@m_sens57: Falls du genauere Fragen zum Ablauf hast, kannst du mich per PN anschreiben.
plattyplus: Das Hauptproblem ist, dass die Universitäten und Professoren aus Eigennutz am Markt vorbei produzieren. Doktoranden sind extrem billig (50%-65% TVL E-13), arbeiten aber problemlos mehr als 100% der regulären Arbeitszeit, sie schreiben Artikel auf denen der Doktorvater mit draufsteht und erhöhen damit dessen Marktwert (über bestimmte Rückmeldefaktoren gilt das auch für die Fakultäten und Universitäten selbst), d.h. für den gesamten Universitätsbetrieb ist es sinnvoll, so viele Doktoranden zu haben wie eben möglich. Da es aber kaum noch in nennenswertem Umfang Mittelbaustellen gibt und jedem klar sein sollte, dass die Professorenstellen nie im Leben für alle Doktoranden reichen, wenn ein Professor gleichzeitig mehrere Doktoranden betreut, die alle nach 3-5 Jahren fertig sind...kann sich jeder selbst ausmalen, dass die wohl in die Wirtschaft oder in den öffentlichen Dienst strömen. Das sagt nicht unbedingt etwas über die Qualifikation der Personen aus (ok, jetzt bin ich befangen), es gibt dafür verschiedene Gründe: Finanzielle Aspekte (die gehen nur in die Wirtschaft), nicht ausreichendes Forschungsinteresse, keine herausragende Promotion (im Grunde kann man nur mit magna oder summa cum laude im Universitätsbetrieb bleiben), Interesse an wirtschaftlicher und familiären Sicherheit (die meisten Ehepartner sind mäßig begeistert, wenn man alle 3-6 Jahre umzieht um irgendwann nach 10-20 Jahren endlich auf einer festen W3 Stelle zu sitzen).
@WillG: Der größte Anteil an Promotionen ist in den Naturwissenschaften, nicht für den schulischen Bereich, aber in der Wirtschaft wird das de facto erwartet, ansonsten kann man gleich nach dem Bachelor aufhören oder eine Ausbildung machen. Und die Mediziner...aber die machen das "studienbegleitend".
Bolzbold: Vielleicht legst du deshalb keinen Wert auf die Amtsbezeichnung, weil die einzige in Deutschland für die Anrede gebräuchliche Amtsbezeichnung "Professor" ist, während "Doktor" der einzige akademische Grad ist, der in Deutschland für die Anrede gebräuchlich ist (zumindest habe ich noch nie erlebt, dass jemand mit Diplom, Magister, Bachelor oder Master angesprochen worden ist), allerdings im Regelfall einfach für alle Mediziner zweckentfremdet wird. 