Beiträge von plattyplus

    Ganz im Ernst, Berlin schreit seit Jahren laut nach Lehrern, bezahlt Grundschullehrer super im Vergleich - wieso geht immer noch keiner hin?

    Berlin verbeamtet nicht mit Einstellungsbesoldung a13. ;)
    Und ja, ich mag die Stadt auch nicht. "Berlin" löst bei mir immer nur den Reflex: "Arm und doof, die kriegen nichts auf die Reihe und leben vom Länderfinanzausgleich. Halt einfach unfähig." aus.

    Der sehr oft hohe Frauenanteil in vielen Kollegien macht das Leben auch nicht immer leichter.... sorry, möchte niemand zu nahe treten, aber das wurde mir auch schon als Grund gegen Grundschullehramt genannt.

    Mein Grund bei der Entscheidung "pro Berufsschule" und "contra Grundschule" war mein Zivi-Dienst. Ich war auf einer Kinder-Intensivstation und außer mir gab es nur noch einen Quoten-Pfleger. Der wurde auch nur eingestellt, weil zu dem Zeitpunkt die Oberschwester (sorry, heißt heute ja regionale Pflegedienstleitung) für ein paar Wochen in Kur war. Ihre Ansage war ganz klar: "Jeder Mann, der sich diesen Job freiwillig antut, kann nur ein verkappter Pädaphiler sein, der den Job nur macht, um ihn als Sprungbrett zu nutzen sich an die Knirpse ranzumachen." Entsprechend müsse sie verhindern, daß es Männer in dem Beruf gibt. Nachdem ich hier meinen Stellungsbefehl vor die Nase geknallt hatte, aus dem hervorgeht, daß ich den Job da auf der Intensivstation nicht freiwillig mache sondern dorthin beordert wurde, hatte ich mit ihr keine Probleme mehr. Aber vorher? Oh je...

    --> Mein Fazit daraus: Als Mann in einer Grundschule ist man doch schon mit mindestens einem Bein im Knast, allein weil man da ist.

    - in den Bundesländern mit starkem Mangel wurde jahrelang kaum eingestellt, obwohl der Mangel abzusehen war --> Die Lehrer haben sich umorientiert

    Kann ich bestätigen. Meine Cousine hat auf Lehramt Grundschule studiert, war dann über zieg Jahre entweder arbeitslos oder hatte eine befristete Vertretungsstelle. Am Ende ist sie zur Hauptschule abgewandert und unterrichtet dort jetzt ausschließlich Sport. Mit einer 1,2 im 2. StaEx war da nichts zu holen im Grundschulbereich.

    ...was das Problem für die verbliebenen Jugendlichen nicht besser machen dürfte

    Was für die so ziemlich egal ist, weil ja sowieso jeden Tag bzw. jede Stunde wieder andere da sind. Ist ja nicht so, als würden immer die gleichen 6-10 kommen und der Rest gar nicht. Da hast jede Stunde andere Leute vor der Nase sitzen.

    Aber wir schweifen vom Thema ab.

    Genau...

    @yestoerty: Du hast es schon genau erkannt: Die Korrektur muß dann ja später erfolgen. Entsprechend bringt es nichts irgendeine geplante Arbeitszeit zu rechnen sondern man rechnet voll.

    Warum bescheißt Ihr euch alle selber bei der Arbeitszeit?

    Ist das für Lehrer typisch, weil die mit strahlenden Kinderaugen "bezahlt" werden wollen oder was soll das?

    Die Frage müßte doch eher lauten: Was mache ich, wenn ich die 41 Stunden voll habe und ich die Überstunden, die in den Ferien abgefeiert werden, auch schon aufgebraucht habe? Darf ich dann den Griffel wegschmeißen und die Korrektur der Abschlußprüfungen verweigern? ;)

    Zumindest in NRW scheint der nicht verbindlich zu sein, wie aus dem obigen Link hervorgeht:

    "In Einzelfällen dürfen auch kleinere oder größere Klassen gebildet werden (vgl. VO zu § 93 Abs. 2 SchulG)."

