Beiträge von Firelilly

    Jedoch geht es mir weniger um die Umsetzung, als eher um die Frage, wieso so etwas offensichtlich nicht standardisiert ist. Unterschiedliche Vorgehensweisen führen immer zu Ungleichbehandlung und das sollten wir vermeiden.

    Ungleichbehandlung, weil nicht alle eine "standardisierte Methode" verwenden um ordinalskalierte Werte zu verrechnen, die man eh gar nicht sinnvoll verrechnen kann? :pfeifen:
    Dann sag mir doch mal, in welchem mathematischen Verhältnis man ein Plakat im Verhältnis zur sachgemäßen Arbeitsweise beim Experimentieren (in einer Woche, im Monat ?) gewichten sollte so als Standard?
    Und in welchem standardisierten Verhältnis wird dann eigentlich der 4 Minuten dauernde Kurzvortrag zum Stundeneinstieg (für den aber 5 Minuten ausgemacht waren, und bei dem das Thema nicht vollständig erfasst wurde, aber dafür optisch eine echt tolle PP-Präsentation geboten wurde) mit den letzten fünf Meldungen, die zweimal grundlegend richtig waren, aber oberflächlich blieben, einmal grundlegend falsch, einmal genau auf den Punkt (aber nur Anforderungsbereich 1 bei der Frageschwierigkeit beinhalteten) und einmal im Anforderungsbereich 2 mittelmäßig gut beantwortet wurden. Wie kommt das denn in deine Excel Tabelle rein?


    Eine Note wird und muss immer eine individuelle, vom Lehrer begründete Entscheidung sein. Sie basiert auf vielen einzelnen Eindrücken, die ein Gesamtbild ergeben, aus dem eine pädagogische Note entsteht. Da ist nichts mit exakt oder standardisiert ausrechnen.
    Du wirst hinnehmen müssen, dass du, oder deine Tochter / dein Sohn eine schlechte Zeugnisnote bekommen hast / hat.
    Ein Lehrer bist du nicht.

    Ist es für euch kein Problem, das sogar innerhalb der gleichen Schule, wie z.B. anhand der im zweiten Beitrag verlinkten Forumsbeiträge erkennbar, keine einheitliche Vorgehensweise herrscht oder das Kollegen gar nicht wissen, wie die Vorschrift lautet oder wie man korrekt rechnet?

    Es gibt kein korrektes Rechnen, da man Noten nicht miteinander verrechnen kann. Stichwort: Ordinalskala

    https://wissenschafts-thurm.de/grundlagen-der…-kardinalskala/

    Aus diesem Grund schaue ich mir die gesammelten Noten eines Schülers an und begründe dann pädagogisch, welche Zeugnisnote er erhält. Da ich mir auch immer notiere, wofür es die Noten gibt (Plakat, schriftl. Wiederholung, Langzeitbeobachtung der Mitarbeit über mehrere Wochen) kann ich selber überlegen, welche Noten ich da stärker und welche ich weniger stark gewichte in meiner pädagogischen Entscheidung.
    Selbstverständlich achte ich darauf, dass ich keine Noten über- oder unterbewerte, aber ich würde nie auf die Idee kommen die Noten miteinander zu verechnen.
    Ich bin gelinde gesagt schockiert, dass man in Bayern Noten verrechnen soll?! Hat denn dort noch niemand davon gehört, dass Noten ordinalskaliert sind?
    Und ich dachte bislang immer, dass die Bayern in so vielen Dingen einfach klüger sind. Dass denen als gesamtes Bundesland so ein Schnitzer passiert ist ja unglaublich.

    Ich finde das auch irgendwie erstaunlich. Egal bei welchem Amt ich mit Beamten zutun hatte, sie alle hatten die Ruhe weg und ließen sich nicht stressen.
    In einer Seelenruhe wurden da auf dem Amt morgens gefrühstückt, während wir im Warteraum angespannt mit den Füßen scharrten. Man muss Nummern ziehen und, wenn man dann in den Raum kommt, sitzt da jemand, der alle Tätigkeiten in einer Langsamkeit und Gemächlichkeit ausführt, dass das an eine Gehmeditation erinnert. Den interessiert gar nicht, wie viele da draußen noch sitzen und warten. Im Zweifel müssen die halt morgen wiederkommen.
    Alles erlebt!

