Beiträge von Philio

    Wenn ich mich richtig erinnere (es hat im Profil mal dabeigestanden) ist das BL Baden-Württemberg. Theoretisch kannst Du's also auch bei "uns" probieren, Sek-I-er sind hier eher Mangelware. Zumindest wäre das ein wirklich *ganz anderes* System. Ich meine, dass die PH Thurgau sogar einen binationalen Studiengang anbietet, der mit dem Eidgenössischen Lehrdiplom sowie dem deutschen Staatsexamen abschliesst

    Sorry, hatte ursprünglich was anderes geantwortet – aber den Euregio-Studiengang gibt's nur für Sek-II, nicht für Sek-I

    Das machen tatsächlich einige. Es sind zwar wenige, aber auch wenn es nur wenige tun, gerät man unter Druck, da man die beim nächsten Elternsprechtag auf der Matte stehen hat, mit dem Hinweis, dass man sein Kind nicht vernünftig auf die Anforderungen des Zentralabiturs vorbereiten würde und bei Wiederholungstat die Schulleitung informiert. Das ist kein Witz. Vor 2 Wochen noch erlebt!

    Eltern: "Sie bereiten mein Kind nicht vernünftig auf die Anforderungen des Zentralabiturs vor!"

    Lehrer: "Welche Anforderungen meinen Sie genau?"

    Eltern: "Wenn das wieder vorkommt, informieren wir die Schulleitung!"

    Lehrer: "Ich kann Sie gerne zum Büro der Schulleitung begleiten, dann können wir das direkt klären."

    Wie geht ihr mit dieser Situation um? Ich habe bereits Strategien entwickelt, wie ich die Klausuren möglichst zeitoptimiert korrigiere. Allerdings steigen mir bei der Klausurenausgabe regelmäßig die Schüler/Eltern aufs Dach, wenn ich etwas schlampiger gearbeitet habe.

    Das hiesse ja, dass die Schüler (und Eltern) jede Klausur penibel durchlesen würden (das glaube ich kaum) und dass sie auch entdecken, wo du "etwas schlampiger gearbeitet hast" … woher wollen die das wissen? Sind unter den Eltern studierte Chemiker und Geographen?

    Oder was machst mit denen, die sich morgens telefonisch im Sekretariat abmelden mit der Begründung, daß sie keinen freien Parkplatz finden würden, wir als Schule für die freien Parkplätze zu sorgen hätten und da wir dies eben nicht hinreichend tun würden, denn sonst hätten sie ja einen freien Parkplatz gefunden, sie keinen Anlaß sehen würden in der Schule zu erscheinen?

    Ähh… rausschmeissen?

    Edit: An meiner Schule gilt als Grund für entschuldigtes Fehlen nur ein Arztzeugnis oder eine im Voraus genehmigte Abwesenheit. Ansonsten fehlt der Lernende unentschuldigt. Werden 3 unentschuldigte Abwesenheiten überschritten, kann der Lernende auf Antrag entlassen werden.

    Seid doch an der Stelle mal bitte ganz ganz, also wirklich ehrlich zu euch selbst: Wann habt ihr richtig geschnallt, was das eigentlich soll mit dem Logarithmus?

    Tatsächlich in der 10. Realschulklasse – er war eigentlich nicht im Lehrplan (wenn ich mich richtig erinnere), aber mein Mathelehrer hat ihn uns beigebracht, damit wir in Zinseszinsaufgaben auch die Anlagezeit berechnen konnten. Fand ich damals ziemlich spannend, wahrscheinlich weiss ich es deshalb auch heute noch.

    Aber was du mit Schubladen meinst, das habe ich auch schon innerhalb des Matheunterrichts beobachtet – übrigens auch beim Logarithmus. Wenn ich die "3-mindestens-Aufgabe" in der Stochastik mache, dann sind nicht wenige Lernende schockiert, dass im Lösungsweg der Logarithmus auftaucht. Was hat der denn auf einmal hier zu suchen … :P

    Kopfrechen fördern wäre eine super Sache, aber auf meiner Stufe ist die Schlacht schon verloren. Ausserdem habe ich die Zeit schlicht und einfach nicht, der Lehrplan ist randvoll. Gleichungen lösen, CAS und Grafik dürfen Taschenrechner bei uns nicht haben. Was wir allerdings verwenden, sind die Funktionen der beschreibenden Statistik: Standardabweichungen, Korrelationskoeffizient und Regressionsgerade ohne die Statistikfunktionen wäre ein Alptraum. In der Stochastik verwenden wir aktuell noch kumulierte Binomialtabellen, aber ab nächstem SJ steigen wir auch hier auf die Taschenrechnerfunktion um :)

    Kein Kapitalismus, schön und gut … aber was sonst? Andere Systeme haben sich als untauglich erwiesen – vor allem, weil sie die Natur des Menschen ignorierten. Denn leider gehören Egoismus, Neid und Missgunst zur Natur des Menschen und das ganz unabhängig vom vorherrschenden Wirtschafts- oder Gesellschaftssystem. Auch eine auf Gemeinwohl ausgerichtete Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung würde an den Menschen scheitern, da bin ich leider pessimistisch.

