Beiträge von Moebius

    Daher: Niemals die Pausenaufsicht verschusseln.

    Vor ein paar Jahren hatte ich eine Fortbildung zum Schulrecht bei Herrn Hoegg, bei der dieser Fall besprochen worden ist. Kurzvariante ohne Anspruch auf juristische Belastbarkeit:

    Man sollte zumindest dafür sorgen, dass es nur leichte Fahrlässigkeit ist und nicht grobe oder Vorsatz. Leichte Fahrlässigkeit ist es, wenn ich auf dem Weg in die Pausenaufsicht dienstlich angesprochen werde, kurz die Zeit vergesse und darum einmalig 2 Minuten zu spät in die Aufsicht komme. Grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz ist es, wenn ich mir vor jeder Aufsicht einen Kaffee hole und aufgrund der Schlange vor der Maschine zu spät in die Aufsicht komme, aber auch, wenn ich durch schlechte Einsatzplanung gar nicht pünktlich in der Aufsicht sein kann, das aber nicht (schriftlich) bei Planer moniere.

    Deswegen frage ich ja, ob das "ungeschriebene" Gesetze bei euch sind oder was an anderer Stelle eben doch präzisiert ist.

    Die Belehrung im Klassenbuch zu vermerken ist Dienstanweisung der Schulleitung.

    Die Schüler unterschreiben zu lassen, ist Ergebnis interner Erfahrungen. Es gab in meiner Dienstzeit zwei Vorfälle bei der Eltern an die Schule mit der Forderung nach Schadensersatz herangetreten sind (in beiden Fällen erfolglos und ohne, dass es zu einem Prozess gekommen wäre). In einem Fall ist ein Schüler während eines Schülerversuches aufgestanden und hat einen Nagel in die Wandsteckdose gesteckt. Wir sichern uns jetzt schriftlich ab, um den Eltern das im Fall der Fälle vorlegen zu können, das erleichtert einfach den Umgang mit solchen "Anliegen", auch wenn hier das Nicht-Vorhandensein einer Unterschrift nicht automatisch ein Versäumnis der Schule darstellt.

    Da steht einfach nicht explizit was von "schriftlicher Abfrage".

    Bestimmte Formen des Nachweises sind auch an fast allen anderen Stellen nicht vorgegeben, aber es ist klar, dass ich die Erfüllung meiner Dienstpflicht im Zweifelsfall nachweisen können muss. Darum schreibe ich und tausende andere Lehrkräfte die Begehung der Fluchtwege ins Klassenbuch, die Sicherheitsbelehrung in Physik lasse ich mir von jedem Schüler unterschreiben.

    Die Frage, ob der Kaffee gesponsert wird oder nicht und ob die Putzfrau meinen Kaffeebecher in die Spülmaschine räumt taugt sicher nicht zur ernsthaften Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Schule sondern höchstens als Vehikel für weitere Beschwerden derjenigen, die sich auch sonst immer beschweren.

    Das Alimentationsprinzip bei Beamten beruht darauf, dass der Dienstherr uns einen auskömmliche Besoldung zahlt. Diese deckt dann auch einen gewissen Grundbedarf an selbst zu beschaffenden Arbeitsmaterialien ab, meinen Kaffee allemal. Darum werden über dieses Alimentationsprinzip auch so viele Prozesse geführt und es müssen gewisse Mindestabstände zu Mindestlohn und innerhalb der Besoldungsstufen eingehalten werden.

    Rene Benno Firmen sind insolvent, auch gegen ihn als Privatperson läuft aktuell ein Insolvenzverfahren des Staates Österreich.

    Und State of Trances Einwurf ist offensichtlicher Populismus, die Stadtteile, in denen schwerpunktmäßig Menschen leben, die auf soziale Sicherung angewiesen sind, sind kaum eine Wohnalternative für den berufstätigen Mittelstand. Niemand wird wohl ernsthaft glauben, es wäre eine sinnvolle Idee, die Bürgergeldempfänger aus Rostock-Lichtenhagen in nicht existierende Wohnungen auf dem Land zu verschiffen, damit die Wohnblöcke da dann für berufstätige Menschen frei werden, die dort vermutlich nicht wohnen wollen werden.


    Wer baut noch Wohnungen, wenn die Investoren nicht genügend Rendite bekommen?

    Niemand baut mehr Wohngen.

