Schüler absolute Lernschwierigkeiten hat, aber sich sehr bemüht, bekommt er von mir Hilfe und Unterstützung. Noch nie habe ich das SuS abgewiesen, wenn sie Fragen haben, da bleibe ich auch nach dem Unterricht in der Pause und erkläre gerne nochmal. Wer Dinge wissen und verstehen möchte, der bekommt Hilfe, dafür bin ich da.

    Ich bin aber nicht dafür da Kinder, die nix wollen, irgendwie dazu zu bringen etwas zu wollen. Die sollten den Abschluss wollen. Es ist so lächerlich, dass man solche Kinder an die höchste Schulform schleift anstatt sie vielleicht einfach nach möglichst kurzem Schulbesuch in einfache, praktische Tätigkeiten zu bringen.

    Vielleicht würden dann einige aufwachen und erkennen, dass Lernen und Bildung ein Privileg ist und neue Chancen eröffnet.

    Wenn SuS am Gymnasium trotz ständigen Fehlverhaltens bleiben dürfen, am besten zuhause auch noch von den Eltern Luxusgüter bekommen, dann ist es kein Wunder, dass sich das Verhalten etabliert. Es wird ja belohnt!

    Ich erinnere auch gern an die zwangsweise Abordnung von der Schulleitung Susanne Schäfer in Herten. Das hat zur Folge gehabt, dass sie fast ein ganzes Jahr nicht dienstfähig zuhause war.


    Ja und das ist völlig okay!

    Tut mir leid, aber es ist völlig okay.

    Jeder, der damals beim Dienstantritt der Verbeamtung zugestimmt hat, müsste das wissen, dass das passieren kann.


    Denn jeder Dienstherr, der einen Menschen auf Lebenszeit verbeamtet müsste wissen, dass das passieren kann.

    Der Ansatz, das Maximum für die Problemfälle herauszuholen, ist ja furchtbar nett, geht aber eben oftmals auf Kosten der anderen.

    Ja, es gibt bei den meisten Pädadogen die Einstellung, lieber mit ganz viel Energie und Einsatz lehrkraftseits dafür zu sorgen, dass das lernunwillige, oder verhaltensauffällige, oder lernunfähige Kind aus seinem Potential ein kleines Quäntchen herausholt, als dem begabten, lernwilligen Kind Aufmerksamkeit zu geben um dieses zu fördern.

    Leider schaffe ich es auch nicht die Lernwilligen so zu schützen, wie ich es eigentlich gerne wollte. Das liegt daran, dass man heutzutage leider am Gymnasium so gut wie keine Handhabe hat und sich immer mit den Lernunwilligen abmühen muss.

    Gerne würde ich die einfach z.B. in einen Trainingsraum schicken können, wenn die mal die anderen stören und so weiter. Stattdessen verwendet man viiiele Minuten des Unterrichts um mit den Störenfrieden umzugehen.

    Wir haben immer mehr SuS, die ihre Zeit absitzen, bis sie dann irgendwann schrägversetzt werden. Aber in dieser Zeit richten die so viel Schaden an bei den guten SuS.

    Wie viel mehr könnten die lernen, wenn sie nicht gezwungen wären ständig in Klassen zu sein, in denen viele für das Gymnasium nicht geeignete SuS sitzen.

    willst du dann triage wie im krieg machen nach dem motto "sowieso nicht zu retten - die ressourcen sollte man nicht verschwenden?"

    ich helfe immer zuerst am unteren ende, damit niemand ganz unten bleibt. eliteförderung ist nicht so mein ding. ist wohl auch eine politische frage.. aber ich fühle es einfach, dass ich zuerst in der schlimmsten not helfen muss.

    Bei mir ist es genau anders herum. Deshalb bin ich eigentlich an einem Gymnasium und nicht z.B. an einer Gemeinschaftsschule. Allerdings gibt es ja genau dafür die Schulformen, damit die Elite eben auch angemessen gefördert werden kann, aber das ist leider (u.a. aufgrund der Einstellung vieler KuK) kaum möglich. Die kognitive Elite hat keine Lobby! Die meisten Gymnasien lassen sie links liegen, weil sich dort auch alle vornehmlich mit den schwachen und / oder verhaltensauffälligen SuS beschäftigen.

    Ich habe damals als Schülerin mich schon maßlos darüber aufgeregt, wenn Leute im Jahrgang einfach herumgedödelt haben und habe denen auch klar gesagt, geht doch ab von der Schule, wenn ihr hier nichts könnt oder machen wollt.

    Geliebt habe ich die Lehrer, die kurzen Prozess gemacht haben. Dann konnten wir endlich ordentlich experimentieren oder haben in Mathe auch Spezialthemen gemacht.

