Beiträge von plattyplus

    Die Anschaffung von Lastenrädern, Fahrradanhängern etc. wird gerade in vielen Regionen von den Kommunen gefördert. Gilt sogar für E-Lastenräder.

    In Bremen war der Fördertopf für solche Lastenräder innerhalb von wenigen Minuten komplett ausgeschöpft.

    Meine Idee: Man gibt Autobesitzern bzw. -besitzerinnen entweder ein kostenfreies oder vergünstigtes ÖPNV-Ticket für das komplette Bundesland.

    Warum willst Du es am Bundesland festmachen? Ich brauchte eines für 50 bzw. 100km Umkreis um meinen Wohnort. Da sind dann aber schon zwei Bundesländer mit involviert, weil die Landesgrenze praktisch "direkt vor der Tür" liegt.

    Ah, ich wusste nicht, dass man auf einem Roller oä ein Kind mitnehmen kann. Das Kind wäre 10, das andre 6, beide mal wären es ja eher Strecken unter 8km, also machbar.

    In Deutschland kannst Du Kinder mitnehmen sobald sie mit den Füßen auf die Fußrasten bzw. -bretter kommen und mindestens 7 Jahre alt sind. Die Kleinen sollten allerdings schon so halbwegs wissen was Sache ist. Also Fahrradfahren können usw. wäre nicht verkehrt vorab. Außerdem gibt es noch vereinbarte Zeichen. Die Kinder halten sich am Besten an den Eltern fest und gehen mit denen mit wie ein Rucksack, was das Abkippen in Schräglage in den Kurven angeht. Wenn irgendetwas ist, kneifen sie uns rechts und/oder links gleichzeitig. Das heißt dann "anhalten". Ein Intercom, damit sich die Kleinen mit dir während der Fahrt unterhalten können, paßt leider in die kleinen Kinderhelme nicht rein. Wir sind jedenfalls mit einer 8jährigen und einem 12jährigen unterwegs und das funktioniert.

    Das größte Problem bei uns ist, daß unsere Fahrweise so "wild" ist, daß die Kinder hinten drauf schon mal dazu neigen einzuschlafen. :rotwerd:

    Entsprechend wäre es schon wichtig, solltest Du einen Roller/Motorrad kaufen, daß Du den Händler gleich nach dem Sozius-Sitz fragst. Sehr viele aber nicht alle Maschinen haben einen zweiten Sitz hinter dem Fahrer. Außerdem solltest Du das kleinste Kind mal mitnehmen zum Händler zum Probesitzen, ob es mit den Füßen auf die "Fußablage" kommt. Unsere 8jährige schafft das spielend.

    Wäre denn ein Mofa - Elektroroller zB ökologischer? für einen Erwachsenen? Denn das Kind zur Musikschule fahren geht ja nun nicht damit. Ich bin ehrlich und wirklich mehr als bereit, das Auto abzugeben.

    Moin,

    gewiß ist ein Roller, egal ob mit Elektro- oder 4-Takt-Benzinmotor ökologischer als ein Auto. Darf ich fragen wie alt das Kind ist? Ich fahre zwar keinen Roller sondern ein Motorrad, aber unsere 8jährige ist schon mehrfach hinten drauf mitgefahren. Zumindest bei halbwegs passablem Wetter geht das. Was im Sozius-Betrieb (egal ob Roller oder Motorrad) ganz wichtig ist, ist das der Sozius/Sozia in den Kurven mitspielt. Konkret darf er sich nicht in der Kurve nach außen lehnen. Je schwerer die Person hinten auf dem Sozius-Sitz ist, desto wichtiger ist das. Also wenn die Kleine sich in der Kurve doch mal nach außen lehnt, um an mir vorbei zu gucken, kann ich das locker ausgleichen, aber wenn meine Holde (ihre Mama) sich mit ihren 70kg in der Kurve mal nach außen lehnen sollte, wäre das wirklich nicht toll. Aber keine Sorge, Mama hat selber den Führerschein fürs Zweirad und fährt normalerweise auch selber, bevor ich hier jetzt wieder eine Sexismusdebatte lostrete.

    Das wäre zu schön. Dann ziehen wir wirklich los und holen uns was (allerletzte Frage: Elektroroller wäre dann am besten?). Danke.