    Bei uns gibt es in jedem Raum Beamer, Desktop PC, Visualizer (ich finde das Wort "Dokumentenkamera" etwas sperrig) und Smartboard. Das Smartboard nutze ich nur als Projektionsfläche – ich finde, die Software ist nicht zu gebrauchen. Den Visualizer nutze ich ständig als Tafelersatz, ich schreibe nur noch auf einem Blatt Papier. Das hat viele Vorteile wie ich finde: direkter Kontakt zu den Lernenden, ich habe die Whiteboardstifte nicht an meinen Klamotten, ich muss mich nicht bücken (ich bin 1,90 und die Tafel ist nicht höhenverstellbar …).

    Der Visualizer ist direkt an den Beamer gekoppelt, man muss nur am entweder per Beamerfernbedienung oder per Auswahlbutton auf dem Gerät die Quelle auswählen. Wird der Visualizer vor dem Beamer eingeschaltet, dann nimmt der Beamer automatisch den Visualizer als Quelle – sehr praktisch.

    Hm, anscheinend bin ich bei diesem Thread etwas spät dran … aber kurz meine Philiosophie hierzu: ich versuche so einzukaufen, dass ich mich selbst nicht unter Druck setzte und nicht gegen meine Bedürfnisse arbeite. Nur etwas zu tun um ein "guter Mensch" sein zu wollen, dabei aber seine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, das macht einen nur unglücklich und hilft ausserdem keinem.

    Konkret fällt mir gerade ein:

    • Handys kaufe ich nur neu, wenn keine Updates o.ä. mehr verfügbar sind. So im Schnitt alle 4-5 Jahre. Bei Computern ähnlich.
    • Plastikmüll versuche ich so gut es geht zu vermeiden, z.B. lege ich Gemüse lose in den Einkaufswagen und klebe das Etikett drauf oder nehme ein Gemüsenetz mit. Aber mit Tupperboxen zum Metzger zu gehen ist mir zu viel Aufwand, sorry.
    • Second-Hand-Klamotten kaufe ich grundsätzlich nicht – schon alleine beim Gedanken, auf meiner Haut Sachen von fremden Menschen tragen zu müssen, schüttelt es mich. Aber tatsächlich versuche ich, meine Kleidung so lange wie möglich zu tragen und kaufe auch nur qualitativ hochwertige Sachen. Das zitierte "5-Euro-T-Shirt" kommt nicht in die Tüte.
    • Ich versuche, hauptsächlich regional produzierte und qualitativ hochwertige Lebensmittel einzukaufen, soweit es geht saisonal. Auf irgendwelche Siegel achte ich nur als Ausschlusskriterium: Esoterische oder sonstwie fragwürdige Produktionsprinzipien unterstütze ich nicht.

    Ui! Sciänz Fickschen. Das hätte ich auch gerne! :) Ich könnte mir vorstellen, dass eure Schule auch sonst sehr professionell aussieht, was Zustand von Wänden, Fußboden, Sanitäranlagen, technischer Infrastruktur angeht? Hach... :)

    Ja, bei uns ist alles in einem ordentlichen Zustand, grössere Wartungen oder Reparaturen werden meistens in den Sommerferien durchgeführt. Jeder Klassenraum hat PCs (mit Ethernet, WLAN ist aber auch im ganzen Haus verfügbar), Beamer, Smartboard, Visualizer. Kreidetafeln haben wir keine mehr, nur noch Whiteboards – benutze ich aber so gut wie nie, ich schreibe lieber auf Papier unter dem Visualizer. Unsere Vorbereitungsräume haben PC Arbeitsplätze nach dem Rotationsprinzip – das klappt ganz gut, es sind nie alle Kollegen gleichzeitig da. Eine IT Abteilung für den Support der Computerinfrastruktur haben wir auch – keine Lehrer, sondern Menschen, die das als ihren Hauptjob machen. Hier würde niemand auch nur auf die Idee kommen, dass Lehrer das "mal so nebenbei" machen könnten.

    Wir haben Glasschiebetüren, die sich per Sensor öffnen und schliessen, von früh morgens bis spät abends (wir haben auch Abendschule). Das Ganze ist (wahrscheinlich?) über eine Zeitschaltuhr geregelt. Ich habe einen Badge, mit dem ich das Haus und alle Räume, die darauf codiert sind (wir haben ausschliesslich elektronische Schlösser), jederzeit betreten kann (auch Sonntag, Feiertag, Ferien, etc.).

    Ansonsten ist "Der Bronstein" das Standardwerk, da schlagen sogar Profs ihre Integrale nach.

