Beiträge von Moebius

    Irgendwie überrascht es mich immer wieder, welches Verständnis Lehrkräfte zu "ihren" Autorenrechten haben.

    Die Anführungszeichen sind völlig überflüssig, die Autorenrechte sind die des Autors. Und aus einem Arbeitsblatt eine Veröffentlichung zu machen, ist eben noch mal etwas anderes als etwas zusammen zu klöppeln, das ich ein mal in der 8c benutze oder Links auf einer Webseite zu sammeln.

    Die Seiten, bei denen man einfach nur Arbeitsbätter einstellt, sind auch keine ernsthafte Vermarktung, dabei bekommt man ein paar € zusammen.

    90% der KuK schreiben in ihrem ganzen Berufsleben nie etwas zusammen, was veröffentlichungsfähig wäre, schon alleine weil man von der Idee bis zur letzten Grafik dann ja alles selber machen muss, weil man keine fremden Rechte verletzen darf.

    Auch wenn du Arbeitsblätter herstellst, um sie in der 8c zu verwenden, bleiben die Autorenrechte bei dir und du kannst damit hinterher machen, was du willst, auch die Sachen veröffentlichen.

    Das Erstellen von Arbeitsblättern gehört nicht zu den Dienstpflichten einer Lehrkraft, es ist noch nie jemand dienstrechtlich abgemahnt worden, weil er seit 6 Monaten kein Arbeitsblatt mehr erstellt hat.

    Anders sieht es höchstens aus, wenn du in einer Kommission eingesetzt wirst mit dem expliziten Auftrag, ein bestimmtes Material für deinen Arbeitgeber zu erstellen, etwa zentrale Abiturklausuren. Da liegen die Rechte dann beim Dienstherrn, das passiert dir aber auch nur dann, wenn du ein Amt bekleidest, bei dem so etwas dazu gehört.

    Der Kern ist, dass die zulässig Arbeitszeit in der Nebenbeschäftigung nicht überschritten werden darf.

    ich hatte Jahrelang eine Genehmigung für eine Autorentätigkeit und es hat nie jemand irgendwas nachgefragt, weder wie viel Honorare ich erhalten habe, noch wann, was und in welcher Zeiträumen genau ich eigentlich geschrieben habe.

    Aber bei 1,6 Mio € Wert kann er dies nicht und so wird das Haus versteigert und das Geld aufgeteilt. Und schon wieder ist ein Einheimischer nicht mehr auf der Insel sondern wohnt auf dem Festland."

    Mal abgesehen davon, dass Erblasser durchaus Vorkehrungen für solche Fälle treffen und eine vernünftige Regelung für das Erbe finden können, wenn sie wollen, dass das Haus in der Familie bleibt, hält sich mein Mitleid auch im übrigen Fall in Grenzen. Es handelt sich nämlich immer noch um jemanden, der ein Haus im Wert von 1,6 Mio vererbt bekommen hat.

    Das äquivalent zu steuervergünstigten Situation der Landwirtschaft wäre, hier zu fordern, dass Hauserben auf Sylt nicht nur von der Erbschaftssteuer ausgenommen werden, sondern auch nicht finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen, um Miterben aus zu zahlen. Das fordert hoffentlich niemand.

    Irgendwo kommt das Geld her.

    Landwirte sind nicht pauschal Geringverdiener, auch nicht im Durchschnitt. Es gehen seit Tagen verschiedene Zahlen für die durchschnittlichen jährlichen Gewinne eines selbständigen Landwirts durch die Presse, die, je nach Quelle, zwischen 70k und 100k pro Jahr liegen, also unter Arzt aber definitiv über Lehrer.

    Das mag nicht für alle gelten, Landwirte sind selbständig, da schwanken die Gewinne sehr stark, aber dann muss man Subventionen vielleicht einfach zielgerichteter an diejenigen Verteilen, die es benötigen oder für diejenigen, die besonders förderwürdige Konzepte fahren.

