Beiträge von Moebius

    Es gibt 3 Versicherungen, die von qualifizierten Neutralen (also zB Verbraucherschutzvereinen, etc) als elementare Daseinsvorsorge empfohlen werden und die eigentlich nicht verzichtbar sind: Krankenversicherung, Privathaftpflicht und Dienst-/Berufsunfähigkeit. Alles andere ist Privatvergnügen.

    Ich habe eine kleine DU für 1100 € pro Monat, damit lande ich im Ernstfall mit der Mindestversorgung bei etwa 2/3 meines jetzigem Netto-Einkommens, das reicht mir. Dafür zahle ich nach Tarif ca. 80€, aktuell mit Überschussbeteiligung etwa 50€.

    Wer ernsthaft vorschlägt, das Geld stattdessen in einen ETF zu investieren, hat das Prinzip einer Risikoversicherung nicht verstanden oder kann nicht rechnen.

    Hypothetisches Beispiel: ich werde mit 50 dienstunfähig und lebe bis 80, dann habe ich etwa 15 000 € an Beiträgen bezahlt und bekomme ca. 396 000 € an Versicherungsleistungen ausbezahlt. Die 15 000 in einen EFT einbezahlt würden mich vielleicht über 2-3 Jahre bringen, mehr nicht. Aus Versicherer-Sicht geht die Rechnung aber natürlich nur auf, weil der Fall nur bei sehr wenigen eintritt.

    Wer sich dann darüber ärgert, dass das Geld weg ist, wenn der Fall nicht eintritt, rennt vermutlich auch jeden November mit dem Kopf durch die Scheibe, wenn er bis dahin noch keine Kosten von der Krankenversicherung erstattet bekommen hat - wäre ja auch ärgerlich, wenn man die nicht nutzt.

    Putin könnte auch heute Nacht aufgrund Alter und Krankheit aus den Latschen kippen. Damit wäre - zumindest ein Stück weit - wohl vielen Menschen geholfen (...)

    Es gibt einzelne aktuelle Videos von Putin, nach denen die Spekulation nicht ganz abwegig ist, dass er an fortgeschrittenem Parkinson erkrankt ist. (Deutlicher Tremor in Händen und Füßen und der reflexartige Griff zum Jacket, um diesen zu kontrollieren.)

    Fast alles, was uns in den letzten Monaten als "live" von ihm verkauft wurde, hat sich hinterher als geschnittene Aufzeichnung herausgestellt.

    Wenn er morgen tot umfällt, glaube ich allerdings nicht, dass sich ganz viel ändert. In ein paar Monaten ist der Leidensdruck in seinem Umfeld vielleicht so groß, dass so ein Ereignis genutzt würde, um ein Stück weit aus der Nummer wieder raus zu kommen, aktuell glaube ich da noch nicht dran.

    Nachdem ich ein oder zwei mal selber damit in Berührung gekommen bin, bin ich vor der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in diesem Land nachhaltig desillusioniert.

    Ich bin zB als Geschädigter in einem Fall beteiligt gewesen, wo jemand mutmaßlich Gelder in sechsstelliger Höhe unterschlagen hat.

    Nachdem das aufgeflogen ist, haben mehrere Parteien Strafanzeige erstattet. Es hat über ein Jahr gedauert, bis die Staatsanwaltschaft überhaupt reagiert hat, und dann bestand die Reaktion aus einem Schreiben, in dem wir gefragt wurden, was wir denn eigentlich wollten, schließlich hätten wir das Geld ja - nach einem teuren Gerichtsprozess - wieder zurück erhalten. Was ich gelernt habe: wer möchte, dass Ermittlungsbehörden tätig werden, muss denen auf die Nerven gehen, also jeden Sachverhalt zur Anzeige bringen, regelmäßig schriftlich Anfragen zum Verfahrensstand stellen, etc.

    Was tun?

    Gar nicht erst versuchen, Aufgaben zu bewerten, deren Erstellung außerhalb der eigenen Kontrolle stattgefunden hat.

    Das hat zwei Vorteile: man verschwendet keine Zeit mit Diskussionen mit Eltern oder "wie kann ich jetzt rausfinden, was sie selber gemacht hat"-Überlegungen (Spoiler: kannst du gar nicht) und ganz nebenbei hältst du dich auch noch an die niedersächsische Rechtslage, nach der Hausarbeiten nicht bewertet werden dürfen.