    Ich bevorzuge Motorräder, der größeren Räder wegen. Bei Schlaglöchern sind Motorräder doch wesentlich ruhiger als Roller. Egal ob Motorrad oder Roller würde ich entweder zu einer Maschine mit 125cm³ Hubraum (Benzinmotor) oder 11kW bzw. 15PS (Elektromotor) raten, weil man damit auch außerorts auf der Landstraße mitschiwmmen kann und eben nicht dauernd von PKWs / LKWs mit minimalem Seitenabstand überholt und in den Straßengraben gedrückt wird. Außerdem dürfen die Maschinen dieser Klasse auch auf die Autobahn und Kraftfahrstraße. An manchen Stellen kann das durchaus hilfreich sein. So müßte ich z.B. bei mir riesen Umwege fahren, um über die Weser zu kommen, weil es nur wenige Brücken gibt. So fahre ich direkt vor der Weserbrücke auf die Autobahn A2 auf und 1km später hinter der Brücke wieder runter. Gleiches gilt im Rheinland für die Rheinbrücken, in Hamburg für den Elbtunnel oder in Dortmund bei meinem Kollegen für die Bundestraße B1, die dann zur A44 wird. Dort ist das Tempo zwar auf 80km/h limitiert, aber es ist eben eine Kraftfahrstraße/Autobahn.

    Welchen Führerschein hast Du? Wahrscheinlich ist es nur die Führerscheinklasse B bzw. 3 (nach dem 1.4.1980)? Wenn das der Fall ist, brauchst Du für einen 125er Roller/Motorrad und für die entsprechenden Elektroroller/Motorräder den Führerschein-Zusatz B196. Dabei handelt es sich um wenige Fahrstunden bei einem Fahrlehrer, der dann auch selber bescheinigt, daß Du das Leichtkraftrad, so heißt das im Amtsdeutsch, bewegen kannst.

    Soll es ein Elektro-Motorrad der entsprechenden Klasse sein, würde ich mir dieses hier einmal ansehen:
    --> https://www.zeromotorcycles.com/de-de/model/zero-s

    Und zum Abschluß: Nein, ich fahre das Elektromotorrad nicht, ich fahre privat ein alte Moto Guzzi v7. Ich hoffe, daß man mir dies nachsieht. Sollte es weitere Fragen geben, nur zu.

    pepe

    Das Schild mit dem Radfahrer-Überholverbot für mehrspurige Fahrzeuge (also PKWs und LKWs dürfen nicht überholen) ist aber auch mit Vorsicht zu genießen.

    Ich habe es schon öfters auf solchen Straßen erlebt, daß die Radfahrer nach links rüber gezogen sind, wenn sie ein Motorengeräusch hinter sich gehört haben. Das wurde dann gewaltig eng, wo es vorher mit 1,5m Seitenabstand gereicht hätte. Motorräder kommen an der Stelle ja mit den notwendigen Seitenabstand an Fahrrädern vorbei und dürfen das auch, weil es einspurige Fahrzeuge sind. Das Schild verbietet nur den mehrspurigen Fahrzeugen das Überholen.

    Wenn ich an den Stellen mit dem Motorrad überhole, hat es bei mir nur deshalb noch nicht geknallt, weil ich mit nur 5-10km/h Differenzgeschwindigkeit am Radfahrer vorbeiziehe. Aber es wurde mehrfach schon gewaltig eng. Einige Radfahrer auf ihre Schlenker nach links angesprochen, kam als Antwort immer: „Ich dachte von hinten kommt ein Auto, das sich versucht vorbeizuquetschen, und ich wollte die Straße zumachen.“

    Wenn ich an meine eigene Verkehrsmittelwahl denke, könnte ich sicher sehr viel öfter auch das motorisierte Zweirad nehmen anstelle des PKWs. Nur habe ich keine Lust mich am Ziel für das Motorrad rechtfertigen zu müssen. Da ist bei vielen Mitmenschen halt immer noch die Gleichung „Motorradfahrer=lebensmüder Organspender auf zwei Rädern“ fest im Kopf verdrahtet.

    Ich finde es immer niedlich, wenn kinderlose Menschen (am besten noch aus Großstadt xy) einem erzählen wollen, wie gut sie alles ohne Auto hinkriegen.

