Beiträge von plattyplus

    Das jeweilige Bundesland kauft sich durch eine Pauschale, die ja immer gleich hoch ist, vom finanziellen Risiko im Falle von chronischen Erkrankungen etc. frei und bürdet diese Last der Solidargemeinschaft der GKV auf.

    Wobei das aber auch nur ein Unding ist, wenn es den alten PKV-Mitgliedern erlaubt wird in die GKV zurückzuwechseln. Daher bin ich ja auch so strikt gegen einen Rückweg aus der PKV zurück in die GKV. Meiner Meinung nach sollte es jedem Bürger ermöglicht werden in jungen Jahren (z.B. bis zum Alter von 25) frei zwischen der PKV und der GKV zu wählen. In dem System, in dem man am 25. Geburtstag versichert ist, bleibt man dann aber auch für den Rest seines Lebens, auch wenn dann im Zweifelsfall bei der PKV der Versicherungsbeitrag im Alter höher ist als die Rente/Pension. In jungen Jahren sind die Risiken von teuren Erkrankungen ja zumeist noch überschaubar und wenn jemand über Jahrzehnte in die GKV eingezahlt hat, hat er meiner Meinung nach das Recht auch seine teure Erkrankung behandelt zu bekommen. Das ist eben das Solidarsystem. Aber wenn sich jemand in jungen Jahren aus dem Solidarsystem Richtung PKV verabschiedet hat, hat er dann auch alle Folgen - und eben nicht nur die geringeren Beiträge am Anfang - zu tragen.

    Dürfte utopisch sein @Erdbeereis

    Die PKV würde das freuen, wird sie so doch die alten Beamte und damit die schlechten Risiken los. Unfair wäre es gegenüber den GKVen, weil diese dann wenig Beiträge bekommen, aber viele Ausgaben aufgebrummt bekommen. Etwas anderes wäre es, wenn bei einem solchen Wechsel die PKVen die Rücklagen für ihre Versicherten an die GKVen überweisen müßten.

    Konkurrenz der Systeme

    Die haben wir doch jetzt auch nicht, eben weil der Staat durch die Beamten einseitig die PKV bevorzugt. Wäre es eine echte Konkurrenz-Situation, müßte ich mich in derGKV auch zu 50% bzw. als Pensionär zu 30% versichern können und der Staat müßte die restlichen 50% bzw. 70% aufbringen, wie er es mit der Beihilfe bei der PKV tut.

    Weiter oben schrieb jemand, Psychiatrie sei nur was für Menschen mit anerkannten psychiatrischen Diagnosen. Gefängnis, schrieb ein anderer, bringe Jugendliche erst recht auf die schiefe Bahn.

    Was wäre denn euer Ansatz? Einfach mal abwarten, ob der Junge das nächste Mal besser trifft?

    Ganz einfach: Der Täter bekommt ein Jahr Luxus-Erlebnis-Pädagogik im Ausland = Abenteuer-Urlaub und die Opfer dürfen ihr Leben lang an Hartz 4 darben. Wie gesagt sind das die Nicht-Strafen der deutschen Justiz. :daumenrunter:

    Also maßt euch nicht an hier "die" Stimme "der" Opfer zu sein. Ihr repräsentiert eure persönlichen Auffassungen genau wie ich auch meine darstelle.

    Auf Basis meiner eigenen Gewalterfahrungen muß ich Deiner Auffassung widersprechen. Den Täter frei herumlaufenzulassen, weil es dem Opfer ja eh nicht hilft, entspricht so gar nicht meiner Auffassung. Strafe muß sein und sie muß herbe sein, denn sonst kippt irgendwann das System und weder Straftäter noch Opfer nehmen die Justiz noch ernst sondern lachen sich entweder darüber schlapp (Täter) oder greifen zur Selbstjustiz (Opfer). In diesem Zusammenhang erinnere ich nur an den Fall "Marianne Bachmeier", die den Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschossen hat.

    Vor dem Hintergrund der Nicht-Strafen der deutschen Justiz kann ich solche Taten zwar nicht gutheißen aber durchaus verstehen.

    Wenn man diese vier Punkte umsetzt, wäre schon viel gewonnen. Da braucht es keine exakte Zahl.

    Ich wäre noch für einen Punkt:

    Angleichung der Besoldungstabellen der Länder an die des Bundes. Guckt Euch mal an welche Unterschiede es da bei Land NRW, NdS usw. zum Bund gibt.

    Das sind z.B. bei a13 je nach Erfahrungsstufe 400-600,- €.

    gehst du ernsthaft davon aus, dass harte Strafen abschreckend wirken? Dagegen sprechen aber so ziemlich alle Statistiken, die mir bekannt sind.

    Mir ist es ehrlich gesagt egal ob die Strafe abschreckend wirkt oder nicht. Ich will die Typen einfach nur für ein paar Jahre von der Straße weg haben, auf das sie zumindest in der Zeit kein weiteres Unheil anrichten können.

