Du Überträgst die Haftung für die Handlung von zwei oder drei Deppen auf eine ganze Klasse.
Ich sage meinen Klassen von Beginn, dass sie bei mir keine Kleinigkeiten verpetzen sollen. Bei ernsten Dingen (und die definiere ich ich zu Beginn, wenn ich eine Klasse übernehme) erwarte ich eine Selbstanzeige, die ich dann strafmindernd bewerte. Das hat bislang erstaunlich gut geklappt, im Endeffekt haben sich dann doch immer diejenigen dazu bekannt.
Weiterhin sage ich, dass die Klasse bei ernsten Dingen die Pflicht hat zu helfen, dass die Täter ermittelt werden. Sei es, dass sie diese überzeugen es zuzugeben oder es mir sagen.
Ich sage, dass wenn z.B. etwas größeres zu Bruch geht und sich keiner selber dazu bekennt oder ermittelt werden kann, dann die ganze Klasse als Gemeinschaft dafür aufkommen muss. Das ist denen von Anfang an klar und deshalb achten die auch ganz anders auf Dinge. Das führt aber gar nicht unbedingt dazu, dass Leute kritisch beäugt und verpetzt werden, sondern eher dafür, dass sich die Leute bekennen. Denn irgendwie wollen sie den anderen dann doch nichts reinwürgen, indem die dann mit drin hängen.
Für mich ist eine Klasse eine Gemeinschaft, die eben auch gemeinsam verantwortlich ist. Sie haben Sorge zu tragen, dass nichts zu Bruch geht und wenn diejenigen dafür gerade stehen.... dass niemand gemobbt wird, denn auch dann sind alle schuld. Auch die, die nur zusehen und "nichts gemacht haben". Die verknacke ich dann gleich mit, eben weil sie nichts gemacht haben. Wer nichts dagegen macht, macht mit. Bislang hat es da noch nie Beschwerden wegen "Kollektivstrafe" gegeben, denn die wissen bei mir von anfang an, dass sie als Gemeinschaft gemeinsam verantwortlich sind.