    Wo sollen denn lernfähige, lernwillige SuS denn hin um sich zu entfalten? Das Gymnasium ist kein richtiger Ort mehr dafür und ich weiß nicht, ob es Privatschulen gibt, die das leisten. Aber dann haben nicht alle Eltern Geld dafür!

    Es sollte eine öffentliche Schulart geben, auf der nur lernwillige, lernfähige SuS sind und die Lehrkräfte entsprechend fachlich anspruchsvollen Unterricht geben können. Deshalb bin ich absolut für ein dreigliedriges Schulsystem das viel stärker selektiert.

    Wir verschenken so unglaublich viel Potential nach oben hin (Innovation, Forschung, gesellschaftliche Leistungsträger), wenn wir die potentielle Elite ständig ignorieren und schrecklichen Lernbedingungen aussetzen.

    Es können doch so Idealisten, die gerne die schwachen und lernunwilligen SuS fördern, dann an eine andere Schulform (wenn es wieder dreigliedrig mit ordentlicher Zuordnung der SuS gäbe) gehen, wo eben nicht die lernwillige, leistungshungrige Elite ist.

    So könnte man viel gezielter auf die Bedürfnisse aller SuS eingehen. Und auch die Lehrkräfte könnten ihre Stärken viel besser einbringen!

    Ich glaube ich kann sehr gut mit leistungshungrigen SuS arbeiten, biete viel Zusatzinfos, mache viele weiterführende Dinge, viele Experimente, interessiere mich für neue (fachliche) Dinge. Viele KuK haben das nicht so drauf. Die können dafür vielleicht besser Schüler, die gar keinen Bock zu lernen haben, motivieren oder viel geduldiger mit Störenfrieden arbeiten.

    So hat doch jeder auch seine Begabungen und es ist absolut unlogisch, dass man alle SuS und Lehrkräfte unabhängig von ihren Stärken und SChwächen an eine Einheitsschulform pressen möchte.

    Das System Schule beutet Teilzeitkräfte aus. Hohlstunden, der Mythos der "unteilbaren" Aufgaben und viele andere Dinge sorgen dafür, dass man in Teilzeit sein Gehalt signifikant stäker reduziert als die Arbeit. Der Dienstherr lacht sich ins Fäustchen, so viel Arbeitsleistung für so wenig Geld.

    Ich kenne tatsächlich keine Teilzeitkraft, die es bei uns schafft auch nur halbwegs die Arbeit angemessen zum Gehalt zu reduzieren.

    Jedes mal wenn ein Schulentwicklungstag ist, für den bei mir 6 Stunden Unterricht ausfallen (bzw. sie ersetzen) und eine Teilzeitkraft an ihrem "freien Tag" dafür kommen muss, weiß ich, dass ich niemals Teilzeit arbeiten werde.

    Genau daran musste ich auch denken ;) Und abgesehen von Hamburg ist es auch an gerade an den Küsten nicht gerade günstiger als tief im Inland.

    Auch im Speckgürtel von HH (und der ist relativ groß) sind Mieten usw. nicht gerade günstig. Man hat dann das Problem von hohen Kosten wegen der Großstadtnähe in Kombination mit schlechter Alimentierung.

    Es arbeiten viele Arbeitnehmer (in anderen Berufen) in Hamburg und pendeln auf der A23 und A7, damit sie mehr Geld verdienen. Schleswig-Holstein ist auch im industriellen und Dienstleistungssektor ziemlich mau in der Bezahlung, das trifft also nicht nur Lehrer, aber diese eben durch den Dienstherren auch.

    Man hat fast nur die Möglichkeit in die Pampa zu ziehen in SH, denn ja, Küste ist auch keine Option (nicht nur wegen der Fischbrötchen).

    Die Eltern können dann sagen, was sie möchten, es ist ja auch ihre Rolle, sich für ihr Kind einzusetzen.

    Ich sehe das anders, sich auf diese Weise für das Kind einzusetzen widerspricht in jeglicher Hinsicht der Rolle, die Eltern haben sollten.
    Die Eltern sollten sich schämen, stellvertretend für ihr Kind bei der Lehrerin entschuldigen und versichern, dass sie die Woche nutzen werden um das mit dem Kind aufzuarbeiten.

    Ihre Rolle wäre es (jetzt und in der Vergangenheit) gewesen ihr Kind zu erziehen, ihm Manieren und Werte beizubringen und eben nicht das unteer keinen Umständen tolerierbare Fehlverhalten ihres Kindes zu decken, indem sie sich gegen die "Härte der Maßnahme" aussprechen.

    Ich würde es auf jeden Fall der Polizei bzw. dem Jugendamt melden, damit bei zukünftigem Fehlverhalten bereits eine Aktenlage existiert, die darauf schließen lässt, dass es kein einmaliger Ausrutscher war.