    OT: <Ironie on> Profs, die tatsächlich Integrale selbst lösen? Sowas gibt es? </Ironie off>


    On-Topic:

    Mir persönlich gefällt die Duden Formelsammlung sowohl inhaltlich als auch von der Darstellung recht gut:

    https://www.amazon.de/Formelsammlung-bis-zum-Abitur-Mathematik/dp/3898187004/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1539340105&sr=1-8&keywords=formelsammlung+mathematik&tag=lf-21 [Anzeige]

    Als in der Schweiz Tätiger möchte ich auch etwas "Werbung" für die Formelsammlung der Deutschschweizerischen Mathematikkommission machen, die in Deutschland nicht sehr bekannt sein dürfte, die ich aber sehr gut finde:

    http://www.ofv.ch/lernmedien/det…l-ebook/101589/

    Darf ich fragen, warum es ein Problem machen sollte, eine reine Wiederholung als Lerntheke zu machen? Ich meine, Übungsstunden sind in Mathe wichtig und an der Tagesordnung.

    Unbestritten. Es hängt davon ab, ob dein Besuch Tagesordnung oder Feiertag sehen will. Manche kommunizieren das offen, bei anderen muss man es raten bzw. nach Erfahrungsberichten gehen.

    Ein paar Gedanken, die du vielleicht schon berücksichtigt hast: Du hast mit den 2 zu erledigenden Stationen ein quantitatives Ziel. Wie sieht es mit den qualitativen Zielen aus? Was sollen deine Lernenden können und wie misst du das? Anhand der erledigten Aufgaben? Hier könnte die bereits erwähnte Reflexion deiner Lernenden dazukommen. Wenn du nach Leistung differenzieren willst, brauchst du auch unterschiedliche Ziele für schwächer/stärker oder wie auch immer deine Differenzierung aussehen soll. Ich denke, wenn die Ziele klar sind, ergibt sich der Rest von selbst – bei Methoden gibt es kein richtig oder falsch, aber die Methode muss sinnvoll zu den Lernzielen passen (und vor allem auch zur Lehrperson!).

    Vielleicht kennst du es ja schon, aber zu Lerntheken im Matheunterricht gibt es übrigens ein sehr schönes Buch:
    https://www.amazon.de/Mit-Lerntheken-den-Mathematikunterricht-gestalten/dp/1520321473/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1539259901&sr=8-1&keywords=jan-martin+klinge&tag=lf-21 [Anzeige]

    Aus dem Gedächtnis zitiert:

    "Sie werden Klassenlehrer, das ist klar. Sie bekommen ausserdem die Klasse, die keiner haben will. Nach 9 Monaten haben sie die erste ernste Beziehungskrise (…)".

    Dann fiel noch das Wort "Berufszyniker", das trifft aber wohl am ehesten auf den Rektor (?) zu. Aber interessantes System, einem Berufseinsteiger die anspruchsvollsten Aufgaben zu geben und nicht den erfahrenen Kollegen … und sich dann noch solche Sprüche von wegen "Beziehungskrise" anhören müssen. Ja, falls die Systemkritik von den Filmemachern intendiert war, dann kann man sie an solchen Punkten eindeutig festmachen – und sie ist absolut berechtigt.

    Ich mache es ähnlich wie @MrsPace, allerdings auch auf Sek II Stufe. Für eine 5. Klasse ist das möglicherweise zu viel an Selbstständigkeit. Aber trotzdem wäre ich für eine Variante, die auf einer Musterlösung basiert. Wie wäre es, wenn sie die Klassenarbeit in der Stunde nochmal schreiben, sich aber dabei untereinander austauschen und helfen dürfen? Eine Musterlösung (und eventuell eine Liste "häufige Fehler", die könnte man auch abgeben) liegt vorne zur Einsicht bei Unklarheiten (Variante: erst, wenn der Schüler seinen Versuch gezeigt hat). Lehrer geht von Tisch zu Tisch und hilft bei Fragen und kontrolliert, ob auch alle arbeiten. Sehr gute/schnelle Schüler bekommen Zusatzaufgaben oder sollen anderen helfen.

    Ich würde die Besprechung eher kurz halten und nicht zu viel didaktischen Krams einbauen – zu lange darauf rumzureiten bringt nicht viel, denke ich, und langweilig ist es für die Lernenden ausserdem. Als HA würde ich eine Berichtigung nicht aufgeben, gerade für schwache Schüler hat möglicherweise den Charakter von "Strafarbeit" und viel lernen werden sie dabei nicht.

    Die Unruhe bei der Rückgabe wird meiner Erfahrung nach drastisch reduziert, in dem die Noten vorher bekannt gegeben werden – an meiner Schule haben wir dafür eine Lösung, die für Lernende online per Browser erreichbar ist.

    Hallo liebe KollegInnen,

    da ich dieses Jahr mit einem Kollegen die beiden 9. Klassen in Musik unterrichten "darf" (fachfremd, versteht sich) und wir keine Begeisterungsstürme erwarten, hatte mein Kollege die Idee, mit den Schülern einen Tanzkurs "light" durchzuführen.

    Hm, vielleicht noch eine Perspektive: für diese Idee hätte euch mein 15jähriges, sehr introvertiertes Ich in den tiefsten Abgrund der Hölle gewünscht ... :flieh:

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