Beiträge von Moebius

    Zur Einordnung:

    Die Folgerung "vier Vertretungsstunden pro Woche sind ok" ist so falsch, die Vorgabe bezieht sich auf die Regelstundenzahl einer Lehrkraft. Diese beträgt an niedersächsischen Gymnasien 23,5 Stunden. Durch kurzfristigen Vertretungseinsatz darf die Arbeitszeit auf bis zu 27,5 Stunden - inclusive anderer Anrechnung - erhöht werden, mehr ist unzulässig.

    Jemand, der mitten im Schuljahr aus der Elternzeit kommt und aus Gründen des Stundenplans nur mit 12 Stunden eingesetzt wird, obwohl er 16 Stunden Teilzeit beantragt hat, darf dann auch im Extremfall mal mit bis zu 8 Stunden pro Woche zur Vertretung eingesetzt werden (diese müssen dann aber auch vernünftig erfasst und als Debutatsstunden angerechnet werden), jemand, der bei einer vollen Stelle bereits mit 25,5 Stunden nach Plan eingesetzt ist, darf eigentlich gar keine Vertretung mehr machen (es sei denn diese wird kurzfristig abgegolten), weil die zulässigen 40 Stunden zum Schulhalbjahr mit dem planmäßigen Einsatz bereits ausgereizt sind.

    Arbeitszeitverordnung:

    Zitat

    (2) 1Aus dienstlichen Gründen kann die jeweilige Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft wöchentlich um bis zu vier Unterrichtsstunden überschritten oder bis zur Hälfte unterschritten werden. 2Auf Antrag der Lehrkraft kann zugelassen werden, dass die jeweilige Unterrichtsverpflichtung aus anderen Gründen wöchentlich um bis zu vier Unterrichtsstunden überschritten oder bis zum Umfang der Unterrichtsverpflichtung eines Schultages unterschritten wird, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen; für die Teilnahme an Tagungen auf Kreisebene oder Schulungen der Gewerkschaften oder Berufsverbände kann sie wöchentlich bis zur Hälfte unterschritten werden, wenn dringende dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. 3Die nach den Sätzen 1 und 2 entstehenden Mehr- oder Minderzeiten sind, soweit ein Ausgleich nicht innerhalb des Schulhalbjahres erfolgt, in das folgende Schulhalbjahr zu übernehmen. 4Mehr- oder Minderzeiten sollen am Ende des Schulhalbjahres 40 Unterrichtsstunden nicht überschreiten.

    Es gab auch Gründe dafür, dass Hitler an die Macht gekommen ist, das ist überhaupt nicht das Thema.

    Wer über die Gründe für Hitlers Machtergreifung im Kontext des Überfalls auf Polen diskutiert, oder über Fehler in der Migrationspolitik im Kontext eines Brandanschlags auf Ausländer oder eben über die verletzte russische Seele im Kontext des Überfalls auf die Ukraine relativiert damit das jeweils letztere und das in der Regel auch ganz bewusst.

    Der Text ist für mich eine nahezu unerträgliche Mischung aus whateboutism und pseudo-akademischer Betrachtung aus dem Wolkenkuckucksheim.

    Würde man ihn ernst nehmen, wäre er ein Totschlagargument gegen jede Art von Widerstand von Aggression.

    Wenn man das zulässt, bietet die europäische Geschichte der letzen 2000 Jahre genug Material um jede neue Gräueltat, jeden Krieg und jede Grausamkeit, die man gerade begehen möchte zu rechtfertigen und zu relativieren.

    Das hat man am Ende des 2. Weltkrieges bereits erkannt, einer der wesentlichen Grundpfeiler der europäischen Friedensordnung, die sich in den Folgejahren entwickelt hat, ist die Unverrückbarkeit territorialer Grenzen durch militärische Gewalt. Dieser wesentliche Grundpfeiler ist durch Putin gesprengt worden.

    "Die russische Invasion in der Ukraine ist falsch, aber..."

    ist auch nichts anderes als

    "ich bin ja kein Nazi, aber..."

    Man relativiert an Stellen, an denen es nichts zu relativieren gibt.

    Das russische Narrativ von der Bedrohung durch die Nato ist offenkundiger Unsinn. Auch Putin weiß, dass, selbst wenn alle Länder um Russland in die Nato eintreten würden, ein Angriffskrieg durch die Nato gegen Russland völlig abwegig ist. Das einzige, was die Nato bedroht, ist die Möglichkeit Russlands durch Einschüchterung und militärische Bedrohung seine Nachbarländer zu kontrollieren und zu unterdrücken.

    Jeder, der Verständnis für den russischen Wunsch nach einer "Einflusssphäre" hat, sollte konsequenter weise auch Deutschland eine entsprechende Verfügungsmacht über seine kleineren Nachbarn zubilligen. Das wird hier hoffentlich niemand tun, aber bei machen Kreisen der Putin-Versteher (AfD und co.) dürfte genau dieser Gedanke dahinter stecken.

    - Der Philologenverband ist keine Gewerkschaft, sondern ein Berufsverband. Viele Möglichkeiten einer Gewerkschaft stehen ihm nicht offen.

    - Bei Beitritt gibt es für den Rechtsschutz meines Wissen eine dreimonatige Karenzzeit.

