Ob sich der Mitgliedsbeitrag für eine Gewerkschaft lohnt, merkst du erst, wenn du sie brauchst.
Ich bin nach dem Studium etwas über 3 Jahre "fremd gegangen" und hab eine Ausbildung zum Grafen absolviert. (Lithograph und Reprophotograph). Während dieser Zeit hatte ich auch eine Ausbildung zum Scanner-Operator und Systemoperator am elektronischen Bildverarbeitungssystem absolviert.
Als die Arbeitsbedingungen immer stressiger wurden, hab' ich gekündigt und ins Referendariat gewechselt.
Was das mit der Gewerkschaft zu tun hat? Ich war in dieser Zeit (1986) nicht mehr GEW-Mitglied, sondern Mitglied der IG Druck&Papier. Nach meiner Kündigung verlangte der Chef der Firma von mir die Erstattung von Ausbildungskosten in Höhe von 120.000 Mark - was in heutiger Summe gut und gerne 250.000 € entspricht. Der Jurist des DGB hat die Forderung abgeschmettert. Kostenlos.
Ein Anwalt hätte seine Gebühren am Streitwert orientiert.
Auch während meiner Tätigkeit als Lehrer hab' ich immer mal wieder die Rechtsberatung der GEW angerufen und wichtige Tipps bekommen, Fortbildungen der GEW besucht und über die GEW Freundschaften geknüpft. Das Wissen, eine starke Gemeinschaft an der Seite zu haben, hilft über manche Unbill hinweg und stärkt den Rücken. Meine Gewerkschaftsbeiträge haben sich mehr als amortisiert.
Die GEW-Zeitung lese ich immer noch gerne, auch die Pensionärstreffen und Ausflüge/Museumsbesuche, bei denen es Kaffee und Kuchen auf Gewerkschaftskosten gibt, nehme ich gerne mit - zumal man dort immer wieder gleichgesinnte und nette Leute trifft.
Falls du den Beitrag als Anlagekapital siehst, das sich verzinsen muss, lass es. Kann sein, kann nicht sein.
Ja. Gewerkschaftsmitgliedschaft lohnt sich.