Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Ich denke, ein Unterschied besteht auch darin, dass in unserer Gesellschaft der Anteil der Muslime, die ihren Glauben ernst nehmen, höher liegt als der Anteil der Christen, die das tun.

    Weltweit mag das vielleicht zutreffen. In unserer Gesellschaft - also der BRD - zweifle ich diese Aussage stark an. Auch unter Muslimen schätze ich den Anteil derer, die noch aus familiären Traditionen an Glaubensritualen teilnehmen höher ein als den Anteil überzeugter "Glaubenstäter". Und mit Verlaub: Daran, dass viele katholische Christen den Glauben nicht mehr ernst nehmen, trifft den Klerus die Hauptschuld.

    Warum müssen Christen den ersten Schritt machen?

    Und wenn sie ihn gemacht haben, dann können doch Muslime auch einen Schritt machen, oder nicht?

    Irgendwie kommt mir das aus Kindergarten und Schule SOOO bekannt vor:
    "Aber der.... !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

    Kinderkram. Mit einer derartigen Einstellung ist auch Ökumene mit Protestanten unmöglich, lieber Plattenspieler. Da müsste ich daran glauben, dass aus einer Oblate ein Stück Fleisch wird. Pardon. Das soll deinen Glauben daran nicht verunglimpfen. Aber genau dieser Punkt in der Gestaltung des Abendmahls trennt uns seit 500 Jahren.
    Deswegen können wir trotzdem ohne Streit miteinander auskommen.

    Haha! Manchmal habe ich den Eindruck, der hübsche oder wortverspielte Name für (Bildungs-)Projekte ist den Ministerien wichtiger als das Projekt selbst.

    Nun das Akronym wird von Belwue auf der Startseite wie folgt "aufgelöst":
    "BelWü steht für "Baden-rttembergs extended LAN" und ist das Datennetz der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg. Es verbindet Universitäten, Hochschulen und die Duale Hochschule Baden-Württemberg, Sonstige wissenschaftliche und öffentliche Einrichtungen, Schulen und öffentliche Bibliotheken miteinander."
    https://www.belwue.de/netz/weathermap.html

    Es handelt sich um ein eigenständiges 100 GBit-Netzwerk mit eigenen Datenkabeln und ist daher sehr gut abgesichert und rattenschnell.
    Nachdem die Telekom für Schulen einen kostenfreien Zugang gelegt hatte, wurden die Schulen (LEIDER) vom Hochschulnetz abgekoppelt und dem Wildwest des WWW überlassen.
    Mein Schule war vor dem Umstieg auf die Telekom noch über die Hochschule und BelWue ans Netz angebunden. Das war schon fein für den Sysad. Sag ich mal so aus eigener Erfahrung ;)

    Ich glaube die soziale Spaltung in Deutschland ist mittlerweils so weit fortgeschritten, dass sich viele Kollegen aus Gegenden "wo die Welt noch in Ordnung ist" gar nicht vorstellen können was in Brennpunkten für Verhältnisse herrschen.

    In der Stadt, an deren Hauptschule ich unterrichtet habe, gab es im Einzugsgebiet der Schule zwei Stadtviertel:
    Der "soziale Brennpunkt" mit dem Arbeiterviertel und hohem Ausländeranteil und das Neubauviertel am Hang mit den "gut Betuchten".
    Ich konnte meinem Schulleiter nur beipflichten, als er sagte: "Das Elend wohnt am Berg."
    Dort drücken die Schulden, der Konkurrenzdruck (auch für die Kinder) und die Belastung am Arbeitsplatz. Im Arbeiterviertel herrschte zwar auch Armut - jedoch auch Solidarität untereinander.
    Gute Frage: "Wo ist die Welt in Ordnung?"

    Das kommt auch bei uns vor und "der Trick" wird weiter gegeben.

    Es steht nicht da, 2/3 haben falsche Adressen, sondern gehen nicht ans Telefon (Aufzählung).

    Wenn ich Eltern telefonisch nicht erreichen konnte - oder auf Briefe und Einladungen keine Reaktion erfolgt ist, ging der Berg eben zum Propheten. Da habe ich mir die (geringe) Mühe gemacht, an der Haustüre zu klingeln. Das hat in der Regel SEHR gut funktioniert, weil die Nachbarschaft durchaus registriert, wer auf Besuch kommt. Durch verschiedene Schulveranstaltungen war mein Gesicht auch ziemlich allen Eltern, die Kinder an unserer Schule hatten, bekannt.