    Und ja, unsere größte Klasse hat aktuell eine Sollstärke von 70 Schülern. Wir haben mehrere Klassen für die Ausbildungsvorbereitung, in denen Schüler ohne Hauptschulabschluß landen, die dann irgendwann einfach 16 Jahre alt waren und die Schule nach der 6., 7. oder 8. Klasse verlassen haben, weil sie vorher entsprechend oft sitzengeblieben sind. In dieser Gruppe der Ausbildungsvorbereitung, in der diese Schüler ihre (Teilzeit-) Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr absitzen, differenzieren wir nochmal intern zwischen denen, wo noch Hoffnung besteht und den absoluten Schulverweigerern. So kommen wir dann auch auf diese eine besagte Schulverweigerer-Klasse mit einer Sollstärke von 70 Schülern, von denen aber nie mehr als maximal 10 Schüler gleichzeitig anwesend sind (Ist-Stärke), im Durchschnitt sind eher so 6 Schüler anwesend. Aber glaubt nicht, daß mittags die gleichen 6 da sind, die morgens da waren...
    Damit man mit den paar Leuten überhaupt noch irgendwas machen kann, was alles unter der Überschrift "Lebenskunde" läuft, haben wir die Sollstärke so extrem nach oben gezogen. Außerdem ist Sport, sollten wir eine Sollstärke von maximal 30 einhalten müssen, mit effektiv 2 Personen irgendwie auch sinnlos. Fußball mit 2 Personen, wie soll das gehen?

    In dieser einen Klasse unterrichtet jeder Kollege auch nur eine Stunde/Woche, auf das niemand mit Bunrout den Dienst quittiert.

    Auch aufgrund dieser Klasse bin ich zu der Einsicht gekommen, daß unsere Justiz gegen Leute, die Hartz 4 beziehen, absolut zahnlos ist. Was nutzen Bußgelder, wenn sie nicht vollstreckt werden können, weil bei Hartz 4 eben nichts mehr zu zahlen ist?

    Daher sind wir z.B. alle 2 Jahre zu einem Auffrischungskurs in 1. Hilfe verpflichtet, auf dem auch ausdrücklich erklärt wird, was man im Rahmen der Ersthilfe darf und was nicht.

    Läuft bei uns genauso. Jedes Jahr muß das halbe Kollegium abwechselnd in den 1. Hilfe Kurs. Der findet dann auch gleich bei uns in der Schule statt.

    Wobei ich die Übungen da schon befremdlich finde. Also die stabile Seitenlage an einem "Patienten" zu üben, der keine Schmerzen hat, ok. Aber wenn der sich alle Knochen gebrochen hat, sollte man doch schon abwägen, ob das alles so sinnvoll ist.

    Oder anders: Als ich da mit diversen Knochenbrüchen bei einem Unfall auf der Wiese lag, kam auch jemand auf die grandiose Idee mich erst "gerade" hinlegen zu wollen, um dann wie im 1. Hilfe Kurs gelernt mich wieder in die Seitenlage zurückzudrehen. Wenigstens haben andere Ersthelfer den gehindert weiterzumachen. Ich lag ja schon auf der Seite (hatte ich mich selber noch irgendwie so hingezogen), allerdings war "die falsche" Hand unter meinem Kopf und "das falsche" Bein übergeschlagen. Aber überstreckter Nacken und Kopf zur Seite... soweit war ich selber schon.

    Du musst mal von deiner "Delinquenten"-Denke wegkommen.

    Ein Delinquent ist für mich der, der vor Gericht steht, bei dem das Gericht festgestellt hat, daß er eine Straftat begangen hat und bei dem es jetzt um das Strafmaß geht, bevor das Urteil verkündet wird. Das hat mit Hartz 4 erst einmal nichts zutun.

    Wenn es dann aber um die Konsequenzen der verhängten Strafe geht, sind diese allerdings sehrunterschiedlich, abhängig davon ob man vom Sozialsystem lebt oder nicht.


    Du darfst nicht denken, was in der BLÖD steht oder bei RTL II gesendet wird, sei die "Norm".

    Ich habe direkt hinterm Zaun ein Sozialwohnheim vor der Nase, in dem die Leute nach ihrer Haftstrafe erst einmal untergebracht werden, bevor eine Wohnung für sie gesucht wird. In der kurzen Zeit direkt nach Verbüßung der Haftstrafe sind die alle noch gut drauf, die Sozialarbeiter kommen ja auch täglich vorbei. So manche haben den Sozialarbeitern schon erzählt, daß es ihnen nach eigenen Begriffen im Knast besser ging als draußen, weil sie einfach eigenständig ihr Leben nicht auf die Kette bekommen. Bei der Lautstärke, mit der dort "diskutiert" wird, bekommt man das alles ja zwangsweise mit, auch auf 20m Abstand.

