Beiträge von plattyplus

    „Die Höhe der Besoldung ist mit Rücksicht auf die Versorgung niedrig gehalten“. Nachzulesen ist dies in der Bundestagsdrucksache 2846, Seite 35, vom 19. November 1951.

    Mit dieser Begründung wurden die Beamtengehälter damals um insg. 15% gekürzt, um für die hohe Pension Rücklagen zu bilden. Entsprechend ergeben sich zwei Fracestellungen:

    1. Wo sind die Rücklagen? Etwa über Jahrzehnte für Wahlversprechen zweckentfremdet?
    2. Wenn der Grund für die Kürzung entfällt, müssen die Gehälter dann nicht sofort um 15% ansteigen?

    Was sind für sie nachvollziehbare und unterstützenswerte Gründe?

    Damals bei der Deutschen Wiedervereinigung wurde Michael Gortbatschow versprochen, dass sich die NATO nicht weiter nach Osten ausdehnt. Damals war von Einflusssphären die Rede. Und was haben wir heute? Die drei baltischen Staaten, ex Sowjet-Republiken, sind NATO-Mitglieder. Das wäre z.B. eine mögliche Begründung warum Russland gegen seine Nachbarn losschlägt.

    Was vor allem langfristig hilft sind Initiativbewerbungen, auf das dann ggf. in der nächsten Runde die Stelle so ausgeschrieben wird (z.B. mit einer zusätzlichen Fächerkombination, an die die Schulleitung vorher gar nicht gedacht hatte), dass man sich dann darauf bewerben kann.

    Moin Smoo,

    so ähnlich wie Dir ging es mir am Ende meine Referendariats. Ich hatte mit Informatik bestanden, wurde aber nicht übernommen, weil 2 Wochen vor meiner UPP ein Quereinsteiger eingestellt wurde, der dann nach meinem Abgang erst seinen OBAS-Dienst angetreten hat, so dass "zufällig" zum Ende meines Referendariats keine Stelle frei war. Es gibt einfach Schulleitungen, die einen nicht mögen, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist in Deinem Fall der LiV irgendwie über 5 Ecken mit der SL verwandt oder sie gehen in ihrer Freizeit zusammen zum Sport, ...

    Kurzum: Es ist verständlich, dass Du jetzt 3 Tage Trauer schiebst, aber danach stehst Du bitte mit einem "Jetzt erst Recht!" auf und schreibst Bewerbungen. Und ich meine nicht nur Bewerbungen auf die ausgeschriebenen Stellen sondern Initiativ-Bewerbungen an wirklich alle Schulen, die für Dich noch in zumutbarer Entfernung liegen.

    Ich habe mich damals wirklich an allen Berufskollegs in ganz NRW beworben. 1,5 Jahre nach meinem 2. Staatsexamen hatte ich dann die Stelle. Sollte NRW für Dich trotz der familiären Verhältnisse eine Option sein: Bei uns steigt aktuell der Bedarf an IT-Lehrern, weil der Ausbildungsmarkt schlecht läuft (wenig Lehrstellen), so dass weniger Azubis aber dafür mehr Vollzeit-Schüler zu uns kommen. Diese Vollzeit-Schüler sind 5 Tage/Woche da und nicht bloß 1,5 Tage, so dass sie wesentlich mehr Lehrerstellen binden.

    Da es auch viele kleinere Schulen gibt, kann ich mir, selbst wenn genug Geld vorhanden wäre, nicht vorstellen, dass jeder Schule eine eigene I-Fachkraft zur Wartung der technischen Geräte zugeteilt werden würde. Was ich mir aber in einem "Was wäre wenn.."-Szenario vorstellen könnte, wäre, dass auf Kreisebene ein kleineres Team an IT-Fachkräften angestellt wäre und die Schulen könnten diese, immer sobald sie Bedarf an Reparaturen oder Wartungen haben, abrufen.

    Nur mal zum Vergleich: Bei uns im IT-Service der Kreisverwaltung ist eine Vollzeit IT-Kraft für 250 Computer zuständig. Jetzt könnt ihr mal anfangen die Rechner an Euren Schulen zu zählen. Also bei uns bräuchten wir allein drei Vollzeit-Kräfte im IT-Service.

    Man überlege sich einfach, wie viel Zeit wir für unser Kerngeschäft hätten, wenn wir nicht diese ganzen Extraaufgaben (die in der Gesellschaft im Übrigen auch gar nicht wahrgenommen werden) nebenher machen würden, sondern Fachkräfte, die sich tatsächlich damit auskennen und extra hierfür mal ausgebildet wurden.