    In den vielen Jahren, in denen ich Pubertierende unterrichtet habe, gab es nur einen Fall, in dem ich mir beim Gespräch überlegt hatte, welcher "Notausgang" zur Verfügung stünde. Da hatte ich beim Gespräch im Wohnzimmer registriert, wie der bereits zur Mittagszeit stark alkoholisierte Vater leicht aggressive Tendenzen zeigte. Da ich jedoch nicht kleinwüchsig bin, hat er sich dann doch nicht von seinem Sofa erhoben.
    Wenn jemand sich bereits am späten Vormittag in einem derartigen Zustand befindet, ist es verständlich, dass in der Familie niemand telefonisch erreichbar ist. Ebenso verständlich ist, dass der Schüler/ die Schülerin nicht jeden Tag freundlich reagiert. Der Schüler hatte danach jedoch sein verhalten geändert. Er wusste, das ich auch auf freundliche Art sehr konsequent sein kann und es ernst meine.

    Nach dem besonderen Erlebnis mit diesem Vater habe ich jedoch meine "Hausbesuche" zur Absicherung immer im Sekretariat "angemeldet" ;)

    Ökumene bezieht sich auf eine innerchristliche Bewegung.

    Und innerhalb des Christentums gibt es auch leider immer noch keine Einigung über einen gemeinsamen Termin für das Osterfest zwischen Ost und West.

    ... was an der Anwendung von zwei unterschiedlichen Kalendersystemen liegt (julianisch/gregorianisch). Tradierte Traditionen umzuwerfen ist beinahe unmöglich, zumal es sich hier um den Termin des höchsten kirchlichen Feiertages im Christentum handelt.

    @WillG hat per KI eine schlüssige Berechnung des Zeitraumes dargelegt, wann ein derartiges Zusammentreffen der Fastenzeiten sich wiederholen könnte - wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob seine Lösung korrekt ist. Die Berechnung des Osterdatums ist eine recht komplexe Angelegenheit - siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Osterzyklus

    Dagegen ist die Berechnung des Ramadan ein Kinderspiel.

    Valerianus spricht sehr richtig die gemeinsamen Wurzeln und Inhalte des Christentums und des Islam an. Mohammed hatte bei der Niederschrift des Koran an vielen Stellen den Bezug zum jüdischen Glauben eingeflochten - selbst Jesus und Maria tauchen auf.
    Ich denke, dass es höchste Zeit ist, sich mehr auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen, als über die unterschiedlichen Riten das Trennende zu betonen. Nächstes Jahr wird das Ritual des Fastens zeitlich wieder divergieren. Der Kern des monotheistischen Glaubens und die gemeinsame historische Basis bleibt als Möglichkeit einer Ökumene, die sich nicht in irgendwann von irgendwem ideologisch formulierter Trennung fixiert.
    Just My2Cents.

    Leider wurde über die Jahre ein gutes Projekt für den Interntzugang an Schulen in Ba-Wü eingestampft:
    BelWue.
    Das baden-Württembergische Hochschulnetz stand auch Schulen kostenfrei zur Verfügung. Vorteil: Der Zugang erfolgte über einen Proxy, der auch einen Internetfilter bot. Die Linuxmusterlösung als Serveroftware für Schulen bot zusätzlich eine editierbare Blacklist. Da war BYOD handlebar. Eine Stunde freies Surfen - und ich wusste, welche Seiten ich dem Filter hinzufügen musste ;)

    Ökumene bezieht sich auf eine innerchristliche Bewegung.

    Nimm das daür:
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    Was bedutet Ökumene?


    Hier sind die wichtigsten Aspekte der Ökumene:

    • Ursprung: Das griechische Wort bedeutet „die bewohnte Erde“ oder „der bewohnte Erdkreis“.
    • Kirchliche Bedeutung: Sie ist die Bewegung zur Einigung der getrennten Kirchen. Dies geschieht durch ökumenische Gottesdienste, gemeinsame Projekte und den Dialog zur Überwindung theologischer Differenzen.

    Ich betrachte den Islam als Glaubensrichtung. Du nicht?

    ChatGPT meint:

    "Das letzte allgemein zitierte Jahr, in dem Ramadan-Beginn und Aschermittwoch zusammenfallen könnten, liegt etwa bei 1928, aber diese Angabe ist nicht durch offizielle astronomische Daten belegt und sollte als wahrscheinliche, aber unsichere historische Schätzung verstanden werden."

    Das Problem wurde bislang scheinbar nicht in eine mathematische Form gesetzt.
    Auf! Es gilt, die Gauss'sche Osterregel zu erweitern. Das ist nicht trivial. Hier sind besonders die Astronomen gefragt.