    Übrigens - Sanktionen gegen jemanden, der schon auf GRUNDVERSORGUNG, nicht anderes ist Hartz IV Niveau, ist, verstoßen gegen das Grundgesetz

    Ja,
    darum sagte ich ja: Geldstrafen bringen nichts bei Delinquenten, die schon auf Hartz 4 sind. Die können es doch voll drauf anlegen, eben weil sie eh nicht zahlen müssen und das auch wissen. Und ja, ich kenne einige, die da, also aus Hartz 4, auch gar nicht mehr raus wollen. Bewährungsstrafen bringen auch nichts, weil sich ja eh kein Personalmanager für deren Lebenslauf interessiert. Also welche Strafe soll da ein Gericht verhängen für strafwürdiges Verhalten, die bei dem Delinquenten auch als Strafe wahrgenommen wird? Ich weiß es selber auch nicht, was man da machen kann. Die Strafen, die manche Gerichte aussprechen, erinnern mich jedenfalls immer daran, daß manche Schüler mich in der 8. Stunde auffordern sie doch rauszuwerfen, das sagen die mir auch direkt, daß sie rausgeworfen werden wollen, und sich entsprechend aufführen, um ihrem Verlangen Nachdruck zu verleihen. Die soll ich für ihren Quatsch auch noch vorzeitig nach Hause schicken? Das ist doch keine Bestrafung sondern eine Belohnung.

    Daher auch meine Meinung, daß die Justiz gegenüber solchen Leuten echt zahnlos agiert, zumindest wenn man deren Situation mit der kleiner Angestellter vergleicht, die wegen ein paar Cents auf irgendwelchen Pfand-Quittungen ihren Job verlieren, bei dem sie zuvor auch gerade nur wenig mehr als Hartz 4 verdient haben. Da sind die Strafen gleich viel drastischer in der Konsequenz.

    Was den Mindestlohn angeht, hast du Recht. Arbeit muß sich lohnen. Also der, der arbeitet, muß eine ganze Ecke mehr in der Tasche haben als der Hartz 4ler. Ob man da jetzt bei dem Mindestlohn von 8,84€ bleibt und der Staat entsprechend kräftig aufstockt oder den Mindestlohn entsprechend anhebt, ist Sache der Politik und der Frage, was sie sich leisten will.


    Für solche Unverschämtheiten, die manche "Arbeitgeber" als Löhne bezeichnen, würdest du auch nicht aufstehen. Und das soll mMn auch niemand. Schon gar nicht solche, die etwas gelernt haben. Wir reden nicht von Hauptschulabbrechern, sondern studierten Leuten.

    Also ich habe mit Diplom-Zeugnis und später 2. StaEx in der Tasche noch bei Bofrost im Tiefkühllager Ware kommissioniert und an diversen Türklinken Kaltakquise betrieben. Das war damals noch erlaubt. Sind beides auch keine tollen Jobs. Noch Fragen?
    Früher haben mir meine Eltern immer erzählt, das Bildung sich rentiert. Wer die bloß auf das schiefe Brett gebracht hat?

    Ich sehe auch momentan ein Auseinanderdriften der Gesellschaft und das hat keineswegs nur mit der Flüchtlingspolitik und rechts und links zu tun: Ich sehe eher ein Problem zwischen arm und reich, das sich nun an einem Problem deutlich zeigt.

    Das sehe ich auch so. Insb. finde ich es erschreckend, daß die Justiz gegenüber der Klientel "Hartz 4 und der Tag gehört dir", die also vom Sozialstaat lebt, praktisch komplett zahnlos ist. Geldstrafen ziehen ja nicht, weil unterhalb des Hartz 4-Satzes eh nicht gepfändet werden darf. Bewährungsstrafen ziehen auch nicht, weil den Leuten ihr Lebenslauf total egal ist. Die haben eh nicht vor sich irgendwo zu bewerben und entsprechend werden sie auch nie aufgrund ihres Lebenslaufs irgendwo abgelehnt werden.