    [...]

    Seit der Geburt meines Kindes wurde mir sehr bewusst, wie wenig Stunden so ein Tag hat und dass 30 Minuten Zeitersparnis mitunter den Tag retten.

    Ich finde die Vorstufe vor den Kindern schon lustig, wenn es darum geht, daß man doch gefälligst an seinen Dienstort umziehen soll, der Umwelt und der kürzeren Anfahrt zum Arbeitsort wegen. Ist denn heute wirklich die Hausfrauen-Ehe noch Standard? Weil nur mit so einer Hausfrauen-Ehe, wo dann die Ehefrau ihrem Mann folgt egal wohin, ist sowas machbar.

    Oder andersrum: Ich finde es total weltfremd, wenn mir besagte Leute aus der Großstadt erzählen, daß ich meine Beziehung aufgeben soll, weil ich nach Westen zur Arbeit fahre, mein Mädel nach Osten zur Arbeit fährt und unser beider Fahrstrecken ökologisch nicht verantwortbar wären, weil zu lang. Das Thema "Kinder" verkompliziert die Situation dann noch zusätzlich.

    Aber wir können natürlich das Eherecht aus den 1950ern wieder einführen, wo der Ehemann bestimmt, ob die -Frau arbeiten darf oder nicht usw. usw. ...
    Ist es das, was diese "niedlichen" Zeitgenoss*innen wollen?

    Was ich hier heraus lese: Alle, die ohne Auto auskommen, haben in fußläufiger Entfernung eine S- oder U-Bahn Haltestelle, die wahrscheinlich auch rund um die Uhr zumindest im 30-Minuten Takt angefahren wird. Die Leute in solchen Wohnlagen können gut reden.

    Bei mir gibt es nur Busse und Anruf-Sammeltaxis (MB Sprinter mit ca. 15 Sitzplätzen) und letztere fahren zwischen Samstagmittag und Montagmorgen gar nicht. Am Sonntagmorgen gibt es noch den „Katholiken-Express“ der die Gläubigen zur Kirche fährt. Aber ansonsten ist bei mir der ÖPNV am Wochenende gar nicht existent.

    Entsprechend ist hier das Auto alternativlos, egal wie teuer Diesel/Benzin auch werden.

    Entsprechend sehe ich das 9€-Ticket auch nur wieder als Subvention des eh schon total übersubventionierten ÖPNV in den Großstädten.

    Guckt mal in die Haushaltspläne eurer Stadt oder Kommunen und schaut dort, wieviel Steuergeld dafür verbraten wird, damit sich überhaupt ein Unternehmen findet, das den ÖPNV anbietet. Die Ticketpreise sind nämlich auch ohne 9€-Ticket alles andere als kostendeckend.

    @Laborhund

    Dann wäre ich aber eher für ein Treffen auf Baltrum. Da kann man sich nicht verlaufen und mit „Mittendrin Fisch“ gibt es eine sehr gute Fischbude mitten im Ort.

    Zitat von Kathie

    Die Lieferung von immer mehr Waffen mag ja Gründe haben, aber wie stellt man sich denn eigentlich ganz konkret das Kriegsende vor?

    Also ich stelle mir das Kriegsende so vor, daß sich Russland mit den Ausgaben für den Krieg übernimmt und irgendwann vor der Wahl steht entweder den Krieg weiter zu betreiben oder ihn zu beenden, um die Lebensmittelversorgung der eigenen Bevölkerung sicherstellen zu können. Dann werden die eigenen Leute Putin abservieren und im Anschluß daran kann man dann mit einer neuen russischen Regierung ernsthafte Verhandlungen betreiben. Alle Verhandlungsergebnisse mit Putin sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden. Er würde sich in den nächsten Jahren ja doch nicht daran halten.