    Das so genannte "Höfesterben" ist auch dadurch entstanden, das Preise für Ackerland in den letzten Jahren extrem gestiegen sind. Meine Familie hat vor ein paar Jahren einen Acker von ca. 1 ha geerbt und war völlig perplex, als sie im Verkauf dafür 50 000 € erhalten hat. Ein Durchschnittslandwirt mit 40 ha ist in der Situation, dass er seinen Boden auch für 2 Mio € verkaufen und dann bequem in Rente gehen kann, gerade wenn es keinen Nachfolger gibt, ist das eine attraktive Situation und das läuft dann plötzlich unter "wir haben den Betrieb aufgegeben".

    ..., die Verdienstobergrenze liegt bei 2400€ im Jahr.

    Das ist falsch, es gibt keine Verdienstobergrenze für Veröffentlichungen als Autor.

    Die immer wieder kolportierte Verdienstobergrenze bezieht sich auf beauftragte Tätigkeiten im öffentlichen Dienst.

    (Es gibt eine Reihe an KuK, die recht erfolgreiche Bücher geschrieben haben, natürlich dürfen die die Autorenhonorare behalten, Beamte sind keine Leibeigene.)

    Agrardiesel ist seit Jahrzehnten das Paradebeispiel unter allen Experten für eine überflüssige, aus Sicht der meisten sogar schädliche Subvention und dabei reden wir noch nicht darüber, dass es ein offenes Geheimnis ist, dass jeder Landwirt privat ebenfalls einen Diesel fährt, der natürlich über die Hof-Vorteile mit betankt wird.

    Man kann gerne darüber reden, ob man Landwirte nicht an anderen Stellen oder bei bürokratischen Auflagen entlasten kann, aber wenn die aktuelle Regierung überhaupt mal eine Sache richtig gemacht hat, dann ist es die Streichung der Steuervorteile für Agrardiesel.

    Die aktuelle Berichterstattung ist direkt wieder mal eine derartige mediale Hysterie, dass man nicht mehr wirklich beurteilen kann, was real und was Übertreibung ist. Ich bin froh, dass ich mit dem Rad kommen kann, sonst würde ich vielleicht 15 Minuten früher los fahren und direkt google Maps starten, damit man frühzeitig sieht, wenn man irgendwo gar nicht durch kommt, aber man kann nicht jede Eventualität vorher abfangen.

    Ansonsten haben die Dauerkatastrophen der letzten Jahre dazu geführt, dass ich emotional nicht mehr in der Lage bin mir über so etwas vorher Sorgen zu machen, ich lasse einfach auf mich zukommen, wer morgen wann in der Schule erscheint oder auch nicht.

    Es ist auch nicht notwendig, die Abrechnung zu verstehen, auf der allseits bekannten Seite:

    https://oeffentlicher-dienst.info

    gibt es für jedes Bundesland einen Besoldung-Rechner, da kann man seine Daten eingeben und ein 30 Sekunden sehen, welchen Betrag man ausgezahlt bekommen sollte. Kleinere Abweichungen können Ungenauigkeiten sein, bei größeren Abweichungen schaut man mal genauer hin, woran es liegt.

    Ich mache das bei jeder größeren Besoldungsanpassung.

    Ja, die guten alten Zeiten.

    Die Klausuren zur theoretischen Physik bestanden bei uns aus 4 Aufgaben. Man musste bei einer der 4 so viel zu Stande bringen, dass die richtige Lösungsidee zu erkennen war, dann erhielt man die Klausur zurück und durfte diese Aufgabe korrigieren. Wenn man das dann so weit geschafft hat, dass man irgendwann eine korrekte Lösung einer Aufgabe hinbekommen hatte, hatte man bestanden. Das haben bei weitem nicht alle geschafft.

    Ich finde das skandalös und vermute, dass es noch viele dieser Fälle gibt. Die GEW verteidigt die Personalstelle tatsächlich noch aufgrund dieser Ausschlussklausel. Meiner Kollegin wurde sogar der Rechtsschutz verwährt, obwohl sie in der GEW Mitglied war, weil die Aussicht auf Erfolg dahingehend so gering sei.

