Beiträge von MarPhy

    Ich habe mich hier schon eine Weile nicht mehr zu Wort gemeldet, vielen Dank für die vielen Einblicke!

    Dem Grundtenor, dass solche Gespräche unter den richtigen Bedingungen auf jeden Fall wünschenswert wären, stimme ich zu. Die Panikmache der GEW verstehe ich nicht. Was soll im Zweifelsfall passieren, wenn ich nicht fähig sein sollte, die vereinbarten Ziele zu erreichen? Unfähigkeit ist kein Dienstvergehen. Und extrinsisch motivieren kann man mich mittels einer eventuell ausbleibenden Beförderung auch nicht. Die gibt es ja sowieso nicht.

    Auch ich hatte schon mehrere SL,

    eine davon wollte gerne Gespräche unter 4 Augen führen, verdrehte aber auch nach DB oder anderen Gesprächen die Worte und nutzte alles gegen die Person oder das Kollegium.

    Ich wünsche allen vernünftige SL, mit denen man gut reden kann, aber es braucht auch manchmal den Schutz oder Beistand des PR.

    Für Personalgespräche sollte, wie für alle anderen offiziellen Gespräche, auch ein Protokoll geführt werden, welches von beiden Seiten unterschrieben wird. Aber es stimmt, wenn die Fronten da total verhärtet sind, braucht man damit nicht anzufangen. Absolut gruselig, was manche hier berichten. Wählt beim nächsten mal die richtigen Leute in den Personalrat und lasst die ein paar entscheidende Fortbildungen machen. Der PR ist nicht nur da, um das Schuljahresabschlussgrillen zu organisieren und um zu runden Geburtstagen nen Blumenstrauß zu überreichen.

    Ist jetzt ne Steile These, aber es scheint so, als hätten genau die keine Lust auf diese Gespräche, für die sie besonders wichtig wären:

    1. Schulleitungen, die gern allein in ihrem Bunker sitzen
    2. KollegInnen die bestehende Konflikte mit der Schulleitung haben
    3. Schulleitungen, die insgeheim wissen, dass sie ihre Pflichten hinsichtlich Schulentwicklung und Mitarbeiterführung vernachlässigen
    4. KollegInnen, die insgeheim wissen, dass sie ihre Arbeit nur mit dem halben Arsch machen

    Jemand, der sich in seiner Rolle wohlfühlt und seine Arbeit gut macht, die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt und naja, irgendwie halt selbstreflektiert ist, hat nichts zu befürchten und daher tendenziell Lust. Das einzige, was ihm die Tour vermasseln kann, ist eine unkonstruktiv agierende SL.

    Für mich hat das irgendwie auch was mit Qualitätssicherung zu tun. So ein Gespräch dauert ja keine Stunde...als normaler Lehrer muss ich auch Elterngespräche führen. Aber ja, Djino, ich glaube aus genau dieser Überlegung heraus gibt es das bei uns nicht.

    Gibt es bei uns im ca. zweijährigen Rhythmus.

    Die Gespräche werden durch die SL-Mitglieder geführt.

    Wie viele davon habt ihr denn? Wir haben nur SL, StellvertreterIn und noch die Oberstufenleitung. Bei der Dienstberatung dürfen noch ein paar andere im "Präsidium" sitzen, ausgewiesene SL-Mitglieder sind die aber nicht.

    Hallo Leute, sagt mal...gibt es bei euch an der Schule Jahresgespräche/Mitarbeitergespräche?

    Habe das in einer Doku vom BR über nen Schulleiter in Bayern gesehen, der hat sich einmal (?) im Jahr mit allen KollegInnen einzeln getroffen und über deren Entwicklungsmöglichkeiten und co gesprochen, Feedback gegeben, etcpp.

    Glaube das fänd ich ganz gut. Bei uns wird einfach vor sich hingewurschtelt. Ich mein...da es de facto eh keine Beförderungsmöglichkeiten oder "Druckmittel" gibt, kann eh jeder machen was er will...

    Dienstliche Beurteilungen bzw. Unterrichtsbesuche gab es in den letzten 3 Jahren auch nicht. Aber war ja auch Corona. Wies vorher war, kann ich nicht beurteilen.

    Wie ist die Situation da bei euch?

    Es kann tatsächlich sein, dass das Finanzamt bei dem Betrag stutzig wird, mit deiner Begründung könnte es allerdings klappen. Ggf. gibst du direkt ein Beiblatt zur Begründung mit ab.

    Mein Finanzamt geht immer nur von 50% dienstlicher Nutzung aus, selbst wenn man ein Beiblatt von wegen 100% dienstliche Nutzung abgibt. Gibt man das selbe Blatt dann nochmal beim Widerspruch ab, kriegt man die 100%.