    Als Vorlage hierfür dient mir der Rüstungswettlauf in den frühen 1980ern. Damals hat Ronald Reagan formuliert, daß Eddas Ziel ist die Sowjetunion zu Tode zu rüsten. Das Ergebnis davon war, daß die Sowjets ökonomisch mit den USA nicht mithalten konnten und sich auf Abrüstungsverträge eingelassen haben. Sie waren ökonomisch so am Ende, daß der Rest der Welt die dortige Lebensmittelversorgung sicherstellen mußte. In der Folge wurde das Politbüro dann durch die eigenen Leute entmachtet, Jelzin kletterte auf einen Panzer vorm Kreml…

    Den Rest findet ihr in den Geschichtsbüchern.

    kann aber für mich sagen, dass ich Motorradfahren allein aus dem Grund, dass Motorräder eben auf der Straße fahren und nicht auf dem Radweg, gefährlich finde.

    Also wenn ich an meine persönliche Statistik denke, muß ich feststellen, daß Radfahren wesentlich gefährlicher ist als Motorradfahren. Gerade die Radwege neben der Straße (ggf. noch verdeckt durch einen Parkstreifen) und die großen Geschwindigkeitsunterschiede haben es gefährlich gemacht.

    Ich fühle mich jedenfalls auf dem Motorrad wesentlich sicherer, weil ich da mit dem Verkehr mitschwimmen kann. Da versucht keiner mich irgendwie noch bei Gegenverkehr mit minimalstem Abstand zu überholen und drängt mich dabei in den Straßengraben. Auf dem Fahrrad oder einem 50ccm Roller (der darf dann maximal 45km/h fahren) ist das hingegen das reinste Himmelfahrtskommando.

    Ich fände es gut, wenn generell mehr Zweiräder genutzt werden, auch motorisierte Benziner. Plattypus hat schon Recht, 125er Roller sind eigentlich das optimale Verkehrsmittel für 90% der Strecken.

    Ich wäre eher für 125er Leichtkrafträder, also kleine Motorräder. Mit den größeren Rädern und der anderen Rahmengeometrie lassen dich sich wesentlich angenehmer fahren als die Roller. Dabei denke ich an eine Honda cb125 oder sowas.
    --> https://www.honda.de/motorcycles/ra…ifications.html

    Aber wenn wir schon bei Elektro-Motorrädern sind: Für die Freunde des ganz schweren Schwermetalls gibt es da sogar etwas von Harley Davidson:

    --> https://www.harley-davidson.com/de/de/motorcyc…1/livewire.html

    Solche Leute gehen mir übelst auf den Sack. Loben sich in den Himmel, wie gut und toll sie ohne Auto leben, verpassen aber keine Gelegenheit die Autos anderer mitzunutzen.

    Meine Cousine war auch früher so drauf. "Ich bin super öko und brauche keinen Führerschein" und gleichzeitig "ihr könnt mich ja fahren mit meinem Pferdeanhänger". Irgendwann war sie 25 Jahre alt und wir haben uns alle abgesprochen, daß wir sie voll auflaufen lassen und nirgendwo mehr hinfahren. Da kam dann bei ihr das ganz große Erwachen.

    Das einzig Makabere dabei: Hätte sie gleich mit 18 den Führerschein gemacht, hätte sie noch den alten Führerschein Klasse 3 bekommen. So mußte sie jetzt jede Führerscheinklasse einzeln machen (B, BE und C1), was wesentlich teurer wurde.

    Die Ukraine hat einen taktischen Verhandlungsfehler gemacht. Sie hätte beim Budapester Memorandum auf eine ähnliche vertragliche Absicherung wie beim Artikel 5 des Nato Vertrages bestehen sollen.

    Die Ukraine hat einen anderen, viel gravierenderen Fehler gemacht: Sie hat sich auf unsere Zusagen verlassen.

    Genau, wir (also der Westen) stehen eben aufgrund des Budapester Memorandums in der Schuld zu liefern.

    Wahlweise hätte die Ukraine natürlich auch die Atombombe samt Interkontinentalrakete behalten können. Dann hätte Russland wohl auch nicht angegriffen.

    Ehrlich gesagt fehlt mir das Hintergrundwissen zu beurteilen, wann die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Russlands so geschwächt ist, dass Putin handeln muss.

