Beiträge von watweisich

    Mal so ne Frage: Gibt es außer dem Lehrerberuf noch andere Berufe, bei denen man wie selbstverständlich davon ausgeht, dass nur der eine volle Stelle nur schafft, der gesundheitlich topfit und sehr belastbar ist und keine anderen Probleme (Familie o.ä.) hat?

    Deswegen würde ich auch nie auf Teilzeit gehen. Ich mache ganz entspannt meine 41h-Woche und wenn die Belastung droht, zu groß zu werden, wegen übervoller Korrekturkurse, etc. dann wird überall effizient oder halbherzig gearbeitet. Es kann ja nicht sein, dass ein Vollzeitjob nicht zu schaffen ist und man deswegen in Teilzeit geht.

    Ich bin jetzt nicht Icke, antworte aber trotzdem mal:

    Sorry, aber du hast eine Bewegung, die Missbrauchsopfern eine Stimme gibt, als "unsäglich" beschreibst, weil du jetzt einer Schülerin zum Geburtstag die Hand nicht mehr geben darfst.

    Ich weiß nicht, wie man das anders lesen soll.

    Nein, #metoo habe ich als unsäglich bezeichnet, weil in diesem Kontext einige Frauen sich befleißigt fühlten, missbräuchlich Anzeigen gegen Unschuldige zu erstatten.

    Das ist echt irre...

    Das Problem sind also diejenigen, die Misstände benennen und öffentlich machen?
    Das Problem sind nicht diejenigen, die diese Missstände verursachen?

    Du hättest also gerne, dass sich Opfer nicht wehren, damit du deine Ruhe hast?

    Irre....

    Du liest auch nur, was du lesen möchtest.

    Natürlich sollen sich diejenigen dagegen wehren, die unsittlich behandelt wurden, aber das Ausmaß, wie man heutzutage insbesondere Männer generell verdächtigt, ist zu extrem geworden.

    Was hat das dann mit deinem Geschlecht zu tun? Irgendwie verstehe ich dein Empören nicht. Ich habe den Eindruck, als ob du auf die falschen Leute sauer wärst.

    Sauer? Ich habe nur die Frage beantwortet, dass alle KuK beider Geschlechter alle drei Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen. Ich empöre mich auch nicht, sondern stelle fest, dass das Fehlverhalten einiger Weniger dazu geführt hat, dass die Gefahr besteht, dass sich korrekt verhaltende Männer häufiger falschbeschuldigt werden und aufgrund genereller Verdächtigkeit weniger entspannt mit den SuS umgegangen werden kann. Eine extreme Distanziertheit der Lehrer tut den SuS auch nicht gut. Warum darf ich einer Schülerin zum Geburtstag nicht die Hand geben? Ich finde das mittlerweile zu extrem.

    Ja, total. Ich finde auch, ich als alter weißer Mann bin das größte Opfer der Missbrauchskandale. Ich meine, jetzt kann ich mich noch nicht mal einer Schülerin annähern oder mal den Blick auf ihre Brust senken, ohne dass die das als übergriffig und unangemessen anprangert. Das hätte die sich früher nicht getraut, als die Welt noch in Ordnung war, bevor diese unsägliche Bewegung Frauen den Floh ins Ohr gesetzt hat, dass sie es deutlich artikulieren dürfen, wenn sie das Gefühl haben, dass eine Grenze überschritten wird. Hat doch früher auch super geklappt und da hab ich mich nicht als Opfer fühlen müssen. Und die Frauen, die waren das ja gewohnt und überhaupt sind die doch selber schuld, wenn sie so freizügig herumlaufen. Die bitten ja gerade darum. [/Ironie off]

    Vielleicht können wir einfach mal akzeptieren, dass es Verhaltensweisen gibt, die noch nie okay waren und die aber hingenommen wurden, weil diejenigen, die sie ertragen mussten, - aus welchen Gründen auch immer - keine Möglichkeit gesehen haben, ihren Unwillen und ihre Wahrnehmung zu artikuluieren. Ich selbst habe in meinem Leben niemals absichtlich oder mutwillig ein Mädchen oder eine Frau misshandelt, aber #metoo hat zumindest bei mir bewirkt, dass ich scheinbar "normale" oder "altergemäße" ach so witzige Handlungen oder ach so witzige Zoten ("Boys will be boys") rückblickend dahingehend hinterfragt habe, wie sich das wohl für die Betroffenen angefühlt hat.