    2026 ist ein seltenes Jahr der Ökumene:
    Christen und Muslime fasten gemeinsam.
    Am 18. Februar um 0 Uhr beginnt mit dem Aschermittwoch die 46-tägige Fastenzeit der Christen.
    Am Abend des 18. Februar beginnt mit dem Erscheinen der Neumondsichel der Ramadan der Muslime.

    Diese Koinzidenz - die nur selten geschieht, kann als Anlass zum Gespräch über Gemeinsamkeiten, sowie für mathematische Kalenderberechnungen dienen.

    Normalerweise divergieren die Termine der Fastenzeiten.
    Beide Termine orientieren sich am Mond. Das ist jedoch - neben der Nahrungseinschränkung - die einzige Gemeinsamkeit.
    Der (historische) islamische Kalender orientiert sich am 29,5-Tages-Rhythmus der Mondphasen. Das islamische Jahr umfasst zwölf Monate mit 354 Tagen - ist also 11 Tage kürzer als das "Sonnenjahr".

    Der moderne Jahreskalender orientiert sich an der Umlaufzeit um die Sonne. Damit sind die Monate unterschiedlich lang - 28, 29, 30 oder 31 Tage.

    Für die Berechnung des nächsten Zusammentreffens kommt erschwerend hinzu, dass der Beginn der christlichen Fastenzeit 46 Tage vor Ostersonntag liegt, dieser wiederum am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Berechnen lässt sich der Termin nach der Osterformel von Gauss.
    Mathematische Problemstellung:
    Wann werden das nächste Mal die Fastenzeit der Christen und der Ramadan der Muslime wieder am selben Tag beginnen?

    Funfact am Rande: Weshalb dauert die Fastenzeit 6 Tage länger als in der Bibel geschrieben steht?
    Weil im Konzil von Benevent 1091 festgelegt wurde, dass an den "Tagen des Herrn" gegessen und gesoffen werden darf ;) 6 Tage fasten - 1 Tag fressen. Zum Ausgleich wurde die Fastenzeit um diese 6 Sonntage auf insgesamt 46 Tage verlängert.

    Auf ihr Mathematiker! Wer findet die Formel? Startbeginn dafür ist heute. Wann treffen Fastenzeit und Ramadan wieder genau aufeinander?

    Ich hab diese Karte zwar früher auch gerne gezogen, aber wenn die Gefahrstoffe im Unterrichtsraum lagern.... dann gibt es da noch ganz andere Probleme... ;)

    Da muss man jedoch auch beachten, WELCHE Gefahrstoffe im Kunstraum lagern - und welche Mengen. Für die drei Flaschen Lösungsmittel (Nitroverdünnung, Waschbenzin und Leinöl) wird kein Schulträger einen separat abschließbaren Raum genehmigen.
    Dass eine Schlagschere mit Kette und Vorhängeschloss gegen unbefugte Nutzung gesichert werden muss, sollte unter Kollegen Konsens sein. So ein Ding kann in Kinderhand verhängnisvolle Wirkungen haben.
    Schwieriger wird es bei Diebstahl. Im Kunstraum werden Werkzeuge gelagert, die Schüler sich privat nicht anschaffen (müssen):
    Tuschefedern, große Pinsel, Skalpelle, Scherenschnittscheren, Temperafarbe etcpp. Wenn die SL hier keinen abschließbaren Schrank genehmigt, zahlt sie diesen doppelt durch den "Schwund", der über die jahre erfolgt.

    Viele KuK haben auch keine Vorstellung davon, welche Materialien im Kunstraum lagern. Dabei meine ich nicht die Schülerarbeiten. Eine Liste, was ein Kunstraum enthalten kann (sollte) findet ihr hier:
    https://www.autenrieths.de/kunstunterricht.html#ausstattung
    Das sind schon Werte.

    Derartige Befragungen wurden in Ba-Wü bereits mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt. Falls du die Copsoq-Studie (Copenhagen Psychosocial Questionnaire) noch nicht kennst - diese ist einen Blick wert.
    "Im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben wir zwischen 2023 und 2025 die bislang größte Befragung in Deutschland zur psychischen Belastung von schulischen Leitungskräften durchgeführt. Mit 7.364 Teilnehmenden aus 14 Bundesländern bietet die Studie erstmals ein umfassendes bundesweites Bild auf Basis des COPSOQ, ergänzt um spezifische Fragen für Schulen und schulische Leitungskräfte."
    https://www.copsoq.de/aktuelles/befr…-mit-dem-copsoq
    Teile der Ergebnisse kannst du im Pressespiegel nachlesen:
    https://www.copsoq.de/assets/Aktuell…ulleitungen.pdf
    Vermutlich gibt es die Studie in der Bibliothek oder Fernleihe.

