Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Ja, ist recht. Ich habe das mit Wahrscheinlichkeitsrechnung womöglich faslch verstaden. Ich bitte um Entschuldigung.

    Vermutlich.
    Zur Verdeutlichung:
    https://www.mathematik.ch/spiele/euromil…romillions.html

    Es gibt 140 Mio verschiedene Zahlenkombinationen bei der Euromillion. (Um genau zu sein: 139.838.160)
    Weil es jedoch viele Menschen gibt, die auf dem Schein geometrische Muster, Geburtstage u.ä. ankreuzen, werden eine große Zahl der Möglichkeiten mehrfach bespielt, sodass die Zahl der gesamt "gespielten Kästchen" auf eine größere Zahl anwächst. Aus diesem Grund kommt es vor, dass der Jackpot anwächst und oft erst nach mehreren Wochen DIE Gewinn-Zahlenkombination getroffen wird. Dadurch werden eventuell 500 Mio Kästchen (oder mehr) gespielt - aus denen sich letztlich die Gewinnkombination "herausschält".
    Nun verständlich, was ich meine?

    Ich nehme mal an, aus deinen früheren Mitschülern ist beruflich am Ende auch etwas geworden, oder? Die heutigen hohen Schülerzahlen am Gymnasium haben ja oft als Grund die Angst vor der beruflichen Sackgasse aus Sicht der Eltern.

    Diese Angst ist - aus meiner Sicht als Werkrealschullehrer - unbegründet.
    "Meine" ehemaligen Hauptschüler sind heute Industriefacharbeiter, Altenpfleger, Sozialarbeiter, Kellner, Firmenchefs, Handwerksmeister u.v.a.m.
    Meine Klassenkameraden von damals Lehrer, Erzieher, Unternehmer, Physiker, Ärzte ... u.v.a.m (alles m/w/d)

    Genau. Und wenn man siebenmal würfelt, ist sicher eine „6“ dabei. Weil mehr.

    Mehr als 140 Mio Kästchen sind beim Euro-Lotto in der Regel 500 Mio. Kästchen - weil viele Menschen ähnliche Zahlen tippen.
    BTW: Ich spiele auch Euro-Lotto. Allerdings nur, wenn der Jackpot über 100 Mio liegt. Dann auch nur Zahlen jenseits der 30, damit ich keine Geburtstagsdaten treffe und vielleicht teilen müsste. Außerdem gehe ich finanziell ans Limit: Ich spiele 1 Kästchen. Soll der Blitz einschlagen - oder nicht ;)

    Ich gehöre noch zur "Boomer"-Generation.
    Am Gymnasium waren wir mit 4 vollbesetzten Klassen und 140 Schülern gestartet. Zu jener Zeit kam man nur mit Empfehlung auf das Gymnasium.
    Wir waren noch 20 Schüler, die das Abitur abgelegt haben. Die anderen sind mit der mittleren Reife oder der Fachhochschulreife abgegangen.

    An der Pädagogischen Hochschule (das ist die mit dem unterirdischen Niveau) lag (und liegt) die Abbrecher- und Nichtbesteher-Quote in Mathematik zwischen 30-50%.

    Du hast echt ein Problem und bist völlig spassbefreit. Hast du auch ein Leben außer der Schule?

    Was interessiert mich mein Status Quo wenn ich 120 Mio€ Eurolotto gewinne :musik:.

    Mal ohne Spaß:
    Mit meinen Schülern mache ich im Mathematikunterricht folgendes "Gedankenexperiment":

    Unser Klassenzimmer ist etwa 9 Meter breit. Nehmen wir links und rechts 1 Meter weg. Dann stellen wir uns vor, es wäre genau so hoch und auch genauso lang. Das ergibt dann einen Kubus mit 7 Meter Seitenlänge. Hier seht ihr einen weißen Tischtennisball. Davon passen 14 Millionen in einen derartigen Würfel. So ein Kugelbad kennt ihr ja von IKEA - nur mit größeren Bällen.

    Nun stellen wir uns an diesem Würfel oben ein Sprungbrett vor. Bei Euro-Lotto besteht eine Wahrscheinlichkeit auf den Hauptgewinn von 1:140 Millionen.

    Wir müssen uns also 10 derartige Würfel nebeneinander vorstellen, damit 140 Millionen Tischtennisbälle hineinpassen.

    Nun wird es ernst:
    Ihr sucht euch einen der 10 Würfel aus. Stellt euch auf das Sprungbrett. verbindet die Augen. Springt in das Würfelbad. Taucht. Greift einen Tischtennisball.

    Falls ihr den einzigen schwarzen Tischtennisball unter den 140.000.000 Bällen erwischt habt, habt ihr den Jackpot geknackt.