    Ich frage mich auch, warum mein Recht, es "doch nicht so zu meinen" an dieser Stelle gewichtiger sein soll als das Recht der Betroffenen, sich nicht unwohl fühlen zu müssen.

    Und, ja, unschudlig beschuldigt zu werden, kann massive Auswirkungen haben. Aber Missverständnisse kann ich mit leichten Verhaltensanpassungen vermeiden und mutwillige falsche Beschuldigungen sind tragisch, aber die Gefahr würde ich kaum höher einschätzen wie viele andere Gefahren, denen wir uns - als Lehrkräfte aber auch einfach als Menschen - jeden Tag aussetzen. Da muss man vielleicht mal die Kirche im Dorf lassen und auch darüber nachdenken, wie tragisch ein echter Missbrauchsfall ist.

    Ja, stimmt. Aber #metoo hat es uns korrekt verhaltenden Männer eben nicht leichter gemacht. Und wenn man dann noch im kirchlichen Kontext arbeitet, wird man noch mehr verdächtigt.

    In dem Fall würde ich anregen Schuluniformen einzuführen, um jegliche Tendenz einer unangemessenen Kleidung zu begegnen.

    man kann es drehen und wenden. Männliche Kollegen unterliegen einem Generalverdacht. Das ist in allen Berufen mit minderjährigen Schutzbefohlenen so. Deshalb muss ich auch alle drei Jahre beim Träger ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

    Man kann SchülerInnen übrigens auch auf unangemessene Bekleidung hinweisen, ohne anzüglich zu werden.

    An unserer Schule ist es männlichen Lehrern untersagt, Schülerinnen auf unangemessene Kleidung hinzuweisen. Alleine wenn Man(n) es bemerkt, hat man bereits zu sehr hingeschaut ;-). Es handelt sich um eine Tendenzschule, wo auf Sensibilisierung aufgrund von öffentlich diskutierten Missbrauchsskandalen des Trägers besonders geachtet wird.

    Das mag an staatlichen Schulen anders sein.

    Was genau ist denn so unsäglich an einer Bewegung, die real erlebten sexuellen Missbrauch nicht länger totschweigen will und eine Schuldumkehr zu Lasten der Opfer mitträgt, sondern gesellschaftliche Missstände offen anprangert, die diesen Missbrauch überhaupt erst ermöglichen, mittragen und letztlich auch mitdecken? „Nein heißt nein“ war beispielsweise bis 2022 kein Grundsatz des deutschen Sexualstrafrechts und wäre es ohne die #metoo- Debatte wohl bis heute noch nicht.

    Welche Art Umgang sollte es deines Erachtens mit sexuellem Missbrauch geben in unserer Gesellschaft? Wie sollte Opferschutz ausgestaltet sein und wie sollten Opfer sich artikulieren deines Erachtens, um bestehende Amtsstunden anzuprangern und erforderliche Veränderungen anzustoßen, damit sie bloß niemandem dabei auf die Zehen treten?

    Wegen etlicher Beispiele von Rufmord und Falschverurteilungen? Ich denke, das sind ausreichende Gründe, die MeeToo-Bewegung als unsäglich zu bezeichnen.

    Das sind aber glücklicherweise die wenigsten. In 20 Jahren habe ich das noch nicht erleben müssen. Die Ansätze davon hingegen schon - aber da betraf es dann auch mehrere Kollegen zwischen jung und alt, so dass man dann wusste, was davon zu halten war.

