Du irrst. Ich habe extra noch mal nachgehört, die Beobachtung, dass es zu heftigeren Nebenwirkungen bei bereits immunisierten Personen kommt, gilt für beide mRNA-Impfstoffe. Hinreichend sicher kann sich Pfizer da also nicht sein, sie haben das Phänomen selbst bis anhin gar nicht untersucht und sie haben es daher offenbar noch nicht in ihre Liste der Empfehlungen aufgenommen. Und Du hast Dich nicht auf irgendein Impfschema bezogen, Du hast behauptet, da könne praktisch nichts mehr an schweren Nebenwirkungen kommen, weil die Phase 3 ja durch sei.
Natürlich können seltene Nebenwirkungen immer auftreten und ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Es gibt ja Beispiele, bei denen eine Wahrscheinlichkeit in der Größenordnung von 1 zu 1 Mio vorlag und die Studie hatte 50 000 Teilnehmer. Hier ging es einzig um die überschießende Immunreaktion, die bei der Studie offensichtlich nicht aufgetreten ist. (Und bei den 50 000 in den USA und Brasilien waren mit Sicherheit eine ganze Reihe, die vorher mit dem Virus Kontakt hatten.)
Und natürlich kann sich Pfizer/Biontech "hinreichend sicher" sein, die oben genannte Impfempfehlung liegt ja genau so vor, oder glaubst du, die hat der Praktikant zufällig formuliert? In Europa gibt es eine bedingte Marktzulassung, bei der trägt der Hersteller das Haftungsrisiko für Impfschäden (im Gegensatz zur Notzulassung in GB und USA). Offensichtlich ist das Risiko für Pfizer/Biontech akzeptabel (und hier meine ich das finanzielle Risiko für Folgeschäden) und für Astrazeneca nicht. (Das muss aber nicht zwingend an unterschiedlichen Studienergebnissen liegen, Pfizer/Biontech verdienen an einer Impfung auch schlicht mehr als AZ, da kann man vielleicht auch größere Risiken eingehen.)