    Persönlich würde ich mich aufgrund meines Amtseids verpflichtet sehen es zu melden, weil ich eine Garantenstellung gegenüber den anderen Schülern einnehme und weil ich mich (zumindest gefühlsmäßig) bei einer Nichtmeldung mich mit der Anklage einer „Strafvereitelung im Amt“ konfrontiert sehe.

    Das finde ich gut, so wird die Familie hoffentlich schnell aktenkundig.

    Könnt ihr nicht beide nach Niedersachsen gehen?
    Schleswig-Holstein ist der denkbar schlechteste Dienstherr, den du dir aussuchen kannst.

    Kein Weihnachtsgeld (jedes Jahr also 4000 Euro weniger!), dafür mehr Pflichtstunden als in NDS zu unterrichten, Klassenfahrten sind Dienstpflicht (und in der Praxis keine (!) teilbare Aufgabe bei 5 von 5 Schulen von denen ich es weiß) , um nur ein paar der schleswig-holsteinischen Spezialitäten zu nennen.

    Ich arbeite an einer Grundschule und selbst da fällt mir das schon auf. Die Kinder erzählen von Sachen oder Gröhlen eher unerkenntliche Wortfetzen, die ich nicht verstehe. Ich muss meine Stunden auch anders strukturieren, es müssen mehr Medien verwendet werden und die reinen Konzentrationsphasen werden verkürzt oder verlagert. Das Arbeiten mit Anton zum Beispiel läuft aber gut, wobei die Kinder dabei auch neigen, wenn sie unbeaufsichtigt sind, eher die Spiele dort zu daddeln, anstatt gewissenhaft die eingestellteb Aufgaben zu bearbeiten.

    Man hat im Ref bei uns erzählt, dass es bei den Kleinen (5. Klasse) viele Methodenwechsel geben müsse, weil die heutzutage Abwechslung bräuchten und sich nicht so lange konzentrieren können. Man sieht das ja auch an Filmen heutzutage, alles hektische, schnelle Schnitte, angepasst an die Kinder (oder die Kinder haben sich an die Filme angepasst).

    Meine Ansicht ist, dass man es genau anders herum machen muss. Anstatt, dass man diese mangelnde Fähigkeit zur Konzentration auch noch fördert, indem man seinen Unterricht anpasst, viele Medien verwendet (am besten noch bunt, Explosion, Action) um die Schüler "zu interessieren" sollte man genau das Gegenteil machen. Entschleunigungsphasen einbauen. Von mir aus auch mit Übungen wie Meditieren, Stillsitzen etc.

    Wie sollen Kinder in dieser aktuellen Medienwelt, die nur schnell, oberflächlich und reizüberflutend ist, lernen sich auf eine Sache einzulassen, bei der Stange zu bleiben, Frustrationstoleranz zu entwickeln, wenn man sich mit dem Unterricht genau daran anpasst?

    Wer solche Einstellung hat und den Unterricht so gestaltet, dass die ganzen mediengeschädigten Kinder das "cool" und "interessant" finden, der sorgt genau für das Problem.

    Kein Wunder, dass Schüler immer weniger leisten und können. Es verlangt ja niemand mehr Konzentration.
    Und nun eine für mich ganz zentrale Erkenntnis:

    Eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben ist es Dinge trotzdem zu machen, wenn sie langweilig, anstrengend, oder öde sind.

    Und genau diese Fähigkeit muss, wenn es die Eltern schon nicht mehr tun, in der Schule richtiggehend forciert werden.

    Das Arbeitsleben ist auch kein Spielplatz, der tägliche Job nicht spannend und so weiter. Wie sollen Kinder später mit all den Anforderungen der weiterführenden Schule, der Ausbildung oder Universität und später dem Arbeitsleben klarkommen, wenn man als Lehrkraft schon früh versucht mit den ganzen Computerspielen, TikTok Videos usw. an Spannung, Interessantheit und Attraktivität zu konkurrieren.

    Kinder müssen wieder lernen sich zu konzentrieren, durchzubeißen und verdammt nochmal Dinge zu tun, die ihnen auch mal keinen Spaß machen.

    Wie fängt das zuhause an? Indem der Junge ganz früh nen ordentlichen Batzen Pflichten bekommt. Darf er von mir aus am Handy Computerspiele daddeln, gehört ja auch zur Kindheit, aber erst, wenn verdammt noch mal der Geschirrspüler ausgeräumt ist, die Hausaufgabenpflichten erfüllt sind und so weiter. Ich kann mir auch tausend bessere Dinge vorstellen als mich täglich mit solchen Kindern abzumühen oder die achtundzwanzigste Profilkursklausur zu korrigieren. Ich mache das mit Sicherheit nicht, weil es interessant ist oder Spaß macht.

    Wenn man alte Beiträge ließt, stellt man fest, dass das Mädchen all dies hatte und dazu noch eine automatische Insulinpumpe. Sie hatte sich aber (wohl aus Frust?) alles rausgerissen.