    Warum machen wir Lehrer das nicht auch? Gehen in Seelenruhe zum Unterricht, der dann eben etwas später anfängt. Nein, es hat geklingelt, halbes Brot noch im Mund, schnell rausstürmen aus dem Lehrerzimmer... schnell den Arsch abwischen auf Toilette, Unterricht geht los, Aufsichtspflicht geht vor Darmentleerung!

    Warum vertrösten wir nervige nicht Eltern mit "dafür bin ich nicht zuständig" oder lehnen ein Gespräch erstmal ab und vergeben einen neuen Termin irgendwann einmal später. So machen das doch auch andere Beamte und die haben auch alle nicht solche Stresskrankheiten. Nein, es ist ja bestimmt dringlich, da müssen wir noch abends zurückrufen.

    Man könnte noch hunderte Beispiele bringen, wie es andere Beamte schaffen ein angenehmes Leben zu führen, während sich Lehrer gegenseitig oder sich selbst Stress bereiten. Oftmals in Form eines Schulleiters.

    Richtig. Mir ist das schleierhaft, wie prinzipiell gesunde Leute grundsätzlich mehrere Tage pro Monat fehlen können. Aber da sitzt halt morgens der Pups quer - und dann wird sich krankgemeldet.

    Schon mal drüber nachgedacht, dass die Leute vielleicht eben nicht prinzipiell gesund sind?! Chronische Krankheiten, die sie so empathischen Menschen wie dir nicht gleich auf die Nase binden? Vielleicht auch einfach immer mal wieder ein Infekt... in einem Beruf, wo hunderte wahre Bakterien- und Virenbrutkolonien auf einen Raum zusammengepfercht werden?

    Du scheinst selten krank zu sein, nicht wahr? Erinnert mich an einen Seminarleiter, der damit rumtönte, dass er in so und so viel Dienstjahren noch nicht einmal richtig krank war und das recht explizit auch von anderen erwartete.
    Der hat das mit ganz ähnlichen Worten wie du bagetellisiert mit deinem "sitzt halt morgens der Pups quer". Empfand ich als sehr widerlich solche Sprüche.
    Vor einem halben Jahr habe ich erfahren, dass der Mann an Krebs erkrankt ist. Ob ihn das etwas lehrt?

    der fall mit der "kranken", korrgierenden kollegin zeigt vor allem, wie krank die aktuellen gegebenheiten sich gegenüber leuten mit korrekturfächern verhalten

    So ist es!

    Zum Glück hat der Chef das dann selbst gemerkt. Die Folge war, dass sie nun nicht mehr nach jeder Klassenarbeit fehlte, sondern nur nachdem sie mehrere geschrieben hatte, dann eine Woche (mit Attest).

    Schon einmal darüber nachgedacht, dass eine Kollegin mit zwei Korrekturfächern, wenn sie mehrere geschrieben hat und die alle korrigiert, vollkommen überlastet ist? Kein Wunder, dass man bei so einer Belastung krank wird.
    Wie soll man bitte mehrere Klassenarbeiten korrigieren, nebenher unterrichten, Fachkonferenzen besuchen, Elterngespräche führen, Unterricht vorbereiten, Schulentwicklung betreiben, Klassenfahrt planen, [insert 1000 other things] und dabei bei Gesundheit bleiben?
    Nur, weil viele, die das ebenfalls nicht schaffen würden, freiwillig ihr Deputat reduzieren um das irgendwie zu bewältigen, heißt es nicht, dass sie das auch so machen muss. Sie arbeitet vielleicht so lange wie es noch geht und wird dann krank (überlastet, depressiv, burnout, fängt sich einen Infekt ein wegen des stressreduzierten Immunsystems, whatever).

