Beiträge von plattyplus

    Wie würdet ihr den möglichen Wechsel eurer SL erklären, habe ja schon für das nächste Halbjahr zugesagt

    Ich würde es auf der Basis: "Wenn Sie mir nichts sicher zusagen können/wollen, muß ich mir anderswo Sicherheiten suchen. Denn ich muß auch zusehen, wie ich meinen Kühlschrank voll bekomme und von Absichtserklärungen werde ich nicht satt."

    Mich plagen halt nur die Gewissensbisse.

    Wieso? Du kannst Dir so eine Hängepartie, die die bisherige Schulleitung veranstaltet hat, halt einfach nicht leisten. Mit "nicht leisten können" meine ich, daß Du eben auf das Geld angewiesen bist, weil Du sonst am Ende mit Hartz 4 dastehst.

    Platty, was sind denn Werkstattlehrer? Bei uns gibt es Fachlehrer, die Sport, Kunst und Werken unterrichten (in GS, HS, Gemeinschaftsschulen). Meines Wissens haben sie aber nicht studiert und steigen glaube ich mit A9 ein. Auch irgendwie nicht richtig...

    Moin,
    da nicht alle Schüler nach Klasse 10 eine Lehrstelle finden, gibt es in NRW die Ausbildungsvorbereitung und Assistenten-Ausbildung. Dabei handelt es sich um das vollschulische 1. Lehrjahr im jeweiligen Berufsfeld bzw. gar um eine komplette vollschulische Berufsausbildung. Entsprechend müssen die Schüler bei uns am technischen Berufskolleg neben der Theorie auch in der Praxis an den Maschinen unterrichtet werden.

    Für diesen Praxisunterricht in der Elekro-, KFZ-, Metall- oder Holzwerkstatt bzw. im Hoch-, Tief- und Straßenbau sind die Werkstattlehrer zuständig. Sie haben ein Deputat von 30 Unterrichtsstunden/Woche. In diesem Praxisunterricht darf ein Werkstattlehrer maximal 16 Schüler unterrichten und selbst das ist schon mehr als grenzwertig, wenn man Inklusions-Schüler hat, weil die Maschinen wie z.B. eine Drehmaschine oder eine Tischkreissäge wirklich keine Spielzeuge sind. Wenn da Schüler Blödsinn machen, kann ganz schnell eine Hand ab sein. Mit meinem Theorie-Unterricht bin ich oft sehr nah an der Grenze zur Praxis und da habe ich auch schon Inklusions-Schüler abgelehnt, weil ich bei ihrem geistigen Zustand den Umgang mit Strom (230V) nicht verantworten wollte. Ein Inklusionshelfer hilft da auch nicht, weil der die Gefahren gar nicht erkennt. Körperliche Behinderungen sind kein Problem, aber Blödeleien enden da sehr schnell sehr übel.

    Voraussetzung für den Job als Werkstattlehrer sind entweder der Meisterbrief oder der staatlich geprüfte Techniker + AdA-Schein (Ausbildung der Ausbilder, ist im Meisterbrief bereits enthalten) sowie insg. mindestens 10 Jahre Berufserfahrung im Betrieb. Es sind also betriebliche Azubi-Ausbilder mit Erfahrung. Hinzu kommt der Erziehungswissenschaftliche Schnellkurs, den auch die Quereinsteiger durchlaufen.

    - Der Gehaltsunterschied der A12 Leute zu den anderen Lehrern ist zu hoch, zumal sie mehr Wochenstunden unterrichten, zusätzliche Aufgaben übernehmen und meist nicht aufsteigen können, egal wie viel sie geben.

    Wie gesagt: Werkstattlehrer steigen bei uns mit a9 ein und kommen meist irgendwann nach a10, dann ist da Schluß. A11 gibt es sehr sehr selten Dafür haben sie ein Deputat von 30 Unterrichtsstunden/Woche.

    - Man/Frau sollte auch ohne gut verdienenden Ehepartner als Person mit langjähriger Ausbildung mit seinem Verdienst gut über die Runden kommen können (auch in Stuttgart, München und Co.)

