Es hat ja beispielsweise Gründe, warum vor allem junge Frauen GS-Lehramt studieren und es dort kaum Männer gibt, die sicherlich nicht einfach generell wissenschaftlicher arbeiten wollen würden (gesellschaftliche Stereotype haben eben ihre Konsequenzen..). Die unterschiedlichen Besoldungsstufen und fehlenden Beförderungsstufen machen den GS-Bereich einfach ganz besonders unattraktiv für viele Menschen,
Also mein persönliches Haupt-Argument gegen das Lehramt Grundschule als Mann ist einfach die gesellschaftliche Stereotype, daß jeder Mann, der so einen Job sucht, daß nur macht, um sich an den Knirpsen zu vergehen. Denn sonst würde sich ja kein Mann so einen Job antun.
So habe ich es zuvor als Zivi auf einer Kinder-Intensivstation jedenfalls selber erlebt. Dort hatte die Oberschwester genau diese Auffassung ganz öffentlich vertreten und deswegen hatten wir auch nur einen Pfleger. Der wurde nämlich eingestellt, als sie gerade in Kur war. Ich hatte nur deswegen meine Ruhe vor ihr, weil ich als Zivi ja einen Stellungsbefehl hatte und entsprechend nicht freiwillig da war. Damit fiel ich nicht in ihr Schema.
Eine andere Frage, die ich mir im Grundschulbereich immer wieder stelle: Kann man dort überhaupt vollzeit arbeiten?
Wenn man da ein Deputat von 28 Stunden hat und die Kinder nur Mo-Fr von der 1. bis zur 6. Stunde in der Schule sind, hat der Stundenplaner ja nur 30 Stunden, in die er meine 28 Stunden einplanen kann. Einen GS-Stundenplaner darauf angesprochen hat er gleich gesagt, daß ihm Teilzeitkräfte lieber sind, weil man die flexibler einsetzen kann. Sie können ja auch gleichzeitig arbeiten und 14 Stundn auf 30 mögliche Stunden zu veteilen ist einfacher als 28 Stunden ins 30 Stunden-Raster zu pressen.