    Okay, das ist natürlich nun schon schuld der Lehrkraft. Das gebe ich zu. Hätte die Lehrkraft während der Fahrt ein Gespräch geführt mit jedem Schüler und gefragt, wie sie sich fühlen, wäre der Frust aufgefallen und sie hätten das mitbekommen und verhindert.

    Mal wieder Polemik pur. Im Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass eine schlichte vorherige Abfrage - noch einmal: absolutes 1x1 - den Tod von Emily mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert hätte.

    Manchmal frage ich mich echt, warum manche so anders denken.

    - hätten die Ärzte dafür plädiert einen Blutzuckersensor am Arm zu implantieren, hätte das den Tod von Emily mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert

    - hätten die Eltern die Lehrer darüber informiert, dass ihre Tochter Typ 1 Diabetes hat, hätte das den Tod von Emily mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert

    Man könnte die Liste sicher noch weiter ausführen. Aber wer wird hier verklagt? Der Lehrer :pfeifen:

    Wenn das Gericht bzw. angesichts der Revision die Gerichte allerdings der Ansicht sind, dass hier schuldhaftes Verhalten vorliegt, dann kann man darauf nicht trotzig reagieren und skandieren, dass man dann eben keine Fahrt mehr macht. Neben diesem Fehler gab es auf der Fahrt ja auch noch weitere Versäumnisse, die ich mir nicht erklären kann, wenn es doch so hochverantwortungsvolle Lehrkräfte gewesen wären.

    Ich sehe das komplett anders. Man könnte auch den Dienstherren, also das Land, verklagen, dass es Lehrer/innen auf Fahrten schickt ohne, dass dort Pausenzeiten eingehalten werden können. Das verursacht dann auch Fehler.

    Es ist nur so typisch, dass der Fehler bei der Lehrkraft gesucht wird, obwohl man den Fehler genausogut bei den Eltern, dem Dienstherrn oder den Ärzten (die versäumt haben einen Sensor zu implantieren).

    Da wird man sagen: Naja, man muss keinen Sensor implantieren, das zu wollen ist Entscheidung der Eltern. Man kann auch ohne Sensor Diabetes bei Kindern behandeln, das Risiko ist dann eben größer. Und schon sind die Ärzte aus jeglicher Haftung raus.

    Bei Lehrern aber ist es anders. Die müssten Diabetes erriechen können, auch, wenn weder Eltern noch das Kind darüber auch nur ein Wort verliert. Da gibt es keinerlei Bringeschuld von Eltern mit schwer kranken Kindern. Nein, wenn das nicht vorher abgefragt wird, dann sind die Lehrer schuld.

    Wenn ich so ein Risiko trage auf einer Klassenfahrt, dann bin ich massiv unterbezahlt. Entweder ich bekomme eine satte Zulage, oder ich mache nichts, was derartig absurde finanzielle Risiken trägt.

    Opferrolle, die

    Klassenfahrten gehören in NRW zu den sonstigen Aufgaben der Lehrkräfte und können nicht strikt verweigert werden. (Und jetzt bitte keine Belehrung, dass dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen müssen, Stichwort Reisekostenerstattung, das sollte selbstverständlich sein.)

    Können Lehrkräfte in SH auch nicht. :pfeifen:
    Gerichte haben festgestellt, dass es in Schleswig-Holstein unrechtmäßig war das Weihnachtsgeld der Beamten zu verwenden um den Haushalt zu sanieren. Tja, das Land zahlt es einfach nicht.

    Ich zitiere da gerne meine Oma ("Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus").

    Im Beispiel mit Memets Kollegen S. hat der Rest der Klasse nichts gesagt, S. hat Blödsinn geredet. Wieso bekommt S. dann eine schlechte Chemienote und der Rest, der schweigend wohlwollend dreinblickte, eine gute Note im Fach?


    So ein Quatsch, warum sollten der Rest sich nicht melden und die Lösung sagen? Wenn ein SChüler "zweifach positiv" sagt nehme ich das wahr (sei es im Plenumsgespräch nach einer Meldung, oder in Partnerarbeit "Murmelphase etc.", wenn sie sich austauschen). Wenn da ein Schüler sagt "Hab deine Mudda bei Minecraft gebaut" dann ist es schlicht die falsche fachliche Antwort. Daneben sitzen zwei Leute, die diskutieren "hmm, lag das an den Außenelektronen?" "Ich glaube die haben 2 Minus als Ladung...." "nee, die Elektronen werden doch abgegeben, das muss zweifach positiv sein" dann bekomme ich das mit und bewerte deren Aussagen. Die Aussagen aller Personen sind unterschiedlich nah am Ergebnis, die Aussage mit Minecraft ist halt am Thema vorbei. Das würde ich immer mit ungenügend bewerten.