    Wenn ihr 10 Kästchen ausgefüllt habt, dürft ihr zehn Mal springen und es neu versuchen, bei hundert Kästchen hundert Mal.
    Wer glaubt, dass er den schwarzen Ball erwischt?

    Aber es gewinnt doch immer wieder jemand - weshalb?
    Weil das Spiel in der ganzen EU gespielt wird - und mehr als 140.000.000 Kästchen ausgefüllt werden.
    ;)

    < Yummi: Oberlehrermodus on> "spaßbefreit" wird mit "ß" geschrieben - falls du dich nicht in der Schweiz befindest <Oberlehrermodus off> ;)

    Kleines Gedankenexperiment: Würdet ihr für deutlich weniger Geld trotzdem als Lehrkraft arbeiten, weil ihr Spaß daran habt?

    Dieses "Gedanken"experiment ist absurd und gedankenlos, da die Vorstellung nicht eintreten wird. Wir sind Beamte mit regelmäßiger Gehaltssteigerung, Beschäftigungsgarantie und Heilfürorge (Beihilfe).
    Wobei: Ich kenne KuK, die als Lehrkräfte an die Waldorfschule gewechselt sind, weil sie die Arbeit dort erfüllender (nenn es "spaßiger") empfanden und DEUTLICH weniger Gehalt bekommen.

    Back on topic:

    Mein Einsatz für die Computervernetzung im Schulhaus hat sich ausgezahlt.
    Unsere Haupt- und Werkrealschüler konnten in ihrem Lebenslauf vermerken:
    "Grundkenntnisse in Windows, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung und Textverarbeitung, sowie Programmierung der CNC-Maschine vorhanden."

    Sie haben Lehrstellen erhalten, sind über die Kaufmännische oder Technische Berufsschule zur Mittleren Reife gelangt und einige Ex-Schüler studieren - oder haben das Studium bereits abgeschlossen.

    Sie haben bei uns - und durch mich - etwas gelernt. Das war das Ziel. Ja - der Einsatz und die Anstrengung haben sich gelohnt.

    Gute Arbeit leiste ich wenn meine Schüler die Prüfungen bestehen. Davon habe ich an einer beruflichen Schule jährlich mehr als genug.

    Mein Kontoauszug ist wichtig. Ein Schulterklopfen ist in der Wirtschaft lächerlich; bist du gut dann gibt's mehr Kohle. Bei ständigem Schulterklopfen suchst du dir einen besseren AG.

    Warum soll ich in der Schule das tun was ich in der Privatwirtschaft nicht akzeptiert habe?

    Am Ende interessiert sich kein Mensch für dich und du verkaufst dich weit unter Wert:pirat:

    Dann bist du im Schuldienst eben beim falschen Arbeitgeber. Niemand hindert dich daran, in die freie Wirtschaft zu wechseln.
    Dort hast du jedoch einige Vorzüge des Berufsbeamtentums nicht mehr. Deine Entscheidung.

    Das geht mir ähnlich und dennoch kann ich Yummi zustimmen. EDV-Betreuung und co. ist nicht die Aufgabe der Lehrkräfte und warum sollte ich kostenfrei solche Tätigkeiten übernehmen, nur damit sich die Stadt/Land Geld einspart.

    Nun - wenn man jahrelang trommelt, aber niemand hört, kann man ein Sit-in im Rathaus veranstalten oder die Planung selbst in die Hand nehmen, damit was geschieht. Als Grund- und Werkrealschule stehst du beim EDV-Ausbau am Ende der Schlange bei der Warenausgabe.
    Ich habe dann ein Netzwerk konzipiert, das mit kaskadierenden Switches (zur Signalverstärkung) die Klassenzimmer über den Dachboden jeweils von oben her angefahren hat. Dazu 50 Rechner aus dem Refurbished-Bereich incl. Win. Als Serversystem die Linux-Musterlösung aus Ba-Wü mit Imageverteilung und selbstheilenden Arbeitsstationen. Kosten incl. Elektriker und Kabel 25.000 €. Damit waren alle Klassenzimmer mit mindestens einem Rechner und Internetanschluss versorgt sowie zwei PC-Räume. Am Ende waren 80 Rechner online. An einer Schule mit 300 Schülern. Durch die selbstheilenden Arbeitsstationen und die Imageverteilung war die Wartung nicht sehr aufwändig. Hätte ich alles nicht machen müssen. Aber so war die Erfüllung des LP möglich - und Spaß hat es auch gemacht.

    Vor einigen Jahren wurde die Werkrealschule geschlossen. Eine "Profifirma" übernahm die Wartung und ersetzte den Server. Mehr als 3 Jahre gab es kein Internet :autsch:

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