Beiträge von plattyplus

    Ab Klasse 5 werden dann 3 km einfache Strecke zugemutet, bevor Hauptschülern eine Buskarte bezahlt wird. Alle anderen müssen sowieso selbst zahlen.

    Das ist halt unsere heutige Gesellschaft. Ein 10-jähriger soll die 3km jeden Tag schaffen und ein 16-jähriger schafft das nicht einmal einmalig wenn der ÖPNV streikt. DAS ist lächerlich, um bei Humblebee zu bleiben.

    nun ein Problem hat, wenn der ÖPNV-Streik Auswirkungen auf die Schülerzahlen in seinem Unterricht hat.

    Damit habe ich kein Problem. Ich habe ein Problem mit der Bequemlichkeit, die hier als Selbstverständlichkeit propagiert wird. Es streiken die Busse, aber draußen ist es trocken, um die 10°C warm und Glatteis ist auch nicht zu erwarten. Also eigentlich bestes Wetter, um zu marschieren. Und ja, ggf. müßte man dann die Unterrichtszeit einkürzen. Da könnte man dann den Sportunterricht ausfallen lassen. Schließlich haben sich die Kinder auf dem Hin- und Rückweg schon genug bewegt.

    Aber macht nur so weiter, nur wundert Euch dann nicht, wenn die Kinder nicht einmal mehr nach Hause finden würden, wenn der Schulbus auf der Rückfahrt mal ausfällt, weil sie überhaupt keinen Orientierungssinn mehr haben.

    Und wie war es denn mit der Zumutbarkeit des Pendels für das Kind in deinem Haushalt, das keine Schule am Wohnort erhalten hat / erhalten sollte?

    Ja, 8,5km, eine Strecke, mit Umsteigen, weil die lokale SPD die Gesamtschule favorisiert und darum die 200m entfernte Realschule kleinhalten will. Ist halt so. Das Gleiche in groß ist ja mein eigener Arbeitsweg, 120km, eine Strecke, ... und hier regen sie sich über 50km Abordnungen auf.

    Wer mißt hier mit zweierlei Maß?

    Wenn selbst Ausnahmesituationen nicht mehr zählen, muss man mit dem eigenen Ruf eben leben.

    "ÖPNV Streik" ist aber keine Ausnahmesituation sondern die Regel. Die üblichen Verspätungen sind von einem Streik ja kaum noch zu unterscheiden. Und ja, auf meinen Klassenfahrten oder Ausflügen mecken sie auch alle, weil ich es gar nicht einsehe wegen läppischer 2km auf einen Bus zu warten, der sowieso nicht kommt. Das ist mir selber schon zu blöd. Selbstverständlich wird da marschiert. Und ja, wenn Zeit keine Rolle spielt, denke ich schon, dass man Schüler im Alter von 16+ auch mal 7-8km Fußweg zumuten darf. Was wollen die bloß alle machen, wenn sie als Wehrpflichtige gezogen werden und dann bei der Bundeswehr die Grundausbildung überstehen müssen?

    Es ist einfach ein Unterschied, ob wir darüber diskutieren, ob militärische Maßnahmen gegen den Iran sinnvoll sind oder ob man Ukraine und Iran gleichsetzt.

    Die Frage beim Iran ist halt wo setzt man den Startpunkt? Setzt man den Startpunkt ins Jahr 1970, als das Land noch Persien hieß und von dem Schah regiert wurde, war die Islamische Revolution 1979 ein Überfall, gegen den es anzukämpfen gilt, auch 47 Jahre später noch.
    Oder setzen wir den Startpunkt in das Jahr 1980? Dann ist, das, was jetzt passiert, ein Überfall.

    Und ja, wenn man Leute kennt, die hier bei uns leben und vor der Islamischen Revolution 1979 geflohen sind und die sich entsprechend als "Perser" und nicht als "Iraner" bezeichnen, wird die Gemengelage erst so richtig interessant.

    Ich verstehe deinen Punkt nicht.