    Es gibt sooooo unzählige Situationen, wo Schüler Leistung zeigen oder eben nicht.

    WEnn der Auftrag heißt, schreibt die Reaktionsgleichung für die Verbrennung von Ethanol auf und ich gehe herum und ich sehe in den Heften gute Ansätze, richtige Lösungen, dann bewerte ich das. Komme ich bei "Deine Mudda bei Minecraft" vorbei und es steht da nichts Brauchbares (und wie gesagt, ich teile Antimons Ansicht, dass die meisten Störenfriede da nicht auf einmal eine super Lösung stehen haben), dann ist es mangelhaft oder ungenügend.

    Störenfriede leisten im Moment der Störung eine fachliche Fehlleistung!
    Nur ein Bruchteil der Störer kann das kompensieren, indem sie doch noch tolle Leistungen zeigen in anderen Phasen der Stunde.

    Und ja, anders zu sehen sind Genies. Aber die haben die Lösung dann schon richtig und fertig stehen und das kann ja bewertet werden. Die brauchen mehr Herausforderung, das ist aber nur bei 1% der Störer die Baustelle.

    Achso, und übrigens, wenn ein (mögliches) Genie nie seine Leistung zeigt, sondern nur stört. Dann bekommt der auch mangelhaft.

    Nochmal, man bewertet in der Schule keine vermeintlichen Potentiale. Sonst müssten man nur nen IQ Test vorlegen. "Mein Sohn könnte ja...."

    Bewertet wird, was Schüler zeigen. Zeigt ein Schüler Störverhalten (STATT Leistung), dann ist es mangelhaft. In jedem Moment der Unterrichtsphase in der gestört wird, wird keine Leistung gezeigt.

    "Die Lehrerinnen sollen sich vor der von ihnen betreuten mehrtägigen Fahrt nach London nicht schriftlich über die Vorerkrankungen der teilnehmenden 60 bis 70 Schüler erkundigt haben. Denn dann hätten sie gewusst, dass die 13-jährige Emily seit Jahren Diabetikerin war, die regelmäßig Insulin spritzen musste. Auch das Mädchen und ihre Eltern haben den Angaben zufolge nicht auf die Erkrankung hingewiesen."

    Bitte was? Als Eltern informiere ich die Klassenleitung nicht darüber, dass mein Kind Diabetes hat? Und dann auch noch die Lehrer verklagen?

    "Der Zustand des Kindes hatte sich auf der Fahrt stetig verschlechtert, worüber mitreisende Schüler die Lehrerinnen informiert hatten. Bei entsprechender Kenntnis hätten die Pädagoginnen anders auf die Beschwerden reagieren und eine frühzeitige Aufnahme in ein Krankenhaus veranlassen müssen, so die Anklage. Das hätte laut Gutachten den Tod der Schülerin wohl verhindert."

    Und da sagt das Mädchen oder eine Mitschülerin nicht zu den Lehrkräften, dass sie Diabetikerin ist? Ihr geht es schlecht und sie weiß mit 13 Jahren nicht, dass ihr Blutzuckerspiegel vielleicht nicht in Ordnung ist, wenn sie langjährige Diabetikerin ist?

    Wir hatten auch eine Diabetikerin in der 5. Klasse, die war es erst seit einem Jahr. Sofort haben die Eltern uns Klassenlehrkräfte gebriefed, dass sie Diabetes Typ I hat und, worauf wir achten sollen. Weiterhin hatte das Mädchen einen Sensor, der automatisch anschlägt, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt und dann bekommen die Eltern sogar zuhause über App die Info.

    Achhhh warum verklagt man die Lehrkräfte in diesem Fall und nicht die Ärzte, die hätten wissen müssen, dass es solche Apps und Sensoren gibt? Hätten sie so etwas eingebaut, wäre das Kind nicht verstorben! Verklagen!

    Eltern, die es nicht mal für nötig halten die Lehrkräfte (und dann noch vor einer Klassenfahrt!!!) zu informieren, was die gesundheitliche Situation der Tochter ist.... nee ganz ehrlich, habe Null Verständnis für irgendein Urteil, das den Lehrkräften den schwarzen Peter (darf man das politsch noch sagen? Ist ja immer ein Minenfeld hier im Forum) zuschiebt.

    Naja mal wieder ein Grund, warum man Klassenfahrten strikt verweigern sollte.

    Ich bin kein Unternehmen, wenn ich eins wäre, würde ich störende Angestellte rauswerfen.

    Unter anderem deshalb funktionieren sehr viele Schüler im Arbeitsalltag später schon, während sie in der Schule (bei manchen KuK) frei drehen. Ich lese zwischen den Zeilen viel zu viel Nachsicht heraus bei respektlosem Verhalten.

    Und wenn einer das Lernziel in 5 min erreicht hat, dann ist das halt sehr gut, auch wenn die Stunde 45 min dauert.