    Du weißt ja warum die damalige Sowjetunion den Abrüstungsverträgen zugestimmt hat, oder? Ronald Reagan hat es als amerikanischer Präsident damals auf den Punkt gebracht: "Wir müssen die Sowjetunion zu tode rüsten." Das hat er mit SDI ja auch geschafft. Zwar hat SDI nie funktioniert, zumindest sagt man so, aber die Russen haben daran geglaubt, daß es funktioniert. Entsprechend hat die Sowjetunion, um gegenhalten zu können, die Militärausgaben immer weiter gesteigert. Blöd nur, daß in diesem Wettlauf um immer höhere Militärausgaben die USA weitaus mehr ökonomische Kraft hatten als die Sowjetunion.

    Irgendwann hatte das Politbüro im Kreml die Alternativen entweder weiter zu rüsten und das eigene Volk verhungern zu lassen oder dann eben doch die Rüstungskosten zu senken und Abrüstungsverträgen zuzustimmen. Wie das ausgegangen ist, dürfte in allen Geschichtsbüchern nachzulesen sein.

    Heute ist es ähnlich. Wenn der Rest der Welt zusammenhält, sind im Vgl. dazu die ökonomischen Möglichkeiten Russlands nahezu bedeutungslos. Mit jedem Tag, den der Krieg andauert, wird Russland schwächer und der Westen stärker.

    Bei den Szenarien fehlt mir eine dritte Alternative:

    Der Krieg wird für die Russen so kostspielig und so einschneidend für den Lebensalltag der normalen russischen Bevölkerung, daß Russland den Krieg finanziell nicht weiterführen kann und die Bevölkerung ihn nicht weiterführen will. In diesem Fall würde Putin dann wohl abserviert und es käme eine neue russische Regierung an die Macht, mit der man dann verhandeln kann und die auch gesichtswahrend aus der Ukraine abziehen kann.

    Ich gehe nämlich mit ziemlicher Sicherheit davon aus, daß Verhandlungen mit Putin nichts bringen, weil er sich eh nicht an die Verhandlungsergebnisse halten und in ein paar Jahren einen neuen Krieg vom Zaun brechen wird, egal zu welchen Kompromissen die Ukraine auch bereit sein würde.

    Entsprechend gilt es den Preis, den Russland für diesen Krieg zahlen muß, in die Höhe zu schrauben. Mal gucken, wie die Bevölkerung reagiert, wenn in Russland die Regale in den Läden wieder so leer sind wie damals zu der Zeit als Gorbatschow entmachtet wurde und Jelzin vorm Kreml auf einen Panzer geklettert ist.

    Und dass "man" mit einem E-Bike alles erreichen kann, setzt ja voraus, dass "man" fit genug ist, überhaupt mit dem Rad zu fahren.

    Wobei ich da eine Sache nicht verstehe:

    Wenn man von Pedelecs redet, finden die alle ganz toll. Dabei handelt es sich dabei doch eigentlich auch nur um ein elektrisch betriebenes Mofa, welches wie das Benzin-Mofa auch, maximal 25km/h schnell fahren kann. Das Pedelec darf auf dem Radweg fahren und man benötigt keinen Führerschein, für das Mofa auf der Straße braucht man hingegen eine Prüfbescheinigung und muß mindestens 14 Jahre alt sein. Ich sehe da irgendwie gerade den Unterschied zwischen den beiden Fahrzeugen nicht und wundere mich, warum sie so unterschiedlich vom Gesetzgeber behandelt werden.

    Außerdem frage ich mich immer wieder, warum so viele Kollegen Pedelecs toll finden, Motorräder (auch die mit Elektromotor) aber ablehnen?
    Wo liegt der Unterschied zwischen so einem E-Bike mit einem schwachen und einem etwas stärkeren Motor? Beim Parkplatz sind beide Gefährte ähnlich genügsam.

    Ich denke da an so etwas: https://www.zeromotorcycles.com/de-de/model/zero-s

    Einen Elektromotor haben sie beide, das Motorrad nur einen etwas stärkeren mit einem etwas größeren Akku. Außerdem braucht man für das Motorrad dann noch den passenden Führerschein. Daher wundere ich mich, warum die Kollegen beim Wort "Motorrad" sofort steil gehen. Man wäre lebensmüde, wenn man sowas fährt, ...