    Das Abfragen von Vorerkrankungen ist keine Dienstpflicht. Der korrekte Umgang mit besonderen Diagnosen schon gleich gar nicht, wir drehen uns im Kreis.

    Wir drehen uns im Kreis, weil Fakten, die man nicht hören will, ignoriert werden.

    Für NRW ist der ausdrückliche Gesetzestext hier gepostet worden, wir haben (für Niedersachsen) in dieser Woche auch ein Schreiben der RLSchB erhalten, das darauf hinweist, dass die Abfrage erfolgen muss.

    Hier wird ein dienstlicher Umgang schön geredet, bei dem es darauf hinaus läuft, das die Abhängigen sich mal nicht so anstellen und es ihren Prüfern ruhig mal ein bisschen nett machen können, dafür kann dann ruhig auch die eigentliche Ausbildung ein bisschen leiden. Dass das aus der "Altherrenperspektive" noch extra jovial kommuniziert wird, ist für mich dann besonders "cringe" (um es mit den Worten meiner SuS zu sagen).

    Eine solche Haltung hat man oder man hat sie nicht, wenn man sie hat, wird sie sich kaum auf den Bereich Bewirtung beschränken.

    Wolfgang (der übrigens schon pensioniert ist ;) ) schrieb aber, dass die nicht betroffenen (weil nachfolgenden Referendare) das machen.

    Das ändert nichts daran, dass es nicht deren dienstliche Aufgabe ist und hier letztlich eine Unterwürfigkeitsgeste von Abhängigen gegenüber ihren Prüfern erwartet wird. Und die machen das halt, weil es halt erwartet wird und man denjenigen, der einen ja auch bald benotet, lieber nicht verärgern will, ganz sicher nicht aus Freude am Kaffee-Kochen und Brezen-Auftischen.

    Niemand wird sich daran aufhängen, wenn die Schule für die Nachbesprechung Kaffee und Wasser hin stellt, der Knackpunkt ist, die Verantwortung dafür mehr oder weniger jovial den abhängigen Referendaren zu zu schieben und gleichzeitig ein Ausufern in Form eines gemischten Buffets zu zu lassen.

    Aber es gibt eine Fraktion, der wirklich nichts zu blöd ist um jede Tatsache in der eigene verdrehte Weltbild zu pressen. Die AfD hat sich heute zum Tod von Nawalny geäußert - nicht etwa um die Vorgänge zu verurteilen oder irgendwem das Mitgefühl aus zu sprechen, sondern weil man es "verdächtig" findet, das die Ehefrau im Nachgang an die Ermordung Nawalnys (ja, kein Vertippen, bewusst geschrieben) auf der Münchener Sicherheitskonferenz redet.

    Die Vorgänge, die zum Abschuss von MH17 geführt haben, sind bekannt, bis hin zu den Namen der Beteiligten Kommandanten. 3 Personen sind in Holland inzwischen in Abwesenheit wegen Mordes verurteilt worden und es ist sogar bekannt, dass Putin direkt in die Entscheidung, das verwendete Waffensystem in die besetzten Gebiete zu liefern, involviert war.

    Gerne noch einmal: diese Kurse liegen mitnichten nur am Nachmittag,

    Wie genau die möglichen Lösungen aussehen, hängt von den Schulen vor Ort ab.

    Bei uns gibt es einen Fall zweier benachbarte Gymnasien, die einfach verschiedene Fächer gemeinsam anbieten, ohne große Probleme und im ganz regulären Stundenplan.

    Es gibt in anderen Fällen schulübergreifende Angebote in anderen Fächern, die dann am Anfang oder Ende des Planes liegen, so dass die Schüler die Schule nur einmal wechseln müssen.

    Und es gibt einen stadtübergreifenden Kurs in einem Fach für alle Schulen, dieser Kurs auf erhöhten Niveau findet dann an zwei Nachmittagen im Block statt, das ginge gar nicht anders.

    Das macht aber meist nur Sinn für starke Neigungsfächer wie Musik, Kunst, Informatik oder Sport.

    Die werden von vergleichsweise wenigen SuS gewählt, die Interessierten nehmen aber schon mal einiges auf sich, damit der Kurs dann zu stände kommt.

    Ich prophezeie, dass bei SoWi noch weniger SuS den Nachmittagsunterricht an einer fremden Schule belegen werden, die weichen dann eher auf Erdkunde oder Geschichte aus.

Werbung