    Bei 3km muß ich nicht einmal mit einem Fahrrad fahren können, da reicht es zu Fuß zur Schule zu gehen. Manche meiner Schüler sind echt so vom ÖPNV verwöhnt, dass sie schlicht nicht Fahrradfahren können. Das Gleichgewicht auf so einem Ding zu halten schaffen sie nicht.

    Unsere Schulleitung (NRW BK) besteht darauf, dass Maßnahmen nach §53 nur für das aktuelle Schuljahr gelten.

    Unsere Schulleitung guckt immer darauf, ob die letzte Maßnahme schon mehr als 6 Monate zurückliegt oder nicht. Also wenn jemand kurz vor den Sommerferien eine Maßnahme hatte und direkt nach den Sommerferien die nächste, hängt das schon zusammen.

    Haha und was ist die Alternative? Taxi?

    Komisch nur, dass die Schüler in 3km Umkreis der Schule mit Verweis auf den Streik nicht kommen, wohingegen die "vom Lande" auch trotz Streik und 20km Schulweg irgendwie morgens zur Schule gekommen sind.

    Noch mehr als das Fehlen nervt mich die Begründung, warum man etwas nicht weiß/kann/mitgekriegt hat: "Da war ich nicht da."

    Da ist meine Antwort immer nur: "Ja und?"

    Wenn ich gut drauf bin, kommt danach: "Ich soll euch doch bescheinigen, dass ihr studierfähig seid. An der Uni dürft ihr je Semester 2 Wochen fehlen, egal ob ihr im Krankenhaus oder in der Dominikanischen Republik am Strand liegt. Da interessiert es auch niemanden warum ihr etwas nicht könnt."

    Das ist eine Frage der Erziehung - in Schule wie Elternhaus - und keine Frage des Ausweisens der Fehlzeiten auf einem Zeugnis.

    Also ich denke schon, dass ein entsprechendes Zeugnis schon eine erziehende Wirkung hat.

    Man kann nur hoffen, dass irgendwann ein radikaler schulpolitischer Kurswechsel kommt. Schnell.

    Das hoffe ich auch. Wir dürfen gerne die Bewertungsmaßstäbe des Jahres 1980 wieder rausholen, auch wenn dann "nur" 20% eines Jahrgangs das Abitur schaffen. Aber damals war auch der Hauptschulabschluß noch etwas wert.

    Für schulische Zwecke macht ihr dann euer Vorgehen und wer dauernd fehlt und sich nicht auf anderem Wege die Inhalte aneignet, wird früher oder später bei den Leistungsüberprüfungen scheitern.

    Am liebsten ist mir, wenn es ein Schüler schafft 20 Schultage am Stück ununterbrochen zu fehlen. Dann kann ich ihn nämlich gemäß §47, Absatz 1, Satz 8 nach einer schriftlichen Erinnerung direkt ausschulen und brauche kein komplettes Mahnverfahren, keine Teilkonferenzen, keine Nachschreibtermine und sonst etwas. Ist natürlich blöd, wenn auch nur einer der Kollegen die anwesenheit nicht sauber erfaßt. Dann funktioniert das nicht.

    Ansonsten ja, das Scheitern an den Noten ist für uns wesentlich einfacher als das Mahnverfahren nach §53 Schulgesetz NRW. Bei den ganzen Schritten, die man da benötigt, schafft man es kaum bis zum Ende des Schuljahres mit dem ganzen Verfahren durchzukommen. Und da die Schüler eh nur 1-2 Jahre in unserer Schule verweilen und wir keine Informationen der Zubringerschulen bekommen welche Mahnverfahren dort schon gelaufen sind, ist der §53 eigentlich ein zahnloser Tiger.