    Ein einziger Fernstrecken-Flug verbracht ungefähr genau so viel Öl wie die Herstellung aller Plastikverpackungen, die die gleiche Person in 10 Jahren verwendet. Und beim Plastikmüll besteht zumindest grundsätzlich die Möglichkeit des Recyclings, verbranntes Kerosin ist für immer weg. Wenn man den wiederverwerteten oder anderes benutzen Anteil berücksichtigt, ist eine einzelne Fernreise etwa genau so schädlich, wie ein gesamtes Leben an Plastikabfällen.

    Das ist keine moralische Bewertung, ich fliege auch Fernstrecke.

    Aber gerade mit "wir verzichten auf Plastik" wird aktuell bei uns unglaublich viel Unsinn betrieben, bei dem es sich bei genauerem Hinsehen um reines Marketing mit einem Modethema handelt.

    Der deutsche Gesamtmarkt an Supermärkten ist ein Trauerspiel, das leider damit zu tun hat, dass bei uns die Bereitschaft, für gute Lebensmittel auch Geld aus zu geben, auf dem Stand eines Entwicklungslandes ist.

    Wer mal in den USA ist, dem sei ein Besuch im "The fresh market" oder auch den sicher bekannten "whole foods" empfohlen, das ist eine ganz andere Welt.

    Putin kann im Augenblick seine eigenen Soldaten nicht mehr mit Nahrung versorgen und es zeigt sich, dass alle angeblichen Modernisierungsprogramme der Armee nur PR waren. Ein vor einigen Jahren präsentierter Superpanzer ist auf den Schachtfeldern nicht aufgetaucht, Hyperschallraketen werden angeblich eingesetzt, die präsentierten Filmaufnahmen davon erweisen sich kurze Zeit später als Fälschungen, etc.

    Trotzdem ist klar, dass Putin den aktuellen Krieg nicht gewinnen darf, das ist die einzige Chance, den nächsten zu verhindern. Gerade weil es sein Land in die Isolation und Ausweglosigkeit führt, denn gerade in solchen Situationen retten sich Diktatoren in Konflikte mit Außen um sich zu halten.

    Diplomatie ist ein schmutziges Geschäft und die Tatsache, dass dort Lügner und Kriegsverbrecher mit am Tisch sitzt und die Positionen unvereinbar sind, heißt nicht, dass man nicht irgendwann zu einer Vereinbarung kommt.

    Zur Einordnung:

    Die Folgerung "vier Vertretungsstunden pro Woche sind ok" ist so falsch, die Vorgabe bezieht sich auf die Regelstundenzahl einer Lehrkraft. Diese beträgt an niedersächsischen Gymnasien 23,5 Stunden. Durch kurzfristigen Vertretungseinsatz darf die Arbeitszeit auf bis zu 27,5 Stunden - inclusive anderer Anrechnung - erhöht werden, mehr ist unzulässig.

    Jemand, der mitten im Schuljahr aus der Elternzeit kommt und aus Gründen des Stundenplans nur mit 12 Stunden eingesetzt wird, obwohl er 16 Stunden Teilzeit beantragt hat, darf dann auch im Extremfall mal mit bis zu 8 Stunden pro Woche zur Vertretung eingesetzt werden (diese müssen dann aber auch vernünftig erfasst und als Debutatsstunden angerechnet werden), jemand, der bei einer vollen Stelle bereits mit 25,5 Stunden nach Plan eingesetzt ist, darf eigentlich gar keine Vertretung mehr machen (es sei denn diese wird kurzfristig abgegolten), weil die zulässigen 40 Stunden zum Schulhalbjahr mit dem planmäßigen Einsatz bereits ausgereizt sind.

