Geh mal heute Nachmittag an einen beliebigen Ort in deiner Gemeinde und beklage dein Leid als Lehrer*in aufgrund deiner festgelegten Ferien und der wenigen freien Nachmittage keine Arzttermine legen zu können.
Ich würde mir ordentlich Material zum Malen von Protestplakaten einpacken. Die Anteilnahme, die du erfahren wirst, wird gewaltig sein. Wahrscheinlich werden Viele mit dir zu einem Protestmarsch zum Bildungsministerium aufbrechen wollen. Polier besser deine Wanderschuhe!
Die wenigen, die milde lächelnd weiterziehen, ignorier einfach.
Du vermischst hier absichtlich zwei verschiedene Bedingungen. Ja, die Anzahl der Ferientage ist höher als Urlaubstage der meisten AN. Warum das so ist und dass Ferien ungleich Urlaubstage sind, brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Das ist aber eben das, was die meisten Menschen außerhalb der Schulrealität kritisieren.
Die mangelnde Flexibilität und deren Konsequenzen ist aber vielen gar nicht bewusst. Kris24 hat mitunter ein sehr trauriges Beispiel genannt. Ich konnte z.B. auch schon nicht bei der Beerdigung eines Freundes teilnehmen, was sehr frustrierend war.
Ich konnte ebenfalls bereits keine Trauzeugin sein, weil ich mir den Tag nicht freinehmen durfte. Viel häufiger sind aber sicher Fälle, die auch von Kris24 angesprochen wurden: Liefertermine bzw. Anwesenheiten zu Hause, die dank mangelnder Flexibilität nicht einhaltbar sind. Ebenso würde ich mir z.B. gern am Geburtstag der Tochter frei nehmen, um die Party in Ruhe vorzubereiten. Für meinen Mann als "normaler" AN ist das kein Problem, deshalb übernimmt er sowas dann.
Übrigens: Von "Leid beklagen" war meine Antwort weit entfernt. Ich mag es aber eben nicht, wenn unser Job so verklärt wird bzw. jegliche kritische Stimme als undankbares Gelaber abgetan wird.