Bei mir ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man auf Toilette gehen darf, wenn man auf Toilette gehen muss. In meiner Klasse haben wir die Gebärde für Toilette als Handzeichen eingeführt, das man leise machen kann, wenn man im Unterricht auf die Toilette muss. Ein Nicken reicht dann von mir, sodass der Unterricht so wenig wie möglich gestört wird. Den Raum ruhig zu verlassen und zu betreten sowie die Türe wieder zu schließen muss man am Anfang ein paar mal üben, aber das klappt in der Regel sehr schnell. Außerdem gibt es wie an vielen Schulen die Absprache, dass immer nur ein Kind auf die Toilette darf. Jede Regel hat aber natürlich ihre Ausnahme. Generell helfen dann aber oft schon Sätze wie "Kannst du noch zehn Minuten bis zur Pause aushalten?". In Einführungsphasen oder in Partnerarbeit sage ich auch oft "Gerade ist es schlecht, weil du sonst die Erklärung verpasst / weil dein Partnerkind sonst alleine ist . Schaffen wir noch zehn Minuten?". Auch die Visualisierung durch diese Toilettenampeln wären eine Maßnahme, wenn man eine Entwicklung in dem Bereich durch Visualisierung anstoßen möchte. Das klappt alles sehr gut und ich habe keine Probleme mit Kinderkarawanen, die auf die Toilette ziehen. Wie BlackandGold schrieb, gibt es Kinder, die häufiger auf die Toilette gehen, weil sie eine Pause brauchen. Das ist eben ein anderes Grundbedürfnis, das dann dahinter steht, das ich dann sehe und akzeptieren kann. Das betrifft aktuell nur ein Kind in meiner Klasse. Das alles ist also wirklich kein Problem in meiner Schulrealität und wenn es sich häufen würde, würde ich im ersten Schritt vor der Pause die Kinder daran erinnern, direkt am Anfang der Pause auf die Toilette zu gehen. Das wäre eine pädagogische 'Intervention'. Ich halte es für nicht in Ordnung, den Toilettengang generell zu verbieten. Mir wurde auch von meiner Chefin noch nie verboten, auf die Toilette zu gehen. Und auch von früheren Arbeitgeber*innen nicht.
Hat jetzt aber auch nichts mehr mit dem Ausgansgsbeitrag zu tun, zu dem ich nur sagen kann, dass ich es vollkommen verstehen kann, dass man als Lehrkraft am Tag viele Entscheidungen meist akut treffen muss und dann nicht jede Entscheidung direkt richtig ist. Ist halt ein kleines Dilemma im ersten Moment eine solche Situation und im Nachhinein kann man sich dann reflektieren und beraten, um die Situation das nächste Mal besser zu handlen.