Beiträge von tibo

    Ich finde spontan das mit den Blasen dasjenige, das dazu animiert, leise zu sein, um sie oben in Ruhe zu halten. Bei den anderen Symbolen, die hüpfen hätte ich Sorge, dass alle nur damit beschäftigt sind herauszufinden, wie leise man gerade noch pusten oder schnipsen kann, um die Smileys hüpfen zu sehen...

    Hast du das mal ausprobiert? Und macht man das am Smartboard vorne, wenn man eines hat...?

    Ich habe es nur ein paar mal ausprobiert. Am Anfang gab es natürlich immer einmal einen 'Test', ob das Tool funktioniert, bei dem alle Kinder laut sein durften und dann langsam so leise werden sollten, dass die gewünschte Lautstärke erreicht ist.


    Ich meine, an unseren Smartboards sind keine Mikrofone, deshalb musste ich mein iPad nutzen und dieses spiegeln.

    In der UN-BRK wird wörtlich ein inklusives Schulsystem gefordert:

    States Parties shall ensure an inclusive education system at all levels and life long learning

    Der Prüfbericht des Fachausschusses der UN von 2015 stellt fest, dass die Förderschulen in Deutschland segregativ sind:

    The Committee is concerned that the State party has an education system where the majority of students with disabilities attend segregated special-needs schools

    Die Unterscheidung zwischen Segregation, Integration und Inklusion ergibt sich auch aus den Allgemeinen Bemerkungen:

    Segregation occurs when the education of students with disabilities is provided in separate environments designed or used to respond to a particular impairment or to various impairments, in isolation from students without disabilities.

    Das beschreibt das deutsche Förderschulsystem damit als nicht vereinbar mit der UN-BRK. Im Prüfbericht von 2015 steht deshalb bereits wörtlich, dass Förderschulen abgebaut werden sollen:

    Zitat von Prüfbericht 2015

    The Committee recommends that the State party: (...) Scale down segregated schools to facilitate inclusion (...)

    Im zweiten Bericht (2023) wird folgerichtig gefordert, den Übergang vom Förderschulsystem zum inklusiven System zu beschleunigen:

    Develop a comprehensive plan to accelerate the transition from special schooling to inclusive education at the Länder and municipal levels, with specific time frames, human, technical and financial resource allocations and clear responsibilities for implementation and monitoring

    Enger kann man sich nicht an den Wortlaut und die "historische Genese" der UN halten. Natürlich ist das ein Autoritätsargument, weil die UN eben die höchste Autorität für die UN-BRK ist.

    Die UN-BRK spricht von einem inklusiven Schulsystem. Inklusion lässt sich von Separation und Integration abgrenzen. Separation ist die Trennung von Gruppen, Integration ist die Vereinung an einem Ort mit jedoch Trennungen vor Ort und Inklusion ist Vereinung an einem Ort ohne Trennung (Gleichberechtigung) - im Bildungssystem ist letzteres das Gemeinsame Lernen. Das Förderschulsystem entspricht höchstens der Integration.

    Der Kontrollausschuss der UN selbst kritisierte im letzten Bericht deutlich die mangelhafte volle Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems:

    The Committee is concerned about the lack of full implementation of inclusive education throughout the education system, the prevalence of special schools and classes and the various barriers encountered by children with disabilities and their families to enrolling in and completing studies at mainstream schools

    Deutschland musste entsprechend der UN-Menschenrechtskonvention eine unabhängige Stelle zur Begleitung der Umsetzung der Konvention inkl. der UN-BRK einrichten. Diese offizielle Stelle ist in Deutschland das Deutsche Institut für Menschenrechte. Dieses schreibt deutlich, dass das Förderschulsystem abgebaut werden muss:

    Es ist menschenrechtlich zwingend erforderlich, die inklusive Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen an allgemeinbildenden Schulen zum Regelfall zu machen; Förderschulen müssen schrittweise abgebaut werden

    Meines Wissens - als Laie und ohne Zugang zu weiteren gängigen Auslegungen der UN-BRK - ist dies auch in der Rechtswissenschaft die vorherrschende Meinung: "Die Aufrechterhaltung „einer abgespeckten Version des Sonderschulwesens“ (C. Geyer im Feuilleton der FAZ) ist jedenfalls nicht mit Art. 24 BRK vereinbar. Hierüber besteht, soweit erkennbar, auch in der Staats- und Völkerrechtswissenschaft, die sich zu dieser Frage geäußert hat, Einigkeit." (https://verfassungsblog.de/foerderschulzu…timationszwang/)

    Inklusion ist ein Prozess und die UN-BRK kann natürlich auch nur als Prozess und schrittweise umgesetzt werden. Manche versuchen diesen Prozess aber abzubremsen oder sogar umzukehren. Die Entwicklung sollte schon in die richtige Richtung gehen und die richtige Richtung ist sicherlich nicht die Schaffung neuer Förderschulen. Der internationale Vergleich zeigt, dass man sehr viel weiter in diesem Prozess sein könnte, als es Deutschland aktuell ist.

