Ich lebe und unterrichte in einer Gegend (Niederbayern), in der die allermeisten Kinder sehr starken Dialekt sprechen. Nach meiner Erfahrung haben Kinder sehr selten Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung wegen des Dialekts. Solche Themen wie -er bei Wörtern wie Teller werden in Schulbüchern für die erste Klasse extra thematisiert. Bei uns wird z. B. Teller auf bayrisch "Della" ausgesprochen. Die Kinder schreiben nie ein "D" statt eines "T", dafür aber häufig nur ein "l".
Wenn Dialektbegriffe verwendet werden, dann eher beim freien Schreiben, bei Wochenend- oder Feriengeschichten, u. ä. Das sind dann auch eher bestimmte Dialektausdrücke, die aber durchaus "dialekt-rechtschriftlich" wiederum richtig geschrieben wurden.
Häufige Fehler in meinen ersten Klassen bisher waren z. B. Telifon, Löbe oder Pingoin, das hat aber nichts mit dem Dialekt zu tun.
Auch wir in der der Familie sprechen Dialekt. Bei meinen eigenen Kindern war zu beobachten, dass Kind 1 mehr Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung hatte als Kind 2, diese Fehler aber nicht mit dem Dialekt zusammmenhingen. Das waren so Sachen wie Wörter ohne -h oder ohne -ie schreiben.
Vom Unterstützungsbedarf her macht es nach meiner Beobachtung eher einen Unterschied, ob das Kind grundsätzlich rechtschreib"stark" oder oder rechtschreib"schwach" ist und nicht die Verwendung von Dialekt oder Schriftsprache.