Ich erwarte tatsächlich von Eltern, dass sie es (beim "normalen" Durchschnittskind) schaffen, dass ihr Kind sich ein paar Stunden am Tag so beschäftigt, dass es keine permanente Aufsicht benötigt.
Ich erwarte das auch. Aber du siehst, wie sich Kinder in der Schule, selbst am Gymnasium verhalten. Ja, es gibt ganz viele gut erzogene, tolle Kinder, das will ich gar nicht in Abrede stellen (sonst hätte ich bereits das Handtuch geworfen, wenn es die nicht gäbe). Das sind Kinder, die sich bestimmt selbst beschäftigen können oder noch auf ihre Eltern hören. Das sind nicht einmal alles stille Kinder, die ich meine. Auch lebhafte Jungs, die sich aber an Grenzen halten. Ich wüsste bei meinen Klassen genau, wer ein Problemkind ist und, wer vermutlich zuhause gut mit der Situation umgeht.
Es gibt aber auch so viele unerzogene Nervensägen und genau die sind es, die jetzt mal ihren eigenen Eltern auf den Keks gehen anstatt den Lehrern. Mich fragt bei solchen Kindern im Unterricht immer, wie die Eltern das wohl aushalten. Jetzt weiß ichs. Sie halten es nicht aus.
Stellen sich dann aber übrigens auf die Hinterbeine, wenn man sagt, dass das Kind sich im Unterricht fehlverhält.
Ab und an habe ich mal den Neffen da, ein toller Junge aber auch energiegeladen. Das ehemalige (Umzug) Nachbarskind würde ich keine 5 Minuten beaufsichtigen wollen. Schrecklich. Aber das wunderte mich bei den Eltern auch gar nicht. Ich wette, dass es in der Familie mit dem Home Office auch überhaupt nicht klappt.
Aber was ich normal nicht nachvollziehen kann, wenn Kinder in die Notbetreuung sollen, wenn Eltern Homeoffice bekommen.
Für mich auch nicht nachvollziehbar.
Ich habe heute erfahren, dass meine Familie die fast 90-jährige Oma zu Ostern besuchen will (sie wohnt allein). Ich war total sprachlos
Was spricht dagegen mit der Oma eine Telefonkonferenz zu machen? Oder: Ich habe heute in den Social Media gesehen, wie einem 90. Jährigen von der gesamten Familie gratuliert wurde, indem sie aus der Entfernung gewunken haben und nette Plakate hochgehalten haben. Er hat sich sichtlich gefreut über den Autokorso der Verwandtschaft. Das nenne ich einen guten Kompromiß von Wertschätzung und Infektionsschutz.
Ich sehe es aber auch immer wieder in der Umgebung, dass gerade auch die Risikogruppe sehr zu sozialen Kontakten neigt. Einerseits verständlich, dass die alten Leute auch gerne Sozialkontakte haben. Andererseits fragt man sich dann immer, ob denen so wirklich bewusst ist, was das Risiko bedeutet.
Schwierige Situation, also ich würde versuchen der Oma auf anderem Wege Wertschätzung zum Geburtstag zuteil werden zu lassen.