    Ich beobachte es in meinem Kollegium, es ist sinnvoller sich mal einen Tag mit Erkältung etc. als Auszeit zu nehmen und dann nächsten Tag wieder fit da zu sein, als nicht auf seine eigenen Grenzen zu hören und dann eben gleich für eine Woche auszufallen. Ich weiß nicht, ob sich der Chef da etwas Gutes getan hat, wenn die Kollegin nun anstatt eines Tages nun eine Woche fehlt.
    Bei mir ist es ähnlich, bleibe ich ohne Attest zwei Tage zu hause, dann bin ich meist fit am dritten Tag. Gehe ich zum Arzt, fehle ich eine Woche (mit Attest).

    Gerne auch hier nachzulesen: Teilzeit bekommt es voll bezahlt:

    Gilt mal wieder nicht für SLH, dort werden die Teilzeitkräfte regelrecht gemolken.


    Mein Verdacht ist, dass die Bezirksregierungen dazu den Schulleitungen Weisungen geben.

    In SLH wird es so eine Anweisung auch geben, anders ist das nicht zu erklären. Das wird ganz gezielt praktiziert in Schleswig-Holstein.
    Ihr lebt in euren Bundesländern echt in einem Lehrerparadies scheint mir, zumindest verglichen mit SLH.

    Gönne ich ihr alles. In echt strotzt sie vor Leben, gibt Kurse nach Robert Beetz und Entspannungskurse am WE in einer Entspannungsoase. Alles unter ihrem Echtnamen und auf Facebook sieht man auch wie sie wie das blühende Leben ihr Leben genießt dank der ermäßigten Stunden und trotzdem guten Bezahlung. Ist da nicht jeder dumm, der es anders macht?

    Das zeigt einfach mal wieder, dass die Pflichtstundenzahl viel zu hoch ist. Wie viele Kolleginnen und Kollegen kenne ich, die in Teilzeit arbeiten, weil sie aufgrund des Pensums sonst kein glückliches Leben mehr hätten.
    Der Unterschied ist, dass diese dann in Teilzeit wenig Geld verdienen und deshalb immer noch nicht wirklich glücklich sind.
    Bei deiner ehemaligen Kommilitonin stimmt (aufgrund der teilweisen Dienstunfähigkeit) das Verhältnis aus Arbeit und Gehalt und siehe da, sie ist das sprühende Leben.
    Genau so müsste der Beruf eigentlich sein, Pflichtstunden um 50% runter und 75% Gehalt. Oder 25% Pflichtstunden runter und dafür 100% Gehalt. Die Lehrer wären das sprühende Leben, hätten die Kreativität und Ressourcen um guten Unterricht zu planen und so weiter.

    Leider ist die Realität ohne solche wohlwollenden Ärzte so, dass eine Reduktion des Gehalts um 25% die Arbeit vielleicht um 10% reduziert. Das liegt an den unteilbaren Aufgaben und der überproportionalen Mehrbelastung von Teilzeitkräften. Das ist ein Grund, warum viele (so wie ich) sich denken, dass sie dem Staat nichts schenken wollen und dann Vollzeit arbeiten, obwohl es die Work/Life Balance ziemlich kaputt macht.
    Dafür verdienen wir eben einfach zu wenig, dass sich so etwas lohnt. Reduzieren ist halt keine Option, weil man als Teilzeitler massiv Geld verschenkt und man dann zwar mehr Zeit zum Leben hat, aber überproportional Gehalt verliert.

    Es sind diejenigen, die am besten geschützt sind und sofort und proportional mehr Geld kosten. Es gibt ja mal Zeiten, wo die Bezirksregierungen nicht besonders erfreut gucken, wenn die Kosten für die Vertretungen durch eine übermäßige Beanspruchung der TZ-Kräfte (und nicht eine "gerechte" Verteilung auf alle Lehrkräfte) in die Höhe steigen.