    Wenn man das Lernziel in 5 Minuten erreichen kann, dann fragt mich, was in den anderen 40 Minuten läuft. Das Lernziel steht doch nicht als singuläre Kompetenz in einer Abschlussfrage am Ende der Stunde. Zu den zu erwerbenden Kompetenzen gehört doch eigentlich fast jede Minute etwas.

    Du sprichst es selber an:

    Es sei denn, wie irgendwo weiter oben angesprochen, es geht um Arbeit im Labor oder sowas, da ist das fachliche Lernziel vielleicht genaues Arbeiten während der ganzen Phase.

    Und das gilt doch für jeden Unterricht in jedem Fach? Ich meine ich bin keine Englischlehrerin, aber wenn ich z.B. if-clauses einführen würde als Grammatik und ein Schüler die grammatikalische Struktur sofort versteht, dann ist der Kompetenzerwerb doch noch nicht abgeschlossen. Klar hat er, wenn er es denn zeigt, da für diesen Teil (der Stunde) eine gute Fachnote verdient. Ich nehme an, an so eine Grammatikvermittlungsphase würden auch Partnerarbeiten anschließen, wo die sich gegenseitig so Sätze sagen sollen, um die Kommunikationskompetenz (mit der Grammatik mit anderen Menschen interagieren?) zu schulen. Besagter Schüler hat das Thema von mir aus verstanden, dödelt jetzt aber die ganze Stunde herum und brüllt auf Deutsch irgendwelche Dinge, die überhaupt nichts mit if-clauses zutun haben in der Phase, in der die SuS nun mit der Grammatik kommunizieren sollen. Dann hat der doch in der Phase das Lernziel eben absolut nicht (!) erreicht, völlig unabhängig davon, ob er sachlich die Grammatik verstanden hat. Man kann doch hier nicht argumentieren, der hat es verstanden, der könnte (!) es bestimmt anwenden und ihm deshalb auch in dieser Phase ei ne gute Note geben?

    Es gibt doch in jeder Unterrichtsphase in jedem Fach immer Kompetenzen zu erwerben und anzuwenden. Nur, weil ein Schüler manche Sachverhalte vielleicht schnell begreift, heißt das doch noch längst nicht, dass er alle Anforderungen in den Unterrichtsphasen erfüllt.
    Ich finde die Reduzierung der Mitarbeitsnote auf "hat das Thema sachlich verstanden" oder "hat das Thema sachlich nicht verstanden" extrem gefährlich.

    Und selbst dabei, es geht ja nicht nur ums Verstehen des Inhalts oder das punktuelle Liefern eines richtigen Ergebnisses, sondern auch ums richtige Ausführen. In Mathe bewertet man auch nicht nur ein richtiges Ergebnis was irgendwo kommentarlos hingeschmiert wurde, sondern auch den Rechenweg. Wenn es darum geht, dass der Arbeitsauftrag in Geo lautet, sie sollen ein Wirkungsgefüge gemeinsam aufstellen und auf einem Plakat visualisieren und der Schüler checkt es, aber anstatt es aufzuschreiben und am Plakat zu arbeiten rennt er durch die Klasse, dann ist das eben ein Zurschaustellen fehlender Kompetenz.

    Also ganz ehrlich, wenn in einem Unterricht ein Schüler nur 5 Minuten (!) braucht um all die geforderten Leistungsnachweise die verteilt sind auf alle die unterschiedlichen Unterrichtsphasen (Lösen von Aufgaben, fachlicher Austausch mit den Mitschülern , Visualisieren der Gruppenarbeitsergebnisse, fachliches Diskutieren der Ergebnisse mit einer anderen Gru ppe usw.) zu zeigen, dann ist da irgendwie der Unterricht falsch gestrickt.

    Ich meine ohne Frage, ein Schüler der innerhalb von 5 Minuten zumindest zeigt, dass er grundlegend etwas verstanden hat, ja, der bekommt für die 5 Minuten anerkennend eine gute Note. Aber 5 Minuten im Unterricht zu zeigen, ich habe das Thema sachlich verstanden, macht die 40 Minuten, in denen er z.B. Kommunikationskompetenz usw. zeigen sollte, nicht wett.

    Nochmal, schau in die Fachanforderungen, es werden so viele Kompetenzen geschult und gefordert. Und jede (!) Arbeitsphase, Austauschphase usw. ist eine bewertbare Phase.

    Stille Schüler, die z.B. in der Stillarbeit was Richtiges Aufschreiben, sich aber in der Diskussion später nicht beteiligen, bekommen in ersterer Phase eine gute Note, in zweiter Phase eine schlechte.

    Eine Schülerin, bei der es anders herum ist, bekommt die Noten vielleicht anders herum.

    Ein Schüler, der in beiden Phasen glänzt, bekommt beidesmal eine gute Note.

