Beiträge von plattyplus

    Und eben auch die Warnung vor Feuerwerkskörpern.

    Ich würde nicht sagen "Warnung vor Feuerwerkskörpern" sondern "Umgang mit Feuerwerkskörpern", denn generell verboten sind sie bei uns ja nicht.
    Meine Belehrung sieht da immer so aus:

    • Es wird nur zugelassenes Feuerwerk mit BAM-Nummer gekauft, keine "Polenböller" und selbst gebastelt wird da auch nicht.
    • Der, der das Zeug anzündet, ist nüchtern. Alkohol gibt es erst nach dem Feuerwerk.
    • Es werden keine Blindgänger erneut angezündet! Wenn ihr die unbedingt loswerden wollt, werft sie zu Ostern ins Osterfeuer.

    Leider sehe ich bei uns in der Gegend immer am 1. Januar Kinder durch die Straßen ziehen, die versuchen Blindgänger erneut anzuzünden. Durch die verkürzte Lunte können die natürlich sehr viel schneller explodieren als geplant, auch schneller, als man sich von ihnen wegbewegen kann.

    3. Der Lehrer ist im Durchschnitt eher eine sehr konservative Klientel mit wenig Verständnis für / Wunsch nach Ästhetik in Form besonderer Kleidung oder Autos. Ein Lehrer schwimmt gern unter dem Radar und trägt maximal Esprit - und zwar alles in grau / schwarz.

    Moin,

    was haben die Leute bloß alle mit ihren Autos? Mit einem 911er steht man doch genauso im Stau wie mit einem vw up. Wenn es um etwas Herausragendes geht, müssen heute schon andere Dinge her als PKWs.

    Aber keine Sorge, "unter dem Radar" fliegen wir bei uns an der Schule schonmal nicht. Wobei ich das wörtlich meine, denn mit dem kleinen Flieger da unten geht es schon soweit rauf, daß die Flugsicherung mich sehen kann. Bei uns im Kollegium ist aber auch das Fliegen wohl mehr verbreitet als im Durchschnitt. Jedenfalls haben wir unter den 67 Kollegen 5 Piloten und ein weiterer macht gerade die Lizenz.

    [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e3/Detmold_-_2015-07-27_-_D-MOER.jpg]

    Das Spielzeug ist auch nicht gerade billig, aber geteilt auf mehrere Leute geht es dann doch irgendwie. Nur unser Chef als Fluglärmgegner und ambitionierter Skifahrer kann es überhaupt nicht verstehen, daß das Kollegium genau andersrum tickt. Skifahren ist nicht en vogue... :zungeraus:

    Die Beleherung mit der Fundminition ist mein persönliches highlight

    Wobei: Ich habe als Kind selber eine Stabbrandbombe im Garten gefunden, als wir den Sandkasten "unterkellert" haben. Also so abwegig ist das alles nicht, zumindest nicht, wenn man in Ortschaften wohnt, die im 2. Weltkrieg bombardiert wurden.

    Ach und wo wir dabei sind: im Klassenbuch müssen Belehrungen stehen von "Verhalten bei Erkältungskrankheiten" bis "...Umgang mit Fundmunition". Das gibt's doch sicher auch nur hier, oder? angenommen, ein Kind fetzt sich an Silvester einen Finger ab, kontrolliert dann jemand, ob ich vor Weihnachten aktenkundig korrekt über Böller belehrt habe?

    Also die Belehrungen haben wir bei uns auch drin. Dabei geht es aber ausschließlich um Belehrungen im Umgang mit Gefahren im Unterricht. Also Verhaltensweisen im Chemie-Labor, in der Holz- und Metallwerkstatt sowie im Elektro-Labor.

    In diesen Räumen kann man sich ja durchaus mit den Maschinen Gliedmaßen absägen bzw. abreißen, einen tödlichen Stromschlag bekommen usw. usw. ...
    Und diese Belehrungen müssen im Klassenbuch, gibt extra hinten Seiten dafür, von jedem Schüler einzeln gegengezeichnet werden. Einfach nur als Lehrer einzutragen, daß diese Belehrung stattgefunden hat, reicht nicht.

    Ja doch,

    ich laß sie immer einmal im Jahr eine kostenlose App laden, mit der man die WLAN-Empflangsqualität messen kann und damit laufen sie dann durchs ganze Gebäude, um festzustellen wo man Empfang hat und wo nicht, um so eine Karte zu erstellen.

    Nachher nölen sie zwar immer rum, daß sie an dem Tag nicht mehr daddeln können, weil die Akkus leer sind, aber das ist dann eben so. :pfeifen:

    Einsammeln werd ich nie eins. Auf das mögliche Theater ("Der Kratzer war da vorher noch nicht") habe ich keine Lust, selbst wenn ich im Zweifel Recht kriegen sollte.

    Ich hab mal eins eingesammelt und weil der Schüler mich so genervt hat (Hatte Youtube Videos so laut, daß ich schon dagegen anschreien mußte.) und ich mein altes Handy dabei hatte, das ich an dem Tag nach der Schule im Elektroschrott entsorgen wollte, habe ich den Spieß umgedreht.

    Hab das Schülerhandy in meiner Tasche verschwinden lassen und mein altes eh schon kaputtes Gerät rausgeholt, um den Schülern zu zeigen, was ich von den Handys halte. Hab dann mein defektes Handy erst im Waschbecken versenkt, danach auf den Boden geschmissen, drauf rum getrampelt, aufgehogen, nochmal gegen die Betonwand geschlagen und im Erdgeschoß aus dem geöffenten Fenster geschmissen Von einem anderen Schüler, der vorher schon durch Stören aufgefallen war, hab ich das Handy wieder rein holen lassen.