    Oh, moment, du gehst davon aus, dass die Teilzeitkräft oder auch Vollzeitkräfte Vertretungsstunden bezahlt kriegen?
    Das läuft so, ab dem Moment, wo man einen Antrag wegen Mehrarbeit dabei hat, dann bekommt man nur noch exakt so viele Vertretungsstunden, dass man sie nicht einreichen kann. Aber dieses Limit wird dann immer ausgereizt.
    Und einen Stundenplan, der sich gewaschen hat. Deshalb reichen viele Kollegen das gar nicht als Mehrarbeit ein.
    Gezielt werden die Vertretungsstunden über dem Limit auch an KuK gegeben, die noch in der Probezeit sind, oder an welche, die sichtbar Ambitionen auf A14 haben. Da geht man in der SL davon aus, dass sie keine Mehrarbeit einreichen werden und liegt damit auch bei den meisten richtig.
    Am besten geschützt? Wie sollen TZ-KuK vor einem Stundenplan mit vielen Hohlstunden geschützt sein? Die sind Freiwild wie andere auch. Man gibt ihnen einen freien Tag und kann den immer als Argument ranziehen, warum jemand dann acht Freistunden hat. Solche Gespräche habe ich mehr als einmal überhört. Da wird es so verkauft, als sollten sie noch dankbar sein überhaupt einen freien Tag zu haben, wenn sie auf mehrere Hundert Euro pro Monat verzichten.

    Richtig, für sowas ist der Amtsarzt Amtsarzt.

    Ich kann das immer noch nicht so ganz glauben, dass das wirklich so abläuft. Der Amtsarzt (bzw. dann das Land als Versicherer?) macht sich doch offen gegenüber Klagen im Millionenhöhe, wenn der Amtsarzt einen krankgeschriebenen Lehrer in den Dienst schickt, der einen Schwindelanfall erleidet und Brom über sich oder Schüler schüttet. Oder allein auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall hat, angibt, dass er sich gesundheitlich nicht fahrtauglich fühlte, vom Arzt auch krankgeschrieben wurde, aber der Amtsarzt ihn "gezwungen" hat (geh zur Arbeit oder werde aus dem Dienst suspendiert) trotz Krankschreibung zu arbeiten. Da reicht doch dann ein "Ich hatte wieder eine Migräneattacke und habe dann die Kontrolle verloren und mein Auto in die Menschenmenge gefahren".
    Das gibt doch Klagen in Millionenhöhe, ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Amtsarzt riskiert.

    Ich empfinde unbezahlte Bereitschaften als Zumutung und meiner Meinung nach müssten diese auch bezahlt werden, auch wenn sie nicht beansprucht werden.

    Bei uns regelt die Schulleitung das "geschickt", indem sie einfach viele Freistunden in die Stundenpläne baut und das Ganze mit Kopplungen von Kursen begründet.
    Als Vollzeitkraft habe ich es da noch ganz gut mit durchschnittlich 5 Freistunden pro Woche mit 5 Arbeitstagen, die Teilzeitler trifft es schlimmer, die erreichen bei uns immer die Maximalwerte an Freistunden.
    (Begründung: Ihr habt ja einen freien Tag, um den zu ermöglichen habt ihr nun also 7 bis 8 Freistunden an den übrigen vier Tagen).
    Und zack: Hat man schön viel Vertretungsmöglichkeiten

    Es reicht ja wenn Leute Fotos auf Instagram oder Facebook veröffentlichen, wenn sie von jemandem dort gesehen werden... wir haben auch schon Schülern nachweisen können, dass sie auf einem Festival waren und nicht krank. War halt blöd, wenn der Lehrer frei hat und auch da ist.

    Und doof hätte auch sein können, dass der Schüler sich ein paar Monate später das Leben genommen hat, weil er doch nicht gegen die Depression ankam, für die er krankgeschrieben war.
    "Versuchen Sie unter Leute zu kommen, unternehmen Sie etwas mit Freunden, aber liegen Sie nicht im Bett rum!"
    "Hey, XY, willst du mit aufs Festival kommen? Komm schon, du versauerst sonst noch zuhause!"
    Ja, vermutlich ist Blaumachen in dem Fall wahrscheinlicher, aber man sollte mit Urteilen sehr vorsichtig sein. Es gibt auch Krankheiten, die sieht man nicht körperlich.
    Wenn ich unter eine Klausur mangelhaft schreibe, dann wünsche ich mir, dass man meinem Urteil vertraut. Wenn ein Arzt jemanden krankschreibt, dann sollte man dem auch vertrauen.
    Gerade in der heutigen Zeit mit dem Druck sind psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch. Mal eben jemanden anschauen und sagen "Der sieht mir aber gesund aus, warum kommt der denn nicht zur Arbeit" wird den Abgründen nicht gerecht, in denen sich viele Menschen befinden.
    Aber Lehrer wissen das natürlich wieder besser.

