Man muss irgendwann (und ich denke, das wird auch früher oder später geschehen) die Ukraine dazu bringen, dass sie von der Position abweicht, das ganze Gebiet wieder zurückerobern zu wollen bzw. dass sie sich damit abzufindet, dass ein Teil ihres (ehemaligen) Territoriums in russischem Besitz bleiben wird. Ausgehend davon muss man wieder die Verhandlungsebene suchen und hoffen, so den Konflikt zeitnah beilegen zu können und so weitere zivile Opfer und wirtschaftliche Kollateralschäden in erheblichem Ausmaß und über viele Jahre zu verhindern.
Das Problem bei jedweder Verhandlungslösung sehe ich aber darin, daß wir nicht davon ausgehen dürfen, daß Rußland sich daran halten und nicht in wenigen Jahren unter einem neuen Verwand erneut losschlagen wird. Hitler hat es ja vorgemacht, indem er vor 1939 immer wieder neue Gebiete beansprucht hat und der Rest der Welt hat nachgegeben. Wie will man da eine Verhandlungslösung finden, die dann auch bestand hat?
So schwer es mir fällt es einzugestehen, aber Kim Jong Un hat da leider Recht. Nur die Atombombe samt Interkontinentalrakete, um die Bombe auch abliefern zu können, sichert so einen Frieden. In dem Sinne müßten wir der Ukraine bei einem Verhandlungsfrieden zugestehen erneut Atommacht zu werden samt Interkontinentalrakete, um im Fall der Fälle auch die Bombe in Moskau abliefern zu können.
Die Handlungsfähigkeit der Ukraine hängt von den Waffenlieferungen und den Sanktionen des Westens ab - dieser kann jederzeit der Ukraine den weiteren Weg diktieren.
Das wage ich zu bezweifeln. Im Hinblick auf einen konventionellen Krieg stimme ich zu. Da hat die Ukraine alleine nichts zu bestellen. Aber in Afghanistan konnte in den 1980ern die Sowjetunion auch nicht siegen. Einen Partisanenkrieg können auch die Russen langfristig nicht gewinnen. Sie mögen zwar zuerst die ganze Ukraine überrollen, aber die dauerhaften Kosten der Besetzung/Unterdrückung dürften gewaltig werden. Derweil wundere ich mich eh, warum die Ukraine nicht auf die Taktiken der Mudschahedin setzen.
Sogar die USA haben gelernt, daß man so ein Ding wie Afghanistan langfristig nicht gewinnen kann. Während der Besetzung Afghanistans nach dem erklärten Sieg sind weitaus mehr US-Soldaten gefallen als bei dem eigentlichen Krieg.