»Es sieht so aus, als ob Infektionen bei Geimpften gerade in den ersten Tagen der Infektion nicht so gut durch den Antigen-Schnelltest nachzuweisen sind«, sagte Drosten auf Nachfrage des SPIEGEL. Das sei aber allein eine erste Einschätzung. Hier seien noch weitere Untersuchungen notwendig. Die derzeitige Studienlage sei noch nicht ausreichend.
Drosten ist der Meinung, dass der Einsatz von Antigentests bei Geimpften nur dann ratsam ist, wenn die Person Symptome hat. »Eine blinde Testung bei gesunden Geimpften ist nicht nur logistisch schwierig, sondern möglicherweise auch in ihrer Aussagekraft eingeschränkt«, sagt er. »Eine neue Modellierungsstudie zeigt, dass selbst bei niedrigerer Impfquote die Übertragung ganz überwiegend von Ungeimpften ausgeht.« Der Aufwand zur Infektionskontrolle solle sich daher darauf konzentrieren, neue Infektionen bei Ungeimpften zu vermeiden, die zudem ein vielfach höheres Risiko für eine schwere Erkrankung aufweisen.