Objektiv gehört Lehrkraft zu den Berufsbildern mit einem deutlich erhöhten Risiko psychischer Erkrankungen und erheblichen Belastungsfaktoren, eine gewisse Resilienz gegen mentalen Stress ist in meinen Augen eine der wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf und wird leider viel zu oft bei der Berufsfindung schön geredet. Ich habe inzwischen einige Studenten und Anwärter erlebt, die von ihrer Persönlichkeit völlig ungeeignet waren und denen das nie jemand ehrlich gesagt hat und ich habe auch Fälle von Lehrkräften miterlebt, bei denen mentale Probleme schwere Folgen hatte, bis hin zu Suiziden.
Nicht jede psychische Vorerkrankungen ist gleich, es ist gut, dass es keine pauschalen Ausschlüsse gibt und man individuell hin schaut. Aber bei dem beschriebenen Bild täte auch der TE gut daran, ehrlich und mit professioneller Unterstützung (von jemandem, der das Berufsbild Lehrkraft kennt, nicht ein Feld-Wald-und-Wiesen Psychologe) zu besprechen, ob er den Belastungsfaktoren gewachsen ist.
Und da es hier um Autismusverdacht und PTBS geht, darf man meines Erachtens auch schon mal sagen, dass man daran Zweifel hat, denn Lehrkräfte müssen mit schwierigen Kommunikationssituationen mit Schülern und Eltern klar kommen, in der Lage sein, auch mit persönlicher und unsachlicher Kritik professionell umzugehen, und in schwierigen Situationen den Überblick und die Kontrolle zu behalten, selbst wenn man gerade 50 Stunden die Woche gearbeitet und schlecht geschlafen hat.