    Den Gesichtsausdruck des Schülers, der meinte, daß ich sein Handy zerstört hatte, hättet ihr sehen müssen. :pirat:
    Als dann das kaputte Handy wieder da war, kam 5 Minuten später die Auflösung. :zungeraus:

    Hält sich jeder dran?

    Damit stehe ich auch gerade auf Kriegsfluß.

    Beschlußlage: Bei uns in der Schule gibt es keine Gebetspausen. Da kommen manche Schüler echt mit Gebetsteppich an und manche Kollegen schicken sie dann mitten im Unterricht raus, damit sie in einem leeren Klassenraum beten können... und finden nichts dabei. :sauer:

    Meine Meinung dazu: Ich habe meinen Amtseid mit Glaubensbekenntnis abgelegt und darf trotzdem nicht mit einer Kette mit Kreuzanhänger rumrennen. Entsprechend habe ich mich auch geweigert leere Klassenräume zu temporären Gebetsräumen umzuwidmen. Entweder dürfen alle oder niemand... dann eben niemand.

    Die langfristige Verbesserung durch Konzepte (auch für die eigenen Arbeitsbedingungen) sehen wohl die Allerwenigsten.

    Also für NRW würde ich eher denken, daß sich da der Spruch "Manche Probleme lösen sich auch einfach durch Aussitzen" bestätigt hat. Jedenfalls sind sie hier jetzt dazu übergegangen Inklusion an Schwerpunktschulen zu betreiben.
    --> https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsyst…ulen/index.html

    Ergebnis davon: Die Schulen, die sich engagiert haben, haben jetzt die Last zu stemmen. Die, die nichts gemacht haben, an denen ist der Kelch vorüber gegangen. Was meinst, wie das hier in der Lokalpresse und in den Leserbriefen der Kollegen brodelt.

    angesichts der Tatsache, dass wir die Förderschule als eigenständige Schulform in Kürze nicht zurückbekommen werden

    Das würde ich so nie und nimmer unterschreiben. Die Förderschulen werden zurückkommen, weil sie in 10 Jahren sehen werden, daß Inklusion, wie sie bei uns läuft, nicht funktioniert und die dann jungen Erwachsenen lebenslang mehr Sozialleistungen und Hilfen benötigen werden als die Generation vor ihnen aus den Förderschulen. Erinnert mich irgendwie an das Theater "Schreiben nach Gehör", das nicht umsonst in einigen Bundesländern verboten ist, bei uns aber leider immer noch praktiziert wird.

    Klassen, in denen Kinder mit Förderbedarf beschult werden, haben z. T. bis zu 30 SuS.

    Wundert Dich das?

    Geh einfach mal davon aus, daß die Politiker nur deshalb die Inklusion ins Feld führen, weil sie damit Geld sparen wollen. Ein Förderschulplatz kostet grob das 3-4 fache von einem Regelschulplatz. Da haben sie sich ausgerechnet, daß sie "Inklusion" durchführen, um Geld zu sparen, nicht mehr und nicht weniger. Da wird die Inklusion, wie sie bei uns läuft, auf einmal sehr viel durchschaubarer.

    Das nennt man dann Realpolitik.

    macht der ÖD übrigens in weitaus schlimmeren Maße, als die freie Wirtschaft, wenn ich mir die Lage in den Kitas ansehe!

    Dem muß ich leider zustimmen. Wobei ich zwischen sachgrundloser und begründeter Befristung nicht unterscheide, wenn ich ehrlich bin. Das Ergebnis ist nämlich für den Arbeitnehmer identisch. Wenn ich da schon sehe, wie viele befristete Stellen täglich bei VERENA ausgeschrieben werden, wird mir schlecht. Klar sind das alles Schwangerschafts- und Krankheitsvertretungen und damit begründet, aber:

    Haben die, die da die Feuerwehr spielen, nicht auch das Recht selber mal eine Familie gründen zu dürfen? Ich sehe das nämlich im Kollegium als massiven sozialen Sprengstoff, daß manche wie wir, die fest im Sattel sitzen, ggf. über zieg Jahre in Erziehungsurlaub gehen können (hat meine Tante über insg. 8 Jahre auch so gemacht, da kam immer pünktlich das nächste Kind), während die Vertretung vergleichsweise gar keine Rechte hat.

    Bei meinen Chemie-Kollegen ist es ähnlich. Die waren früher alle mit Dr.-Titel an der Uni tätig, aber weil es dort ausschließlich befristete Verträge gibt, sind sie in den Schuldienst gewechselt.

    Wahrscheinlich legt sich das mit dem Alter der SuS

    Bei mir legt sich das einfach mit der schieren Anzah lder Schüler. Ich bekomme gerade mal die Namen der Schüler auf die Kette, in der ich Klassenlehrer bin. Aber selbst die sehe ich nur 90 Minuten/Woche. Die allermeisten Schüler sehe ich nur alle 2 Wochen einmal. Die Gesichter bekomme ich zwar auf die Kette, aber die Namen dazu? Keine Chance. Dafür sind es mit ca. 500 einfach viel zuviele.

    Daher regt mich das mit den beiden ja auch so auf. Wenn man da den Zeitaufwand für die beiden ins Verhältnis zu den anderen 498 setzt.

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