    - Beim Rechtsschutz würde ich mir ganz grundsätzlich - unabhängig davon ob dieser über eine Gewerkschaft erfolgt oder per Versicherung - nicht zu viel versprechen. Er zahlt immer nur bei positiven Erfolgsprognosen.

    - Bei Philologenverband kann man auch anrufen, eine Antwort erhält man immer, allerdings unter Umständen mit der Einschränkung, dass es sich erst mal um keine Rechtsberatung handelt.

    - Wer sich durchsetzungsfähige Verbände wünscht, sollte zumindest schon mal Mitglied sein.

    Ich hatte heute Distanzunterricht mit Lerngruppen mit 55 Schülern, davon waren 54 anwesend, eine Quote, die ich im Präsenzunterricht seit Weihnachten noch nicht hatte. Aber ich habe auch keine Lust mehr, die ewigen Endlosdiskussionen in Dauerschleife zu führen. "Ich habe kein Endgerät", "Klappt mit meinen Schülern doch sowieso nicht", "Mache ich nicht, weil mir das notwendige Formular 17B nur in der gelben Version vorgelegt wurde, es hätte die rosane sein müssen."

    Sicher haben einige reale Probleme, andere sind ganz offensichtlich unwillig. Das ist übrigens kein Lehrerproblem, sondern in jedem Beruf so.

    In NDS gilt Folgendes: "Unterrichtsstunden, die wegen des angeordneten Unterrichtsausfalls nicht erteilt werden können, sind als Minderzeiten im Sinne des § 4 Abs. 2 der Bezugsverordnung zu c) zu berücksichtigen. Dies gilt nicht, soweit die jeweilige Lehrkraft während der ausfallenden Unterrichtsstunden auf Weisung der Schulleitung andere dienstliche Aufgaben (u. a. Aufsichts- und Betreuungsaufgaben im Rahmen der Verlässlichen Grundschule) wahrnimmt."

    Exakt.

    Ich persönlich bin ganz froh, dass es bei uns Distanzunterricht mit einem bestehenden Konzept und vertretbarem Aufwand gibt und ich heute nicht 6 Minusstunden kassiere.

    Dienstpflicht heißt aber, dass ich den dienstliche Weisungen des Schulleiters in der Regel zu folgen habe, das schließt auch Unterricht und Anwesenheit ein.

    Kurzfristiger Distanzunterricht kann natürlich nicht heißen, dass aus dem Stand 90-Minütiger Unterricht per VK stattfindet, aber natürlich kann ich mit einigermaßen überschaubarem Aufwand inzwischen grundsätzlich Distanzunterricht auch kurzfristige ausbringen.

    Und es ist grundsätzlich auch vernünftig, dass vor Ort der Schulleiter in Einzelfall entscheidet, was organisierter, technisch umsetzbar und leistbar ist.

    1. Ausgeschrieben werden Lehrerstellen, ob jemand Teilzeit arbeiten möchte, entscheidet der- oder diejenige selber. Man kann die neue Kollegin also nicht so einfach mit "einer reduzierten Stundenzahl anfangen lassen".

    2. Dass dir der Unterricht in dem Kurs richtig Spaß macht, ist schön, aber überhaupt nicht relevant für die Personalplanung.

    3. Lehrerwechsel mitten im Halbjahr sind unbestritten doof, wenn jemand erst dann verfügbar ist, muss er aber natürlich dann eingesetzt werden.

    zum Verständnis: wer infiziert ist, ist doch krank.

    Nein, nicht zwingend.

    Fast jeder ist mit diversen Viren infiziert, erkrankt aber selten oder nie mit den damit in Verbindung stehenden Krankheiten (Beispiel Gürtelrose).

    Das ist bei Corona im Grundsatz auch nicht anders.

    Also mich hat der Artikel total bewegt. Seit Jahrzehnten schlagen sich Menschen mit dem Mathematik-Lernen ’rum. Aber in Wirklichkeit ist es so: die Mathematik ist doof und die Lernenden sind zu schlau.

    Dummerweise ist das restliche Leben genau so doof, wie Mathe:

    ...werden die Noten des 10. Schuljahres bezüglich ihrer Aussagekraft für den Berufserfolg operationalisiert als Einkommen und Berufsprestige mit 30, 43 und 56 Lebensjahren analysiert. Dabei kann festgestellt werden, dass die Mathematiknote im Vergleich zu anderen Fächern die höchste prognostische Güte aufweist, teilweise besser als der Notendurchschnitt

    Um nur mal ein Beispiel zu nennen, Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Mathenote und Intelligenz, etc. gibt es reichlich.

    Mathe ist nicht nur eines der unbeliebtesten sondern auch eines der beliebtesten Fächer.

    Bei Umfragen nach dem Hassfach und Lieblingsfach landet Mathe bei beiden Fragen fast immer auf Platz 1 oder 2.

    Ansonsten sind die Erklärungsansätze im "Artikel"* ziemlich naiv, man könnte einen in Argumentationsstruktur und inhaltlichem Niveau nahezu identischen Artikel darüber schreiben, dass das Problem in Deutsch ist, dass die Schüler Göthe lesen sollen, obwohl der für sie keinen Alltagsbezug hat oder dass man kein Erdkunde mehr braucht, weil man Google Maps auf dem Handy hat.

    * Das Ganze ist kein Artikel, sondern eine Werbeseite für jemanden der Nachhilfe geben möchte und zwar "in fast allen Fächern bis zum Abitur"

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