    Gymshark

    In NRW rechnen wir in der Schule die Fehlzeiten immer in Stunden und Minuten ab und nicht in ganzen Tagen. Und ja, WebUntis addiert auch die Minuten am Ende des Schuljahres zu ganzen Fehlstunden, die dann aufs Zeugnis kommen. Also unsere Abrechnung ist durchaus minutengenau. Aber sowohl das Ausländeramt als auch die Familienkasse rechnen nur ganze Tage ab. Wenn ein Schüler an einem Tag auch nur eine Minute anwesend war, war er für diese beiden Ämter den ganzen Tag da. Ich habe es da häufig, dass Fehlzeitenlisten zurück kommen, weil daraus für die Ämter nicht ersichtlich ist, ob die Schüler komplette Tage gefehlt haben oder ob es aufsummierte Listen sind, die dann in Summe eben mehrere Tage ergeben. Auf Nachfrage habe ich dann erfahren, dass die beiden Ämter nur ganze Tage abrechnen und eben nicht Bruchteile davon. Also wenn der Schüler 1 Minute an dem Tag da war, war er den ganzen Tag da. :autsch:

    Gottseidank kann WebUnits Fehlzeitenlisten ausgeben, bei denen dann für jeden Tag der prozentuale Anteil der Fehlzeit im Verhältnis zum tatsächlich erteilten Unterricht ausgegeben wird. Da markiere ich dann jedes Mal mit einem Textmarker die Zeilen bzw. Tage, für die eine Abwesenheit von 100% des Unterrichts vermerkt ist. Nur diese Tagen zählen für die Ämter.

    Gymshark Ich habe Schüler in der Klasse sitzen, die "nebenbei" schwarz arbeiten und sich genau ausgerechnet haben wie lange sie fehlen dürfen, um unter der 30% Grenze zu bleiben, weil von dieser 30%-Grenze ihr Auffenthaltstitel in Deutschland abhängt. Die sind so gewieft, dass sie zum Teil um 14:27 Uhr zum Unterricht kommen, wo wir um 14:30 Uhr Schluss haben, weil sie wissen, dass das Ausländeramt nur ganze Tage zählt bei der Berechnung der Abwesenheit. Wenn sie 3 Minuten an einem Tag da waren, waren sie "den ganzen Tag" da. Die sagen mir auch ganz direkt ins Gesicht, dass sie den ganzen Tag anwesend waren, weil sie ja 3 Minuten im Unterricht gesessen haben. Die kennen die Gesetze ganz genau. Von wem bloß? Es sind zwar nicht Viele, die so drauf sind, aber gerade diese Leute machen extrem viel Arbeit. Da wäre mir eine Beweislastumkehr wie aktuell bei der Clankriminalität ganz recht.

    Die SchülerInnen sollen dadurch keinen Nachteil bei ihrem späteren beruflichen Werdegang haben.

    Ich sehe es gerade andersherum. Für mich sollen die Schüler, die regelmäßig zum Unterricht kommen, keinen Nachteil dadurch haben, dass sie mit den Absentisten in einen Topf geworfen werden.

    Und ja, wenn es nach mir ginge, ich würde keine selbstgeschriebenen Entschuldigungen der Schüler mehr akzeptieren. Stattdessen sollten sie sich beim Arzt krankschreiben lassen müssen, wie es für Arbeitnehmer seit Jahrzehnten üblich ist. Jetzt bräuchte man nur noch eine Software-Schnittstelle, um die elektronischen Krankschreibungen, die ansonsten der Arbeitgeber bekommt, automatisch ins elektronische Klassenbuch (WebUntis) geladen zu bekommen.

    Danke fürs lesen, musste grade mal raus.

    Ich kenne das Spektakel. Was mich inzw. nervt:

    • Warum haut das elektronische Klassenbuch (WebUnits) nicht automatisch die Mahnungen raus, wenn bestimmte Fehlzeitengrenzen aus §53 Schulgesetz NRW überschritten wurden?
    • Warum bekommt der Klassenlehrer keine Benachrichtigung, dass ein Schüler 20 Tage am Stück gefehlt hat und so eine Ausschulung nach §47 Schulgesetz NRW möglich ist?
    • Warum muss der Klassenlehrer das alles manuell nachrecherchieren?

    Derweil haue ich jede Woche als Klassenlehrer von zwei Klassen ca. 20 Mahnungen raus.