    Rechtsextreme Inhalte sind verboten, das ist selbstverständlich und muss ich in dieser Regelung mMn auch nicht nochmal explizit erwähnt werden. Ich sehe da kein Problem.

    Was Rechtsextremist*innen dann sagen, ist mir gewissermaßen egal. Vorauseilende Gehorsamkeit ist ein Problem im Kampf gegen Rechtsextremismus.

    Was du Kontrolle nennst, wäre doch einfach ein Interesse an den Veröffentlichungen der Schüler*innen, sodass man inhaltlich als Schule sicher mitbekommen würde, was dort so veröffentlicht wird.

    So oder so würde die NRW-Regelung aber die Veröffentlichung eben nicht legitimieren. Rechtsextreme Inhalte dürfen natürlich verboten werden.

    Die Befürworter sollten sich darüber klar sein, dass die NRW-Regelung auch vollkommen legitimieren würde, wenn eine Gruppe von SuS einer Schule zur AfD-Jugend gehört und beschließt, an ihrer Schule eine Schülerzeitung nach ihren Vorstellungen zu veröffentlichen. Das muss man dann auch ertragen.

    Ich sage mal so: Bis zuletzt wäre das sicher zu unterbinden gewesen, weil die AfD-Jugendorganisation vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde, bis sie sich nun unter neuem Namen neu gegründet hat. Demokratische Veröffentlichungen sollte man nicht mit rechtsextremen Veröffentlichungen gleichstellen.

    Blöde Frage: In der Grundschule werden die Kinder ja mitunter aufgeteilt. Das bedeutet, die Kinder werden auf verschiedene Klassen verteilt und lernen dort selbstständig. Sollte das an der weiterführenden Schule nicht viel einfacher sein, da die Kinder selbstständiger lernen und auf mehr Klassen aufgeteilt werden können? Könnte man das an weiterführenden Schulen nicht sogar häufiger einsetzen, um Vertretung zu vermeiden? Oder wird das auch an weiterführenden Schulen schon so oft umgesetzt, wie es geht?

    Mich irritiert, dass du, PaPo , zu wissenschaftstheoretischen Themen habilitiert habest, dann aber die verlinkte Schrift des Englischlehrers für etwas kritisierst, was eine explorative Studie eben ausmacht. Der Autor hat die Studie explizit als explorativ gekennzeichnet und ich habe sie ebenfalls als explorativ gekennzeichnet. Ich habe sie extra angeführt, weil (von anderer Seite) so oft die Kritik kommt, dass Studien realitätsfern wären.

    Mich irritiert, dass du einen Völkerrechtler zitierst, der meine Aussagen hier im Thread nur bestätigt: Das Förderschulsystem in Deutschland muss der UN-BRK nach abgebaut werden. 100-prozentige Inklusion kann es (z.B. durch "Systemsprenger*innen") nicht geben, aber weitestgehend ist Inklusion im Schulsystem eben - auch mit Blick auf den internationalen Vergleich - trotzdem möglich, nötig und das unverhandelbare Ziel. Ich würde sagen, hier passt das Sprichwort: Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Die Hattie-Studie hat ihre Schwächen. So weit so wenig neu. Ich denke trotzdem weiterhin, dass sie eine der bedeutendsten Studien in der Bildungswissenschaft ist, wenn man Meta-Studien als das sieht, was sie sind. Ich kann die Kritik an der Methodik nachvollziehen, sie gehört zum wissenschaftlichen Diskurs ebenso wie Meta-Analysen dazu, gehe aber u.a. auch im Punkt Inklusion mit der Einschätzung mit, dass sie als grobe Orientierung durchaus sehr zu gebrauchen ist, da sie wesentliche Muster valide widergibt.

    Meta-analyses are strong at what they were originally designed to do: identifying patterns across many studies. They show that effects vary, that context matters, and that “what works” rarely has a single simple answer. In that sense, they are more like maps than route instructions. They show the landscape, but not the exact path that every school should take. (...)