    Gleichzeitig schrauben manche an ihren Pedelecs rum, auf das die Dinger anstatt 25km/h dann doch irgendwie bis zu 50km/h schaffen. Da kommt bei denen dann natürlich noch der Faktor hinzu, daß sie für ein so schnelles Zweirad nicht einmal den passenden Führerschein haben, selbst wenn wir über die erloschene Betriebserlaubnis mal hinwegsehen.

    Warum ist da das Pedelec "toll" und das Motorrad "böse"?

    Ich versuche meinen Schülern/Azubis jedenfalls immer wieder die blöden 45km/h Roller auszureden: "Wenn ihr außerorts auf der Landstraße kein Hindernis sein wollt, dann macht gleich den Führerschein Klasse A1 und kauft euch eine (gebrauchte) 125er, an der dann nicht rum geschraubt wird. Das ist wesentlich besser und auch günstiger als so ein illegal getunter 50cm³ Roller, der weder für das Tempo ausgelegt ist, noch für den ihr den passenden Führerschein besitzt."

    Und ja, für manche Azubis ist die 125er echt die einzige Möglichkeit alleine zum Betrieb zu kommen auf dem Lande.

    Gestern haben sie im Fernsehen (ARD oder ZDF?) schon prognostiziert, daß das 9€-Ticket dem ÖPNV nicht helfen sondern genau das Gegenteil erreichen wird.

    Begründung: Jetzt holen sich viele Menschen das 9€-Ticket, um damit im Sommer an die Küste, in die Berge oder sonstwo hin zu fahren. Dabei stellen sie dann fest, daß die Züge komplett überfüllt sind, eben weil viele zusätzliche Personen das Angebot nutzen. Dieser Eindruck des "Überfüllt und damit absolut unbequem" setzt sich dann bei diesen Fahrgästen fest, weswegen sie nach Auslaufen des 9€-Tickets aus vollster Überzeugung "die Bahn kann es nicht" wieder auf ihr Auto umsteigen werden.

    Ich habe gerade mal nachgeguckt: Wenn ich zur ersten Stunde habe (8 Uhr) müsste ich um Punkt 6 das Haus verlassen, wenn ich den ÖPNV nutzen würde. Nein danke.

    Du Glücklliche. Ich habe es eben mal bei Bahn.de durchgetickert. Wenn ich morgens um 7.30 Uhr zur ersten Stunde an der Schule sein soll, müßte ich am Vorabend um 21.19 Uhr losfahren und wäre um 23.35 Uhr an der Schule. Danach dürfte ich die Nacht dann wartend vor dem Schulgebäude verbringen.

    Die erste Verbindung fährt morgens um 5.44 Uhr ab, aber kommt zu spät an der Schule an.

    Wie gesagt, daß 9€-Ticket ist mal wieder nur etwas für die Großstädter, deren ÖPNV auch nachts fährt. :daumenrunter:

    Sollte das 9-Euro-Ticket wirklich kommen, wie steht ihr dann dazu?

    Ganz ehrlich? Ich finde das 9€-Ticket nicht gut, weil damit wieder nur die Stadtmenschen, die mit ÖPNV eh zugeschüttet werden, subventioniert werden, wohingegen die Landbevölkerung, die aufgrund längerer Wege und des fehlenden ÖPNV weitaus intensiver von der sprunghafen Benzinpreissteigerung betroffen ist, mal wieder in die Röhre guckt.

    Also wenn sie etwas machen wollen, müßten sie in meiner Gegend erst einmal die ganzen stillgelegten Bahnhöfe und -strecken wieder in Betrieb nehmen und mit "in Betrieb nehmen" meine ich nicht einen Zug pro Tag sondern zumindest Stundentakt, auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

    Reden ist Silber, Schweigen (oft) Gold.

    Kommt drauf an was man sagt. Ich bin jedenfalls Churchill rückblickend sehr dankbar, daß er gegenüber Hitler-Deutschland nicht auch nur einen Millimeter nachgegeben hat.

    Jedenfalls würde ich mir so eindeutige Reden von Politikern heute wünschen, die Partei wäre mir herzlich egal. Ich denke da an:

    • "You ask, what is our aim? I can answer in one word. It is victory, victory at all costs, victory in spite of all terror, victory, however long and hard the road may be; for without victory, there is no survival."
    • "I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat."
    • "You have enemies? Good. That means you've stood up for something, sometime in your life."

Werbung