    Da bei uns in D der weitaus überwiegende Teil der Migranten erst einmal in die Sozialsysteme einwandert und ein großer Teil diese auch nie verlassen wird, kulminiert die Problematik bei dieser Personengruppe.

    Was man dagegen tun kann? Gute Frage. Ich wäre jedenfalls dafür im Zweifelsfall eher auf Bewährungsstrafen zu verzichten und die Leute einfahren zu lassen. 1 Monat Arrest zieht mehr als 6 Monate auf Bewährung. Bei Letzterem verläßt man ja das Gerichtsgebäude als freier Mensch und wie gesagt, der Eintrag in der Akte interessiert die Personengruppen eh nicht. Ggf. wäre es auch sinnvoll diesen Monat für eine intensive Schulung in Disziplin und Staatsbürgerkunde zu nutzen, auf das es nicht zum Urlaub mit Vollverpflegung mutiert. Die französische Fremdenlegion weiß, wie man Straftäter aller Herren Länder resozialisiert. :pirat:
    Denn ja, wenn die ihren Wehrdienst abgeleistet haben, haben sie Anspruch auf einen französischen Paß. Da werden die schon genau darauf achten, daß sie nicht in ihre alte Lebensweise zurückkehren.
    Einfach mal in Frankreich bei Herrn Macron anfragen, wie die das machen. Ich denke, daß der freudig Auskunft über die Methoden der Fremdenlegion geben wird.

    Mhm, ihr seht das alle ja eher unter dem “Freizeit im Hellen Aspekt”. Ich glaube die Argumente an unserer Schule sind ganz anders gelagert :

    Ich sehe das unter dem Aspekt, daß ich als Beamter in NRW zur Gesunderhaltung verpflichtet bin. Das ergibt sich aus dem hiesigen Beamtenstatusgesetz. Und das geht bei mir nun einmal nur bei Tageslicht auch noch nac hdem Dienst. :)


    Zitat

    Aus der Pflicht gemäß § 34 Satz 1 BeamtStG sich mit vollem persönlichem Einsatz dem Beruf zu widmen, wird nach allgemeiner Auffassung auch die Pflicht der Beamtin bzw. des Beamten zur Gesunderhaltung abgeleitet. Eine Beamtin bzw. ein Beamter muss alles vermeiden, was der eigenen Leistungsfähigkeit schaden kann.


    Quelle:
    https://www.brd.nrw.de/wirueberuns/Ze…tpflichten.html

    Ich scheitere regelmäßig alle 2 Jahre oder so mit dem Antrag, unsere 1. Stunde auf 9 Uhr zu verlegen.

    Ich würde gerne auf 7 Uhr vorziehen, ich will nämlich irgendwann auch mal Feierabend haben. ;)
    Und ja, für meine privaten Aktivitäten nach der Schule brauche ich Tageslicht. Oder könnten sie evtl. mal so einen großen Spiegel in die Umlaufbahn schießen, der dann quasi als "2. Sonne" das Sonnenlicht reflektiert und so ganz D erleuchtet?

    Bis dahin nehme ich mir eben mein Schulleitungsvorrecht und lege meine Unterrichtsstunden selbst später

    Oder du machst es wie mein Chef. Der hat sich gleich so viele Ermäßigungsstunden selber reingezogen, daß er gar nicht mehr unterrichtet.

    Wann beginnt bei euch der Unterricht ?

    Moin,

    bei uns beginnt der Unterricht um 7.45 Uhr, in meiner vorherigen Schule war es 7.30 Uhr. Und ja, ich bin trotzdem eindeutig für die Sommerzeit, auch im Winter! So haben die Schüler wenigstens am Nachmittga noch die Möglichkeit bei Tageslicht nach draußen zu kommen. Bei dem heutigen Ganztagsunterricht sehen sind sonst im Winter ja nur noch den Tag am Fenster vorrüber ziehen. Morgens auf dem Weg zur Schule ist es dunkel und zum Schulschluß um 16 Uhr ist es schon wieder dunkel.

    Und ob jetzt die Sonne um 8.30 oder 9.30 Uhr aufgeht, ist doch total unerheblich, wenn man eh im Klassenzimmer bei Leuchtstofflampen-Licht sitzt.

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