    Meta-analyses are therefore not an endpoint, but a starting point. They can guide thinking and discussion, but they do not replace professional judgement. They do not say “do this”, but rather: “here are the patterns—now it is up to you to translate them into your own context.”

    Am Beispiel der Inklusion stellen auch andere Studien fest, dass inklusiv beschulte Kinder mindestens genau so gut lernen, wie Kinder an Förderschulen. Hierzu kann man in Deutschland die BiLieF-Studie anführen, die Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen in inklusiven und exkludierenden Settings von der dritten bis zur fünften Klasse begleitet hat. Diese Studie ergänzt die Ergebnisse Hatties insofern, als dass sie das Muster, das die Hattie-Studie feststellt, konkretisiert im Hinblick auf Gelingensbedingungen. Das Ergebnis ist auch da, dass Inklusion funktioniert und dass Kinder an inklusiv unterrichteten Schulen mindestens genau so gut lernen wie an Förderschulen. Auch die psychosoziale Komponente wird in der Studie untersucht und das oft gebrachte Argument, Kinder mit Behinderung würden an inklusiven Schulen durch eventuelle Ausgrenzung mehr leiden, geben die Zahlen nicht her. Die Gelingensbedingungen werden vom Forschungsmonitor Schule wie folgt zusammengefasst:

    Im Rahmen der qualitativen Teilstudie zeigt sich, dass sich die Schulen mit durchschnittlich hohen bzw. niedrigen Leistungs- und Wohlbefindenswerten – wobei alle über eine vergleichbare Ressourcenausstattung verfügten – in einigen Punkten systematisch voneinander unterscheiden. In allen drei Schulmodellen zeichnen sich die Schulen mit hohen Leistungs- und Wohlbefindenswerten durch folgende Merkmale aus:

    • ein hohes Maß an etablierten Kooperationsstrukturen und gemeinsam entwickelten Konzepten zur adaptiven Unterrichtung und Förderung von Kindern mit heterogenen Eingangsvoraussetzungen
    • geteilte inklusive Werte der Lehrkräfte
    • gemeinsame didaktisch-methodische Prinzipien bezüglich Individualisierung und Herstellung von Gemeinsamkeit
    • grundsätzliche Akzeptanz von Heterogenität als Normalität verbunden mit einer adaptiven Leistungsorientierung; Verfolgung unterrichtsintegrierter und flankierender Maßnahmen, die an den jeweiligen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler angepasst sind

    Dabei ist es laut der Autorengruppe maßgeblich für die Realisierung dieser Aspekte, inwieweit die Schulleitungen die Entwicklung eines inklusiven Leitbildes forcieren und die Kooperation im Kollegium unterstützen.

    Es gibt auch keine gesetzliche Vorgabe, wie man zitieren muss. Trotzdem fordern die meisten Studienseminare eine wissenschaftliche Zitierweise. Die Kriterien an die Form der Arbeit sind im Vorhinein bekannt, da kann man sich im Nachhinein nicht beschweren, wenn man die Kriterien nicht erfüllt hat und deswegen Punktabzug erhält.

    Auch im Dortmunder Norden scheint es die soziale Trennung zu geben, wenn ich den Sozialindex der Gymnasien dort mit denen der Hauptschule dort vergleiche. Aber generell stimmt es natürlich, dass Stadtentwicklungsplanung auch ein wichtiges Thema ist und auch da die Vielfalt in den Vierteln ein wichtiges Ziel sein muss. Ist aber auch etwas, wogegen sich die privilegierte Gesellschaft sehr wehrt.


    Sidenote: Bei der 'Gesamtschule für alle' hört sich das "zwingen" jetzt aber negativer an als die "Zuweisung nach objektiv ermitteltem Leistungsstand" bei der verbindlichen Empfehlung für die weiterführende Schule ^^

    Diese Schule werden nur gemieden, weil es halt möglich ist.

    Stimmt, bei einer Schule für alle könnte man diese nicht meiden.

    Abgesehen davon werden sich an "bestimmten Schulen" immer die "Problemfälle" konzentrieren, auch in Gesamtschulsystemen. In der Regel ist das ganz einfach eine Standortfrage.

    Nicht über die Konzentration gewisser sozioökonomischer Bedingungen an Standorten hinaus, wenn es eine Gesamtschule für alle gäbe.

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