Beiträge von Moebius

    Es gibt natürlich einzelne Sprachstörungen (Richtung Mutismus), aber wenn es sich zuhause und mit einem "fremden" Kind ab und zu in der Muttersprache unterhält, dann ist es das vermutlich nicht.

    Das, was Frau Zipp hier beschreibt, nennt sich selektiver Mutismus. Und die Tipps sind gut gemeint, aber es handelt sich um eine hochkomplexe Störung, die immer Ursachen hat und deren Therapie nicht in Laienhand gehört, da man damit unter Umständen mehr Schien als Nutzen anrichten kann. Ich würde mir auf jeden Fall externe Unterstützung vom Fach holen (Psychologe, sonderpädagogischer Dienst, und wenn die Diagnose gesichert ist und es an die Behandlung geht, Logopäde).

    Bitte nicht ins Blaue irgendwelche Therapieansätze ausprobieren.

    Wenn die Angst so übermässig ist, dass sie die Kriterien einer Angststörung nach dem ICD-10 erfüllt, dann kann es zur Krankschreibung führen.

    Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass eine hospitalisierte Person irgendeine Form von Schadensersatz bekommt. Das ist leider das perverse an unserem Rechtssystem. Geschützt wird der Staat, nicht die Privatperson.

    Sei bloß vorsichtig, nachher kann noch jemand seine Angststörung auf den Konsum dieses Forums zurück verfolgen und verklagt dich.

    Wenn der Staat die Entscheidung trifft, wird sie dadurch auch nicht besser. Dann muss auch irgendwo eine trennscharfe Grenze zwischen Risikogruppe und nicht Risikogruppe gezogen werden, die in der Realität eben nicht scharf ist. Da entscheide ich das für mich und in meiner eigenen Verantwortung schon lieber selber.

    Ich glaube, die großen Fälle der letzten zwei Wochen zeigen ziemlich genau, wo die potentiellen Probleme liegen:

    - große Schlachthöfe, mit hunderten schlecht bezahlter osteuropäischer Arbeiter, die in prekären Verhältnissen leben und nach belieben von ihren Sklaventriebern Arbeitgebern zwischen den Schlachthöfen hin und her geschickt werden

    - Sekten, die sich einen Scheiß um Vorgaben unseres Staates scheren (bei der ersten der beiden betroffenen Gruppierungen weiß man inzwischen, dass 150 (!) Menschen am fraglichen Gottesdienst teilgenommen haben, Fotos vom "Gebetshaus" sind überall in den Medien - es handelt sich um eine Etage in einem ganz normalen Mehrfamilienhaus. Und die Gemeinschaft behauptet immer noch, es wären "alle Vorgaben eingehalten worden" ... bitte?!?)

    - ein Restaurant, das von jemandem Betrieben wird, von dem man hinterher feststellt, dass er "aus in der Person liegenden Gründen keine Gastronomie betreiben darf", in dem am Vorabend der offiziellen Wiedereröffnung offensichtlich bereits eine Party stattgefunden hat.

    - "Einige Großfamilien", die im "Familienkreis" Feiern gefeiert haben - mit 150 Teilnehmern, während rechtlich maximal 10 Personen aus maximal 2 Haushalten zugelassen wären.

    Das aktuelle Prozedere läuft ja unter "hammer and dance", also dem tänzelnden Vermeiden von Neuinfektionen durch geschicktes Ausweichen und dem Zuschlagen, da wo es zur Eindämmung nötig ist. Beim zweiten Punkt hapert es aktuell offensichtlich ganz gewaltig.

    Ein Corona-Test dauert von Probeentnahme bis vorliegen des Ergebnisses 24-48 Stunden, der rein technische Ablauf, nachdem die Probe im Gerät ist bereits 5 Stunden. Er erscheint mir auch zweifelhaft, dass die Geschichte so stimmen kann, das heißt aber gar nichts, weil es natürlich unendlich Möglichkeiten für Missverständnisse, etc. gibt. Es ist auch eigentlich nicht relevant, weil es völlig unbestritten ist, dass es tragische Fälle bei Corona-Erkrankungen gibt.

    Die Krankheit wird nicht dadurch schlimmer, dass jemand tragischen Fall im persönlichem Umfeld postet und sie wird nicht dadurch harmloser, dass man Fälle raussucht, wo 100jährige genesen sind.

    Man könnte auch sagen: Moral IST das Ergebnis nüchterner Überlegung.

    Nüchtern im Sinn von alle Implikationen eines Themas betrachtend, und nicht beurteilend, wie es eben in der öffentlichen Debatte gern getan wird, indem man den Wert eines Menschenlebens an seiner Verwertbarkeit und in Relation zu anderen Leben misst.

    Dein Standpunkt hat nichts mit Nüchternheit und auch nichts mit Moral zu tun.

    Er beruht schlicht darauf, dass du dich von Corona subjektiv am meisten bedroht fühlst.

    Die anderen Dinge die hier genannt wurden, wie die vielen Toten durch die indirekten Folgen des Lockdowns, sind auch ganz nüchtern betrachtet Teil der Problematik. Du wischt diese Dinge nur deswegen weg, weil sie dich persönlich nicht betreffen. Das ist menschlich verständlich, aber ganz sicher nicht moralisch.