    Ja, aber wenn es dich mal erwischen sollte, bist du erledigt und kannst auch direkt den Wohnort wechseln. Seit dieser unsäglichen meeToo-Bewegung und den ganzen Missbrauchsskandalen kann man sich als Mann sicherlich nicht mehr "normal" in der Schule bewegen. Es fängt schon damit an, dass es bei uns untersagt ist, den SuS die Hand zum Geburtstags-Beglückwünschen zu geben. Und das nicht erst seit Corona. Das ist doch völlig irre, wenn überall eine potentielle sexualisierte Übergriffigkeit vermutet wird. Ich habe da keinerlei Verständnis für und hüte mich vor allem, was mich nur im Entferntesten verdächtigen könnte. Wenn eine Gruppe Schülerinnen bauchfrei in Augenhöhe und mit weitem Ausschnitt vor meinem Pult steht, ist es gar nicht so leicht, in die korrekte Richtung zu schauen. Entweder aufs Pult, oder aus dem Fenster und tut so, als würde man nichts gesehen haben 🙈🙈

    Im Zuge der #metoo Debatte und der sexuellen Übergriffe internationaler wie deutscher prominenter Persönlichkeiten ist hier die Sensibilität deutlich gestiegen. Ich würde soweit gehen und sagen "Gott sei Dank."

    Was Fossi beschreibt, war damals auch schon mindestens disziplinarrechtlich justiziabel, wenn nicht sogar im Rahmen des Strafrecht - nur dass viele Mädchen und Frauen damals geschwiegen haben oder die damals noch von Männern dominierte Rechtsprechung das Ganze als Kavaliersdelikt erachtet hatte und es so gar nicht zu Ermittlungen oder gar einer Verurteilung kam.

    Problematisch ist die Frage, wessen Einschätzung denn maßgeblich ist. Reicht die subjektive Einschätzung des "Opfers" - beispielsweise dann, wenn ein Mann gar nicht die Absicht hatte, den Abstand zu klein zu halten oder gezielt in den Ausschnitt zu starren und es lediglich so von dem Mädchen/der Frau empfunden wurde?

    Falls dies der Maßstab sein sollte, haben wir künftig ein weiteres dickes Problem neben dem bereits existierenden Problem, dass Männer sich mitunter distanzlos verhalten.

    Ich habe mir angewöhnt, Schülerinnen überdeutlich in die Augen zu gucken, wenn ich mit ihnen spreche, um klarzumachen, dass mich alles ab Unterkante Kinn abwärts nicht interessiert. Gleichzeitig versuche ich, wo immer möglich, einen entsprechenden Abstand zu halten - gleichwohl zu allen SchülerInnen, weil ich es selbst nicht mag, wenn man sich zu sehr auf die Pelle rückt.

    Man kann nur jeder männlichen Lehrkraft hier raten, sich überkorrekt zu verhalten, um hier entsprechenden Vorwürfen vorzubeugen. Wenn dann andere SchülerInnen bezeugen können, dass die Lehrkraft sich entsprechend verhalten hat, dürfte das Ganze schnell aufzuklären sein.

    Du kannst dich noch so überkorrekt verhalten, gegen Schülerinnen, die dir was wollen, hast du keine Chance, sobald Gerüchte gestreut werden. Die Gefahr solcher Vorwürfe sind ein veritables Problem für männliche Kollegen, da man im Zweifel eher der Schülerin glaubt.

    Fairerweise muss man natürlich auch sagen, dass es durchaus Bürgergeldempfänger gibt, die das noch schwarz aufstocken. Ist sicherlich nicht die Mehrheit aber es gibt durchaus den einen oder anderen, der sich sicherlich nicht nur mit Bürgergeld seinen Lebensstil finanziert.