    Unsere Schule hat ein riesiges Einzugsgebiet. Wenn der ÖPNV streikt, dann können die Schüler nicht anreisen. Das ist so.

    Ich habe hier Schüler sitzen, die bei dem heutigen guten Wetter 26km mit dem Fahrrad zur Schule gefahren sind. Die sind da. Und ich habe Andere, die keine 2km von der Schule entfernt wohnen, die nicht da sind, weil ja die Busse streiken.

    Das ist wohl das Einzige, was am Ende funktionieren wird: wenn die Umstellung auf Erneuerbare günstiger ist und keinen vermeintlichen Verzicht darstellt.

    Das sowieso. Du darfst den Leuten kein schlechtes Gewissen einreden. Du musst ihnen erklären wie toll die neue Alternative ist. Und ja, selbstverständlich muss die neue Alternative besser sein. In Österreich dürfen Verbrenner z.B. auf der Autobahn nur 100km/h fahren und richtige E-Autos (also keine Hybriden) 130km/h. Wenn man da mit der E-Maschine im Heck an allen Anderen vorbeifliegt… 😃

    So das Patentrezept hierfür bitte gleich mal öffentlich machen 😊

    Den größten Anteil daran haben E-Autos. Wenn man die mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert, wird das Ganze auch betriebswirtschaftlich so richtig interessant.

    Ohne Photovoltaik sieht die Rechnung bei mir bei dem einen Auto, das 50.000km pro Jahr fährt, so aus:

    Bisheriger Verbrauch: 3.500 Liter Diesel, 6.000€ jährlich

    Mit E-Auto ohne Photovoltaik: 12.500kWh inkl. Ladeverlusten, 3.700€

    Mit E-Auto mit Photovoltaik: 12.500kWh, 50% aus dem Netz + 50% Solar: 2.375€

    Cool, aber fliegst du nicht jedes Jahr mehrmals in Urlaub?

    Nee…
    Wenn ich hier von Urlauben schreibe, sind das die Flugreisen aus 20 Jahren. Wobei der allergrößte Punkt mein PKW ist. Aufgrund der enormen Fahrleistung hat allein der eine Diesel jedes Jahr knapp 10 Tonnen co2 rausgehauen. Die 50.000km Jährlich macht jetzt ein E-Auto. Ähnliches bei der Heizung: Gasheizung raus, Wärmepumpe rein. …

    Mein Stromverbrauch ist natürlich explodiert, so dass meine 27kWp Solaranlage eigentlich viel zu klein ist. Aber ab 30kWp muss man ein Gewerbe für die Anlage anmelden.

    Unser Stromverbrauch beträgt durch den Umstieg 35MWh/Jahr, von dem wir ca. die Hälfte durch die Photovoltaik selber erzeugen und die andere Hälfte zukaufen müssen. Im Gegenzug sind eine 6.000€ Dieselrechnung, eine 4.000€ Benzinrechnung und eine 5.000€ Gasrechnung jährlich weggefallen.

    Aber, um bei dem Punkt „Urlaub“ zu bleiben: Im letzten Herbst sind wir mit dem E-Auto nach Rom und weiter nach Herculaneum (in Neapel) gefahren. Wir sind hier mittags losgefahren, damit wir nachts durch die Baustelle auf der Brennerautobahn kommen, und waren am nächsten Morgen nach 8 Ladestopps in Rom. Der Wagen hat schneller geladen als wir an Pausen so brauchten.

    Ich habe im Politikunterricht die Schüler ihren co2-Fußabdruck berechnen lassen und danach in der Pause mal meine privaten Zahlen eingegeben. In den letzten 3 Jahren haben wir daheim unsere co2 Emissionen von knapp 25 Tonnen/Jahr auf 7 Tonnen/Jahr reduziert. Diese verbliebenen 7 Tonnen resultieren aus dem Strom, den wir zukaufen müssen.

    Hat mich irgendwie schon beeindruckt welche Dimension das bei einem 4 Personen-Haushalt annimmt.:victory:

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