    Mit Moral hat das gar nichts zu tun, nur mit nüchternen Überlegungen.

    Ich denke, wir würden hier ganz anders denken und reden, wenn wir alle New Yorker wären. Vielleicht muss man tatsächlich erst geliebte Menschen verlieren, damit man aufhört, diese Krankheit mit Verkehrsunfällen aufzuwiegen und zu relativieren.

    Zynismus ist halt gesellschaftsfähig geworden. Mir hat übrigens ein Kind aus meiner Klasse erzählt, dass ein enger Angehöriger von ihm an Corona gestorben sei. Als ich das einer Kollegin erzählt habe, meinte diese nur, dass dieser Mensch dann eben wohl an etwas anderem gestorben wäre ... ohne Worte.

    Vielleicht entscheidest du dich mal.

    Blöd nur, dass wir bei Halbierung der Gruppen nicht doppelt so viele LehrerInnen am Start haben🤣. Und selbst, wenn nicht jede Gruppe halbiert werden muss, wird es mit den Deputatsstunden nicht ausreichen. Wird eigentlich dann mal eben die Lehrer-Schüler-Relation geändert?

    Regelbetrieb heißt nicht halbe Gruppen.


    Wie möchte Herr Wassmuth (lustiger Schreibfehler in dem Artikel übrigens ;-)) denn feststellen, welche Lehrkräfte "Defizite im digitalen Bereich" haben? Sollen wir alle 'nen Test machen um 'rauszufinden wer "fit" ist und wer nicht???

    Ich empfehle im Ministerium die Emailadresse ein zu richten und alle Lehrer zu verpflichten, bis zum 1.7 an diese eine Email mit dem Text "Hallo, ich bin *** von der Schule *** und ich kann eine Email schreiben" zu schicken. Mit denen, die das nicht fristgerecht hinkriegen, könnte man einfach mal anfangen.

    Sowohl Streeck als auch Drosten haben sich freiwillig in eine recht exponierte Position in der Öffentlichkeit begeben und dann erwartet, dort behandelt zu werden, wie unter Fachkollegen. Ihre fachliche Qualifikation stellt das nicht in Frage. Aber unabhängig davon ist jeder Mensch auch anfällig für persönliche Eitelkeiten. Bei Streeck hatte ich immerhin den Eindruck, dass er relativ schnell realisiert hat, dass er da doch als Person anders in den Fokus gerät, als er es vielleicht intendiert hatte, und sich darum etwas zurückgezogen hat. Er hat aber am Anfang natürlich auch direkt ziemlich drauf bekommen.

    Wo kommt denn nur all dieser Ethos gerade her?

    Der kommt immer gerne, wenn man glaubt in einer Diskussion eher durch moralische Überlegenheit punkten zu können, als durch inhaltliche Argumente.

    Und das schöne ist, dass sich jeder die Toten raussuchen kann, die zu seiner Position passen. Wenn man für mehr Beschränkungen ist, sind das dann halt die Risikogruppen hier, wenn man für schnellere Lockerungen ist, kann man auf die 1,2 Millionen toten Kinder verweisen, die letzte Woche in einem UN Bericht als indirekte Opfer der Folgen der Corona-Epidemie erwartet wurden, weil ein Großteil der Programme zum Impfen und Gesundheitsschutz in Entwicklungsländern eingestellt wurden. Die hängen nämlich zum Beispiel ganz massiv am Flugverkehr und der Reisefreiheit der Helfer.

    Falls das Unternehmen jetzt Zugriff auf unsere Daten hat, wird es erfahren, wie man Dezimalzahlen multipliziert, Fragen im Simple Past bildet oder einen inneren Monolog schreibt. So what???

    Oder es weiß, dass du dich bei deinem privaten Gespräch über deine Urlaubsplanung mit deiner Freundin über die mecklenburgische Seenplatte unterhalten hast. Und weil das Unternehmen seine Daten an Google verkaufst kriegst du ab morgen passgenaue Werbung für Ferienhäuser in Ostdeutschland.

    Das die eigene Fantasie nicht ausreicht, um sich Beispiele zu überlegen, bei dem ein Verzicht auf den Schutz der eigenen Daten negative Folgen für einen selber hat, kann auch an der begrenzten eigenen Fantasie liegen.

    Die "Maßnahme" war, dass Fleischereibetriebe und Flüchtlingsunterkünfte "rausgerechnet" wurden, dann stimmte die Quote wieder. Begründung - die haben eben keinen sonderlichen Kontakt nach außen hin (was sogar den Tatsachen entsprechen dürfte).

    Das stimmt nicht, auch mit allen größeren Ausbrüchen gibt es seit 1 oder 2 Tagen keinen Landkreis mehr, der über die Grenze kommt (vor einer Woche waren es noch fünf). In einem Landkreis hier in der Nähe gab es einen Ausbruch mit 100 Infizierten im Schlachthof, bei 300k Einwohnern kommt man dann auf 33, mit den weiteren Infizierten außerhalb auf 35 pro 100 000.

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