Das Gehalt empfind ich übrigens auch als Frechheit. Ich seh mich schon wieder die 1,5 Jahre im Älternhaus und ich weiß nicht ob ich es dann nervlich durch die Nachuntersuchung schaffe
Bei mir war es besonders bitter, weil meine damalige Liebe zeitgleich mit dem BWL Studium fertig war und ähnlich gute Noten hatte, wie ich in meinen Fächern. Ihm ermöglichten die guten Noten eine tolle Stelle direkt nach dem Studium, mit Personalverantwortung und einem Einstiegsgehalt direkt nach dem Studium, wovon ich als armer Reffi nur träumen konnte und meine Noten eigentlich vergebene Liebesmüh waren.
Psychisch extrem belastend für mich, er als Chef über ein paar Leute, mit Sekretärin (allerings nicht nur für ihn alleine, aber immerhin), die er mit Verwaltungsaufgaben betrauen konnte und eben einem Gehalt, dass er uns einen guten Lebensstandard bieten konnte. Klar hat er auch noch übergeordnete Chefs gehabt und da mal Druck bekommen, allerdings fühlte er sich durchaus selber als Chef, eben über seine kleine Abteilung. Dies war eine Perspektive, die ich als Lehrer, auch wenn ich für eine Lerngruppe verantwortlich war, so nie empfinden konnte, denn es sind ja auch irgendwie nur Kinder. Man fühlt sich da nicht sonderlich wichtig, eher wie ein besseres Kindermädchen, das eben noch ein paar Dinge beibringt.
Auch war es alles andere als schön immer zu hören "Komm Schatz, ich zahl das", denn den Nebensatz "Du verdienst ja fast nichts als Referendar" hat man sich zwischen den Zeilen immer selber gedacht. Und dann die mitleidigen Blicke, wenn er zur Weihnachtsfeier auf Firmenkosten mit dem Taxi abgeholt wurde und zu einem tollen Buffet fuhr, während ich für unsere dödelige Weihnachtsfeier gar selbst noch zahlen musste (als Reffi immerhin nur die Hälfte, hahaha!).
In Erinnerung geblieben ist mir auch, wie ich in einer Jugendherberge eine Klassenfahrt begleitete und über den Fraß, die ollen Betten und die Dusche auf dem Gang moserte und er keine 4 Wochen später zur Fortbildung beordert wurde (alles schön auf Firmenkosten) und vom Hotel mit Minibar schwärmte. Um fair zu sein, er versuchte es herunterzureden mir zuliebe, aber meine Fragen offenbarten dann, dass es echt toll war.
Besonders schlimm, und daran ist dann auch die Beziehung zerbrochen, war das Gefühl, dass ich trotz der Schlechterstellung in eigentlich allen Bedingungen mindestens (!) genausoviel arbeitete und der Psychodruck im Ref (zumindest für mich) trotzdem viel größer war. Er hat auch wirklich viel gearbeitet, aber die Nächte vor Unterrichtsbesuchen nicht schlafen können habe ich, oder die Wochenenden mit Unterrichtsplanung verbracht und Termine mit Freunden absagen müssen, weil noch so viel zu tun war vor dem UB. Vor allem auch dieses Gefühl wieder ganz unten in der Nahrungskette zu sein, also nicht nur finanziell, sondern auch von der Stellung an der Schule oder die Situation wieder wie ein Lehrling behandelt zu werden (von den Fachleitern).
Meine ganz große Empfehlung, such dir einen Partner aus dem Seminar, denn jeder normal Karriere machende Partner erregt irgendwann, ohne, dass er etwas dafür könnte, deinen Neid. Auch gilt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich glaube nur, wer Lehrer ist, kann die Situation nachvollziehen.