    Und ja, ein Schüler, der zwar alles checkt und das am Ende der Stunde sagen kann, aber das Plakat verweigert, nicht mit seinem Mitschülern fachlich diskutiert usw. bekommt nunmal keine gute oder gar sehr gute Note, nur, weil er einen Teilbereich eben toll gemacht hat.

    Ich sage es echt gebetsmühlenartig, in jedem Moment, wo ein Schüler Störverhalten zeigt, arbeitet er gerade nicht fachlich. Man kann es als Arbeitsverweigerung sehen oder man kann es als Fehlleistung sehen

    (L: "Nennt bitte die Ionenladung von Erdalkalimetallen!" S:"Alter, Mehmet, bei Minecraft habe ich deine Mudda nachgebaut"

    -> falsche Antwort!).

    Kommt darauf an, was das Ziel ist, würde ich sagen. Rollt der Ball nicht ins eigene Tor und die Spielerin steht im richtigen Moment parat, hat sie alles richtig gemacht.

    Wie realistisch ist das denn? Das klappt einmal in hundert Spielen. Und im Vergleich ist das der Schüler, der hochbegabt ist und mega brillant etwas lösen kann. Ja, wenn das kontinuierlich bei der Spielerin so klappt und sie jedes Mal parat steht und genau dann etwas Hervorragendes macht, okay, mag dann vielleicht nicht mangelhaft sein.

    Das wird aber in 999 von 1000 Spielen nicht der Fall sein ,wenn jemand pöbelnd auf dem Platz steht, sich nicht dafür interessiert wo der Ball (ähh Unterrichtsstoff) gerade ist. In den allermeisten Fällen wird genau dieses Verhalten eine schlechte fachliche Leistung nach sich ziehen und in dem Beispiel dafür sorgen, dass die Spielerin eben keine guten Aktionen für die Mannschaft macht.

    Das schaut sich ein Trainer genau ein Spiel an und dann gibts Konsequenz.

    Es sei denn es ist ein Lehrertrainer, dann ist es natürlich nur ein Verhalten und kein Ding der Leistung.

    Kommt darauf an, was das Ziel ist, würde ich sagen. Rollt der Ball nicht ins eigene Tor und die Spielerin steht im richtigen Moment parat, hat sie alles richtig gemacht. Sie muss nicht aufgeregt hin- und herrennen, um als produktiv wahrgenommen zu werden. Steht sie jedoch nur rum und macht nichts, ist die Leistung ungenügend.

    Ich habe mal einem hochbegabten Jugendlichen zugesehen, der 40 min Blödsinn gemacht hat, um dann das Ergebnis in den letzten 5 Minuten hinzukritzeln. Der Jugendliche hatte allerlei Probleme, die Leistung auf die Aufgabe bezogen war aber nicht schlecht. Er liest halt schnell, erfasst das Problem sofort und hat schlicht und ergreifend Zeit, Blödsinn zu machen, so nervtötend das für die Lehrkräfte auch sein mag.

    Also vielleicht kannst du ja so genau beobachten, dass du weißt, was im Kopf eines Kindes vorgeht, das auf einen Text schaut. Ich muss versuchen den Unterschied zu ermitteln, ob jemand nur nervt, weil er reinblökt oder ob er tatsächlich nicht den Text gelesen hat, den zu lesen die Aufgabe war.

    Joa, solche Fälle gibt es durchaus. Die sind aber statistisch extrem selten. Ein Bruchteil der SuS ist hochbegabt. Ein Bruchteil der Hochbegabten ist Störenfried.

    Aber zu diesem seltenen Fall: Der bekommt halt für 40 Minuten eine schlechte Note, und für 5 Minuten die 1 mit Sternchen.

    Was da am Ende bei herauskommt für die Stunde ist dann eine pädagogische Entscheidung der Gewichtung.

    Ich sage dem klipp und klar, die 5 Minuten waren eine 1+, der Rest war Arbeitsverweigerung.

    Wenn ich das zusammenrechne bekommst Du ein Ausreichend. Viel zu schlecht für das, was Du eigentlich kannst. Ich sehe, dass Du locker eine 1 haben könntest, Du verstehst Chemie richtig gut! Wenn Dir zu langweilig ist, bekommst Du gerne schwierigere Aufgaben, nicht als Bestrafung, sondern, weil Du das alles super verstehst! Ich finde es ja toll, dass Du das so gut lösen kannst, aber 40 Minuten Blödsinn ist keine Option.

    Es ist außerdem nach diesem neuen Kompetenzgedöns (und da ist mal dieser neue Kram auf meiner Seite) völlig falsch nur zu bewerten, ob er das richtige Ergebis hat. Es werden so viele Kompetenzen mehr geschult als die Sachkompetenz und auch die ganzen anderen Kompetenzen zählen in die Mitarbeitsnote.