    In Mülheim geht es ja gerade weiter:
    https://www.derwesten.de/staedte/muelhe…d226402195.html

    Warum sie da allerdings die 12 und 14jährigen gleich wieder haben laufen lassen, ist mir schleierhaft. Ich hätte sie erst einmal zum Amtsarzt geschickt, um feststellen zu lassen, ob sie nicht doch etwas älter sind.

    Mir tun die Kollegen leid die da unterrichten.

    Ich war im Rahmen einer Abordnung selber in so einer Klasse eingesetzt. Als Abgeordneter bekommt man ja immer die Klassen, die niemand haben will. Es ging eigentlich erstaunlich gut. Hing aber wohl auch damit zusammen, daß alle in der Klasse sich nichts vorzumachen hatten und ihnen einfach das Publikum fehlte für ihre Aktionen. Auf dem Flur wußten die anderen Schüler ja auch alle, daß das die aus der Wiederholerklasse sind.

    Viel interessanter finde ich die Tatsache, dass nur gemahnte 5er dazu führen, dass man am Ende der 9 sitzenbleibt. So einen Fall hatten wir nun auch. Der Schüler hat sich seit dem Halbjahr enorm verschlechtert, doch die 5er waren nicht angemahnt. Nun wird der mit 5 5ern versetzt...

    Moment:
    Soweit mir aus der APO-BK bekannt ist, sind die Mahnungen der 5er entbehrlich, wenn mehr als drei 5er im Zeugnis stehen. Durch fehlende Mahnungen wird eine der 5er nicht versetzungsrelevant. Sind es aber noch mehr 5er, brauchen die dann auch nicht mehr angemahnt worden zu sein. In der APO-Sek1 dürfte es ähnlich sein.

    Aber genau aus diesem Grund mahne ich alle Schüler an, die noch eine 5 bekommen könnten, wenn sie an dem Tag der Blauen Briefe ihre Mitarbeit schlagartig komplett einstellen. Solche Fälle hatte ich nämlich auch schon. Die haben mir ins Gesicht gesagt, daß ich sie jetzt ja versetzen müssen, weil sie keinen Brief bekommen hätten und haben dann nur noch Sch***** gebaut. Also alle Schüler, die nicht mindestens 3+ stehen bekommen den Brief, auch wenn das dann mehr als die Hälfte der Klasse ist.

    Außerdem steht nirgendwo geschrieben wann die Blauen Briefe zu verschicken sind. Rein rechtlich könnte man den Brief den Eltern noch einen Tag vor dem Zeugnis zukommen lassen, auch wenn er dann natürlich sinnlos ist. Aber den rechtlichen Anforderungen wäre damit Genüge getan.

    Nachtrag: Ich habe gerade in der APO- Sek I NRW nachgesehen. Dort wird auf §50 Schulgesetz NRW verwiesen.

    §50, Abs. 4 Schgulgesetz NRW:

    Ist die Versetzung einer Schülerin oder eines Schülers gefährdet, weil die Leistungen in einem Fach abweichend von den im letzten Zeugnis erteilten Noten nicht mehr ausreichen, so sind die Eltern schriftlich zu benachrichtigen. Auf etwaige besondere Folgen einer Nichtversetzung der Schülerin oder des Schülers ist hinzuweisen. Hat die Schule die Eltern nicht benachrichtigt, so kann daraus kein Anspruch auf Versetzung hergeleitet werden. Unterbleibt die Benachrichtigung, obwohl ein Fach oder mehrere Fächer hätten abgemahnt werden müssen, werden Minderleistungen in einem Fach bei der Versetzungsentscheidung nicht berücksichtigt. Die Benachrichtigung entfällt bei volljährigen Schülerinnen und Schülern.

    Daraus folgt für mich, daß bei fünf 5ern der Schüler nicht versetzt wird, auch wenn die 5er nicht angemahnt wurden, eben weil die fehlende Mahnung nur eine 5 als nicht versetzungsrelevant erklärt, aber dann immer noch vier 5er übrig bleiben. Diese reichen dann aber aus, um nicht zu versetzen!

    --> Also macht jetzt wegen des Irrtums noch eine neue Zeugniskonferenz für den einen Schüler (geht ja in der Pause) und laßt ihn auf dieser Grundlage die Klasse wiederholen!

    Wo bekommt man überhaupt einen Ausbildungsplatz mit so einem unterirdischen Abschlusszeugnis?

    Die bekommt man schon, denk mal an Lagerarbeiter (2 jährige Berufsausbildung) oder Maschinen- und Anlagenführer. Den Chefs sind da die Zeugnisse völlig egal. Ich habe selber in den Klassen unterrichtet. Der überwiegende Teil der Azubis hat nicht einmal einen Hauptschulabschluß. Wichtig ist den Firmen aber, daß sich die Azubis "benehmen" können und pünktlich kommen.

    Wobei ich auch feststellen mußte, daß diese Klassen im Unterricht gar nicht so schlimm sind. Klar ist man da fachlich auf unterstem Niveau, aber da die Azubis ein Ziel haben, eben nicht die absoluten Looser sind und Herr Plattyplus sie durch die IHK-Prüfung bringen soll, läuft da der unterricht eigentlich. Die Vollzeitklassen, auch wenn sie die Fachoberschulreife haben und bei mir die Fachhochschulreife bekommen wollen, sind mitunter jedenfalls anstrengender, was die Erziehungsmaßnahmen angeht.