    Da gibt es nichts zu verteidigen und natürlich auch keinen Rechtsschutz, weil die Entscheidung, nur die letzten 6 Monate zu korrigieren, nicht nur rechtlich korrekt, sondern zwingend ist. Sie ergibt sich aus den genannten Fristen. Das ist bitter, weil der ursprüngliche Fehler nicht bei dir bzw der Kollegin lag, der Fehler, die Abrechnungen 2 Jahre lang nicht zu prüfen allerdings schon.

    Dass es keine expliziten Stellen als "Abstellgleise" gibt, ist doch wohl klar und stand hier gar nicht zur Debatte.

    Ich bezweifle, dass das so allgemein klar ist, auch wenn es niemand so direkt formuliert.

    Das schließe ich schon daraus, dass es regelmäßig Thread mit dem Tenor "Ich kann nicht mehr und will raus aus dem Unterricht, was habe ich für Alternativen?" gibt, während ich mich an keinen Thread mit dem Inhalt "Ich begeistere mich für Evaluation von Unterricht und Bildungsmonotoring, was muss ich tun um eine Stelle in diesem Bereich zu bekommen?" erinnern kann.

    Das ist im übrigen kein Vorwurf an die Betroffenen, die Situation, dass Lehrkräfte jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Arbeit fahren, weil sie die Gesamtumstände als Qual empfinden, ist für alle Beteiligten tragisch.

    Bei uns in NDS sucht z.B. das NLQ regelmäßig nach Lehrkräften als Bearbeiter im Bereich Bildungsmonitoring und Evaluation.

    Und auch auf diese Stellen muss man sich bewerben und gegen andere durchsetzen, die bereits relevante Erfahrungen haben oder ambitioniert sind und das als Zwischenstation auf ihrem weiteren Karriereweg sehen.

    Mein Punkt ist:

    Ja, natürlich gibt es einzelne Möglichkeiten für Lehrkräfte außerhalb des Kerngeschäfts Unterrichten. Noch immer weit verbreitet unter Lehrkräften ist die Vorstellung von "Verpisser-Posten", Stellen, auf die Leute geschoben werden, einfach aufgrund der Tatsache, dass diese nicht mehr Unterrichten können oder hartnäckig nicht mehr wollen um sie irgendwo unter zu bringen. Diese Vorstellung ist falsch. Es gibt wenig Alternativen und diese sind stark umkämpft mit Leuten, die sich wirklich für die entsprechenden Aufgaben interessieren und / oder die bereit sind viel Arbeit hinein zu stecken und den Posten als Sprungbrett für zukünftiges sehen.

    Wenn man eine Alternative zum Unterrichten sucht, tut man gut daran, selber proaktiv Kompetenzen auf zu bauen, sich einen konkreten Weg zu überlegen und darauf hin zu arbeiten. Wer einfach nur nicht mehr kann und will wird diese Stellen nicht bekommen, sondern irgendwann einfach in der inneren Immigration oder Dienstunfähigkeit landen.

    - Bildungsministerium

    - Aufsichtsdirektion

    - Abordnung Universität/FH

    - Studienseminar (je nach Anzahl an Reffis kann man seinen Unterricht auch gegen 0 reduzieren)

    Wenn es darum geht aus dem Unterrichtsbetrieb raus zu kommen, halte ich diese Wege allesamt für ungeeignet.

    - Im Bildungsministerium arbeiten nicht primär Lehrkräfte, die wenigen Stellen, die es für Lehrkräfte gibt sind "Karrierebeschleuniger", man muss also vorher bereits herausragende Ergebnisse haben, geht dann für eine begrenzte Zeit ins Ministerium und dann wieder zurück in die Schule um meist sehr schnell Schulleiter zu werden.

    - Stellen in der Schulaufsicht sind am oberen Ende der Dienststufen angesiedelt, die Personen, die dort dauerhaft arbeiten, waren vorher Schulleiter oder Stellvertreter

    - Abordnung Uni ist nur realistisch, wenn man eine Forschungsvita hat, sonst kann man vielleicht für ein paar Stunden abgeordnet werden um ein Seminar für Lehramtsstudenten zu übernehmen, mehr aber nicht

    - Im Studienseminar werden Lehrkräfte gesucht, die innerhalb des bestehenden Systems sehr gut funktionieren.

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