    Arbeitszeitverordnung:

    Zitat

    (2) 1Aus dienstlichen Gründen kann die jeweilige Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft wöchentlich um bis zu vier Unterrichtsstunden überschritten oder bis zur Hälfte unterschritten werden. 2Auf Antrag der Lehrkraft kann zugelassen werden, dass die jeweilige Unterrichtsverpflichtung aus anderen Gründen wöchentlich um bis zu vier Unterrichtsstunden überschritten oder bis zum Umfang der Unterrichtsverpflichtung eines Schultages unterschritten wird, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen; für die Teilnahme an Tagungen auf Kreisebene oder Schulungen der Gewerkschaften oder Berufsverbände kann sie wöchentlich bis zur Hälfte unterschritten werden, wenn dringende dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. 3Die nach den Sätzen 1 und 2 entstehenden Mehr- oder Minderzeiten sind, soweit ein Ausgleich nicht innerhalb des Schulhalbjahres erfolgt, in das folgende Schulhalbjahr zu übernehmen. 4Mehr- oder Minderzeiten sollen am Ende des Schulhalbjahres 40 Unterrichtsstunden nicht überschreiten.

    Es gab auch Gründe dafür, dass Hitler an die Macht gekommen ist, das ist überhaupt nicht das Thema.

    Wer über die Gründe für Hitlers Machtergreifung im Kontext des Überfalls auf Polen diskutiert, oder über Fehler in der Migrationspolitik im Kontext eines Brandanschlags auf Ausländer oder eben über die verletzte russische Seele im Kontext des Überfalls auf die Ukraine relativiert damit das jeweils letztere und das in der Regel auch ganz bewusst.

    Der Text ist für mich eine nahezu unerträgliche Mischung aus whateboutism und pseudo-akademischer Betrachtung aus dem Wolkenkuckucksheim.

    Würde man ihn ernst nehmen, wäre er ein Totschlagargument gegen jede Art von Widerstand von Aggression.

    Wenn man das zulässt, bietet die europäische Geschichte der letzen 2000 Jahre genug Material um jede neue Gräueltat, jeden Krieg und jede Grausamkeit, die man gerade begehen möchte zu rechtfertigen und zu relativieren.

    Das hat man am Ende des 2. Weltkrieges bereits erkannt, einer der wesentlichen Grundpfeiler der europäischen Friedensordnung, die sich in den Folgejahren entwickelt hat, ist die Unverrückbarkeit territorialer Grenzen durch militärische Gewalt. Dieser wesentliche Grundpfeiler ist durch Putin gesprengt worden.

    "Die russische Invasion in der Ukraine ist falsch, aber..."

    ist auch nichts anderes als

    "ich bin ja kein Nazi, aber..."

    Man relativiert an Stellen, an denen es nichts zu relativieren gibt.

    Das russische Narrativ von der Bedrohung durch die Nato ist offenkundiger Unsinn. Auch Putin weiß, dass, selbst wenn alle Länder um Russland in die Nato eintreten würden, ein Angriffskrieg durch die Nato gegen Russland völlig abwegig ist. Das einzige, was die Nato bedroht, ist die Möglichkeit Russlands durch Einschüchterung und militärische Bedrohung seine Nachbarländer zu kontrollieren und zu unterdrücken.

    Jeder, der Verständnis für den russischen Wunsch nach einer "Einflusssphäre" hat, sollte konsequenter weise auch Deutschland eine entsprechende Verfügungsmacht über seine kleineren Nachbarn zubilligen. Das wird hier hoffentlich niemand tun, aber bei machen Kreisen der Putin-Versteher (AfD und co.) dürfte genau dieser Gedanke dahinter stecken.

    - Der Philologenverband ist keine Gewerkschaft, sondern ein Berufsverband. Viele Möglichkeiten einer Gewerkschaft stehen ihm nicht offen.

    - Bei Beitritt gibt es für den Rechtsschutz meines Wissen eine dreimonatige Karenzzeit.

    - Beim Rechtsschutz würde ich mir ganz grundsätzlich - unabhängig davon ob dieser über eine Gewerkschaft erfolgt oder per Versicherung - nicht zu viel versprechen. Er zahlt immer nur bei positiven Erfolgsprognosen.

    - Bei Philologenverband kann man auch anrufen, eine Antwort erhält man immer, allerdings unter Umständen mit der Einschränkung, dass es sich erst mal um keine Rechtsberatung handelt.

    - Wer sich durchsetzungsfähige Verbände wünscht, sollte zumindest schon mal Mitglied sein.

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