Das Niveau wird auf ländlichen Schulen noch eher dem einer eigentlichen Realschule entsprechen, in Ballungsgebieten sieht das inzwischen ganz anders aus.
Die Diskussion über die Folgen dieses Wahnsinns hatte ich gerade gestern wieder mit einem Kollegen bzgl. der Vollzeitschüler an unserer Berufsschule. Konkret ging es um Mathematik und darum von welchen Voraussetzungen wir bei den Schülern ausgehen können, die mit der Fachoberschulreife (mit oder ohne Q-Vermerk) nach Klasse 10 zu uns kommen, um die Fachhochschulreife zu erlangen, mit der sie dann an die Fachhochschulen oder auch einige Universitäten dürfen.
Konkret entbrannte unser Streitgespräch an der Frage, wie wir mit Schülern umgehen sollen, die der Prozentrechnung mit Hilfe des Taschenrechners nicht mächtig sind?
- Seine Meinung: Wir müssen auch die Schwächsten mitnehmen und das Niveau entsprechend runterschrauben.
- Meine Meinung: Wir sind dazu verpflichtet die guten Schüler soweit zu bringen, daß sie anschließend auch eine Chance haben an einer Universität ein Maschinenbaustudium (wir sind halt ein technisches BK) beginnen zu können, ohne sofort im 1. Semester rauszufliegen.
In der Folge habe ich die Unterlagen des Mathematik-Vorkurses, an dem ich damals in der Uni teilgenommen habe und in dem der Schulstoff vorab noch einmal komplett wiederholt wurde, herausgeholt. Das ist meine Meßlatte. Und um die Schüler, oder zumindest die Besten der Schüler, auf das Niveau zu bringen, kann ich die Zeit einfach nicht mehr mit Prozentrechnung verplempern. Ansonsten ist die Hochschulzugangsberechtigung, die wir verteilen, nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurde. Eine Ausfallquote an der Uni von über 80% allein im ersten Semester spricht ja wohl Bände?
Motto: Wir sind auch der Differenzierung nach oben verpflichtet, was das Leistungsspektrum angeht, und nicht immer nur nach unten.