    2023 hatte ich das online verfolgt und mir einige Links notiert. Kannst du hier nachlesen':
    https://www.autenrieths.de/lehrergesundhe…l#Arbeitsschutz

    Das interessante - oder auch erschröckliche - ist, dass die KI die Fragen und Prompts zu eigenen Trainingszwecken verwendet. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie viel Blödsinn der KI schon beigebracht wurde.

    Mit der KI kann - und muss - man auch diskutieren. Dazu benötigt man jedoch Grundwissen zum Thema.
    Beispiel:
    Ich hatte in der Corona-Zeit ein paar Euronen in Curevac-Aktien investiert. Curevac ging bei der Impfstoffgeschichte baden, hat jedoch einige gute Ansätze für Krebsmedikamente in der Pipeline. Also hab' ich Gemini befragt, wie weit die Entwicklung dieser Mittel gediehen ist - nachdem Biontech Curevac übernommen hat.

    Gemini hat dann bestritten, dass Curevac von Biontech übernommen wurde. Als Aktionär weiß ich das jedoch besser. Meine Curevac-Aktien wurden in Biontech-Shares umgewandelt.
    Und Gemini meinte: Oh - Danke für den Hinweis. Ja - Curevac wurde im Dezember 2025 von Biontech übernommen ;)
    Über die Pipeline zum Mittel gegen das Glioblastom, an dem Curevac in Tübingen forscht, musste ich mich dann aus anderen Quellen kundig machen.
    Ein Werkzeug ist nur so gut, wie die Hand, die es führt.

    Das wird bei uns regelmäßig von der Schulleitung blockiert mit dem Argument, dass das nur Arbeit machen würde und schlecht für das Image der Schule sei. Die Schüler wissen mittlerweile ganz genau, dass es keine Konsequenzen geben wird.

    Genau das ist der Trugschluss. Schlecht für das Image der Schule ist es, wenn sich ***einige*** Schüler ständig daneben benehmen und die Mehrheit - ohne Konsequenzen fürchten zu müssen - drangsalieren oder am Lernerfolg behindern dürfen.

    Wie gesagt, wenn die Schüler*innen plötzlich (8-10 Jahre sind plötzlich) die allergrundlegendsten Grundlagen nicht mehr beherrschen, dürften sie auch nicht in der Lage sein, einen Schulabschluss zu machen.

    ....

    Entweder, das Problem existiert, dann muss die logische Konsequenz sein, dass entsprechend viele SuS sitzen bleiben bzw. die Prüfung nicht bestehen. Oder es existiert nicht und Jugendliche sind vergesslich wie eh und je und lernen nur bis zur nächsten Klausur was sie hinterher sofort wieder vergessen. ...

    Falscher Ansatz.

    Richtiger Ansatz:
    Mein Neffe hatte erzählt, dass sein Professor im FH-Ing-Studium, 1.Semester Maschinenbau, mit der Wiederholung der Grundrechenarten begonnen hatte. Manche fanden das öde und unnötig - der Dozent hatte jedoch die mathematichen Grundlagen gefestigt, auf denen er nach drei "Wiederholungsvorlesungen" aufbauen konnte - und das Tempo vorgelegt. Wer diese Vorlesungen als "nutzlos" geschwänzt hatte, kam ab der 4. Vorlesung nicht mehr mit. Da ging es bereits "zur Sache".

    Das menschliche Gehirn räumt gerne Bereiche mit "nutzlosem Wissen" frei, um diese neu zu verwenden. Da ist es wichtig "nützliches Wissen" regelmäßig zu wiederholen, um der "Vergesslichkeit" entgegen zu wirken. Dass meine Schüler ihre Abschlussprüfungen immer bestanden haben, führe ich nicht zuletzt auf diese regelmäßigen "Auffrischungsimpfungen" zu Beginn des Schuljahres zurück. Das war sinnvoll investierte Zeit.

    BTW:
    "Die heutige Jugend ist grässlich. Sie hat nicht den geringsten Respekt vor gefärbten Haaren."
    (Oscar Wilde, Lady Windermeres Fächer, 3. Akt, Mr. Dumby)

    Mehr über die "Jugend von heute":
    https://autenrieths.de/jugendvonheute.html

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