    Wie viele Bürokräfte können wir einstellen, um den ganzen Papierkram, der vom Ministerium und den Bezirksregierungen kommt, abzuarbeiten? Ich denke da insb. an die statistischen Daten, die wir liefern sollen. Mein erster Vorschlag wäre ein Büro, wo alle Schüler ihre Entschuldigungen und Atteste abgeben können und das dann eigenständig beim Überschreiten der Schwellenwerte die Erinnerungen, Mahnungen, ... an die Eltern schickt.

    Ernst gemeinte Frage: Hat man das? In der Grundschule vielleicht, aber in der weiterführenden Schule? Als einzelne Lehrkraft?

    Ich habe das gerade wieder. Der Schüler hat in den Abschlussprüfungen bei den Kollegen überall die Noten 1 bis 4 eingeheimst und bei mir steht er durchgehend 6 (sowohl Vornote als auch Abschlussprüfung). Die eine Note, ich bin nicht einmal der Klassenlehrer, entscheidet.

    Die Noten spiegeln kaum noch wider, was ein Schüler wirklich kann. Selbst innerhalb einzelner Städte sind Noten zudem kaum vergleichbar. Und zumindest einzelne Lehrerinnen und Lehrer, auch an beruflichen Schulen, treibt genau das um.

    Ich habe bei mir grob geschätzt 40% funktionale Analphabeten im Unterricht sitzen, die z.T. sogar die Fachoberschulreife mit Q-Vermerk mitbringen. Wer denen bestätigt hat, dass sie fit sind für die gymnasiale Oberstufe, ist mir ein Rätsel.

    Es ist vorgegeben, was mit welchen Ressourcen bis wann zu erledigen ist. Oder sehe ich das falsch? Welche Management- oder Führungsaufgaben und Entscheidungen sind bei euch möglich?

    Naja, wie streng man die Benotung auslegt, ist einer jeden Lehrkraft selber überlassen. Durch die Medien geistert ja immer das Stichwort "Noteninflation". In den Schulvorschriften steht ja nicht umsonst, dass der einzelne Lehrer die Benotung ermittelt, er von der Schulleitung zwar beraten werden darf, die Sl die Noten aber nicht ändern darf. Von Deiner Notengebung sind also die Lebenschancen aller deiner Schüler abhängig, denn machen wir uns nichts vor, unsere Noten haben schon eine Selektionsfunktion bzgl. zukünftiger Chancen der Schüler. Wer darf auf eine Universität? Welcher Schüler wird zum Vorstellungsgespräch für eine Lehre überhaupt eingeladen und nicht gleich aussortiert, ...

    Hier wird eine durchschnittliche Lehrkraft gerade mit einem Abteilungs- oder Bereichsleiter in einem Konzern verglichen. Warum nicht der Vergleich mit einem Sachbearbeiter (m/w/d) eines KMU erfolgt, erschließt sich mir an der Stelle nicht.

    Weil der Sachbearbeiter eines KMU üblicherweise eine 3 jährige Lehre nach einer 10jährigen Schulausbildung durchlaufen hat, also bereits im Alter von 19 voll im Berufsleben stand, wohingegen die Lehrkraft in dem Alter erst gerade mit dem Abitur fertig war und dann noch etliche Jahre mit dem Bachelor- und Master-Studium ohne Bezahlung sowie ein Referendariat mit minimaler Bezahlung (vgl. die Vergütung des Azubis) vor sich hat.

    Aber wenn die Einstellungsvoraussetzung für den Sachbearbeiter der Master-Abschluß an einer Universität ist, könnte ich über einen Vergleich nachdenken.

    Die ca. 10 Jahre, die der Akademiker auf ein Gehalt verzichtet hat, müssen sich in der späteren Bezahlung irgendwie spiegeln.

    Der Vergleichsmaßstab ist dann für mich: Hochschulabschluss.

    Hab ich eben auch mal unter der Prämisse mit A14 durchgespielt. Ergebnis: 53% sind ärmer und 47% sind reicher. Also in den Top 20% bin ich da bei weitem nicht geschweige denn in den Top 10%. Aber ich habe mich auch so ehrlich gemacht und mein "Netto nach Krankenkasse" genommen, weil bei der "normalen Bevölkerung" beim Netto ja die Krankenkassenbeiträge schon vorher abgezogen wurden.

