Liegt wahrscheinlich einfach daran, dass Deutschland ein sehr reiches Land mit einem guten Sozialsystem
Nun - SOOO löblich ist das auch wieder nicht. Heute im Deutschlandfunk (jaaaaa - Staatsfunk! Böse, böse..."):
Fast 50% der Renter, die dieses Jahr in Rente gehen, bekommen weniger Rente als das Bürgergeld beträgt. Böser Staat.
Nur: Rente ist eine Versicherungsleitung, die sich am Bruttolohn und an den Versicherungsjahren bemisst - und ist nur insofern eine staatliche Leistung, als der Staat zu den Renten einen Zuschuss gibt, damit das überhaupt noch eine Existenz gewährleisten kann.
In den letzten 30 jahren gab es immer mehr Menschen, die in Teilzeitjobs oder Minijobs gearbeitet haben - und denen das genügt hat. Nun gibt es jedoch plötzlich nur noch 48% davon (falls die maximale Zeit der Beitragsjahre erreicht wurde) und es gibt ein böses Erwachen - und Klagen über den bösen Staat.
Und ja - hier hat auch die Schule versagt - weil sie diesen Zusammenhang nicht oft und deutlich genug thematisiert hat.
Und das seit Jahren. Als eine Bekannte ihren Rentenbescheid bekommen hatte, war sie zutiefst empört. Frechheit! Unverschämtheit! Lass ich mir nicht gefallen! uswusf. Nun - pacta sunt servanda. Sie hatte in ihrem Leben lange Zeit studiert, lang Elternzeit genommen, weil der Mann genug Geld Nachhause getragen hatte, nach der Scheidung den Ausgleich am Finanzmarkt angelegt - weil sich das mehr rentiert, als es in die Rente einzuzahlen - und durch die Finanzspekulation prompt auf Null verloren. Danach als Honorarkraft und als Selbstständige gearbeitet... da blieben am Ende für die Rente nur die Mutterjahre und die Ausbildungszeiten.
Das "gute Sozialsystem" erwartet einen Eigenbeitrag. Auch bei Bürgergeldempfängern.