    Dieser Fall ist ein Fall von Unterforderung und daraus resultierendem Störverhalten. Meiner Meinung nach für unter 1% allen Störverhaltens verantwortlich. Über 99% der Störenfriede sind fachlich keine unterforderten Überflieger.

    Und wie gesagt, ja, wenn ein Schüler viel stört und trotzdem auch Leistung bringt, dann wird das ganze verrechnet. Ist doch völlig logisch?
    Erkläre mir den Unterschied dazwischen einem Schüler in einer Unterrichtsstunde, wo er sehr gut Mitarbeitet und Lösungen bringt, eine 1 zu geben und diesem in einer Unterrichtsstunde, in der er sich komplett verweigert und die Aufgaben nicht macht, nichts im Heft hat, eine 6 zu geben... im Vergleich zu einer Benotung innerhalb einer Unterrichtsstunde, in dem der Schüler in einem Teil der Stunde gar nichts macht, im andereren Teil aktiv arbeitet und sehr gut arbeitet? Das ist doch nur eine Frage des Zeitintervalls?

    Wenn ich meine Noten aus der Ferne, also nicht für jede Stunde, sondern mit Überblick mache, um, wie hier so manche sagen, einen Gesamteindruck zu bewerten, weil ich einen Schüler ja nicht ständig beobachte in jeder Situation, dann macht mein Hirn genau das! Das addiert sämtliche Leistungseindrücke aus dem teilweise unterbewussten Gedächtnisbereich (deshalb, Bauchgefühl bei der Bewertung, das wir alle haben) zusammen.

    Das ist nichts anderes.

    Und um es noch einmal ganz deutlich zu betonen: Der Fall, dass jemand 40 Minuten stört und Mist macht und in 5 Minuten ein mit Note 1 bewertbares Ergebnis vorzeigt ist der absolute Ausnahmefall. Und selbst den werte ich notentechnisch runter (und bespreche das mit ihm), aber natürlich nicht auf ein Mangelhaft.

    Aber all die ganzen Störenfriede, die fachlich nichts anzubieten haben und nur stören, die bekommen eine 5. Das sind pro Klasse meist nicht viele. Aber wenn alle KuK die paar wenigen Kandidaten, die es in den Klassen immer gibt, auch deutlich so benoten würden, dann wäre es nicht mehr so ein Durchgeschleife. Und dann würde auch das Verhalten komplett anders werden. Aber es droht ja für viele SuS keine Gefahr, weil KuK keine 5 geben, weil sie Angst vor den Eltern haben, Angst haben es würde auf ihren eigenen Unterricht zurückfallen, Angst haben ein schlechter Pädagoge zu sein, Angst haben von KuK (wie hier im Forum) angegangen zu werden, weil sie angeblich das Verhalten bewertet hättet anstatt die "fachliche Leistung".

    Zum Glück gibt es ja mittlerweile auch die anderen Kompetenzbereiche. Selbst wenn einer fachlich nicht komplett doof ist, so kann er durch sein Störverhalten in den anderen Kompetenzbereichen (und sei es Kommunikation, denn da geht es um den aktiven Austausch über fachliche Inhalte in Fachsprache) nicht über mangelhaft hinauskommen. Wer die ganze Stunde nicht über Chemie spricht, auch nicht in Partnerarbeitsphasen, wo sie sich über die Aufgabe austauschen sollen, sondern da nur stört und herumalbert, der hat auch diese Kompetenz in der Stunde nicht erreicht.

    Sowas von gut begründbar einem Störenfried eine schlechte Mitarbeitsnote zu geben.

    Hört ihr euch eigentlich selber? Der stört 40 Minuten und soll eine gute "Mitarbeitsnote" bekommen . Ja wo hat denn der Störenfried mitgearbeitet? Ich soll das Verhalten nicht bewerten. Aber die Mitarbeit? Welche Mitarbeit?
    Diese Ansicht man könne Störverhalten nicht als schlechte Mitarbeit bewerten.... ist einfach.. .verrückt. Das kann auch nur von Lehrern kommen.

    Jeder Chef, jeder Ausbilder usw. würde so jemandem ein fucking schlechtes Arbeitszeugnis austellen.

    (Und bevor du damit kommst, ja einer von tausend mag in der Arbeit nur rumdödeln und dann brillant in 5 Minuten was reißen, was das Unternehmen mehr voran bringt, als andere, die 8 Stunden konzentriert mitarbeiten. Aber das ist ein verdammter Ausnahmefall.

    Alle anderen "Störenfriede" br ingen dem Unternehmen nichts. So bringen auch fast alle Störenfriede in der Schule eine hundsmiserable Mitarbeit.
    Wenn sie sehr klug sind, dann verrechnet sich eine gute Klausurnote damit und sie bestehen trotzdem, ja. Aber wenn das eben nur mäßig ist... und tschüss!

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