    Entschuldige, aber ich habe genau die gleiche Qualifikation wie meine verbeamteten Kollegen und erledige exakt den gleichen Job. Meine Rente wird deutlich niedriger ausfallen, als deren Pension. Fair ist das nicht.

    Der Vergleich geht anders, zumindest bei uns an der Berufsschule. Da fragt man sich: Wie viel bekommt der verbeamtete Kollege, der neben dem 2. Staatsexamen noch über den Abschluss "Dipl. Ing." verfügt im Vgl. zu dem gleichen Dipl. Ing. in der "freien Wirtschaft"? Und ja, da ist dann mitunter auch A14 und A15 ein schlechtes Gehalt, wenn man die ganzen Prämien und sonstigen Vergünstigungen (z.B. bei Volkswagen) mit einrechnet.

    chilipaprika Sorry, ich habe die "Schulpraktischen Studien", die heute wohl "Berufsfeldpraktikum" heißen, mit dem Praxissemester verwechselt. Hab halt selber damals noch mein Grund- und Hauptstudium absolviert, mir das Diplom als 1. StaEx anerkennen lassen und bin dann ins 24-monatige Referendariat gestartet fürs 2. StaEx.

    Bei uns gab es damals das Orientierungspraktikum im Grundstudium, dann die "Schulpraktischen Studien" in Form einer eintägigen Veranstaltung während eines Semesters im Hauptstudium und dann kam auch schon das Referendariat.

    Also ja, ich habe das heutige Praxissemester nicht mehr zum Hauptstudium gezählt sondern als eigenen Baustein angesehen. Bei dem Wort "Praxissemester" habe ich im ersten Anflug an diese eintägige Veranstaltung gedacht, die ich eben beschrieben habe.

    Oh, das BK-Lehramt hat das Praxissemester vom Master ausgelagert?

    Nein, das Praxissemester besteht weiterhin. Aber früher hatten wir ein 2-jähriges Referendariat, haben also für 2 Jahre die (wenn auch geringen) Anwärterbezüge bekommen. Heute kommen die angehenden Lehrer nach dem Studium erst einmal für ein 6-monatiges Praktikum zu uns und starten dann in das jetzt nur noch 1,5-jährige Referendariat. Man könnte auch sagen, dass sich das Land NRW so bei jedem Referendar die Anwärterbezüge für die ersten 6 Monate spart.

    Darauf wollte ich hinaus.

    Wie wäre es ansonsten, Lehrkräfte mal weder mit Ingenieur*innen noch mit Absolventen von Ausbildungsberufen zu vergleichen, sondern mit KuK im Rest der Welt?

    Warum sollte ich mich mit Lehrern in den USA vergleichen, die fürs Lehramt nur einen Bachelor benötigt?

    Ich rechne meinen Azubis immer vor wie hoch deren abgeschätztes Lebenseinkommen sein wird und setze dann mein Lehrereinkommen (A14!) dagegen. Erstaunlicherweise sind wir da am Ende nur wenige 10.000€ beim Gesamt-Lebenseinkommen auseinander. Der Azubi geht halt mit 16 in die Lehre (mit geringer Vergütung) und steht mit 19 im Berufsleben mit vollem Gehalt, wohingegen der Lehramtsstudent im Falle dss Berufsschullehramts erst einmal das Abitur machen muss, dann ein einjähirges Berufspraktikum, gefolgt von dem Bachelor- und Master-Studium, gefolgt von einem 6-monatigen Schulpraktikum und dem 1,5jährigen Referendariat (mit Vergütung auf Azubi-Niveau). Bis der Lehrer also wirklich ans Geldverdienen denken kann, ist er mindestens 28 bzw. häufig 30 Jahre alt. Die 10 Jahre, in denen er kein volles Gehalt erwirtschaften konnte im Vgl. zum Facharbeiter, muss der Lehrer in den nächsten 35-40 Jahren erst einmal aufholen inkl. Zins und Zinseszins.

    So gesehen ist das höhere Gehalt des Akademikers die Entschädigung für die zieg Jahre des fehlenden Gehalts während seiner im Vgl. zum Facharbeiter sehr viel längeren Ausbildung.

    Mal ganz abgesehen davon geht der Lehrer mit seiner Ausbildung auch noch voll ins Risiko. Wenn er dann mit 28 oder 30 fertig wird und die Lebenszeitverbeamtung anstrebt, könnte es ja auch gut sein, dass wir dann gerade wieder einen Lehrerüberschuss haben wie in den 1980ern.

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