    Entsprechend benehmen sie sich... Zweitens sinkt das Niveau ins unermessliche, weil immer auf die Schwächsten Rücksicht genommen werden muss und die leistungsstarken SuS bleiben mehr und mehr auf der Strecke, weil uns einfach die Kapazitäten fehlen.

    Von einem anderen Berufskolleg kenne ich es im Bereich der Vollzeitklassen so, daß alle Wiederholer in einer der Parallelklassen zusammengefaßt werden, auf das die normalen (von leistungsstark will ich gar nicht reden) SuS nicht von den Bildungsverweigerern komplett ausgebremst werden. Und ja, wenn man den Unterricht mit nur 3 von 25 Schülern beginnt, dann wage ich auch von Bildungsverweigerern zu sprechen. So viele können gar nicht krank sein. Dann würde die ganze Schule wegen einer Epedemie geschlossen werden.

    Vielleicht wäre das bei Euch auch eine Option?
    Also die normalen SuS kommen in die 8a-d und die mit mehr als drei Fünfern setzen ihre Schullaufbahn in der Klasse 8e fort.

    Mal ganz ehrlich, dass ist auch eine Scheindiskussion, solche Kontrollen werden niemals kommen.

    Ich habe früher auch gedacht, daß es nie soweit kommen wird, daß die Polizei mit Maschinenpistole im Anschlag auf Weihnachtsmärkten patroullieren muß und das wir über Betonklötze reden müssen, um diese vor Amokläufern hinterm Steuer eines LKWs zu schützen. Ist aber heute nun einmal so, leider.

    Und mit "Das kostet dann richtig viel Geld", meinte ich durchaus auch einen Umbau der Schulgebäude. Wir haben jedenfalls an der Schule schon die regelmäßigen Feuer-Evakuierungsübungen durch Amoklauf-Übungen ersetzt. Das ist die bittere Realität. In dem Zuge gab es auch neue Türen, die Amokläufer wohl etwas länger aufhalten sollen und die Feuerwehr streitet sich sich wegen der Türen mit der Polizei. Polizei will sie robust wegen Amokläufen und Feuerwehr will sie fragil, um sie bei einem Brand noch mit einer Axt oder Kettensäge zerlegen zu können.

    @Trantor:
    Den Straftäter hast du jetzt auch schon. Oder ist versuchter Mord oder zumindest gefährliche oder schwere (je nachdem, ob §224 oder 226 StGB hier schwerer wiegt) Körperverletzung, bei dem die Todesfolge billigend in Kauf genommen wurde, keine Straftat?

    Selbst nach Jugendstrafrecht sind dafür 5 Jahre ohne Bewährung durchaus drin.

    In vielen sozialen Umfeldern ist es inzwischen "normal", ein Messer bei sich zu haben.

    Dann wird es allerhöchste Zeit, daß wir Taschenkontrollen, Bodyscanner und einen Sicherheitsdienst in den Schulen bekommen und dann hat ggf. Trumpy Trump doch recht, wenn er fordert, daß Lehrer in Schulen Schußwaffen tragen sollen. :(

    Sowas kostet Geld, sehr viel Geld, klar. Aber warum man aus einer Schule keinen Sicherheitsbereich machen kann wie an den Flughäfen ist mir schleierhaft. Hat es denn schon einmal jemand versucht, um fundiert sagen zu können, daß es nicht funktioniert? Problem dürfte nur werden, daß das dann der AfD noch mehr Wähler in die Arme treiben wird, weil ganz schnell die Frage kommt warum man sowas heute braucht, wo es früher überflüssig war.


    Ich halte es für wichtiger, dass man eben im Unterricht daran arbeitet (Konflikte bearbeiten, Anti-Aggressionstraining, Rechtsmythen aufklären, Persönlichkeitsbildung, usw.)

    Und ich bin Verfechter einer Null-Toleranz-Strategie mit Strafen, die auch wirklich wehtun. Also lieber 1 Jahr ohne Bewährung als 2 Jahre mit.

    Ich will damit nur unterstreichen: Wir verdienen gut. Und du sprichst genau das an, was ich meine: Manche schauen immer nur nach denen, die mehr haben.

    Ich schaue nach denen, die es an einer Universität bis zum Masterabschluß bzw. Diplom getrieben haben. Klar verdient man in manchen Berufen weniger, aber dafür fängt man da mit dem Verdienst auch schon mit 16 an, wo wir nach dem Studium und Ref. erst gut 10 Jahre später ein Einkommen haben. Diese Jahre muß man gehaltstechnisch auch erst einmal wieder aufholen.

    Was den Vergleich mit Akademikern angeht, bin ich gerade über den Vergleich auf Seite 9 dieses Gehaltsreports gesolpert. Allerdings sind da die Bachelor-Absolventen auch noch mit drin.

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