    Zumindest das VG Trier hat am 22.09.2015 in einem Fall festgestellt, dass bei amtsärztlich festgestellter Dienstfähigkeit der Nichtantritt des Dienstes trotz privatärztlicher Dienstunfähigkeitsbescheinigungen zur Entfernung eines Beamten aus dem Dienst führen kann.

    Moment, ein Lehrer bekommt von einem Arzt eine Dienstunfähigkeitsbescheinigung und wird aus dem Dienst entfernt, weil er seinen Dienst nicht antritt?
    Das Urteil musst du verlinken, das schreit ja nach Skandal.

    Also jetzt mal ganz ehrlich, wenn man krank ist und ein Arzt einen krank schreibt und man dann zum Amtsarzt geschleift wird, der quasi das Urteil des Arztes aufhebt und zur Arbeit schickt....
    Man stelle sich mal vor, man erleidet dann einen Schwindelanfall, während man mit der Bromflasche hantiert und es kommt zu einem Unfall mit Personenschaden.
    Und dann steht da eine bereits ausgestellte Dienstunfähigkeitsbescheinigung im Raum, die aber von einem Amtsarzt aufgehoben wurde....

    Sorry, aber andersherum wird ein Schuh draus. Dienstlichen Anordnungen ist zunächst Folge zu leisten, außer sie sind offensichtlich rechtswidrig.
    Zweifelt man deren Rechtmäßigkeit an, ist man zur Remonstration verpflichtet und muss diese bei Aufrechterhaltung der Anweisung dennoch befolgen.

    Und genau da liegt im Lehrerberuf das riesige Problem. Unter dem Deckmantel der Dienstpflicht kann der Schulleiter nahezu alles an Mehrarbeit anordnen. Man wird keinen Gesetzestext finden, der einen davor schützt. Es ist nicht rechtswidrig Teilzeitkollegen einen Stundenplan mit übermäßigen Hohlstunden zu verpassen, es ist nicht rechtswidrig Lehrer ohne Ausgleich am Wochenende für den Tag der offenen Tür einzubestellen und so weiter.
    Man hat als Lehrer keinerlei Schutz vor Anordnungen, denn die Rechtslage ist so, dass nahezu alles Dienstpflicht ist, was der Schulleitung einfallen könnte.

    Unabhängig vom Gehalt:

    Die Fluglotsen in dem Artikel müssen regelmäßige, lange Pausen machen, weil sie immer hochkonzentriert sein müssen und in kürzester Zeit viele Entscheidungen treffen müssen.
    Mal abgesehen davon, dass ich durchaus finde, dass Fluglotsen mehr Verantwortung finden. Die Stressbelastung durch diese 100% geistige Anwesenheit und die vielen Entscheidungen ist tatsächlich vergleichbar mit dem Lehrerberuf. Das kann man eben nicht mit einem Bürojob vergleichen, wo man mal rumträumen kann.
    Ich halte es für unzumutbar, dass Lehrer so viele Stunden unterrichten müssen. Wenn man bedenkt, dass bei 6 Schulstunden am Stück ganz realistisch ofmtals Null Minuten Pause dazwischen sind (denn wir wissen alle, was in den "Pausen" abläuft), in Verbindung mit diesem hohen Level an benötigter Aufmerksamkeit und der Anzahl an Entscheidungen, dann sollte man schon mal überlegen, ob da nicht einmal etwas reformiert werden sollte.
    Kraftfahrer haben ihre vorgeschriebenen Pausen / Lenkzeiten, Fluglotsen machen laut Artikel richtig lange Pausen und arbeiten netto wenig, aber Lehrer schickt man gerne mal in Schultage mit 6 Stunden Unterricht am Stück ohne Pause, und danach noch schön Konferenz oder am Abend Elternabend.

    Immer wenn man ezwas "zusätzlich" macht, muss etwas anderes liegen bleiben. Zu oft ist das die Unterrictsvorbereitung.