    Ja, wenn das nicht so wäre, müßte man sagen, daß unsere Tätigkeit ein Hobby ist, das vom Ehepartner/in gesponsort wird. ;)

    Ob die Ferien noch weit weg sind oder nah ist nicht so mein Motz-Kotz-Problem. Aber das aggressive Verhalten, wenn man den Schülern dann die Endabrechnung aufmacht, daß es eben doch eine schlechte Note auf dem Zeugnis gibt, geht mir so langsam auf den Keks. :uebel:

    Das Beste war, daß mir heute ein Schüler damit drohen wollte, daß er dann bei mir die Nachprüfung (für die Versetzung) machen würde und ich doch länger Sommerferien haben wolle, weswegen ich ihm eine 4 geben müsse. Da mußte ich dann doch mal lachen, die 5 gabs aber trotzdem. Dann soll er zur Nachprüfung kommen. :pirat:

    Das zeigt deutlich, das es so etwas wie den "Arbeitsmarkt" nicht gibt. Gäbe es den, würden durch entsprechend höhere Löhne auch die entsprechenden Arbeitskräfte rekrutiert.

    Der Arbeitsmarkt in der Pflege hat gena udas gleiche Problem wie unserer Arbeitsmarkt. Durch die festgelegten Sätze der Kranken- und Pflegekassen ist der gedeckelt. Bei uns in der Region machen jedenfalls die Pflegeeinrichtungen schon dicht, weil sie eigentlich höhere Löhne zahlen müßten, um überhaupt noch Leute zu bekommen, dann aber wegen der festgelegten Vergütungssätze Minus machen würden.

    --> https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Hoex…chkraeftemangel

    Bezeichnend in diesem Artikel:
    „Unter den Rahmenbedingungen in Deutschland ist es nicht möglich, kleine Pflegeheime kostendeckend zu betreiben und das für die Qualität notwendige Personal zu akquirieren“, so Pfeifer.
    In Deutschland liegt kein System vor, anhand dessen der tatsächliche Personalbedarf eines Heimes erfasst und refinanziert wird. Pflegeheime verhandeln ein Pflegebudget und einen Stellenschlüssel mit den Pflegekassen, der sich an den Pflegegraden orientiert.

    Und klar ist der Markt aktuell "leergefegt". Die ausbildung und überhaupt erst einmal das Anwerben dauern einfach ein paar Jahre. Da darf man auf Arbeitgeberseite einfach nicht in 3jahres-Zeiträumen denken sondern mindestens in 10 Jahren. Aber das ist heute natürlich zuviel verlangt.

    Selbst wenn man von A12 und einer der niedrigeren Erfahrungsstufen und ohne Familienzuschlag ausgeht, müsste man für ein vergleichbares Nettoeinkommen in der Wirtschaft ca. 65-70k € pro Jahr verdienen.

    Ich geh mal von einer anderen Seite dran, nämlich von der Seite der Mietpreise und des Durchschnittseinkommens aller Haushalte in der jeweiligen Stadt. Daraus resultieren nämlich die monatlichen Belastungen.

    --> https://news.immowelt.de/n/3672-miete-m…einkommens.html

    Wenn man sich diese Tabelle ansieht, liegt das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen über alle Haushalte bei knapp 4.000€ monatlich, variiert aber von Stadt zu Stadt mitunter deutlich, soviel zum Thema Großstadt contra Ueckermark. In diesem Durchschnitt sind aber alle Hartz4-Bezieher und Niedriglöhner schon mit drin. Als Lehrer im Grundschulbereich müssen da aber beide schon voll arbeiten, um wirklich soviel netto zu haben. Soviel bringt ein Facharbeiter-Haushalt nämlich inzw. auch nach Hause. Beim Sek2-Pauker braucht es 1,5 Gehälter, um dorthin zu kommen.

    So gesehen sind wir dann doch in der unteren Mittelschicht angekommen.

    Man sucht sich doch in der Regel den Beruf heraus, den man gerne macht und von dem man einigermaßen leben kann.

