Mich stört weniger, dass Argumente vorgebracht werden, warum das Verhalten inkorrekt ist oder warum es nicht umsetzbar ist. Mich stört die Empörung, die hier ständig in Attitüde und Wortwahl durchklingt.
Hier ist eine Kollegin, die offenbar schwer verzweifelt ist. Die von Mitmenschen im Rahmen derer professionellen Funktion (Dienstvorgesetzter, Arzt) den Rat bekommen hat, sich krank zu schreiben. Die aber immer noch nicht recht Land sieht. In dieser Situation sucht sie nach Rat im Forum und wird mit einem emotionalen Shitstorm bedacht, der nur sehr bedingt auf die Sachebene eingeht.
Man kann von der Sache im ersten Moment halten, was man will, erstmal muss das gelten, was Bolzbold schreibt:
Nun befinden wir uns in einem Graubereich, in dem nicht zweifelsfrei zu taxieren ist, ob die TE nicht doch tatsächlich objektiv ob dieser hohen psychischen Belastung zumindest partiell dienstunfähig ist. Das muss ja nicht immer eine physische Erkrankung sein.
Was ich hier schwierig finde, ist, dass es im Grunde kein 100% richtig und falsch gibt und man egal, wie man sich verhält, irgendwem auf die Füße tritt.
Wenn man das nicht berücksichtigt und gleich mit der Moralkeule kommt (Vertretung, Steuerzahler, Berufsbeamtentum - fehlen jetzt nur noch die armen Kinderlein, die unter Unterrichtsausfall leden), dann schafft man eine Atmosphäre, in der sich jeder Kollege zweimal überlegen wird, ob er offen und transparent für seine Probleme Rat sucht, oder ob er sich nicht vielleicht direkt krank schreiben lässt.
ICH jedenfalls würde mir in so einer Situation Vorgesetzte, Personalvertretungen und Kollegen wünschen, die mit mir gemeinsam überlegen, welches Vorgehen für alle Seiten das beste ist, statt mich sofort in eine Ecke zu drängen und mir unmoralisches Verhalten vorwerfen. Wem soll so ein Vorwurf denn etwas bringen, außer den Anklagenden, die sich moralisch überlegen fühlen dürfen.
EDIT: Sorry, bin offenbar neuerdings zu blöd zu sehen, wo Threads aufhören. Hab die letzte Seite des Threads erst nach dem Schreiben wahrgenommen