    Mit dem Schonvermögen von 15000€ pro Person kann man auch z.B. veritable Gewinne aus Aktientradings erzielen, ohne das Haus verlassen zu müssen ;)

    watweisich

    Und die Wahlmöglichkeit ist jetzt der Grund dem Beamten eine Krankenkassenzulage zu verweigern? Der Wohnort (nicht Dienstort) und die Anzahl der Kinder obliegen doch auch der privaten Entscheidung des Beamten, warum dann nicht auch die Krankenkasse?

    Wenn man es ganz genau nimmt, vielleicht nicht. Aber PKV+Beihilfe ist für den Dienstherrn günstiger, so dass er diese Wahlmöglichkeit finanziell bewusst nicht unterstützt. Aber ja, es sollte da m.M. nach auch eine Wahl geben (auch ich sehne mich nach der GKV zurück ;) Wie entspannt das alles war ohne Vorschüsse, Rechnungen einreichen, etc...)

    Gibt es dann auch einen Zuschlag für gesetzlich Krankenversicherte? Schließlich sind Kinder und Wohnort ja auch in der freien Entscheidung des Beamten. Dann sollte es die Krankenkasse auch sein.

    Jeder Beamte hat die Möglichkeit, sich privat zu versichern, wenn er die Voraussetzungen dafür erfüllt. I.d.R. sind dies auch die gleichen Voraussetzungen, die als Voraussetzung für die Verbeamtung vorliegen müssen. Kommt man nicht über die Öffnungsklausel in die PKV, müssen gravierende Gründe dagegen sprechen.

    Und wieder die gleiche Diskussion… ich glaube daraus gewinnen wir keinen Mehrwert.

    Es sind mehrere Verfahren beim BVerfG anhängig. Da es 17 Besoldungsgesetzgeber gibt, ist es der reinste Flickenteppich.

    Urteile zur Besoldung in Hessen oder zu der Besoldung von Richtern in Bundesland X können auch Auswirkungen haben für die Besoldung in NRW.

    Die hohen Kinderzuschläge in NRW wird man m.E. nicht mehr kassieren. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Regelung zu den Mietstufen (keine Anwendung, wenn ledig und kinderlos) langfristig Bestand haben wird. Hauptsächlich geht es in den Verfahren aber um die Grundbesoldung im Allgemeinen.

    Die Familienzuschläge sollen auch nicht kassiert werden. Ich gönne jedem den Familienzuschlag. Es muss aber auch einen Mietstufenzuschlag für Kinderlose geben, um dem Alimentationsprinzip Rechnung zu tragen. Dieser darf nicht ausschließlich an Kinder gebunden sein.

    Natürlich ist es ungerecht!

    Man sollte nicht fürs Kinder kriegen belohnt werden, andere Arbeitnehmer werden dafür auch nicht belohnt. Es ist absurd und unangemessen, dass jemand der für A15/16 hart arbeitet weniger bekommt als ein A13 mit Kindern und Ehepartner. Man kann nur jährlich Widerspruch einlegen und hoffen, dass dagegen etwas unternommen wird.

    Könntest du mir/uns mal einen solchen Widerspruch gegen die Diskriminierung kinderloser Beamter zukommen lassen?

    Ich hatte mir heute auch mal die Mühe gemacht, den Musterwiderspruch gegen die unangemessene Alimentierung dahingehend anzupassen, aber bin mir nicht sicher, ob meine Argumentation und die aufgeführten Paragraphen rechtlich sauber sind. Habe mit Abstandsgebot, ungerechtfertigter Nebenbesoldung und ebenfalls hohen Mieten für Kinderlose und entsprechenden Aussagen des Bundesverfassungsgerichts argumentiert. Wer liest sich überhaupt sowas durch? Wird durch einen solchen Widerspruch überhaupt ein juristisches Verfahren eingeleitet oder müsste man nicht eher gegen das Land klagen?

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