    Da könnte der Arbeitgeber auch hineininterpretieren, daß man von dem gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 €/Std. einigermaßen leben kann. Schließlich ist der Mindestlohn so definiert. Warum sollte er dann mehr zahlen?

    Er zahlt nur mehr, weil er nicht genug Idealisten wie Dich und kecks findet und deswegen auf Profis wie Mikael und Nele angewiesen ist, die eben keine Idealisten sind und für Geld arbeiten. Mit Euch in der Belegschaft hätten die Gewerkschaften nie eine Chance bessere Löhne herauszuholen. Die Frage nach dem Sinn der Arbeit stellt sich dann für den Arbeitnehmer auch nicht. Die Arbeit muß für den Auftraggeber einen Sinn haben, denn sonst würde er sie nicht bezahlen. Das reicht.

    Regelbeförderung zum Oberstudienrat mit A14

    Die gibt es nur noch in Bayern.


    und? ist das etwa schlimm? kann dir doch total egal sein, solange du davon leben kannst und das gefühl hast, nicht etwas vollkommen sinnbefreites zu machen

    Wie an anderer Stelle schon einmal erwähnt, liegen zwischen Deiner und Mikaels Ansicht Welten. Du arbeitest als (ausgebildeter) Amateur für leuchtende Kinderaugen. Er ist Profi, er arbeitet für Geld. Entsprechend stellt sich dem Profi die Frage nach dem Sinn nicht.

    Mir ist es, ehrlich gesagt, völlig schnurz, wie lange die einen oder die anderen studieren.

    Nur wo willst Du da die Grenze ziehen? Wir haben am Berufskolleg da auch noch Werkstattlehrer. Zugangsvoraussetzung für den Job als Werkstattlehrer ist der Meisterbrief oder der staatlich geprüfte Techniker, also kein Studium. Diese Lehrer werden in NRW aktuell in den Besoldungsgruppen a9 bis a11 entlohnt, wobei a9 oder a10 üblich ist, a11 ist die Ausnahme. Sie haben ein Stundendeputat von 30 Stunden, dafür aber keine Klausuren sondern müssen die von den Schülern erstellten Bauteile beurteilen. Aus Sicherheitsgründen dürfen sie aber auch nur eine halbe Klasse (maximal 16 Schüler) an den Maschinen beaufsichtigen.

    Wie kriegen wir die jetzt auf a13?
    Denn ja, auch dort haben wir inzw. massive Probleme neue Kollegen zu bekommen, weil die Wirtschaft für Techniker inzw. durchaus auf a13 bis a14 Niveau bezahlt.

    2. Die Unterbezahlung verglichen zu manchem Ausbildungsberuf ohne Studium. Klar, da muss man in einer guten Firma landen, aber wenn man das geschafft hat, kann man über den Gymlehrer mit Studium und Ref nur lachen.

    Und was meinst Du wie toll das ist, wenn Du diese Leute jeden Tag als Azubis vor der Nase hast? Als Lehrlinge bekommen sie schon mehr als wir im Ref. und bei den Gehältern können wir auch nur halbwegs mithalten, wenn wir mindestens über a14 reden, geht aber eher Richtung a15.

    Ich mache mir regelmäßig den Spaß zusammen mit den Azubis auszurechnen wie groß der Lebensverdienst so ist. Im Ergebnis sind wir dann alle Millionäre. :cash:
    Aber dabei kommt auch regelmäßig raus, daß sich ein Studium heute nicht mehr lohnt, zumal die Azubis in den entsprechenden Firmen auch viel früher anfangen zu verdienen. Das holt ein Uni-Absolvent, der 8 Jahre Ausbildung zusätzlich absolviert hat (3 Jahre gymnasiale Oberstufe + 5 Jahre Studium), praktisch nicht mehr auf.

    Der ohrenbetäubende Lärm, dem sie dort ununterbrochen ausgesetzt sind, trägt dazu bei, dass sie sich dort alles Andere als wohl fühlen.