    Was ich damit sagen will: An unserer Schule haben einige KuK die Optimierung der eigenen Work-Life-Balance soweit perfektioniert, dass sie durch ihr absolutes Nichtstun den KuK, die ungeschönte Noten geben erhebliche Mehrarbeit aufhalsen. Gipfeln tut das Ganze dann in unzähligen Nachprüfungen, die ich jedes Jahr vorbereiten und abhalten darf. Eine Nachprüfung mussten diese KuK übrigens noch nie machen, da bei ihnen nie ein Schüler schlechter als 4 rausgeht. Auch unter dem SJ sind solche KuK natürlich der absolute Hit unter den SuS, weil ja alles "so chillig" bei denen ist und die Noten für alle passen. Peinlich für die Schule wirds halt dann, wenn Unternehmen bei uns anrufen und zurecht Fragen, wie ein Schüler in Deutsch eine 3 bekommen kann, jedoch kaum ein Wort versteht von dem was man ihm sagt.

    Das gibt es bei uns auch uns es macht mich rasend! Bei uns haben jetzt erstmalig SuS ihr Abitur nicht bestanden. Was das für einen Aufschrei gab...

    Ein Schüler hat bei mir in Mathe Klassen 11 (Kernfach) 4 mal 0 Notenpunkte geschrieben und hatte damit 0 auf dem Zeugnis, damit war das Aufrücken in die 12 unmöglich. Tenor danach: Ich hätte ihm ja keine Chance gegeben.

    Keiner will am Ende "der Arsch" sein, es existiert eine unterschwellige Angst vor irgendwelchen Anwälten, alles in allem lächerlich.

    In meinem Bundesland gibt es ein Programm zur Findung und Ausbildung von angehenden Führungskräften im Schuldienst. Witzigerweise findet es dieses Jahr nicht statt, weil kein Geld dafür da ist.

    Fokus liegt aber wohl ohnehin mehr auf der charakterlichen/pädagogischen Eignung.

    Unabhängig davon, ob ich diese habe oder nicht, finde ich auch einen Gymnasialdirektor mit Verantwortung für 60 KollegInnen unterbezahlt und in den Handlungsmöglichkeiten zu sehr eingeschränkt.

    Weder kann dieser Schulleiter Personal frei auswählen und einstellen oder entlassen noch auch nur das kleinste Problem unbürokratisch lösen. Der angehängte Verwaltungsapparat führt dann zu Absurditäten wie einer prähistorischen Ausstattung oder jährlichen Spendenaktionen, um einen Weihnachtsbaum fürs Schulhaus zu finanzieren. Eine Führungsposition mit so wenig Handlungsautonomie? Nein danke.

    Ich habe daher für mich entschieden, meine Führungsrolle vorerst im Ehrenamt an einer anderen Stelle auszuüben.

    Huhu, mir ist unbegreiflich, warum es nicht möglich sein soll, dass sich jeder Kollege/jede Kollegin individuell ein Gerät ausssucht.

    Der Wildwuchs ist ja nur entstanden, weil über Jahrzehnte die Ausstattung versäumt wurde. Zusätzlich hat natürlich jedes Fach seine eigenen Ansprüche.

    1000€ alle zwei Jahre, jeder soll sich das kaufen, was er braucht. Wer unbedingt das neue MacBook Pro will, muss halt was dazu legen.

    Datenschutz ist sicherlich notwendig, aber bei den momentan verwendeten Geräten auch nicht gegeben.

    Man vertraut mir 30 Kinder für ne Woche auf Klassenfahrt an, nicht aber die Auswahl eines dienstlichen Endgerätes.

    Ich vermute, die Ausstattung ist deswegen unzureichend, weil es kein Geld kostet.

    Ein KFZler mit schlechtem Werkzeug braucht länger, das kostet den Werkstattbesitzer Geld.

    Eine Sekretärin mit einer unergonomischen Tastatur wird öfter krank, das kostet die Kanzlei Geld.

    Ein Lehrer mit schlechter Ausstattung braucht länger, das kostet nichts. Vielleicht macht er schlechtere Arbeit. Auch das kostet nichts. Die Abiturquote wird am Ende schon passend hingeschoben.

    Bestenfalls kauft der Kollege sich noch selbst, was er braucht.

    Dieses ganze System mit der Unterscheidung zwischen Arbeitgeber und Schulträger als Sachkostenträger ist einfach nur beschissen. Ich erkenne nicht einen Vorteil daran.

    Die erforderlichen Investitionen sind lächerlich im Vergleich zu den Personalkosten.

    Uh, es gibt genug Situationen, in denen man dumme Entscheidungen trifft.

    Und dass man seinen Schlüssel verliert oder er geklaut wird, ist ja nun nicht so selten.

    Joar und wenn das eben nicht grob fahrlässig war sondern einfaches "Pech", dann ist mir das herzlich egal :D

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