    Leider gestaltet es sich in den allermeisten Fällen so, dass nichts Schulisches liegen bleibt, sondern Privates. Beobachtet bei unzähligen KuK und selbst bei mir. Und ich bin nun, wie man mir sicher leicht glaubt, jemand, die stark auf so etwas achtet. Aber auch mir ist das Kerngeschäft wichtig und Unterrichtsvorbereitung wird doch noch irgendwie gemacht dann.
    Das Phänomen, dass die Schulleitung locker solche Zusatzdinge anberaumen kann und es eben keinen merkbaren Effekt auf die übrige Arbeit gibt, ist aus meiner Sicht total verbreitet. Und das wissen auch Schulleitungen und setzen das bewusst (oder vielleicht auch einfach unbewusst) ein.

    Der SL kommt nur deshalb auf eine derart absurde Idee, weil den Nutzen viel zu hoch und die Kosten viel zu niedrig abschätzt. Das kriegt man dann besonders gut hin, wenn man sich über beides keine Gedanken macht.

    Oder eben zu der Erkenntnis kommt, dass nahezu keine Kosten anfallen, weil die KuK trotzdem "funktionieren".

    Schöner wäre es in dem Beruf, wenn man einfach die Zeiten abrechnen könnte. Ein Abenddienst dann vielleicht sogar mit einem gewissen Faktor davor wegen er Zeit.
    Dann würde ich für einen angemessenen Stundenlohn sogar sehr gerne "herumstehen und optische Präsenz" zeigen. Aber genau dann würde die angesprochene Kosten / Nutzen Rechnung für die SL eben nicht mehr aufgehen.

    Keiner bezahlt Akademiker in Stückzahl eines Gesamtkollegiums zum Herumstehen. Sehr wohl lässt man aber gerne ebendiese KuK antanzen, wenn man sie durch das Zauberwort "Dienstpflicht" quasi in ihrer Freizeit dazu bringen kann -> Kostenneutral

    Ganz toller Beitrag Lamaison, kann ich total nachvollziehen. Gerade dieses 100% da sein im Unterricht. Wie oft hat mein Ex erzählt, dass er sich in meetings gelangweilt hat. Ich wäre froh einfach mal tagträumen zu können.
    Es ist ja nicht so, dass Unterricht keinen Spaß bringen kann. Ich habe eine total chemieinteressierte Neunte Klasse, da gehe ich furchtbar gerne rein. Trotzdem strengt mich auch solcher Unterricht enorm an, man muss präsent sein, man muss ihn erstmal vorbereiten und so weiter. Kein: Ich gehe heute einfach mal so zur Arbeit und arbeite meine Routinesachen ab. Immer planen, immer im Mittelpunkt.
    Es gibt sicher auch vergleichbare, anstrengende Jobs. Aber es gibt auch einen riesigen Haufen an Jobs, bei denen man nicht diesen Stress und Anspannung hat.
    Du schreibst es ja auch, Burnout usw.
    Warum ist das im Lehrerberuf so oft der Fall? Weil der Beruf so extrem anstrengend ist, so viele Menschen gleichzeitig.
    Kein Wunder, dass (die meisten) anderen akademischen Berufe gesundheitlich nicht so belastend sind.

    Eigentlich dürfte man als Lehrer gar nicht 42 Stunden die Woche (im Mittel) arbeiten, weil eine Lehrerstunde einen ganz anderen Faktor bekommen müsste.
    Ich denke da nur z.B. an Profisportler. Denkt ihr, dass die 8 Stunden täglich durchtrainieren? Nein, der Körper benötigt auch Regeneration und in dem Beruf ist es eben so, dass man nicht 8 Stunden täglich durchgängig Fußball spielen kann, während man auf dem Amt eben 8 Stunden täglich arbeiten kann.
    Eigentlich müsste jedem klar sein, dass man bei der psychischen Belastung eines Lehrers niemals 42 Stunden für Beamte pro Woche ansetzen dürfte! Macht man aber und das Resultat sind die von Lamaison beschriebenen, gesundheitlichen Folgen.

Werbung