    Das wäre dann die erste Lektion, die man im OGS lernt: Ihr verursacht den Lärm selber. Wenn ihr hier so rumschreit, ist es euer Problem, nicht meins für Ruhe zu sorgen.
    Das würde mir am BK echt helfen, wenn sie diese Lektion dann eben gruppendynamisch im OGS gelernt hätten. :teufel:

    Wir brauchen dringend regionale Zuschläge für Lehrkräfte, sonst werden in den Ballungszentren wirklich nur noch verkrachte Germanisten und Co. Lehrer...

    Nein, wir brauchen eben keine Zuschläge für die Ballungszentren. Die werden durch die Steuern der übrigen Bevölkerung schon genug subventioniert, was den ÖPNV, die Versorgung mit Breitband-Internet etc. angeht. Wir brauchen genau das Gegenteil, auf das ein Großteil der Bevölkerung endlich mal einsieht, daß es keinen Sinn macht in einem Ballungszentrum zu wohnen und der Zuzug in diese Zentren gestoppt wird.

    Sollen die Investoren in München, Berlin, Düsseldorf und sonstwo ihre überteuerten Lofts kaufen. Wenn sie dort nicht mehr wohnen wollen, weil die Stadt praktisch tot ist, gehen die Preise auch wieder zurück. Aus genau diesem Grund bin ich auch gegen eine Mietpreisbremse oder gar -deckel. Wenn sich jemand den Luxus leisten will in Düsseldorf an der Kö zu wohnen, eben weil dort die Versorgung mit ÖPNV etc. gegeben ist, muß er eben dafür zahlen, dann halt in Form von hohen Mieten.

    Werd doch selbst Pilot (Lehrer) Wenn ich mich richtig erinnere fliegst du doch eh schon hobbymäßig.

    Geht nicht, der Fliegerarzt hat entschieden, daß meine Augen nicht gut genug sind dafür. Gibt ja nicht umsonst die Medicals Klasse 1 und 2, wobei die Anforderungen an 1 etwas härter sind.

    Ich verlange im Sinne von Inklusion und Antidiskriminierung, daß diese Medicals abgeschafft werden. ;)
    War ich schon bei der judäischen Volksfront, der Volksfront von Judäa oder wie immer der Haufen im "Leben des Brian" heißt?

    A13 Stufe 7 sind in NRW knapp 3515€ netto im Monat (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer). Nach Abzug der PKV bleiben etwa 3250€ netto.
    Ein Angestellter muss für ein solches Netto ca. 70.000€ im Jahr verdienen.

    Ich will jetzt nicht wieder mit der GKV anfangen, bei der dann am Ende monatlich 2750,- € übrig bleiben, aber warum vergleichen wir uns eigentlich mit den Akademikern. Guckt euch doch mal an was Piloten bei der Lufthansa so mit nach Hause nehmen. Pilot ist dabei nicht einmal ein Ausbildungsberuf, die Fluglizenz ist rein rechtlich durchaus vergleichbar mit einem Taxi-Schein.

    --> https://orange.handelsblatt.com/artikel/17561

    Dagegen sind wir fast schon unterbezahlt. Wobei man natürlich immer noch die Frage nach der Wohngegend stellen muß. Ich erinnere mich da an die Klage eines Polizeibeamten aus München, der vor Gericht angeführt hat, daß er bei den Lebenshaltungskosten in München mit seiner Besoldung eben nicht auskömmlich leben kann.

    Richtig, genauso ist das in NRW. Die Minusstunden werden aber am Ende des Monats genullt.

    Wie gesagt: Das Problem kommt in NRW erst dann richtig zum Tragen, wenn jemand bezahlte Mehrarbeit macht. Weil dann hat er ja jeden Monat noch vor dem Nullen Plusstunden, die mit den Minusstunden verrechnet werden. Darum lohnt sich bezahlte Mehrarbeit so überhaupt nicht. Ganz besonders ärgerlich waren für mich in dem Zusammenhang immer Stundenausfälle, die aus der Krankheit anderer Kollegen resultierten. Kollege krank, Klasse deswegen abbestellt, die Stunde von Plattyplus fällt auch aus... und zack, wieder Minusstunden.

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