Gab es früher doch auch schon.
Auch schon vor 50 Jahren wurde gespickt. Die Methoden waren andere, die Grundmotivation jedoch die gleiche.
Sorry, aber für die Sek II - und damit für das Abitur - ist es nicht so einfach. Zumindest für meine Fächer (D / Fremdsprache) kann ich sagen, dass das reine Faktenwissen für die Prüfungsleistung vielleicht max. ein Drittel der Leistung darstellt. Es ging immer mehr darum, gedankliche Verknüpfungen herstellen zu können und diese argumentativ auszugestalten. Ein Spickzettel oder sogar eine ausführliche Internetrecherche mit Zweithandy haben die Schüler bei diesen Kompetenzen kein Stück weiter gebracht, das hat ihnen höchstens mit dem notwendigen Fachwissen einen ersten Fuß in der Türe bescherrt. Wir reden hier von vielleicht 03 statt 00 Punkten.
Die KI ist ein ganz anderes Kaliber. Hier werden die Verknüpfungen durch die KI hergestellt und dann sprachlich sauber argumentativ ausgearbeitet. Ja, oft noch rech oberflächlich und nicht mit der Methodik, wie sie im Unterricht vermittelt wurde. Aber ein Schüler, der nicht nur ganz stumpf das abschreibt, was die KI ausspuckt, kann hier leicht auf 07 oder 08 Punkte kommen statt auf 02 oder 03. Das gab es so früher am Gymnasium nicht, auch nicht mit Spicken vor 50 Jahren.